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Topping from the Bottom

Ein Top dominiert in einer BDSM-Session einen Bottom. So sollte die Regel sein, aber dennoch schaffen es diverse devote Spielpartner immer wieder durch ihre unendlich lange Wunschliste ihren Top als Wunscherfüller zu missbrauchen. Und so kann ein Top sehr schnell zum Sklaven werden. Doch es gibt ein paar Dinge, die man dagegen unternehmen kann.

Der Top gibt Befehle, der Bottom nimmt die Befehle entgegen und setzt diese auch um. Das ist die Standardregel. Wir haben euch aber auch schon vom „Power Bottom“ und „Service Top“ berichtet, doch dieser Beitrag hier ist noch ein wenig anders.

„Topping from the bottom“ bedeutet, dass von „unten beherrscht“ wird und somit hat auf eine BDSM-Session bezogen ein Bottom die Kontrolle über den Top. Irgendwie eine verkehrte Welt und wie ist das denn überhaupt möglich, denn es ist ja irgendwie ein Widerspruch in sich. Es gibt sogenannte „Wunschzettelsubs/-bottoms“, die mit einer langen Wunschliste die Session so beeinflussen, dass der Top nur noch zum Wunscherfüller wird.

Das beginnt oft vor einer Session schon mit der berühmten Frage: „Was machst du dann mit mir in einer Session?“ – hier wird quasi schon ein gewisses Drehbuch abgefragt. Hier merkt man schon, dass der Bottom eigentlich keinen Top sucht, sondern einen Erfüllungsgehilfen für seine Wunschliste. Es gibt natürlich einige Tops, die das mit sich machen lassen. Oft sind das noch unerfahrene Tops, die auch selbst ihren Weg noch finden müssen. Andere machen es hingegen gern, weil die Wünsche der Bottoms auch eine gewisse Abwechslung bringen. Man muss für sich selbst entscheiden, wie weit man auf die Wünsche des jeweiligen BDSM-Spielpartners eingeht und ab welchem Punkt man eben nicht mehr der Wunscherfüller ist.

Im zentralen Mittepunkt einer BDSM-Beziehung steht (wie bei jeder anderen Beziehung auch) der gemeinsame Spaß. Sollte irgendwann nur noch einer von beiden Beteiligten Spaß haben, dann macht man irgendetwas falsch und man sollte darüber nachdenken die BDSM-Session abzubrechen oder vielleicht sogar eine BDSM-Beziehung zu beenden.

Eine BDSM-Beziehung sollte immer ein Geben und ein Nehmen sein. Sollte es irgendwann nur noch einseitig sein, dann ist es grundsätzlich nicht mehr einvernehmlich. Und einvernehmlich sollte grundsätzlich jede einzelne Session und eben auch jede Beziehung sein, egal ob mit oder ohne BDSM.

Wir haben langjährige BDSM-Paare getroffen, die das „Topping from the bottom“ durchaus kennen und Subs durchaus ihre Wünsche äußern dürfen. Nur entscheidet dann der Top, ob die Wünsche erfüllt werden oder nicht. Es ist auch wichtig, dass man seine sexuellen Vorlieben offen ausspricht und eben die Wünsche offenlegt. Der ein oder andere Wunsch geht vielleicht in Erfüllung. Doch das Abarbeiten einer Wunschliste ist bei keinem der langjährigen BDSM-Paaren als praktikabel eingestuft worden. Alle hatten die gleiche Meinung: Man verkümmert zum Dienstleister seines Partners und wird nie ein ernstzunehmender Top für seinen devoten Partner.

Von daher müsst ihr selbst entscheiden, was für euch die richtige Art einer BDSM-Session und/oder BDSM-Beziehung ist. Gerade bei einer initialen Session kann es schon mal sein, dass der Bottom den einen oder anderen Wunsch erfüllt bekommt, doch ob das langfristig erhalten bleibt, entscheidet ihr dann gemeinsam. Vielleicht ist es ja bei euch auch keine Beziehung in Form von TPE, sondern eher ein gemeinsames Ausleben von BDSM-Fantasien in einer Partnerschaft auf Augenhöhe. Egal wie ihr es nennt, es muss für euch der richtige Weg sein. Von daher wünschen wir euch viel Spaß!

Ein Gedanke zu „Topping from the Bottom“

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