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Vorspiel, Hauptakt, Nachsorge – Erweiterung einer Session

Ein gemeinsames Abenteuer kann für alle Beteiligten ein spannendes Erlebnis sein. Doch ein fesselndes Abenteuer, auch Session genannt, hat seine Grenzen. Wir erklären euch, wie ihr diese Grenzen erweitern und somit eine Session möglicherweise noch intensiver erleben könnt.

Der Akt

Für jeden sexuellen Akt gibt es einen bestimmten Ablauf. Es gibt ein Vorspiel, es gibt den Hauptakt und es gibt eine Nachsorge bzw. ein Nachspiel. Im Vorspiel wird die Erregung der Hauptakteure gesteigert, sodass der Geschlechtsverkehr im Hauptakt (im Optimalfall mit dem sexuellen Höhepunkt) vollzogen werden kann und danach, wenn die Geilheit abklingt, gibt es eine Nachsorge. Die Nachsorge kann hier unterschiedlich aussehen, zum Beispiel bleibt man noch eine Weile liegen und spricht miteinander oder man geht gemeinsam unter die Dusche. Für manche gibt es auch die berühmte „Zigarette danach“. Bei einer BDSM-Session ist die Nachsorge sehr wichtig, da es bei manchen Spielpartnern nach einer intensiven BDSM-Session sein kann, dass diese in ein Loch fallen. Aber wie lange dauert denn ein Vorspiel, der Hauptakt und die Nachsorge?

Quickie oder Langzeitsession?

Wenn man an einen Quickie denkt, dann könnte man gar nicht glauben, dass es außer dem Hauptakt auch ein Vor- oder Nachspiel gibt. Doch kann das wörtliche „sich die Kleider vom Leib reißen“ schon für manche Personen Vorspiel genug sein, um den Hauptakt vollziehen zu können. Andere Personen brauchen hier etwas mehr Vorlauf als nur ein paar Minuten. Im Extremfall können dies sogar Tage oder Wochen sein. Wir möchten euch das an einem Beispiel näher bringen, wie es uns ein guter Freund berichtet hat. Am besten erklärt er es mit seinen eigenen Worten:

„Hallo zusammen, ich bin der Max und komme aus Hamburg. Seit ein paar Jahren habe ich eine feste Herrin. Wir treffen uns ein bis zweimal im Monat und haben hier viel Spaß. Doch spontane Treffen sind für sie nicht gewünscht, so bedarf eine ausführliche Session etwas Vorlauf.“

Langfristige Vorbereitung

„Ungefähr eine Woche vor einer geplanten Session muss ich eine Keuschheitsschelle anlegen. Die Schlüssel dafür werden in einer smarten Schlüsselbox verwahrt, zu der nur meine Herrin Zugriff hat. Alle zwei Tage habe ich ein Zeitintervall von 15 Minuten, um den KG abzulegen, alles zu waschen und den KG wieder anzulegen. Dies erfolgt unter Beobachtung per Videoanruf vom Tablet aus. Da meine Vorfreude sehr groß ist, scheine ich förmlich die Woche davor zu platzen. Meine Herrin besteht aber darauf, dass ich eine Woche lang enthaltsam bin und durch die verschlossene Keuschheit mich mental auf die Session vorbereite. Und es tut meinem Körper und meinem Geist gut. Schon beim Einschluss fühle ich meine fremdbestimmte Unfreiheit und mit jedem Tag festigt sich meine devote Rolle etwas mehr.“

Kurzfristige Vorbereitung

„Unmittelbar vor der Session muss ich meinen Anus mit einer Analdusche reinigen und mich duschen. Der KG bleibt verschlossen. Es gibt insgesamt zwei Schlüssel: Einer ist bei mir in meiner smarten Schlüsselbox und der andere ist bei meiner Herrin vor Ort. Die Schlüsselbox verweilt daher bei mir zuhause. Die Anreise zu meiner Herrin beläuft sich mit dem Auto auf ca. eine Stunde. Nicht selten kommt es vor, dass ich vor Reiseantritt auch einen Buttplug einführen muss oder bestimmte Fetischkleidung zu tragen habe. Das entscheidet meine Herrin meist kurzfristig.“

Der Hauptakt

„Die Session bei meiner Herrin ist der eigentliche Hauptakt. Wir haben hier sehr intensiven Fetischsex und meist ist es auch mir erlaubt meinen sexuellen Höhepunkt zu erleben, was aber nicht der Regel entspricht und ebenfalls situativ entschieden wird. Auf die Session und den sexuellen Akt an sich möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen, das würde den Rahmen sprengen.“

Nachsorge

„Nach der Session werde ich immer wieder im KG eingeschlossen. Somit ist sowohl die Anreise als auch die Abreise sehr ähnlich. Für mich habe ich festgestellt, dass ich während einer Session kurz nach dem sexuellen Höhepunkt gern in ein Loch falle. Ich stelle mich in Frage, mein Dasein und auch den gerade vollzogenen abnormen sexuellen Akt. Der Einschluss im KG ist heftig, denn freiwillig würde ich ihn nach dem Sex nicht mehr anlegen, da es einfach nicht schön ist. Es ist als würde sich die Hand meiner Herrin um mein Glied schließen und mich mit sanfter Stimme beruhigen, dass alles so ist, wie es auch sein sollte. Wir reden danach auch viel und essen auch noch eine Kleinigkeit gemeinsam. Die verschlossene Heimreise ist für mich eine Gelegenheit, die Session langsam ausklingen zu lassen. Aufschließen darf ich den KG erst am Folgetag, so zehre ich auch noch über Nacht von den schönen Erlebnissen einer gemeinsamen BDSM-Session. Dieses langsame Ausklingen ist für mich die Rettung vor einem emotionalen Absturz und ich bin dankbar, dass meine Herrin das erkannt hat.“

Erweiterte Session, aber kein 24/7

Wie Max haben uns mehrere Leser berichtet, dass durch eine erweiterte Vorbereitung das Vorspiel für die eigentliche Session bereits mehrere Tage zuvor beginnen kann. Und das „Nachklingen“ so mancher Session kann auch sehr unterschiedlich ausfallen. Ein gemeinsames Gespräch nach einer Session führen die meisten unserer Befragten, doch einige gaben an, dass es durchaus passieren kann, dass man bei der Nachbesprechung noch gefesselt ist oder hierfür nochmal bewusst gefesselt wird. Das können zum Beispiel Handschellen sein, welche man trägt, während man gemütlich auf dem Sofa sitzt und über die vergangene Session spricht. „Aftercare“ kann sehr vielseitig sein. Für andere hingegen ist es wichtig, dass bei der Nachbesprechung kein BDSM mehr stattfindet und von sämtlichen körperlichen und auch geistigen Restriktionen Abstand gewonnen wird. So kann sogar „dirty talk“ für manche Personen schon zu viel sein, wenn die eigentliche Session zu Ende ist.

Zu erwähnen ist außerdem, dass die meisten Befragten angaben, dass eine erweiterte Session nicht bedeutet, dass man BDSM 24/7 auslebt. Wenn jemand ein Sklave in einer Session sein möchte und hierfür eine längere (ggf. mehrtägige) Einstimmungsphase hat, dann bedeutet das nicht, dass er das auch darüber hinaus dauerhaft auslebt. Gut möglich, dass nach einer solchen „erweiterten Session“ mehrere Wochen oder gar Monate kein BDSM praktiziert wird. Wie ihr das selbst auslebt, bleibt einzig euch und euren Spielpartnern überlassen. Wir können euch nur raten, euch zu trauen und euch auf ein Abenteuer einzulassen. Passt aufeinander auf!

Veröffentlicht von

Dennis vom Fesselblog

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

2 Kommentare zu „Vorspiel, Hauptakt, Nachsorge – Erweiterung einer Session“

  1. Mein Besitzer hat mich mal zweieinhalb Tage lang einem anderen Top ausgeliehen. Dabei wurde ich die ganze Zeit nackt gehalten und wurde die Bekleidung die ich bei meiner Ankunft trug teilweise zerstört. Letzteres war ausdrücklich erlaubt.

    Als die Session zu Ende war, mußte ich, wie von mir im Voraus erhofft, völlig nackt andere Kleider aus meinem etwa 40 Meter weiter geparktem Auto holen, wobei ich noch dazu zuerst den von mir vorhin dort verborgenen Autoschlüssel aus einem Safe befreien mußte. Nicht erwartet war das dies alles im strömenden Regen geschah, wodurch sich eine sehr schöne sanfte Erweiterung der Session ergab. Beim anschließenden Gespräch, samt Tasse Kaffee, wäre ich dann sehr gern auch noch nackt gewesen um die Session als Sub wirklich optimal in unterwürfige Position ausklingen zu lassen.

    1. Die Frage ist, was passiert wäre, wenn du den Top, an welchen dich dein Besitzer ausgeliehen hatte, gebeten hättest, beim Ausklang nackt zu sein. Oder hast du ggf. danach gefragt und es wurde dir verweigert?

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