Schnallen

Faszination Zwangsjacke

Was macht die Faszination einer Zwangsjacke aus? Es ist ja erst mal nur eine Jacke. Wenn du aber genau hinschaust oder noch besser in so eine Jacke rein schlüpfst wirst du schnell merken, dass es irgendwie anders ist.

Die Ärmel sind länger und haben an den Enden keine Öffnung. Und dann sind da noch die vielen Riemen… dabei merkst du erst jetzt, dass schon ein Riemen nach dem anderen hinter deinem Rücken zugezogen wird und die Jacke dich immer mehr umschließt.

Dein Spielpartner hält vor dir eine Zwangsjacke so hin, dass du einfach mit deinen Armen in die Ärmel schlüpfen kannst. Das Material fühlt sich gut an. Du gleitest ganz rein bis dir die Jacke über die Schultern gezogen wird und hinter deinem Rücken an den Riemen hantiert wird.

Bisher alles easy. Und bisher kannst du dich ja noch frei bewegen da die Ärmel noch nicht fixiert wurden. Einfach die Jacke wie einen Pullover über den Kopf ausziehen. Der Riemen, der vorn an der Jacke nach unten hing und den du bisher nicht wirklich bemerkt hast, wird zwischen deinen Beinen durchgezogen und hinten fest gezogen. Plötzlich verändert sich die Situation und du merkst wie die Jacke enger wird. Die Riemen auf dem Rücken werden mehrfach nachgezogen. Kurze klare Anweisung, die Arme vor deinem Bauch zu verschränken. Du zögerst erst und überlegst, ob du so weit gehen willst.

Dann überwiegt deine Neugier. Dich hatten schon lange Bilder von Kerlen in Zwangsjacken fasziniert. Also jetzt das ganze Programm! Die Ärmel werden durch Schlaufen unter den Achseln nach hinten gezogen und die Riemen am Ende der Ärmel fest miteinander verbunden. Ein weiterer Ruck und auch die Arme sind stramm fixiert.

Aus einer Zwangsjacke kommst du alleine nicht mehr raus. Zumindest wenn es
eine “richtige” Zwangsjacke ist und sie auch richtig angelegt wird. Diese hier ist eine richtige Zwangsjacke und dein Top hat Erfahrung damit, wie man sie richtig zu macht.

Du versuchst durch hin und her bewegen, ziehen und winden mehr Platz in der Jacke zu bekommen. Das gelingt irgendwie auch. Darauf hat dein Top aber nur gewartet. Schon zieht er nochmal alle Riemen fest nach. Du merkst, dass deine ganzen Anstrengungen vergebens waren und das Gegenteil bewirkt haben.

Du stehst schon eine Weile alleine und etwas erschöpft von den vorigen Aktivitäten, um mehr „Luft“ in der Jacke zu bekommen, mitten im Raum. Ohne dich viel zu bewegen wirst du das Gefühl nicht los, dass die Jacke langsam immer enger wird obwohl keiner was macht. Andererseits ist es auch nicht unangenehm, sich selbst so einfach zu umarmen. Du bist hin und her gerissen zwischen dem Gedanken, „ich will raus“ und dem eigenartigen Gefühl, ausgeliefert und hilflos zu sein. Letzteres überwiegt immer mehr. Du merkst, wie die Zwangsjacke immer mehr Kontrolle über dich übernimmt und auch deine Gedanken beeinflusst.

Dein Top gibt dir zu verstehen, dass du erst befreit wirst, wenn du die vereinbarten Dienste zu seiner Zufriedenheit erledigt hast. Ein kräftiger Ruck am Riemen an der Schulter und du weißt, was jetzt zu tun ist.

Nach einer guten Stunde ist alles vorbei und du wirst aus der Jacke befreit. Nachts geht dir das Erlebte noch einmal durch den Kopf und du malst dir aus, wie es wohl wäre, wenn du länger in der Jacke verbringen müsstest, zum Beispiel eine ganze Nacht. Oder zusätzlich eine Maske über den Kopf tragen darfst… Dein Top hat dir ja versprochen deine Bondage Erfahrungen so lange zu steigern, bis deine Grenzen erreicht sind. Heute wurden sie jedenfalls ein gutes Stück weiter verschoben.

Zwangsjacken haben beim Bondage Spiel ihren festen Platz und können vielseitig
eingesetzt werden. Arme und Hände sind sicher und – mehr oder weniger bequem – fixiert. Unerlaubtes Spielen an Toys oder an sich selbst wird wirkungsvoll unterbunden. Ein Kerl in Zwangsjacke kann auch gut an einer Sprossenwand oder einem Andreaskreuz mit Seilen oder zusätzlichen Riemen fixiert werden. Mit einfachen Fußschellen kann sich der Bottom je nach Länge der Kette noch einigermaßen bewegen. Einfach eine Spreizstange zwischen die Fußfesseln gespannt und Laufen ist praktisch unmöglich. Auch auf einem Strafbock lässt sich der Bottom in Zwangsjacke gut fixieren, wenn er mit seinen Armen gleich den ganzen Bock umarmt und der Gurt dann angezogen wird. Der Hintern lässt sich jetzt gut mit diversen Instrumenten bearbeiten, ohne dass der Bottom sich der Hiebe entziehen kann.

Zwangsjacken werden meist aus festem Baumwollstoff, aus Rubber oder aus Leder gefertigt. Ursprünglich kommt die Jacke aus psychiatrischen Einrichtungen und wurde dort zum “Schutz” des Patienten und des Personals eingesetzt. Das passt doch hervorragend zu unseren Interessen.

Zum Thema richtiges Anlegen einer Zwangsjacke wird es noch einen anderen Blogbeitrag geben.

10 Gedanken zu „Faszination Zwangsjacke“

  1. Die Faszination Zwangsjacke hat mich auch schon seit Jahren erwischt. Das Gefühl, wenn man die Arme in die Ärmel steckt und am Rücken langsam die Gurte geschlossen werden ist schon etwas ganz besonderes. Selbst wenn die Arme noch nicht gesichert sind, hat man schon die Gewissheit, dass ein Entkommen aus der Jacke kaum noch möglich ist – will man das denn auch überhaupt. Spätestens wenn die Arme vor dem Bauch gekreuzt und gesichert werden, dann weiss man, jetzt ist es soweit und man kann genießen.
    Ich selber bevorzuge die Zwangsjacken aus Leder. Ist einfach eine tolle Kombination – na ja vielleicht weil Lederkombis bei mir auch ziemlich hoch in Kurs stehen. Natürlich gehört zu einer Zwangsjacke auch eine vernünftige Maske, was ich glaube von selbst versteht.
    Danke an den Autor für die tolle Beschreibung.

    1. Hallo Carsten, vielen Dank für deinen Kommentar. Ja in der Tat ist eine entsprechende Maske eine empfehlenswerte Ergänzung zu einer Zwangsjacke. Und es freut uns sehr, dass dir unser Beitrag gefällt! Wir geben und auch viel Mühe!

  2. Straightjacket – irgendwo zwischen e t w a s Bewegungsraum, so daß Du zwar rumzappeln kannst, aber das Leder einfach chancenlos hält, oder so richtig stramm, daß Du nicht einmal darüber nachdenkst, Dich dagegen aufzubäumen. Als ich so etwas zum ersten Mal sah, bin ich wie angenagelt und mit hochrotem Kopf vor dem Schaufenster gestanden. Nach links und rechts geschaut, ob mich irgend jemand beobachtet. Voll verkrampft weiter geglotzt. Es hat dann 3 schüchterne Besuche in dem Laden gebraucht und ja, hm, “ich wollt mich nur mal umschauen….” bis ich mich getraut habe zu fragen, ob ich das Teil mal anprobieren darf. 3 weitere, bis ich nach einem weiteren Probetragen wild entschlossen um die Ecke zum Automaten gestapft bin und das Teil mein eigen war. Und nein, ich brauche keine Tüte, ich nehms so, hab nicht weit. Adrenalinschub vom Feinsten, als ich – wahrscheinlich mit einem Gesicht wie ne frisch gefickte Katze – mit gefühlten 10 Kilo Leder abdampfte. Ich irgendwie zwischen Würg und der Sabber lief, immer wieder auf den Beifahrersitz geschielt, wo mein neues Jäckchen lag. Angekommen zuhause nichts wie rein in das Ding. Selfbondage mit sowas ist e c h t schwierig. Rückblickend hätte ich in dem Moment meine Oma verkauft, wenn ich jemand gekriegt hätte, der alle Gurte so richtig smart zumacht und mich in die Besenkammer schickt. Glücklicherweise kein Thema mehr. Die Kombination aus weich und verpackt ist eine Sache. Klar, Du kannst Dich nicht erfolgreich wehren. Mach aber mal die Augen zu und schnauf bewusst ein: dieser weiche, herbe, intensive und würzige Duft von Schwarzem, dem Du nicht entkommen kannst. Eindrücke und Wahrnehmungen, denen Du nicht widerstehen kannst. Lernen und Erleben, dem Du Dich nicht entziehen kannst. Alles Graustufen. Von bis. Aber was eine Erfahrung! Ich sag nur: trau Dich! Und lass Dich auf das Risiko von Neuem ein – ich weiss, wovon ich spreche!

    1. Die besten Shopping-Erlebnisse hat man vom „nur Schauen“… ja diese Erfahrung haben wir auch schon gemacht.

      Wir bestätigen den Kommentar und sagen an dieser Stelle ebenfalls: traut euch!

  3. Hallo
    Ich selbst hab mir vor ein paar Jahren eine Baumwolljacke mit Schnallen zugelegt, einfach weil ich neugierig war. Leider hatte sich nach dem Kauf keine wirkliche möglichkeit des “ausprobierens” ergeben und somit saß ich erstmal dumm da. Mit der Zeit hab ich eine möglichkeit entwickelt mich selbst darin einzusperren und auch wieder rauszukommen (natürlich mit einiger Anstrengung) aber so wirklich das selbe wie komplett hilflos zu sein ist das nicht. Länger als 2std hab ich auch nie selbst ausgehalten, weil dann die Lust zu stark wurde.
    Der Wunsch, ausgeliefert zu sein, besteht weiterhin. Alles in allem kann ich aber das Gefühl bestätigen, dass dieses eingeengte und fast hilflose ein unbeschreibliches gefühl ist.

    1. Wir grüßen dich Robert und erst einmal vielen Dank für deinen Kommentar. Ja in der Tat, es ist immer noch ein anderes Gefühl, wenn man von jemandem anderen fixiert wird. Bei Selfbondage gibt es immer die Möglichkeit zum Abbruch nach Lust und Laune. Aber gerade auch bei Zwangsjacken ist die Fremdbestimmung ganz entscheidend… und dann ist nach zwei Stunden evtl. noch nicht Schluss mit der Session. Hoffentlich findest du bald jemanden, der sich ordentlich verpackt, sodass du nicht mehr so schnell (alleine) rauskommst…

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