Ein Date oder gar ein fesselndes Abenteuer zu planen, kann bei vielen Personen für Herzklopfen sorgen. Manche steigern sich aber so hinein, dass sie vor dem eigentlichen Date in Panik verfallen und den geplanten Termin kurzfristig absagen. Ist eine Notbremse hier der richtige Weg?
Zweisamkeit gegen Einsamkeit
Es gibt viele Gelegenheiten, in welchen man seine Ruhe schätzt. Doch gibt es dann Momente, bei denen eine Schulter zum Anlehnen gut sein kann. Sei es ein gemeinsames Gespräch, ein gemeinsames Essen oder ein gemeinsames sexuelles Abenteuer. Letzteres wird heutzutage sehr gern online vereinbart. Man meldet sich auf einer Datingplattform an, chattet mit seinen Wunschkandidaten und dann geht es um den Schritt in die Realität.
Zu mir oder zu dir?
Die Wahl der Örtlichkeit für die Verabredung ist wichtig. Nicht jeder möchte einen fremden Gast, den man (vorerst) „nur“ für ein sexuelles Abenteuer trifft, vielleicht nicht unbedingt in den eigenen vier Wänden haben. Nicht dass es an der Gastfreundschaft mangelt, aber der Eintritt in eine Wohnung ist in gewisser Weise auch das Eindringen in einen Lebensraum und somit Privatsphäre eines Menschen. Und mit jemandem unverbindlichen Geschlechtsverkehr haben zu wollen bedeutet noch nicht, dass man auch andere private Details mit dieser Person unmittelbar teilen möchte. Also doch lieber zu dir? Oder lieber an einen neutralen Ort?
Zweifel
Wie die Zweifel an der Location für ein Date beginnen die Selbstzweifel. Was wird gleich passieren? Passt der Partner auch zu mir? Bin ich ausreichend vorbereitet? Was ist, wenn es ihm oder ihr nicht gefällt? Was passiert, wenn ich etwas falsch mache? Soll ich gleich meine Fetischkleidung tragen oder erst in Zivil auftreten? Soll ich meinen Intimbereich rasieren?
Tausend Fragen schießen einem gleichzeitig durch den Kopf. Aus den Schmetterlingen im Bauch werden plötzlich Bauchschmerzen. Die Freude über das bevorstehende Treffen verwandelt sich in Unwohlsein. Obwohl man sich darauf freut und das Treffen möglicherweise wunderschön wird, gibt es in diesem Moment der Achterbahnfahrt der Gefühle nur eine Lösung: die Notbremse!
Ausreden
Da eine Absage ebenfalls mit negativen Gefühlen verbunden ist, versucht man seinem Gegenüber eine möglichst bekömmliche und glaubhafte Ausrede zu erfinden. Krankheit und Terminkonflikt stehen hier ganz oben auf der Liste. Wie wäre es mir der Wahrheit? „Ich freue mich auf unser Treffen, aber ich bin noch nicht bereit dafür!“ Wäre diese Antwort so abwegig? Eigentlich nicht, doch wird diese Wahrheit nicht bei jedem Partner ein entsprechendes Verständnis hervorrufen. Einige unserer Gesprächspartner berichteten uns, dass sie als „Faker“ oder „Cyber-Wichser“ betitelt wurden, also Personen, die sich nur online aufgeilen, aber nicht unmittelbar an realen Treffen interessiert sind.
Unsere Erfahrung
Auch wir hatten vor einem Date schon einmal richtig Lampenfieber und genauso geht es auch manchen Spielpartnern. Die letzte Erfahrung dieser Art ist noch nicht lange her. Ein junger Mann, den wir bereits persönlich auf „neutralem Boden“ kennenlernen durften, sehnte sich nach einem Abenteuer. So wurde ein Termin vereinbart und in den Tagen davor wurde gegenseitig bekundet, dass sich alle Beteiligten auf das Treffen und das damit verbundene Abenteuer freuen. Am Tag der Verabredung kam es aber zur Absage und der junge Mann war ehrlich. Er hatte in gewisser Weise Angst.
Angst
Wir wollten dieser Angst natürlich auf den Grund gehen. Unser Ziel war es diese aus unserer Sicht unbegründete Angst bei unserem Spielpartner abzubauen. Es war bei ihm eine Mischung aus vielen Gefühlen. Auf der einen Seite gab es seine persönliche Erwartungshaltung, was alles passieren könnte und was er sich auch wünscht. Und auf der anderen Seite wusste er, dass wir möglicherweise Dinge praktizieren, welche ihm unbekannt sind. Unbekannt muss nicht gleich schlecht bedeuten. Ein weiterer ausschlaggebender Grund für die Notbremse war, dass das Treffen bei ihm hätte stattfinden sollen. Der Vorteil dabei ist, dass er seine ganzen eigenen Spielsachen und Fetischkleidung vor Ort hat und sie nicht verstecken braucht. Aber diese Dinge hatte er nie zuvor einer anderen Person bei sich Zuhause gezeigt. Wieder eine unbekannte Komponente in einem Puzzle ohne Anleitung. Und am Ende kam die Notbremse.
Negative Erfahrungsberichte
Nicht nur die Suche nach möglichen Spielpartnern wird online vereinfacht, sondern auch deren mögliche „Bewertung“. Referenzen ehemaliger Spielpartner können somit eine direkte Auswirkung darauf haben, ob man mit einer Person überhaupt noch eine Session vereinbaren möchte. Wenn sich über Dritte ein Datingpartner als unzuverlässig herausstellt, dann muss man für sich selbst entscheiden, ob man das Risiko eingeht oder die Notbremse zieht. Wir raten allerdings generell eher unvoreingenommen einem (neuen) Spielpartner zu begegnen, außer die negativen Erfahrungsberichte würden sich häufen und sich inhaltlich decken.
Zu oft die Notbremse gezogen
Genauso wie ihr über andere Spielpartner recherchiert, so können sich auch andere über euch Informationen einholen. Und wenn sich herumspricht, dass ihr vermehrt kurzfristig Termine absagt, dann wird euer „Ranking“ in der Fetischwelt auch entsprechend sinken.
Generell ist es wichtig, dass es gar nicht so weit kommt, dass ihr die Notbremse ziehen müsst. Vereinbart also nur Termine, Dates oder Sessions mit Personen, bei denen ihr euch sicher seid und auch nur an Orten, bei denen ihr euch sicher fühlt. Und ein bisschen Lampenfieber gehört einfach dazu, das ist vollkommen natürlich!
Eure Erfahrungen
Habt ihr vor einem Date oder einer konkret geplanten BDSM-Session schon mal die Notbremse gezogen? Was war der Grund? War es ein inneres Unwohlsein oder gab es andere konkrete Gründe? Habt ihr danach noch einen zweiten Versuch gestartet, das Date nachzuholen? Schreibt uns gern eure Erfahrungen. Wir freuen uns auf eure Zusendungen.
