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Verantwortung

Wäre es nicht schön einen Sklaven zu haben? Der Sklave macht den Haushalt, er liest dir jeden Wunsch von den Lippen ab und für die sexuelle Lustbefriedigung ist jederzeit gesorgt. Doch das Leben ist keine Dauersession, der Alltag geht weiter. Und gerade im Alltag sollte man sich bewusst machen, was es bedeutet einen Sklaven zu halten und welche Verantwortung das mit sich bringt.

Bei allen Anfängen ist man euphorisch, das ist menschlich. Man hat ein Lieblingslied, welches man gefühlt 1000 mal anhört, man hat ein neues Spielzeug, welches bei jeder Session im Mittelpunkt steht, man hat eine Partnerin oder Partner und die Liebe ist ganz frisch. Doch irgendwann kommt dann dieser verfluchte Alltag. Man muss in die Arbeit, man ist genervt und es kommt vielleicht auch mal eine Zeit, in der man keine Lust auf BDSM hat.

Doch was passiert, wenn man einen festen BDSM-Partner (zum Beispiel einen Sklaven) hat? Da kann man nicht einfach keine Lust haben. Das ist ähnlich wie bei Kindern. Wenn man ein Kind auf die Welt bringt, dann übernimmt man für diesen Menschen eine Verantwortung. Und diese Verantwortung kann man nicht einfach abgeben. Diese bleibt ein Leben lang! Ähnlich verhält es sich bei einem Haustier. Auch hier hat man für ein Lebewesen eine Verantwortung. Und diese Verantwortung gilt auch ein Leben lang und nicht nur bis zum nächsten Urlaub.

Manche BDSM-Partner sind sich dessen nicht bewusst, welche Verantwortung eine BDSM-Beziehung mit sich bringt. Klar kann man sich immer damit herausreden, dass wir alle „vernünftige“ Erwachsene sind, die genau wissen, worauf sie sich einlassen. Aber eben diese Ausrede darf es niemals geben! Egal ob Fernbeziehung oder in einem gemeinsamen Haushalt, man darf niemals die Verantwortung für seinen Gegenüber verlieren.

Aber wie kommt es, dass manchen die Verantwortung „zu viel“ wird. Unsere Gesellschaft entwickelt sich in diese Richtung. Und gerade im Bereich BDSM gibt es deutlich mehr devote als dominante Spielpartner. Das liegt meist daran, dass die Menschen in ihrer Freizeit keine Verantwortung mehr übernehmen wollen. Es ist anstrengend und kostet viel Energie Verantwortung für einen Menschen zu haben. Ihr braucht nur Eltern zu fragen, deren Kinder sie auf die Palme bringen. Klar kann man auch mal die Verantwortung abgeben. Kinder kann man mal zu den Großeltern bringen und ein Haustier kann man auch von einer vertrauenswürdigen Person versorgen lassen (zum Beispiel einen Hund in eine Hundepension).

Doch wem kann man die Verantwortung für einen Sklaven temporär übertragen. Es gibt ja immer wieder Sklaven, die vermietet oder gar verkauft werden. Hier wird nicht nur die Verantwortung, sondern sogar das Eigentum über diese Person übertragen. Aber die Regel ist das in einer intakten BDSM-Beziehung nicht. Da gibt es (mindestens) eine dominante und eine devote Person.

In einem konkreten Beispiel eines Lesers, möchten wir euch zeigen, wie die Verantwortung mit Füßen getreten wurde. Ein junger Master hat die Verantwortung für mehrere Sklaven in einer Fernbeziehung übernommen. Die meisten seiner Sklaven (genaue Zahl ist uns nicht bekannt) werden keusch und in einem Keuschheitsgürtel verschlossen gehalten. Die Schlüssel für die jeweiligen Keuschheitsgürtel befinden sich in einem Schlüsselsafe, den nur der Master aus der Ferne aufsperren kann. Doch jetzt passiert das verantwortungslose Verhalten des „Masters“. Er fliegt in den Urlaub und gibt seinen Sklaven nicht Bescheid und darüber hinaus meldet er sich mehrere Wochen einfach nicht mehr. Solch ein Verhalten dulden wir nicht. Dieser Master hat das Vertrauen seiner Sklaven missbraucht und wird der Verantwortung eines „echten“ Masters nicht gerecht. Wir haben schon einmal darüber berichtet, ob es schwer ist ein Top zu sein. Einfach ist es definitiv nicht.

Und Achtung: Ein Ruf in der Community ist auch schnell verbrannt. Wenn eine dominante oder devote Person sich schon mehrfach auf eine feste BDSM-Beziehung eingelassen hat und diese dann aufgrund von mangelndem Vertrauen und nicht eingehaltener Verantwortung scheitert, dann verbreitet sich das auch schnell. So wird ein angesehener und vielleicht sogar bewunderter Master schnell abgeschrieben als „Faker“ oder dergleichen. Natürlich gehören zum Gelingen und auch zum Scheitern einer Beziehung immer mindestens zwei Personen.

Was kann man tun, wenn man merkt, dass die Verantwortung „zu viel“ wird? Es hilft nur der offene Dialog. Auch ein dominanter Partner hat seine Grenzen und diese sollte er schnell erkennen. Wenn man merkt, dass die Verantwortung für einen Sklaven zu viel wird, dann sollte man in Erwägung ziehen diese BDSM-Beziehung zu beenden. Denn auf der anderen Seite wird es auch immer eine gewisse Erwartungshaltung geben, der man gerecht werden sollte. Doch das Leben ist ja kein Wunschkonzert und so hilft nur ein offener Austausch. BDSM ist dazu da, dass ihr gegenseitig wachst und euch nicht gegenseitig zerstört! BDSM soll Spaß machen. Wenn BDSM irgendwann zu einer notwendigen Last oder gar Übel wird, dann sollte man einen Schritt zurück gehen und sich selbst fragen, ob man diesen Weg gehen möchte.

Manchmal ist ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende. Wir wollen euch natürlich die Freude auf eine gemeinsame BDSM-Beziehung nicht verderben, im Gegenteil. Doch wir haben in den letzten (ja inzwischen wirklich) Jahrzehnten beobachtet, dass gerade sehr intensive BDSM-Beziehungen selten von Dauer sind. Je intensiver und „heftiger“ eine BDSM-Beziehung, desto tiefer der Fall. Hingegen BDSM-Beziehungen, die BDSM nicht als allbeherrschendes Mittelpunktsobjekt sondern eher als Katalysator für ihre Beziehung in Maßen einsetzen, währten meist am längsten oder überdauern ebenfalls Jahrzehnte.

Wichtig für euch: Findet euren eigenen und folglich auch euren gemeinsamen Weg. Habt keine Angst die Verantwortung in einer BDSM-Beziehung zu übernehmen. Doch wenn ihr merkt, dass es euch „zu viel“ wird, dann sprecht mit eurer Partnerin oder Partner offen darüber, dann hat euer gemeinsamer Weg eine Chance. Lasst euch nicht aus „Zugzwang“ in eine Rolle schieben. Es kann auch sehr schön sein, „nur“ auf Session-Ebene das Rollenspiel zwischen dominant und devot auszuleben. Es muss nicht immer gleich eine 24/7/365-BDSM-Beziehung sein. Und wenn ihr dennoch mehr Verantwortung über eine Session hinaus übernehmen wollt, dann findet ihr auch euer passendes Gegenüber dafür. Wir wünschen euch viel Glück.

Veröffentlicht von

Dennis

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM.

2 Gedanken zu „Verantwortung“

  1. Ich würde gerne bei einer Frau als Sklave dienen wollen und ich bin auch bereit dazu, dass sie mich kastriert. Denn als Sklave braucht man keine Hoden und somit sollen diese auch mir abgeschnitten werden.

    1. Hallo Wolfi,
      vielen Dank für deine Anfrage. Wenn du dich auf das Thema Kastration beziehen möchtest, dann ist den Kommentar beim Beitrag über Kastration besser aufgehoben.

      Wir möchten auf dieser Stelle nochmals betonen, dass wir keinerlei solcher Behandlungen durchführen und auch keine Referenzen oder Anlaufstellen vermitteln. Sollte eine Kastration aus medizinischen Gründen notwendig sein, so wende dich bitte an deinen Hausarzt. Dieser kann dann eine Überweisung an einen Facharzt ausstellen.

      Vielen Dank für das Verständnis.

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