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Wenn Grenzen verschwimmen

Wie du mir, so ich dir. Ein altes Sprichwort, welches in vielen Lebenslagen passt. So ist es auch möglich, dass zwei Subs ganz ohne dominanten Partner dennoch sehr spannende und hierarchisch angehauchte Spiele treiben können. Wenn Grenzen verschwimmen…

Suche nach dem passenden (Spiel)Partner

Viele Personen sind auf der Suche nach einer passenden Partnerin oder Partner. Manche suchen vorrangig nicht diese eine Person für eine feste Beziehung, sondern eher jemanden für ein spannendes oder gar fesselndes Abenteuer. Wenn ein und die selbe Person für beides passend ist, dann umso besser. Gerade devote Personen berichten uns häufig, dass es für sie nicht immer einfach wäre, ein passendes dominantes Gegenstück zu finden.

Spaß unter Gleichgesinnten

Viele BDSM-Liebhaber gehen dazu über, ihren Spaß nicht auf eine zeitlich begrenzte Session zu beschränken. Viel mehr gehen sie dazu über, ihre Vorlieben in den Alltag zu integrieren und bei der Wahl der Spielpartner sich nicht nur auf Sexualpartner zu beschränken, mit denen man vorrangig den sexuellen Akt vollziehen möchte. Viel mehr gehen sie dazu über, den engeren Freundeskreis mit einzubeziehen, welcher meist aus Gleichgesinnten innerhalb der BDSM-Community besteht. Der Spaß unter Gleichgesinnten kann sehr vielseitig sein. Die einen Freunde bieten sich als Keyholder für einen längeren Einschluss in einem Keuschheitsgürtel an, andere hingegen lassen ihre Freunde auch mal in einer Zwangsjacke schmoren, während man gemeinsam einen Filmabend oder eine Pyjamaparty betreibt.

Bei solchen Freunden braucht man keine Feinde mehr

Wer Freunde im Bereich BDSM hat, der weiß, dass diese teils einen sehr schwarzen Humor haben und die Ideen über so manche „kleine Gemeinheiten“ hinausgehen. Hier passen dann teils verschiedene bekannte Sprüche. „Wie du mir, so ich dir“ oder „geteiltes Leid ist halbes Leid“ sind nur zwei Beispiele dafür. Wobei Freude und Leid hier sehr nah beieinander sind. Auch hier sind die Grenzen fließend. Viele sehen unter gemeinsamen sadomasochistischen Handlungen zwischen zwei Menschen einen sexuellen Akt. Das können wir nur zum Teil bestätigen, da BDSM generell viel mehr ist als nur Sex. Es ist viel mehr eine Lebenseinstellung.

Gegenseitige Motivation und Unterstützung

Der Vorteil bei einem Spiel zu zweit ist, dass man nicht allein ist. Da gerade im Bereich von Selfbondage Alleingänge sehr gefährlich sein können, ist es sicherer bei einem BDSM-Spiel ein Backup zu haben. Auch ich wurde vor einigen Jahren schon ungeplanter Unterstützer einer Selfbondage-Aktion. Ein sehr guter Freund brauchte aus seelischen Gründen eine Auszeit in seiner BDSM-Welt. Da es für ihn alleine nicht möglich gewesen wäre, konnte ich ihn dabei unterstützen und ihm dabei helfen in seinen Gummi-Bondage-Sack zu schlüpfen und im Anschluss die (selbstgebaute) Blackbox, in welcher sich der Sack befand, zu verschließen. Dieses Bild ist dabei entstanden:

Blackbox - Copyright 2022, fesselblog.de
Blackbox – Copyright 2022, fesselblog.de

War ich also in diesem Fall sein dominanter Partner? Eigentlich nicht, auch wenn sich mein Freund hier niemals hätte allein befreien können. Hatte ich mit meinem Freund zum damaligen Zeitpunkt Sex im Sinne einer BDSM-Session? Auch diese Frage kann ich verneinen, da ich aus meiner („unschuldigen“) Sicht meinem Freund nur geholfen habe, damit er einvernehmlich ein paar Stunden in seiner BDSM-Welt verbringen konnte. Und ich würde es jederzeit uneingeschränkt wieder tun! Einen Unterschied würde es von damals zum heutigen Tage geben: Damals hat er mich darum gebeten, ob ich ihn unterstützen könnte – heute würde ich ihm vermutlich ein solches Angebot für eine fesselnde Auszeit unterbreiten, wenn ich merke, dass seine Seele es braucht.

Was die gegenseitige Motivation und den gemeinsamen Spaß angeht, das zeigt unser Vorschaubild sehr gut, dass auch zwei Freunde gemeinsam schweißtreibende Abenteuer bestehen können. Zugegeben, die Schlüssel für die Halseisen hatten wir hinter der Kamera in Verwahrung. Aber die beiden Protagonisten hätten auch ohne mein Dasein hinter der Kamera sehr viel fesselnden Spaß gehabt, weil sie es beide so sehr genießen, gefesselt zu sein. Aneinander gefesselt zu sein, ist dann nochmal eine gelungene Abwechslung. Eine Bindung für ein paar Stunden oder ein Bund fürs Leben? Wer weiß…

„Ich bin ja nur Sub!“

Eine spannende und inzwischen sogar amüsante Aussage eines jungen Freundes lautete, dass er nach eigenen Angaben nur Sub ist. Bedeutet also, dass er sich zum Zeitpunkt der Aussage nicht mental in der Lage gefühlt hat, andere Personen zu fesseln oder gar zu dominieren. Vom Gegenteil überzeugt wurden wir bei einem Treffen unter Gleichgesinnten. So befand sich ein weiterer Freund wehrlos fixiert auf einem Gästebett, welches freundlicherweise mit einer entsprechenden Fixierung präpariert war. Mit einem verschmitzten Lächeln genoss es unser junger Freund, das dort fixierte Opfer zu penetrieren, u.a. mit einem Massagestab, welcher an diverse Körperstellen gehalten wurde. Und selbst in seiner physischen Niederlage murmelte das fixierte Opfer fast schon sarkastisch das Zitat „ich bin ja nur Sub“, um seinen jungen Spielpartner darauf aufmerksam zu machen, dass BDSM so viel mehr ist und man auf so vielen Ebenen Spaß haben kann.

Eure Erfahrungen

Sind die Grenzen bei euch auch fließend oder seht ihr hier klare Linien? Habt ihr auch Freunde, mit denen ihr ungezwungen BDSM-Spielereien auslebt? Wenn ja, in welcher Form? Oder würdet ihr das streng zwischen Freunden und Sexualpartnern trennen wollen, sodass ihr BDSM ausschließlich mit eurem festen Partner auslebt? Schreibt uns gern einen Kommentar oder Nachricht, wir freuen uns auf eure Erfahrungen.

Veröffentlicht von

Dennis

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

2 Gedanken zu „Wenn Grenzen verschwimmen“

  1. Bei mir ist bei einer Ticklingsession die Grenze meiner sex. Orientierung verschwommen. Hab mich nackt vor einem Mann gezeigt und kitzeln lassen, obwohl ich sonst nur auf Frauen fixiert bin. Seitdem kann ich mir auch einige andere SM-Praktiken als Sub eines männlichen Doms vorstellen.

    Also eine Spielbeziehung mit einem Mann könnte ich mir vorstellen. Sex dagegen (noch) nicht.

    1. BDSM kann so viel mehr sein, als nur ein Weg zur sexuellen Befriedigung. Und da ist es aus unserer Sicht nicht zwingend erforderlich, dass man eine BDSM-Session ausschließlich mit Personen erlebt, zu dessen Geschlecht man sich hingezogen fühlt. Man kann sich auch zu einer Person ohne sexuelles Interesse hingezogen fühlen. Freundschaft Plus? Wer weiß…

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