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Eigene Vorlieben an anderen praktizieren

„Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu“ ist eine der bekanntesten ethischen Grundregeln, bekannt als die „goldene Regel“. Anders formuliert könnte man auch sagen, dass man andere so behandeln sollte, wie man selbst behandelt werden möchte. Nach diesem Grundsatz finden im BDSM viele Sessions statt, denn manche Tops übertragen ihre Vorlieben gern auf ihren Spielpartner. Verstecken sich dahinter vielleicht sogar versteckte Sehnsüchte?

Meine/deine Vorlieben

Eine BDSM-Session ist immer ein Geben und Nehmen. Manchmal tanzen devote Spielpartner wie Marionetten zur Belustigung ihrer dominanten Partner. Es gibt aber auch Sessions, bei denen harte Erziehung und Abrichtung im Fokus steht. Gerade wenn man an „Abrichtung“ denkt, dann hat man vor dem geistigen Auge eine Person, welche physisch gezüchtigt wird. Außenstehende tun sich mit diesem Gedanken meistens noch schwerer als Personen, die selbst BDSM praktizieren. Wobei man betonen muss, dass nicht jede BDSM-Beziehung körperliche Gewalt als Erziehungsmittel beinhaltet. Dennoch stellt man sich die Frage, ob so manche sexuelle Praktik innerhalb von BDSM nur dazu dient die andere Person zu erziehen oder vielleicht sind darin manche Sehnsüchte des Spielpartners verborgen. Wir möchten euch ein paar Beispiele nennen, welche unsere Leser uns geschickt haben.

Spanking

Tim aus Berlin: „Ich liebe es, wenn mir der Hintern versohlt wird. Auch wenn ich danach tagelang beim Sitzen Probleme habe, ich brauche für meine sexuelle Befriedigung diesen Schmerz. Nur ist es nicht einfach, eine geeignete Partnerin zu finden, die diese gewünschten Schläge auch ausüben kann und möchte. Da ich beim BDSM auch die Seiten wechsle, bin ich dazu übergegangen, Spielpartner und Spielpartnerinnen selbst zu spanken. Ich fühle mich bei jedem Schlag meinem Opfer so nah, als würde ich selbst die Schläge bekommen. Auch die Achterbahnfahrt der Gefühle bei jedem einzelnen Schlag ist für uns beide dann ein gemeinsamer Ritt.“

Keuschheit

Ein weiterer Leser hat uns berichtet, dass er selbst gern permanent in einem Keuschheitsgürtel gefangen wäre. Aus gesundheitlichen Gründen funktioniert das bei ihm meist nur Stunden oder einzelne Tage. Seine Leidenschaft für Keuschheit hat er dann aber als Grundlage genommen, um selbst Keyholder zu werden. So hält er andere verschlossen keusch und ist täglich mit dem Thema Keuschheit konfrontiert und genieße auch die Fremdbestimmung über die Keuschlinge, welche er (vorrangig über die Ferne) steuert und kontrolliert. Seine eigenen temporären Keuschheitsphasen hält er gegenüber seiner Keuschlinge geheim. Ihnen gegenüber ist er ausschließlich dominant.

Gummi

Chris aus Stuttgart: „Wer mit mir Sex haben möchte, muss Gummi tragen. Ich habe deshalb mehrere Gummianzüge in verschiedenen Größen gekauft und kleide damit meine Sexualpartner ein. Bei der Rollenverteilung bin ich flexibel. Manchmal bin ich dominant, manchmal devot, manchmal bin ich der Gebende und manchmal der Empfangende. Egal welche Rolle und Position: Gummi ist Pflicht. Ich mache mit dieser Vorgabe auch kein Geheimnis, vor jedem Date wird das klar kommuniziert. Im besten Fall bringen meine Datingpartner ihre eigenen Gummisachen mit. Man könnte sagen, dass ich meinen Fetisch anderen aufzwinge, aber es wird niemand gezwungen sich auf ein Date mit mir einzulassen. Und bisher hatten wir immer Spaß und es ist noch jeder auf seine Kosten gekommen. Wobei es bisher noch nicht so viele Dates waren, vielleicht zwölf… oder ein paar mehr.“

Halsband in der Öffentlichkeit

Eine Leserin hat uns davon berichtet, dass sie ihre versteckte Fantasie ist, dass sie mit Halsband oder Halskette öffentlich vorgeführt werden möchte. Ihre eigene Hemmschwelle ist aber so groß, dass sie diese Leidenschaft auf ihren Partner übertragen hat. So legt sie ihm ein Halsband an und führt ihn teilweise auch wie einen Hund Gassi. Ihr Partner weiß von ihrer Vorliebe und hinter verschlossener Türe trägt sie auch ein Halsband, oft auch beim Geschlechtsverkehr. In der Öffentlichkeit trägt aber (wenn überhaupt) nur ihr Partner ein Halsband.

Plug & Play

Olli aus Zürich: „Ich bin ein Freund von einführbaren Spielzeugen, sprich Buttplugs. Meine Dating-Partner sind da geteilter Meinung. Die meisten mögen es sehr, wenn sie anal von mir penetriert werden, doch nicht alle erfahren dabei, dass ich beim aktiven Analverkehr selbst einen Buttplug trage. Meist trage ich den Plug schon zum Beginn eines Sexdates oder Session und so bekommt der Sexpartner gar nicht mit, wenn ich mir den Plug einführe. Einmal kam ein Spielpartner zu mir und da er meinte, dass er im Analbereich sehr eng ist, hatte er bei seiner Anreise einen Plug im Hintern. Aus Hygienegründen hatte er ein Kondom über den Plug gezogen. Als er bei mir war und es dann zum Analverkehr kam, entfernte ich den Plug, zog ein frisches Kondom über und führte ihn mir selbst ein. Es war schön, da er die Körperwärme meines Sexpartners hatte. Nach dem Sex hätte ich den Plug beinahe vergessen, aber mein Gast frage aktiv danach. Als ich ihm sagte, wo er sich gerade befindet, haben wir beide geschmunzelt.“

Euer Mitwirken

Wir erhalten aktuell sehr viele Nachrichten von euch und sind überwältigt von eurer regen Beteiligung und auch die Angebote, dass wir eure Erfahrungen in unsere Beiträge einfließen lassen dürfen. Wir haben zu diesem Thema viele intensive Gespräche geführt und meist stellte sich heraus, dass die Übertragung von Vorlieben auf drei Ebenen passiert: Kleidungsfetisch, Spielzeugfetisch, Sexualpraktik.

Beim Kleidungsfetisch gaben die meisten Gesprächspartner an, dass sie ihren Kleiderfetisch gern auch auf andere übertragen. Wenn sie gern Leder tragen, dann soll ihr Gegenüber ebenfalls Leder tragen – oder Gummi, wie im Beispiel von Chris aus Stuttgart oben. Interessant war auch, dass manche Personen es auch genießen, wenn ihr Gegenüber entsprechende Fetischkleidung trägt und sie selbst nicht. Meistens war es aber für den Fetischisten wichtig selbst auch entsprechende Fetischkleidung zu tragen.

Spielzeuge können sehr vielseitig sein und der Einsatz ebenso. Egal ob ein einfacher Buttplug oder restriktive Fesseln, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ein Leser berichtete uns von seiner Vorliebe für medizinische Bettfixierung. Er hat eigens dafür ein Gästebett dauerhaft damit präpariert. Auch wenn er selbst gern darin gefesselt liegt, so ist es meistens er, der seine Gäste darin etwas schmoren lässt. Ab und zu revanchiert sich ein Gast bei ihm und fixiert ihn auch für eine bestimmte Zeit.

Bei Sexualpraktiken verhält sich das ähnlich. Viele leben mit ihren Sexualpartnern oder BDSM-Spielpartnern genau die Sexualpraktiken aus, die sie selbst gern erleben. Wenn ein dominanter Partner anale Penetration bevorzugt, so wird er vermutlich auch seine devoten Partner anal bearbeiten. Wenn jemand gern Atemkontrollspiele mag, dann wird er vermutlich auch gern diese Spiele mit seinem Datingpartner ausprobieren wollen. Auch wenn sich jemand gern fesseln lässt, so wird er vermutlich auch irgendwann diese Vorliebe auf sein Gegenüber übertragen und ihn (oder sie) dann fesseln. Vieles kann, nichts muss.

Fazit

Viele Leser haben uns berichtet, dass sie oft mit ihren festen oder auch wechselnden Partnern im sexuellen Bereich und auch in der Fetischwelt gern die Vorlieben auf ihre Partner übertragen, die sie selbst gern erleben. Gerade bei Multifetischisten ist es schwierig zu analysieren, welche Vorliebe er denn selbst hat und welche er (bewusst oder unbewusst) auf seine Partner überträgt, um damit selbst auf seine Kosten zu kommen. Wie sieht das bei euch aus? Habt ihr schon mal einen Fetisch auf eine andere Person übertragen, ohne ihn möglicherweise unmittelbar selbst auszuleben? Schreibt uns gern eine Nachricht oder Kommentar. Wir freuen uns auf eure Zuschriften.

Veröffentlicht von

Dennis vom Fesselblog

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

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