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Empathie – Wissen, was der Partner braucht

Die meisten Menschen wissen, was sie wollen. Doch wissen sie auch, was ihr Gegenüber möchte oder in mancher Situation sogar braucht? Leser berichten über ihre Erfahrungen und warum manches Schweigen mehr aussagt als tausend Worte. Kann man Empathie lernen?

Beobachtungen

Sven aus Berlin: „Meine Partnerin liebt es gefesselt zu werden und ich beobachte sie dabei gerne. Anfangs, also wenn die ich mit ihrer Fesselung beginne, ist sie geil drauf. Irgendwann wandelt sich ihre Stimmung und sie scheint es fast zu bereuen, gefesselt zu werden. Dann kommt die Phase, in welcher sie raus möchte, es aber nicht kann. Es ist eine Gratwanderung. Einerseits könnte ich nachgeben und sie befreien, andererseits lasse ich sie auch bewusst etwas länger schmoren und sie scheint es im Nachgang auch zu genießen. Doch es gibt Tage, an denen lasse ich sie lieber frei, da ich merke, dass es ihr nicht gut geht und es ein Fehler wäre, sie weiterhin gefesselt zu lassen. Inzwischen sind wir ein eingespieltes Paar und ich kann sehr gut ihr Stimmungsbild erkennen. Das spiegelt sich dann auch im Alltag wider, also fernab jeder Session. Ich merke immer, ob es ihr gut geht, oder ob sie an manchen Tagen einfach nur noch funktioniert. Dann weiß ich, es wird langsam Zeit für eine fesselnde Auszeit.“

Bedürfnisse

Bernd aus Heilbronn: „Mein Partner kennt mich manchmal besser, als ich mich selbst. Wir leben seit mehreren Jahren in einer hierarchischen Beziehung und ich trage auch (fast) 24/7 einen dünnen Halsreif aus Metall. An manchen Tagen, gerade wenn ich einen stressigen Arbeitstag habe, bringt mich mein Partner zur Ruhe. Die Art der Ruhigstellung kann variieren. Manchmal steckt er mich in die Zwangsjacke und wir schauen uns gemeinsam einen Film an. An anderen Tagen zieht er mir meine Hose runter und schlägt mich kräftig auf den Hintern und führt mir danach einen Buttplug ein. Und manchmal nimmt er mich einfach fest in den Arm oder nimmt mir sogar mal den Halsreif ab. Das passiert dann meist, wenn er merkt, dass mir alles zu viel wird. Nach einem entspannenden Vollbad kommt der Halsreif dann immer wieder um den Hals. Länger würde ich mich ohne vermutlich nackt fühlen. An manchen Tagen, an denen ich innerlich brodle, aber dennoch nicht sprechen möchte, kann es passieren, dass mein Partner mir einen Knebel verpasst. Dieser kann auch schon mal eine gut eingetragene Sportsocke von ihm sein. Wie gesagt, er scheint immer zu wissen, was ich gerade brauche. Vorrangig brauchen wir einander, denn unsere Zweisamkeit stärkt uns beide sehr und wir sind glücklich.“

Verweigerung

Kim aus Dornbirn: „Mein Sklave ist ein Multifetischist. Er trägt gerne verschiedene Fetischkleidungsstücke über Leder, Gummi, PVC, Neopren oder andere Materialien. An manchen Tagen merke ich, dass er die Dinge eher trägt, damit er anderen gefällt und nicht, weil er sie gern trägt. Da kann es passieren, dass ich ihm nicht gestatte Fetischkleidung zu tragen und er tatsächlich in Zivilkleidung unterwegs sein muss. Auf den ersten Blick ist es für ihn eine Bestrafung, da man ihm etwas wegnimmt, was ihm eigentlich gefällt. Aber es sollte immer auch ein besonderer Reiz dabei sein, sonst stumpft er diesbezüglich ab. Zivilkleidung holt ihn dann wieder auf den Boden der Tatsachen und im Nachgang genießt er dann seine Leder und Gummikleidung mehr als zuvor. Es sind diese kleinen Momente, in denen er vor dem Spiegel verharrt und ich weiß, dass sein Anblick ihn selbst geil macht. Das sind dann die Momente, an denen ich ihm zusätzlich noch einen Keuschheitsgürtel anlege. Seine Geilheit sollte er nicht unter der Hand verschleudern, sondern vorrangig auch für meine persönliche Befriedigung da sein. Eine Woche in Zivilkleidung mit Keuschheitsgürtel und dann ein Wochenende in Gummi, da kann ich sicher sein, dass es meinem Sklaven gut geht und es für uns beide einen intensiven Höhepunkt geben wird.“

Empathie lernen

Andi aus München: „Lange Zeit wusste ich nicht, an wem es liegt. Ich konnte mich auf keine langfristige Beziehung einlassen, da ich immer das Gefühl hatte, nicht empathisch genug zu sein. Nach ein paar Jahren fand ich heraus, dass ich mir erst selbst darüber im Klaren sein musste, was ich genau möchte und auf welcher Seite (im BDSM) ich mich selbst sehe. Seit ich mir dessen bewusst bin, dass ich vorrangig auf der dominanten Seite stehe, tat ich mir bei der Suche und Wahl meiner Sexualpartner leichter. Ich habe meinen Partnern immer klar meine persönliche Erwartungshaltung mitgeteilt, so gab eigentlich nie die Situation von bösen Überraschungen überfallen zu werden. Zudem fand ich schnell heraus, ob mein Gegenüber zu mir passt und wir beide auf unsere Kosten kommen, oder ob es sich eher um einen Schauspieler handelt, der seine Wunschliste abhaken möchte. Aus meiner Sicht kann man Empathie lernen, aber nur, wenn man mit sich selbst im Reinen ist. Erkenne dich selbst, dann erkennst du auch die Bedürfnisse deiner Mitmenschen. Ob du diese Bedürfnisse auch stillen kannst oder gar stillen möchtest, das obliegt deiner persönlichen Entscheidung.“

Eure Meinung

Wie sieht das bei euch aus? Habt ihr manchmal das Gefühl, dass euer Partner euch besser kennt, als ihr euch selbst? Oder erkennt ihr sehr schnell, wenn euer Partner quasi darum bettelt, mal wieder den Hintern versohlt zu bekommen? Wie erkennt ihr, ob und wann es Zeit für ein fesselndes Abenteuer ist oder wann man vielleicht sogar auf BDSM verzichten sollte? Schreibt uns gerne einen Kommentar oder Nachricht. Wir freuen uns auf eure Zusendungen.

Veröffentlicht von

Dennis

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

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