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Warnung vor dem Hunde

Hunde können wundervolle Lebensbegleiter sein und sie haben einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Doch genau dieser Instinkt könnte bei einem intimen zwischenmenschlichen Abenteuer eine Herausforderung für Mensch und Tier werden.

Eins vorab: Wir distanzieren uns in jeder Form von „Sodomie“ (Geschlechtsverkehr mit Tieren). Dieses Thema ist nicht Bestandteil des Blogbeitrags und wird von uns generell nicht toleriert.

Der Originaltitel des Films „Die lustige Welt der Tiere“ aus dem Jahre 1974 trifft es sehr gut: „Animals Are Beautiful People„. Tiere haben ihren eigenen Charakter. Bei Haustieren ist die Interaktion mit Menschen natürlich deutlich intensiver als bei Wildtieren. Deshalb bauen Mensch und Tier auch irgendwann eine emotionale Bindung auf. Diese kann sowohl positiv als auch negativ sein. Eine Katze oder ein Hund lässt sich nicht von jeder Person streicheln. Wenn ein Hund einen Menschen „nicht riechen“ kann, dann kann es auch zu Aggressionen kommen und ein Hund kann zubeißen.

Vor vielen Jahren hatten wir selbst einen Hund. Mein Geschwisterchen und ich waren damals noch Kinder. Und wie Kinder so sind, testen sie ihre Grenzen aus. Wenn die Grenzen überschritten wurden, dann gab es zuerst eine mündliche Verwarnung und hat das nicht gefruchtet, so gab es eins hinter die Löffel. Unser Hund hatte dazu seine eigene Meinung und so passierte es, dass er diese Art der körperlichen Gewalt verurteilte und unsere Eltern entsprechend anknurrte.

Eine Leserin hat uns von ihrer Erfahrung mit ihrem Hund berichtet. Normalerweise verweilt ihr Hund während einer Session bei Freunden im Nachbarhaus. Doch bei der letzten geplanten Session waren diese Freunde kurzfristig nicht zuhause. Es gab also zwei Möglichkeiten: Die Session absagen oder damit klarkommen, dass der Hund während der Session in der Wohnung ist. Sie entschied sich für die zweite Variante und ließ sich auf die Session ein. Ihr dominanter Spielpartner kam dazu in ihre Wohnung und der Hund durfte den Gast zunächst etwas beschnuppern. Es schien zunächst alles gut zu verlaufen. Dann wurde der Hund ins Wohnzimmer gesperrt, in welchem er auch zu Fressen und zu Trinken hatte und Frauchen ging mit ihrem dominanten Session-Partner ins Schlafzimmer. Da die Zimmerwände relativ hellhörig sind, waren die Aktivitäten im Schlafzimmer für den Hund sehr präsent. Die Folge war, dass der Vierbeiner seinen Beschützerinstinkt aktiviert hatte und regelrecht Terror im Wohnzimmer machte. „Hilfe, meinem Frauchen wird gerade weh getan! Ich muss ihr helfen!

So oder so ähnlich waren sicherlich die Gedanken. Die Session wurde daraufhin abgebrochen und der Master wurde sicher aus der Wohnung geleitet. Erst nach dem Schließen der Wohnungstüre wurde der bellende Hund aus seinem Gefängnis befreit und liebkoste Frauchen so sehr, als hätten sie sich über Wochen nicht gesehen. Danach ging die Suche nach dem Bösewicht los und der Hund rannte bellend ins Schlafzimmer. Doch der Schurke war schon weg, wahrscheinlich zu seinem eigenen Glück.

Eine andere Erfahrung hat ein devoter Leser gemacht, der traditionell vor seiner Partnerin auf die Knie geht. Als die beiden auf einem Outdoor-Fetischfest waren, hatten sie ebenfalls ein Erlebnis mit einem Hund eines anderen Gasts. Denn diesem Hund hat es ganz und gar nicht gefallen, dass der Mensch auf dem Boden neben seiner Partnerin kniete, der Boden ist schließlich „sein Revier“ und der Vierbeiner versuchte den knienden Mann zu attackieren. Sein Herrchen hatte den Hund zur Sicherheit fest an der kurzen Leine und so konnte er mit einem starken Griff zurückgehalten werden. Er hörte auch erst auf zu Bellen, als sich der Mann von seinen Knien erhob und sich stehend zu den anderen Menschen gesellte.

Das waren jetzt ein paar Erfahrungen unserer Leser und uns selbst. Gerade Hunde beschützen ihre Herrchen, Frauchen und auch ihr Revier. Und sollten sie Gefahr spüren, so werden sie aktiv. Es muss tatsächlich verwirrend für einen Vierbeiner sein, wie wir Menschen im Bereich BDSM miteinander umgehen. Es ist ja schon für viele außenstehenden Menschen nur schwer zu verstehen, wie muss sich dann ein Vierbeiner dabei fühlen?

Auf der anderen Seite haben wir die Erfahrung gemacht, dass Haustiere einen Kleidungsfetisch zum Teil vollständig ausblenden. Egal ob das Herrchen Jeans, einen Jogging-Anzug, eine Lederkombi, Gummi oder gar einen Chemikalienschutzanzug trägt, für den Vierbeiner ist und bleibt es „mein Herrchen„! Solange das Gesicht optisch erkennbar war, war alles in Ordnung. Wenn das Gesicht verhüllt ist, zum Beispiel durch eine Fetischmaske, dann waren die Vierbeiner meist zuerst zurückhaltend, haben ihre Herrchen oder Frauchen aber am Geruch und an der Stimme erkannt.

Ein Appell an alle Haustierbesitzer: Nehmt bitte Rücksicht auf eure Haustiere. Und damit sind jetzt nicht nur Hunde, sondern auch Katzen, Vögel und andere Haustiere gemeint. Das Zuhause sollte für ein Haustier immer ein ruhiger Rückzugspunkt sein und sollte diese Ruhe gestört sein, dann werden die Tiere nervös, unsicher oder gar (verständlicherweise) aggressiv. Passt auf euch und eure Haustiere auf!

Veröffentlicht von

Dennis

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

2 Gedanken zu „Warnung vor dem Hunde“

  1. Erstmal Danke für diesen Artikel.

    Eine Bekannte von mir (im gleichen Hundeverein) hatte damals einen 60-kg-schweren Bullmastiffrüden, der als Personenschutzhund ausgebildet war. Es wäre sicherlich tödlich gewesen, sich mit ihm anzulegen. Der Hund und ich waren beste Freunde. Wenn ich bloß aus dem Auto ausgestiegen bin hat er mich vom Balkon aus herzlich begrüßt.

    In ihrer Wohnung erzählte sie mir, dass sie früher mal Jiu-Jitsu gemacht hatte – genau wie ich. Daraufhin wollte sie mir zeigen, was sie noch kann und hat mich „angegriffen“ – wir mussten das Ganze sofort abbrechen, weil wir den Hund unbewusst in eine extreme Konfliktsituation gebracht hatten. Der Bullmastiff tendierte natürlich dazu, seinem Frauchen zu helfen – aber mich wollte er eigentlich auch nicht beißen, da wir ja Freunde waren.

    Einmal ist meine Bekannte in ihrer Wohnung in Ohnmacht gefallen und lag auf dem Boden. Das Erste, was sie sah, als sie wieder aufgewacht war, war der völlig verzweifelte Hund, der über ihr stand und irgendwie versuchte, sie zu retten. Er schlabberte sie ab, er berührte sie vorsichtig mit seinen dicken Pfoten – und er war so glücklich, dass sein Frauchen wieder „auferstanden“ ist.

    Es wurden schon Diensthundeführer benötigt, die einen Hund stoppen mussten, weil Frauchen oder Herrchen mit einem Herzinfarkt in der Wohnung lagen und der Hund die Sanitäter nicht heran ließ.

    Als Tierarzt kann ich nur sagen: Leute, bitte tut Konfliktsituationen euren Hunden nie an, wenn es sich vermeiden lässt – schon gar nicht, wenn es sich um BDSM-Spiele handelt! Und ich glaube, das gilt nicht nur für Hunde – auch andere Haustiere wie Katzen haben ein Empfinden für so etwas – nicht einmal Reptilien würde ich ausschließen.

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