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Starallüren und Abfuhren

Manche Personen erreichen im Laufe der Zeit einen gewissen Bekanntheitsgrad. Auch in der Fetischwelt gibt es somit den einen oder anderen „Star“. Doch wie Sterne am Himmel scheinen diese Personen für das Fußvolk unerreichbar zu sein. Von Starallüren und Abfuhren möchten wir euch hier berichten.

Eins vorab: Wir werden hier niemanden an den digitalen Pranger stellen. Hier bevorzugen wir physische Pranger aus Metall und/oder Holz. Dennoch werden wir hier keine konkreten Profil- oder Klarnamen nennen, auch wenn wir etwas vom Leder ziehen. Es ist nicht auszuschließen, dass ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt oder vielleicht den einen oder anderen Fetisch-Charakter wiedererkennt, vielleicht sogar euch selbst.

Der Unerreichbare

Wer auf sozialen Netzwerken unterwegs ist, der kennt sie: Content-Creator, Influencer, Fetisch-Stars. Viele von ihnen haben leider eines gemeinsam: Sie sind schier unerreichbar. Diese Nicht-Erreichbarkeit kommt oft daher, dass sich diese Personen selbst überschätzen. Gerade wenn der Bekanntheitsgrad sich steigert, dann können sich manche Personen von einer Vielzahl von Anfragen kaum mehr retten. Zum Selbstschutz passiert dann Folgendes: Anfragen werden nur stark zeitverzögert oder teils gar nicht mehr beantwortet. Egal wie oft oder über welchen Kanal man den Personen schreibt, man erhält keine Antwort.
Auch uns ist das schon mal passiert, dass wir (aus unserer Sicht spannende) Persönlichkeiten angeschrieben haben, um eine mögliche Kooperation anzufragen und unsere Anfragen blieben unbeantwortet.
Unser Tipp: Wer nicht will, der hat schon. Wenn ihr keine Antwort bekommt und auch bei einem zweiten Anlauf nichts zurück kommt, dann ist diese Person die Mühe nicht wert.

Der Eingebildete

Manche Fetischisten wissen, dass sie gut aussehen und wissen auch sich gut in Szene zu setzen. Wenn das Aussehen nicht ganz so aus dem Bilderbuch stammt, dann rüstet man mit teuren Fetischklamotten und Spielsachen auf. Weniger ist manchmal mehr? Nein, die volle Produktauswahl muss her und diese muss natürlich auch gezeigt werden, damit andere vor Neid erblassen. Solche Personen leiden oft an (maßloser) Selbstüberschätzung.
Unser Tipp: Der „Eingebildete“ ist harmlos, kann aber mit seiner digitalen Präsenz den Markt überschwemmen. Schaut ihn an, solange ihr ihn sehen wollt. Wenn es zu viel wird, dann schmeißt ihn von der Watchlist.

Der Arrogante

In einigen Charakterzügen gleicht der Arrogante dem Eingebildeten. Der Unterschied ist, dass der Arrogante anderen Personen gegenüber herablassend wirkt. Er stellt sich nicht nur auf ein Podest, sondern „spuckt“ auch noch auf  andere herunter. Meist ist der Grund dafür, dass andere Personen aus seiner Sicht unwürdig sind und zum Beispiel nicht in ein von ihm definiertes Schönheitsideal passen, oder aufgrund mangelnder Ausrüstung uninteressant sind.
Unser Tipp: Zum Selbstschutz solltet ihr jeglichen Kontakt meiden. So „geil“ diese Person auch zu sein scheint, sie wird euch nicht gut tun.

Der Drehbuchautor

Jeder hat einen inneren „Monk“. Manche haben ihn im Griff, bei anderen erinnern Wunschvorstellungen schon teilweise an Zwangsneurosen. Alles muss genauso ablaufen, wie sie es sich vorstellen. Das muss nicht immer schlecht sein, aber wenn jede Session dann nach einem festen Drehbuch abläuft, dann bleibt die Individualität auf der Strecke.
Unser Tipp: Einen Versuch wert, aber wenn ihr dabei auf der Strecke bleibt, dann liegt es daran, dass das Drehbuch allein zu Gunsten des Autors geschrieben wurde.

Der Star (samt Allüren)

Wir müssen zugeben, dass innerhalb einer hierarchischen Beziehung das Machtgefälle für das ungeschulte Auge durchaus befremdlich wirken kann. Nicht jeder Top ist ein Star und nicht jede dominante Forderung ist eine Starallüre. Dennoch möchten wir euch von ein paar Anekdoten mehrerer Leser berichten. Wobei wir an dieser Stelle auch Stars zu Wort kommen haben lassen und nicht nur „Geschädigte“.

  • „Ein Top bestand darauf, dass ich ihm spezielle Kondome besorge. Gefühlsecht sollten sie sein. Meine Standard-Kondome lehnte er kategorisch ab. Er sah es als meine Pflicht an, dass ich als devoter (und beim Analverkehr empfangender) Part die Verhütungsmittel zu besorgen habe. Das war dann auch das einige, was an diesem Abend ‚besorgt‘ wurde, denn zum eigentlichen Akt kam es nicht.“
  • „Ein Datingpartner machte mich blöd an, da meine Lederkleidung von der Stange und nicht maßgeschneidert war. Dass Leder nicht mein Hauptfetisch war, interessierte ihn dabei nicht.  Ohne maßgeschneiderte Lederkleidung war ich für ihn ‚unwürdig‘. Damals war ich enttäuscht, aber im Nachgang war der Kontaktabbruch kein Verlust.“
  • „Ich stelle meinen Gästen gern was zum Naschen hin (manchmal auch mich selbst zum Vernaschen). Ein Gast aß gern Gummibärchen, erwähnte aber nicht, dass er nur die roten mag. So futterte er diese aus der Schüssel und beschwerte sich dann, dass ich in Zukunft nur noch rote Gummibärchen zu servieren hätte. War mir dann unangenehm, dass ich keine weitere Tüte mehr im Schrank hatte.“
  • „Um den Kreislauf in Schwung zu bringen, kann ein koffeinhaltiges Zuckergetränk nach einer Session Wunder wirken. Außer man serviert anstatt Markenprodukten nur Discounter-Cola, da kann so mancher Gast zur Diva werden.“
  • „Ich verlange von meinen Subs, dass sie bei einem Date einen Buttplug tragen. Der Hintern muss gedehnt sein, damit ich leicht in sie eindringen kann. Wer keinen Plug trägt, kann gleich wieder gehen!“
  • „Meine devoten Spielpartner müssen vor einer Session nachweislich eine Woche keusch leben. Dazu haben sie auch einen Keuschheitskäfig zu kaufen. Spontane Sextreffs sind nicht mein Ding. Ich möchte meine Subs nicht nur ein paar Stunden physisch kontrollieren, sondern sie schon vorher mental unter meine Kontrolle bringen. Wer sich nicht beugt, bekommt auch keine Session.“
  • „Ein selbsternannter TPE-Master befahl mir, ein SM-Apartment anzumieten, welches bei ihm in der Nähe war. Er selbst konnte keinen Besuch in seiner Wohnung empfangen und er war auch nicht reisebereit. Im Nachgang stellte sich heraus, dass das SM-Apartment seiner Ehefrau gehört. Hätte man auch anders kommunizieren können.“
  • „Bei einem Date war es der Wunsch meines Gastes, dass die Wohnung eine bestimmte Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit hat. Als er dann da war, packte er neben seinen Spielsachen auch eine Wetterstation aus, um die Werte nachzumessen. Das war für mich damals ein echter Stimmungskiller. Anstatt eines Sturms im Bett war es dann eine sanfte Brise zur Wohnungstür hinaus.“

Unser Tipp: Entscheidet selbst, ob ihr die Allüren (oder „Ticks“) eurer Spielpartner ein Stück weit mitgeht oder nicht. Sollte es aus eurer Sicht zu unverschämt sein, dann könnt ihr immer noch die Reißleine ziehen. Zudem hält euch keiner ab diversen „Diven“ zu zeigen, dass ihr auch entsprechende Anforderungen habt. Gut möglich, dass manche Allüre „verduftet“, mit oder ohne Star.

Der Provokateur

Zum Abschluss möchten wir euch noch den Provokateur vorstellen. Dieser provoziert gern seine Mitmenschen, um dadurch eine bestimmte Reaktion hervorzurufen. Verwunderung, Schock, Verwirrung, Unruhe,… die Reaktionen können hier sehr unterschiedlich sein. Oft wird diese Provokation bewusst eingesetzt, um seinen Partner in Stimmung zu bringen und das berühmt-berüchtigte Kopfkino zum Laufen zu bringen. Manchmal wird diese Art der mentalen Beeinflussung auch Brainfuck oder Hirnfick bezeichnet. Wir gestehen an der Stelle, dass wir diese Verhaltensmuster auch schon bei manchen Spielpartnern angewandt haben. Die Frage ist immer, wie weit man gehen würde. Wie weit würdet ihr euch für einen Spielpartner verbiegen? Oder anders gefragt: Wie weit würdet ihr euch einem (dominanten) Spielpartner beugen?
Unser Tipp: Versucht euer Glück, es kann sein, dass so manche Provokation auch euer Kopfkino in Stimmung bringt und ihr euch sogar noch besser fallen lassen könnt. Aber haltet euch immer die Option einer Notbremse offen, zum Beispiel durch ein Safeword.

Fazit

Es gibt kein Patentrezept und auch kein Rat der Welt wird euch vor allen negativen Erfahrungen schützen. Manchmal lohnt es sich auch auf eine Person einzulassen, welche möglicherweise „Starallüren“ hat, denn manchmal ist es nur eigener Selbstschutz, damit sie nicht von Anfragen überhäuft werden. Bei manchen bröckelt die Fassade schon beim ersten Date und dahinter kommt ein friedliebender Mensch hervor. Andere errichten um sich eine Mauer aus Starallüren und können aus unserer Sicht gern dahinter allein versauern. Welche Erfahrungen habt ihr schon gemacht? Schreibt uns gern einen Kommentar oder Nachricht. Wir freuen uns auf eure Zuschriften.

Veröffentlicht von

Dennis vom Fesselblog

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

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