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Uniformen und Generäle – Kleider machen Leute (Teil 6)

Uniforme Kleidung, kurz “Uniform”, wird seit vielen Generationen gerade im Bereich Militär und Polizei getragen. Eine Person in Uniform hat für viele Menschen einen besonderen Reiz. Respekt, Ehrfurcht und manchmal sogar Begierde. Und ein General war Namensgeber eines bis heute beliebten Accessoires.

Wer war Sir Samuel James Browne? Na ganz klar: der Namensgeber des bekannten Sam-Browne-Gürtels! Doch was hat es mit diesem Gürtel auf sich? Der britische General Sam(uel) Browne verlor im Jahre 1858 im Alter von 34 Jahren bei einem Einsatz seinen linken Arm. Nach seiner Genesung hatte er Schwierigkeiten mit nur einem Arm sein Schwert aus der Scheide zu ziehen.

Stellt euch vor, dass das Schwert samt Scheide am Hüftgürtel auf der linken Seite angebracht wurde. Im “Normalfall” hätte er also mit der linken Hand die Schwertscheide fest umschlossen und mit der rechten Hand das Schwert herausgezogen. Doch ohne linken Arm war das Festhalten nun nicht mehr möglich, was das Vorhaben das Schwert herauszuziehen sehr instabil und umständlich gestaltete. Sam Browne kam deshalb auf die Idee einen zweiten Gürtel (Schulterriemen) diagonal über den Oberkörper getragen am Hüftgürtel zu platzieren. Damit war die Schwertscheide “fester” am Körper und das Herausziehen des Schwertes war mit einer Hand problemlos möglich. Der “Sam-Browne-Gürtel” (Sam-Browne-Belt) war geboren. Zudem wurde neben dem Schwert/Säbel auch eine Pistolentasche befestigt.

Die britische Armee führte diesen zusätzlichen Schulterriemen bei allen Soldaten im Zweiten Burenkrieg (1899–1902) ein. Über den Globus verteilt übernahmen viele Länder ebenfalls den Sam-Browne-Gürtel, jedoch meist ohne die genaue Geschichte dahinter zu kennen. Man hat aber erkannt, dass die zusätzliche Stabilität durch diesen Schulterriemen durchaus vorteilhaft ist, auch wenn man zwei gesunde Arme hat. In der heutigen Einsatzkleidung der Polizei und Militär ist die Funktion des Schulterriemens nicht mehr zeitgemäß, jedoch bei Ausgehuniformen wurde der Sam-Brown-Gürtel oft noch beibehalten.

Im Fetischbereich ist der Sam-Browne-Belt auch ein sehr beliebtes Accessoire. Natürlich werden hier weder Schwerter, Säbel noch Pistolen getragen. Es dient eher zur Vervollständigung der Fetischkleidung. Was für die einen eine feierliche Ausgehuniform sein mag ist für andere purer Fetisch. Es streiten sich die Geister, wie der Schulterriemen “richtig” getragen wird. Der originale Sam-Browne-Belt wird über die rechte Schulter hin zur linken Hüfte getragen. Doch als reines Mode-Accessoires wird dieser auch oft spiegelverkehrt getragen, wie von mir persönlich auch *hust*…

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Sam-Browne-Belt – Copyright 2020, fesselblog.de

Teilweise sieht man auch Personen mit freiem Oberkörper, welche einen Sam-Browne-Belt auf nackter Haut tragen. Man könnte auch sagen als eine Art “Hosenträger”. Das war jetzt eine kleine Exkursion, kommen wir generell zurück zur uniformen Kleiderordnung.

Wie einleitend schon erwähnt hat eine Uniform etwas Ehrfürchtiges an sich. Würde ein Polizist in T-Shirt und kurzer Hose vor einem stehen, man würde ihn nicht erkennen und vermutlich auch nicht ernst nehmen. Polizist wird eine Person durch eine entsprechende Ausbildung, doch durch das einheitliche Auftreten in einer Polizeiuniform wird dieser als Polizist “sichtbar”. Und genau das ist auch so gewünscht. Eine Uniform sorgt für ein einheitliches Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit. Und der Träger einer Uniform wird somit eindeutig einer entsprechenden Gruppe, Verband oder Organisation zugeordnet.

Beispiele für Uniformträger (in alphabethischer Reihenfolge):

  • Angehörige des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG)
  • Angehörige des Technischen Hilfswerkes (THW)
  • Angehörige der Handelsmarine auf See
  • Dienstboten
  • Feuerwehrleute
  • Hafenkapitäne
  • Pfadfinder
  • Polizeivollzugsbeamte
  • Rettungsdienst-Angehörige
  • Soldaten
  • Strafvollzugsbeamte
  • Verkehrs- und Berufspiloten
  • Wachdienst
  • Zollbeamte

Hinzu kommen noch Abzeichen und ggf. auch Nationalflagge. Solche Hoheitszeichen bzw. Hoheitssymbole dürfen aber nicht “einfach so” gekauft und getragen werden. Diese werden von einer entsprechenden Staatshoheit ausgegeben und dürfen nur für den vom Staat festgelegten Zweck getragen werden. Ein Missbrauch von Hoheitszeichen ist strafbar (siehe § 132a StGB “Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen”). Von daher solltet ihr bei eurer Fetischkleidung auf entsprechende Hoheitszeichen verzichten, um strafrechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

Und dennoch ist gerade im Fetisch und BDSM eine Uniform gern gesehen. Zu einem Uniformträger sieht man auf. Man bewundert ihn und hat Respekt. Ein Merkmal, was sich viele auch im Bereich BDSM wünschen. Der Sklave sieht zu seinem dominanten Partner auf und eine entsprechende Uniform rundet das Bild optisch ab. Wobei ein Sklave unabhängig von der Kleidung immer zu seinem dominanten Partner aufsehen sollte. Sieht dieser nur zur Uniform auf, dann macht der Dominante was falsch.

Doch trägt man im Fetischbereich eine Uniform nur für andere? Damit man erkannt wird? Nein! Man trägt diese in erster Linie für sich selbst. Es ist eine gewisse Lebenseinstellung. Ich für meinen Teil habe festgestellt, dass ich in einer entsprechende Uniform ein klein wenig “anders” bin. Auch wenn derselbe Mensch darin steckt, man geht aufrechter, bewegt sich bewusster, man fühlt sich besser, man fühlt sich stolz. Ich glaube “Stolz” ist hier das richtige Wort, denn eine Uniform ist an dieser Stelle kein Kostüm, sondern ein Ausdruck eines Fetischs. Und warum sollte man nicht anderen offen zeigen, was man begehrt?

Nun zu euch. Welche Uniform findet ihr anziehend oder welche Uniform(en) tragt ihr denn persönlich gern? Vielleicht findet sich ja auch ein Polizist bzw. Polizeivollzugsbeamter, welcher nach Dienstschluss sogar froh ist die “lästige” Uniform endlich loszuwerden? Welche Uniform findet ihr sexy und welche ist eher abstoßend? Und in welche Uniform würdet ihr selbst gern einmal reinschlüpfen? Fragen über Fragen… wir freuen uns auf eure Antworten!

2 Gedanken zu „Uniformen und Generäle – Kleider machen Leute (Teil 6)“

  1. Ein großer Fetisch von mir sind Tarnuniformen. Egal ob originale Muster von Bundeswehr oder US Army oder andere wie Yellow- oder Red-Camo. Sachen in 14 unterschiedlichen Tarnmustern habe ich aktuell. Dabei achte ich darauf, unterschiedliche Muster nie zu kombinieren. Die Hosen trage ich von Zeit zu Zeit in meiner Freizeit. Die kompletten Uniformen, gerne mit passender Gesichtstarnung, sind hingegen nur etwas für zu Hause. Formelle Uniformen von Militär, Polizei etc. hingegen interessieren mich gar nicht.

    Zuerst war es nur so etwas wie Rebellion, was sich aber recht schnell in einen sehr starken Fetisch verwandelte. Es hat nichts mit Liebe zum Militär zu tun, ganz im Gegenteil. Ich liebe einfach diese Muster. Wie gerne hätte ich einen Raum bei mir zu Hause, der vom Fußboden bis zur Decke in einem einheitlichen Tarnmuster gehalten ist. Und zum Spaß haben wäre ein passender Geländewagen ein Traum – VW Iltis, Mercedes G „Wolf“ oder Humvee. Natürlich nur in passender Tarnlackierung.

    1. Man muss keine Vorliebe zum Militär haben, man kann auch Tranfleck und die entsprechenden Tarnfleckuniformen “einfach schön” finden. Und wenn man sich selbst darin auch gefällt, dann ist es ja umso besser!
      Wow… 14 unterschiedliche Tarnmuster? Da wäre es bestimmt auch für andere Leser interessant den Unterschied bzw. vielleicht sogar die Bedeutungen dahinter näher zu verstehen. Also wir sind jedenfalls schon mal neugierig.

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