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Spiel auf Zeit

Für viele Fesselfreunde ist eine BDSM-Session ein absolutes Highlight im sonst eher tristen Alltag. Umso wichtiger ist es für Sie, dass die gemeinsamen Momente effizient genutzt werden und keine Zeit verschwendet wird. Doch für viele Spielpartner ist es schwierig, von jetzt auf gleich den Schalter umzulegen und sich fallen zu lassen. Bei einem Spiel auf Zeit sollte man keine kostbare Minute vergeuden.

Der „normale“ Ablauf

Für eine Session gibt es einen praktikablen Ablauf. Man trifft sich, spricht miteinander, stimmt sich gemeinsam auf eine Session ein. Dann gibt es ein Vorspiel, gefolgt vom eigentlichen Hauptakt und einem anschließenden Nachspiel. Nach Beendung gibt es noch einen Ausklang mit einem Gespräch (Feedback) und der Verabschiedung des Spielpartners.

Zu viel „Gelaber“

Wir haben mit einigen BDSM-Liebhabern gesprochen und diese betonten, dass die Anteile der Gespräche stark gestiegen ist, da sich immer mehr Personen auch mental sehr tief im BDSM fallen lassen möchten. Vertrauen ist hier ein wichtiger Faktor, doch Vertrauen muss man sich verdienen und erarbeiten. Dennoch bemängeln einige, dass das eigentliche Spiel immer kürzer wird und dass die Gespräche rund um eine Session fast schon Störfaktoren sind. Warum kann man sich nicht mehr unbeschwert ohne viel Vorlauf auf eine BDSM-Session einlassen?

Freizeit ist knapp

Wenn man einen fest definierten Zeitraum für ein fesselndes Abenteuer hat, dann möchte man es möglichst auch auskosten. Vier Stunden BDSM-Session klingt doch besser als eine zwei Stunden Session und zwei Stunden Besprechung (Vorgespräch und Nachbereitung). Kann man auf die Gespräche verzichten und gleich zur Sache kommen?

Bekannter oder Neukontakt

Wenn sich die Spielpartner bereits kennen und mehrere BDSM-Abenteuer gemeinsam erlebt haben, dann ist ein Einstieg in eine spontane Session ohne viel Vorbesprechung möglich. Sollte es sich bei den Spielpartnern um einen Erstkontakt handeln, dann ist eine gemeinsame Besprechung vor der eigentlichen Session fast unumgänglich. Zumindest die Vorlieben und die Tabus sollten im Vorfeld besprochen werden.

Vorabstimmung im Vorfeld

Im Zeitalter der digitalen Medien ist die Kommunikation sehr einfach. Man kann sich über soziale Netzwerke, Datingplattformen oder direkt über diverse Messenger schreiben. So kann es sein, dass sich interessierte Spielpartner schon geraume Zeit vor der eigentlichen Session austauschen und somit die Vorbesprechung für eine Session zeitlich verlagern. Aus unserer Sicht ein großer Vorteil, denn wenn man mehrere Tage (oder gar Wochen) vor einem Date schon im Dialog ist, dann kann man sehr viele Dinge im Voraus klären. Vermutlich viel mehr als unmittelbar vor einer Session, wenn die Zeit drängt. Gefahr dabei ist, dass Gesprächspartner nicht ehrlich zueinander sind und eher in einer solchen Vorbesprechung dem Kopfkino die Oberhand überlassen. So ist man im Chat vermutlich etwas forscher als im Dialog von Angesicht zu Angesicht.

Mentale und physische Vorbereitung

Wenn man eine BDSM-Session plant, dann ist eine Vorbereitung wichtig. Auf der einen Seite stimmt man sich mental auf die Session ein, um sich dort besser fallen lassen zu können. Auf der anderen Seite gibt es auch Möglichkeiten, sich physisch vorzubereiten. Eine davon ist das Tragen eines Keuschheitskäfigs oder Keuschheitsgürtels.

Ein Top berichtet: „Meine Subs müssen vor einer Session einen KG tragen. Bei langjährigen Spielpartnern beträgt die Tragedauer vor einer Session meist eine Woche. Bei neuen Kontakten fordere ich eine verschlossene Abstinenz von 48 Stunden. Die Keuschheit muss dabei nachgewiesen werden, Schummeln gilt nicht. Die verschlossene Vorlaufzeit bietet meinen Spielpartnern die Gelegenheit, sich auf ihre devote Seite einzulassen und sich darauf vorzubereiten, was es bedeutet innerhalb einer Session unterwürfig zu sein. Da wir vor der Session im engen Austausch sind, kann es bei einem Treffen unmittelbar losgehen und die Zeit wird effektiv genutzt. Nach einer Session kann es sein, dass mein Sub wieder verschlossen wird und so in die (Un)Freiheit entlassen wird.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass Subs mit einer enthaltsamen Vorbereitung sich während einer Session deutlich schneller fallen lassen können. Man darf diese physische und auch psychische Komponente nicht unterschätzen. Für mich ist es ein deutlicher Mehrwert, da wir die Sessions viel intensiver genießen können und es bei einem Treffen gleich zur Sache geht. Wer dieser Voraussetzung für eine Session nicht nachkommt, der muss seine Lustbefriedigung an anderer Stelle suchen, nicht bei mir.“

Spontanität

Wenn man sich spontan treffen möchte, dann ist die Vorlaufzeit entsprechend kurz. Doch die Frage ist, wie spontan man sich verabredet. Hat man wenige Stunden oder doch ein paar Tage Vorlauf? Bei Paaren, die in einer gemeinsamen Wohnung leben, kann der Vorlauf nur wenige Minuten betragen. Einfach mal dem Partner oder Partnerin Handschellen anlegen und los geht es. Bei einer räumlichen Trennung ist allein schon die Anreise eine gewisse Vorlaufzeit. Schon mal mit Plug im Hintern im Zug gesessen?

Warum nur so wenig Zeit?

Die Frage ist, warum man für BDSM nicht mehr Zeit hat? Dies kann unterschiedliche Gründe haben. Man wohnt nicht alleine und muss die „sturmfreie Zeit“ abwarten, zum Beispiel wenn die Kinder in der Schule sind. Zudem kann der Alltag rund um Familie und Beruf so vereinnahmend sein, dass die freie Zeit für eine intensive BDSM-Session sehr knapp bemessen ist.

Session verkommt zum Quickie

Nichts gegen einen Quickie (spontanen sexuellen Geschlechtsverkehr), aber viele brauchen beim BDSM dann doch mehr als nur den schnellen Kick. Und manche Praktiken entfalten ihre volle Wirkung erst, wenn sie auf längere Zeit zum Einsatz kommen. Bondage beginnt dann, wenn man raus möchte. Wir können an dieser Stelle nur appellieren, dass man sich für BDSM und somit für die Dinge, die einem gut tun, mehr Zeit einräumen sollte. Lieber wartet man ein bisschen länger und kann eine längere (und vermutlich auch intensivere) Session dann ganz anders wahrnehmen als ein kurzes Intermezzo.

Veröffentlicht von

Dennis vom Fesselblog

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

5 Kommentare zu „Spiel auf Zeit“

  1. Bevor mich meine heutige Eheherrin geheiratet hat, war ich Stammgast bei einer prof. Dame in Zürich. Nach ein paar Besuchen schickte sie mir jeweils das Aufgebot für eine Session ein paar Tage vorher mit der Post. Terminiert jeweils so, dass die Post am Montag bei mir im Briefkasten war mit Termin auf Freitag. Darin standen Anweisungen wie ich mich zu kleiden habe und wie ich anreisen muss. Und selbstverständlich gab es ein Wichsverbot bis zum Termin. Dieser zeitliche Vorlauf war aufregend, fast unerträglich. Wusste ich doch nicht, was sie mit mir anstellen wird. Und auch ihre Kleiderbefehle setzten mich manchmal in Aufruhr. Wie stelle ich es an, in einem Latexganzanzug mit Gummistiefeln mit dem OeV durch die halbe Stadt zu fahren? Am Tag vorher hatte sie aber den Kleiderbefehl telefonisch geändert. Oefters musste ich mir auch einen dicken Dildo ins Hinterteil schieben. Einmal schickte sie mir ein Stahlhalsband mit der Post nach Hause, mit dem Befehl, dieses zu Hause umzulegen. Den Schlüssel behielt sie bei sich. Mit dem Handy sollte ich ihr ein Beweisfoto zustellen, dass ich das Halsband zu Hause umlegte und auch verschloss. Ein andermal als ich mit dem Tram anreisen musste, entleerte sie ihre Blase nach der Session über meinen Kopf. Tropfnass musste ich die Heimreise antreten. Fantasien hatte meine Herrin ohne Ende. Aber mit der Ansage der Termine konnte ich mich doch sehr gut auf die Sessions einstellen und sie widmete sich dann in dieser Zeit mir. Es entstand eine langjährige Beziehung…

    1. Das klingt so, als hätte dir der Vorlauf vor der Session gut getan und du konntest dich auf Bevorstehendes einstimmen, auch wenn du nicht im Detail wusstest, was dich bei der eigentlichen Session erwartet. Wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass man nicht einfach den Schalter umlegen kann. Raus aus dem Büro, rein in die Session. Man braucht einen gewissen Vorlauf, um sich sowohl körperlich als auch geistig einzustimmen. Im Anschluss kann man die Session deutlich intensiver wahrnehmen und genießen.

  2. Das stimmt. Wenn jeweils das Couvert mit der Post kam, bekam ich regelmässig vor Aufregung zittrige Hände. Beim Lesen der Aufgabe ab und zu Schweissausbrüche. Die Sessions mit ihr waren immer einzigartig auch wenn sie mir im Laufe der Zeit manchmal den Orgasmus verweigerte mit der Bemerkung, vielleicht beim nächsten Mal und mich so wieder wegschickte.
    Es hat es auch einmal gegeben, dass sie mich am anderen Tag im Geschäft anrief und mir befahl auf 12 Uhr bei ihr vorbeizukommen. Pünktlich um 12 Uhr klingelte ich, sie hiess mich raufkommen, 3. Stock, aber zu Fuss.
    Oben angekommen, kurze Begrüssung, lecken ihrer Stiefel, dann musste ich mich ausziehen, sie befahl mir, mich zu wichsen und alles aufzulecken. Gesagt getan. Anziehen und tschüss bis zum nächsten Mal. Sie war und ist eine Meisterin in Dominanz und weiss wie man mit Sklaven umgeht und diese auf Sessions einstimmt.

    1. Solche spontanen Treffen werden vereinfacht, wenn sich die Spielpartner bereits kennen. Es ist ein Vertrauensverhältnis da und man kann sich auf sein jeweiliges Gegenüber einlassen und sich fallen lassen.
      Es kann also auch sehr schön sein, wenn die Vorlaufzeit bewusst kurz ist.

      Bei einer komplett fremden Person wäre ich hier jedoch skeptisch.

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