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Tag der Handschellen

Am 20. Februar ist der „Tag der Handschellen“. Doch dieses Datum ist mehr als nur ein skurriler Feiertag, denn dahinter verbirgt sich echte Pionierarbeit und Handwerkskunst. Eine Technik, die sich bis heute bewährt, nicht nur im Strafvollzug, sondern auch im Bereich BDSM.

Bereits im Mittelalter gab es Handschellen. Doch diese unterscheiden sich von den heutigen schon in einigen wesentlichen Punkten. So wurden mittelalterliche Handschellen mit gehämmerten Nieten geschlossen und erst viel später, in den 1860er Jahren, wurden nach und nach Schlossmechanismen eingeführt.

Am 20. Februar 1912 reichte George A. Carney ein Patent für Handschellen in USA ein. Da wir aktuell das Jahr 2022 schreiben, liegt dieser Patentantrag ganze 110 Jahre zurück! Somit feiern wir am 20. Februar nicht nur den „Tag der Handschellen“, sondern auch das 110jährige Jubiläum. Da bleibt uns nur eins zu sagen: HAPPY BIRTHDAY!

Vor 110 Jahren wurde das Patent für das heut noch gängige Prinzip des Bügelarms eingereicht. Es folgten Weiterentwicklungen und weitere Patente. Heutige Handschellen basieren weitgehend auf ein US-Patent vom 23. August 1932. Demnach wurde der 20. Februar weltweit als „Tag der Handschellen“ definiert und „gefeiert“.

Wir wollen feiern, so sind es doch Handschellen, die eine schnelle und unkomplizierte Fixierung von devoten Personen ermöglichen. Doch Handschellen sind nicht gleich Handschellen. Über das erste eigene Paar Handschellen hat ein Leser seine Erfahrungen in einem Gastbeitrag mit uns geteilt. Aber sind Handschellen praktisch oder eher unbequem?

Manche bezeichnen Handschellen auch als „Einstiegsdroge für BDSM“. Und auch für Außenstehende sind Handschellen in einer gewissen Weise legitim. Würde man Fesseln aus Leder oder Gummi im Wohnzimmer liegen lassen, dann hätte man gleich den Ruf eines Perversen. Lässt man aber Handschellen offen liegen, dann ist es irgendwie entspannter und es weckt eher die Neugierde. Der Bezug auf BDSM ist hier nicht immer direkt vorhanden, denn es könnte sich möglicherweise auch um Dienstmittel handeln, sofern man bei der Polizei oder dem Strafvollzug arbeitet.

Exkurs: Für mich ist es da noch einfacher, da mein Großvater Polizist war und die offen sichtbaren (dekorativ zur Schau gestellten) Handschellen einfach ein Erbstück sind. Und warum sollte man ein solch schönes Erbstück verstecken?

Wie ist es bei euch? Was haltet ihr denn persönlich von Handschellen? Oder gibt es vielleicht eine Leserin oder Leser, die schon einmal unfreiwillig, abseits vom BDSM, Handschellen tragen mussten? Vielleicht sogar durch die Polizei angelegt, weil man etwas verbrochen hatte?

Es gibt verschiedene Anwendungsmethoden von Handschellen. Doch die häufigste Anwendungsmethode ist die, dass beide Hände entweder vor oder hinter dem Körper gefesselt werden. Gerade im Strafvollzug wird das Personal geschult, wie Handschellen korrekt angelegt werden. Zudem ist es wichtig zu erlernen, wie Handschellen auch unter Gegenwehr angelegt werden können. Gerade bei Polizei, Strafvollzug oder dem Sicherheitswesen kann es sein, dass eine „Zielperson“ sich nicht freiwillig mit Handschellen fesseln lassen möchte.

Zudem sollte man beachten, dass das lange Tragen von Handschellen nicht immer spurlos an einer Person vorübergeht. Es kann zur sogenannten „Arrestantenlähmung“ kommen, was neurologische Schäden (Lähmung des Mittelarmnervs oder des Speichennervs) zur Folge haben können. Bei sachgemäßer Anwendung sollte es meist zu keinen Problemen kommen. Doch wir beschränken diese Aussage auf professionelle Handschellen. Bei „Billigware“ oder Spielzeughandschellen kann das nicht garantiert werden. Zudem sollte beim Kauf immer darauf geachtet werden, dass es Handschellen mit Arretierung sind.

Lasst uns gemeinsam feiern!

Was machen wir nun mit dem angebrochenen Tag? Wenn wir am 20. Februar den Tag der Handschellen feiern, dann sollten diese auch zum Einsatz kommen. Von daher unser Aufruf an alle BDSM-Freunde, welche Handschellen besitzen: Wir fordern euch auf, ein Paar Handschellen für mindestens 60 Minuten zu tragen. Also nicht in die Hand nehmen und spazieren tragen, sondern „anlegen“ und abschließen. Die Schlüssel sollten für die Dauer des Tragens sicher verwahrt sein, zum Beispiel in einem Zeitsafe oder in den Händen einer dominanten Person.

Die Aufforderung soll aber keine Challenge sein. Es geht nicht darum möglichst lange Handschellen zu tragen und sich gegenseitig zu übertrumpfen. Uns geht es lediglich darum, die Faszination über Handschellen zu würdigen und diese auch zum Einsatz kommen. Unser Sklave darf am Tag der Handschellen mit einem Paar Clejuso-Handschellen (auf dem Rücken fixiert) in der Ecke knien und eine Stunde meditieren. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass diese Stunde der Ruhe und Meditation sehr wichtig ist und er die Zeit nutzt um über sein Sklavendasein nachzudenken. Vielleicht inspiriert euch der Gedanke. Viel Spaß und einen schönen „Tag der Handschellen“.

Schickt uns gern über Social Media oder per E-Mail an kontakt@fesselblog.de Bilder von euren Lieblingshandschellen. Wir freuen uns auf eure Einsendungen.

Veröffentlicht von

Dennis

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

8 Gedanken zu „Tag der Handschellen“

  1. Hallo Dennis,
    heute wende ich mich mit einem besonderen Anliegen an dich.
    Mich beschäftigt schon seit einiger Zeit das Thema Elektro-Folter. Was gibt es da an guten Geräten und wie praktikabel sind diese Geräte. Wie ist es da um die Sicherheit der zu folternden Sklaven bestellt, auf was sollte man beim Kauf achten und was muss der Anwender dabei beachten. Vielleicht kannst du dieses Thema hier bei fesselblog ansprechen und darauf eingehen. Ich denke, wenn du darüber hier berichtest, eventuell Geräte vorstellen kannst, dann gibt es bestimmt viel Diskussionsstoff und Anregungen.

    1. Hallo Josef,
      zum Thema Elektrostimulation haben wir einen wunderbaren und sehr ausführlichen Gastbeitrag veröffentlicht. Schau mal hier:

      Unter Spannung – Die Sache mit der Elektrostimulation

      Wir sind Jörg (aka. „Nero Impala“) sehr dankbar für diesen tollen Beitrag. Vielleicht sind hier die Informationen enthalten, die du suchst. Solltest du weitere Fragen haben, so kannst du dich sehr gern an uns wenden.
      Viele Grüße
      Dennis vom Fesselblog

  2. Hallo Dennis,
    ich möchte dir für deine Testberichte über die Hand und Fußfesseln,
    sowie die dazugehörigen Halsbänder aus qualitativ gutem Leder danken und dich zu den Test beglückwünschen.
    Allerdings würde mich noch Interessieren, für welche Gewichtsklasse diese Artikel geeignet sind. Kann man mit den Hand- bzw. Fußfesseln jemand aufhängen und wie lange kann/darf das „Opfer“ hängen. Fragetechnisch gilt das auch für die Halsbänder.
    Es wäre schön und hilfreich, wenn du mir da weiterhelfen könntest

    1. Hallo Josef,
      wir gehen davon aus, dass du den folgenden Beitrag meinst:
      Produkttest: Lederfesseln (mit Video)

      Wir möchten auf dieser Stelle hinweisen, dass die gezeigten Fesseln NICHT dazu gedacht sind einen Menschen aufzuhängen. Natürlich kann man einer stehenden Person einmal die Hände nach oben binden, aber es sollte hier nicht das gesamte Körpergewicht darauf lasten. Die Hand- und Fußfesseln sind nicht dafür ausgelegt und man könnte hier sich schwer verletzen und die Blutzirkulation unterbrechen.
      Solltest du dich für Hängebondage interessieren, so gibt es für Armen und Beine hier spezielle (und stark gepolsterte) Fesseln, um hier bewusst Hängebondage (Suspension) zu betreiben. Du kannst und gern eine E-Mail an kontakt@fesselblog.de scheiben und wir geben dir hier mehr Informationen.

      Viele Grüße
      Dennis vom Fesselblog

  3. Hallo Dennis,
    danke für deine beiden Antworten.
    Beide sind wirklich Top, nur die Hand- und Fußfesseln, sowie die Halsbänder aus Leder sind top.
    Da ich mich aber für Hängebondage interessiere und suche, brauche ich somit was stärkeres und mit spezieller Polsterung,
    für bestimmte Suspensionen. Danke dir im Voraus herzlichst.
    LG Jo.

  4. Ich bin spät dran, sorry. Nicht immer ist man frei genug zu lesen und zu antworten… umso mehr: Danke für den Beitrag.

    Handschellen sind aus vielen Gründen faszinierend und verdienen ihren Ehrentag.

    Erstens, ein bisschen gebogenes und geschmiedetes Metall, ein paar Federn und ne Kette (oder ein Scharnier), mehr braucht es nicht um jemanden wirklich sauber zu fesseln.

    Zweitens, Handschellen ermöglichen das schnelle Fesseln – und hier sind nicht nur wir sondern vor allem diejenigen sehr froh schätze ich, die dienstlich Fesselungen vornehmen müssen. Wenn der Arrestant massiv Gegenwehr leistet, kommt auch in unseren Kreisen vor, in offizieller Verwendung aber deutlich häufiger und auch deutlich brutaler, dann ist nicht die Zeit sich mit dem Seil zu verkünsteln. Sogar im Hojojitsu (der brutale Bruder vom Shibari) gingen Festnahmen selten 1:1, da waren immer mehrere Häscher auf einen Festzunehmenden – und wer sich zu sehr wehrte, der bekam auch mal eine mit dem Speer oder dem Schwert, dann war Ruhe. Von daher – eine Seilfesselung, selbst die schnelle, braucht etwas länger und ein Mindestmaß an Kooperation. Handschellen sind da effektiver.

    Drittens, Handschellen stellen etwas dar und strahlen was aus. Führt man jemanden, der Handschellen trägt sieht es immer offizieller aus, bei Seilen denken Andere eher an Jungesellenabschiede oder ähnliche Dinge.

    Viertens, Handschellen haben etwas beeindruckendes. Subbie ist sich sofort klar, was es geschlagen hat. Eine gute Seilfesselung kann mindestens genauso unbequem und endgültig sein – nur brauchen Subbies da deutlich länger bis dieser Eindruck entsteht.

    Fünftens, Handschellen sind aus unserer Sicht bequem zu nutzen, sie ermöglichen die gemütliche Vorbereitung auf eine Session. Szenario: Subbie kommt an, bekommt Handschellen angelegt, und muss warten – und zuschauen – während der Top die Spielsachen durchgeht… ‚Lederfesseln? Ach nein, das wäre zu bequem… Zwangsjacke? Ist mir zu stressig… erst mal ne Runde Kitzeln? Hmm… wäre zu überlegen… oder – Subbie hat so ein Karohemd an… heute hab ich Lust auf Westernbondage… wo ist das Seil? Oder doch lieber Kettensträfling?‘

    So mancher Sub würde allein das schon interessant finden… und welcher Top lässt die Spannung nicht gerne etwas ansteigen? Besonders bei gleichzeitiger Betreuung mehrerer Subs ist das empfehlenswert – mit Handschellen schnell und sicher versorgt, kann ein Sub zuschauen (müssen) wie ein anderer Sub gerade versorgt wird. Irgendwann bekommt der andere Sub Fußketten und darf als Alphaslave nun Sub 1 die Handschellen lösen und ihn als Vorbereitung für weitere Maßnahmen auf den Bock schnallen… unzählige Anwendungsmöglichkeiten.

    1. Handschellen werden immer eine gewisse Faszination auf uns ausüben. Egal ob im Strafvollzug, in einer BDSM-Session oder in einem Hollywood-Film. Und wir gehen davon aus, dass sie sich noch viele Jahre zum Einsatz kommen werden, um Personen schnell und sicher zu fixieren.

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