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Abbrechen oder durchziehen?

Stellt euch vor ihr trefft euch mit einem Spielpartner oder Spielpartnerin. Alles ist vorbereitet für ein spannendes Abenteuer, man hat sich frisch hergerichtet und hübsch angezogen. Doch dann passiert es: Der Funke springt einfach nicht über! Was nun? Die Session durchziehen oder doch lieber abbrechen?

Viele Dates starten heutzutage online. Man chattet auf diversen Datingportalen und Singlebörsen, man tauscht Vorlieben und Bilder aus und dann ist es Zeit für einen wichtigen Schritt: Das persönliche Treffen. Gerade wenn man sich für eine BDSM-Session verabredet, sind die Vorbereitungen nicht zu unterschätzen. Man bereitet alles vor, doch dann kann es ganz anders kommen. Ein Leser hat uns von einem Date berichtet, bei dem der Funke einfach nicht überspringen wollte:

„Ich bin ein männlicher Switch und ich habe Dates mit verschiedenen Frauen. Manchmal handelt es sich um eine dominante und manchmal um eine devote Spielpartnerin. Eines meiner letzten Dates hat mich und meine Spielpartnerin vor eine sehr wichtige Frage gestellt: Abbrechen oder durchziehen?

Es lief wie folgt ab. Meine devote Spielpartnerin und ich haben uns zu einer BDSM-Session bei mir verabredet. Die gemeinsame Vorliebe für Gummi und Fesselspiele waren für uns eine wichtige Grundlage. Ich habe mein Spielzimmer (Schlafzimmer) vorbereitet, sodass ich sie bei Ankunft in Ruhe fixieren konnte. Das Spielzimmer war vorbereitet, dann habe ich mich im Intimbereich rasiert und mich geduscht. Danach schlüpfte ich in mein Gummi-Outfit und wartete.

Als meine Spielpartnerin ankam, verschwand sie kurz im Badezimmer und kam dann ebenfalls in Gummi gekleidet ins Spielzimmer. Wir sprachen miteinander und dann begann ich sie auf dem Bett zu fixieren. Doch irgendetwas war merkwürdig. Anders als bei anderen Spielpartnerinnen hatte ich bei ihr das Gefühl, als würde ich ein lebloses Stück Fleisch fesseln. Auf Nachfrage bestätigte sie mir, dass es ihr ähnlich geht und dass irgendwie die Magie fehlen würde.

Der Funke sprang nicht über und zwar bei uns beiden nicht. Obwohl die Rahmenbedingungen passten, so fühlte sich die Session irgendwie falsch an. An der Stelle war es absolut irrelevant, dass die Vorbereitungen für diese Session möglicherweise mehrere Stunden in Anspruch genommen haben und meine Spielpartnerin auch eine weite Anreise hatte.

Wir hatte auch beide das Gefühl, dass man sich der Situation entziehen müsste, da es für uns beide nicht befriedigend und eher frustrierend war. Einvernehmlich haben wir beschlossen, dass wir die Session abbrechen. Wir zogen uns beide um und gingen in ein Restaurant und haben ganz hervorragend gespeist. So war der Abend gerettet, doch an BDSM hat an diesem Abend keiner von uns beiden mehr gedacht. Man hätte die Session natürlich auch gewaltsam durchziehen können, da ich aber ausschließlich einvernehmlichen BDSM betreibe, war der Abbruch die einzig logische Entscheidung.“

Anders verhält es sich, wenn bei einem der beiden Spielpartner der Funke nicht überspringt. Dann muss dieser für sich entscheiden, ob er die Session abbricht oder durchzieht. Mir selbst ist es ebenfalls schon so ergangen. Mein Geist war geil auf eine Session, mein Körper aber nicht. Ich habe mich als devoter Part von meinem dominanten Spielpartner fesseln lassen, doch es fühlt sich physich nicht gut an. Damals dachte ich mir „der Appetit kommt beim Essen“, doch das blieb dann irgendwie aus.

Mein Top fragte mich nach der Session, ob es mir gefallen hätte. Ich antwortete wahrheitsgemäß, dass mein Geist es sehr erregend fand, mein Körper aber heute nicht bereit dazu war. Dies wurde mir bei unserem Gespräch dann auch bestätigt.

In einer anderen Session sprang der Funke zu meinem devoten Spielpartner nicht über. Ich brach die Session als dominanter Part dann ab und setzte meinen devoten Spielpartner vor die Türe. Es war nicht einfach sich bei der Session von diesem Spielpartner zu lösen, da dieser nach Abbruch der Session zunächst nicht gehen wollte. Es ist aber alles gut gegangen.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es kein Fetisch auf Kommando gibt und man keine Session erzwingen kann. Es müssen nicht nur die Rahmenbedingungen passen, sondern auch die Chemie zwischen den Spielpartnern. Und man braucht auch keine Angst vor einer Enttäuschung haben, denn lieber bricht man eine Session rechtzeitig ab, als dass es zu einer absolut unbefriedigenden Session kommt.

Nun die Frage an euch: Seid ihr auch schon vor der Entscheidung gestanden, ob es nicht sinnvoller wäre eine Session abzubrechen? Wie habt ihr euch dann entschieden? Schreib uns gern eine Nachricht oder Kommentar. Wir freuen uns auf eure Zuschriften.

Veröffentlicht von

Dennis vom Fesselblog

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

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