Unser Aspen

Zoomimiker – Der “perfekte” Petplayer?

Petplay wird immer salonfähiger. Gerade in den letzten Jahren nimmt die Zahl der Petplayer stetig zu. Egal ob Hund oder Pferd, jeder findet das richtige Tier, in dem er sich und seine Seele wieder findet. Doch wie in jedem Fachbereich gibt es auch hier Perfektionisten, die diesen Fetisch bis ins kleinste Detail ausleben.

So ein Hund, ja das ist schon ein edles Haustier. Und ein menschlicher Fetisch-Hund entbindet dann in gewisser Art doch von gewissen Pflichten. Klar ist es wichtig für seinen Doggy zu sorgen, mit ihm zu spielen und Spaß mit ihm zu haben. Doch bei gewissen Bedürfnissen sind so manche Spielpartner froh in die Rolle des Menschen zurückzukehren.

Wir haben im Bereich Petplay ja auch schon unsere Erfahrungen gesammelt. Gerade im Zusammenhang mit Doggys sind wir auch voll mit dabei. Sei es im Selbstversuch, beim Spiel mit mehreren Doggys auf der BoundCon 2018 in München oder mit unserem eigenen Fesselblog-Hund Aspen. Ja der Fesselblog hat sogar schon über ein ganzes “Partywochenende auf vier Pfoten” berichtet, bei dem uns unsere Gastautorin “Greta von Breitenbach” von den “Schwestern der Perpetuellen Indulgenz” vertreten hat. Aber es sind ja nicht nur Hunde, denen der Fesselblog begegnet ist, sondern auch dem wunderschönen Pferd Nighty, welches wir anlässlich zur Folsom Europe 2018 in Berlin getroffen haben.

Jeder von unseren Gesprächspartnern verbindet das Petplay auf eine gewisse Art auch mit BDSM. Sei es direkt, z.B. durch Tragen eines Keuschheitsgürtels, oder indirekt durch ein dezent unterwürfiges Verhalten. Ein bisschen Mensch ist immer noch vorhanden, denn die wenigsten Tiere sind von Natur aus devot.

Es gibt allerdings sogenannte “Zoomimiker”, die während eines vordefinierten Zeitrahmens (z.B. für die Dauer einer Session, oder ein Wochenende) dauerhaft in ihrer nicht-menschlichen Rolle verweilen und das kann nicht nur tierisch anstrengend sein, sondern kann auch alle beteiligten Spielpartner an ihre physischen und auch psychischen Grenzen bringen.

Ein Zoomimiker versucht möglichst detailgetreu das Tier darzustellen, welches er sein möchte. Egal ob Hund, Katze, Pferd, Schwein oder andere Bewohner unserer Fauna, das ausgewählte Tier wird bis ins kleinste Detail “imitiert”. BDSM steht hier nicht immer im Mittelpunkt, es verschmilzt aber oft mit dieser Art des Petplays.

Es wird also nicht nur in der Rolle gespielt, sondern auch der Alltag findet in der Rolle des Tieres statt. Das bedeutet bei Tieren wie einem Hund das Fressen aus einem Napf und auch das Verrichten des Geschäfts im Freien, egal bei welchem Wetter. Gerade derartige Spielereien in der Öffentlichkeit erfordern ein nicht einsehbares Grundstück oder einen Ausflug in z.B. einen ruhigen Waldrand. Man sollte jegliche Konfrontation mit außenstehenden Dritten unbedingt vermeiden. Mag das Tragen einer Maske oder eines entsprechenden Fetisch-Outfits noch toleriert werden, so kann das Verrichten des kleinen oder großen Geschäfts im Angesicht von Fremden durchaus rechtliche Konsequenzen haben, sollten diese sich belästigt fühlen.

Hier fällt die Verantwortung zu 100 Prozent auf den dominanten Partner, bzw. das Frauchen/Herrchen. Ein passionierter Zoomimiker wird in seiner Rolle keine menschlichen Schuldgefühle oder Reue empfinden, wenn er seiner Leidenschaft nachgeht. Von daher sollte vor dem Eintauchen in die Fauna unbedingt auf menschlicher Ebene besprochen werden, wo die Grenzen sind. Wenn die Seele des Tieres die Kontrolle ist, dann ist der Mensch in diesem Körper nur noch Passagier. Mag vielleicht ein bisschen schizophren klingen, ist es aber nicht. Es ist das sehr tiefe Eintauchen in eine Rolle.

Vielleicht fühlen sich jetzt einige Petplayer auf den Schlips getreten. Ihr müsst kein Zoomimiker sein um für euch in der Rolle des gewünschten Haustieres “angekommen” zu sein. Wenn für euch das Tragen eines Hundehalsbandes ausreicht, um euch in der Rolle eines Hundes wieder zu finden, dann solltet ihr euch auch nicht mehr von der Fetisch-Gemeinde aufzwingen lassen.

Schaut in den Spiegel, erkennt euch selbst. Und schaut nicht eure irdische Hülle an, sondern sehr tief in die Augen und erkennt eure eigene Seele. Und dann entscheidet für euch selbst und dann zusammen mit eurem Partner, wie ihr diese Welt für euch gestaltet und diesen Fetisch auch auslebt.

Von daher ein kleines Fazit: Ihr müsst KEIN Zoomimiker sein, um für euch selbst der “perfekte” Petplayer zu sein. Ihr solltet euch wohl fühlen und eure innere Mitte gefunden haben. In diesem Sinne… *WUFF*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zwanzig − achtzehn =