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Spiegelneuronen

Teil einer BDSM-Session zu sein beflügelt die meisten Liebhaber von BDSM. Doch Anwesenden reicht es aus die Session zu beobachten ohne selbst ein aktiver Teil zu sein. Sogenannte Spiegelneuronen sorgen dafür, dass wir sogar beim Anblick von Bildern und Videos das gleiche Gefühl entwickeln, als wäre man mittendrin statt nur dabei. Wir schauen selbst in den Spiegel…

Warum schauen viele Menschen pornografisches Material an? Ja natürlich, ihr habt natürlich noch niemals Pornos gesehen, alles klar… Selbst Jugendliche haben durch die sozialen Medien sehr einfach Zugriff auf Bild- und Videomaterial, welches eigentlich ausschließlich Erwachsenen vorbehalten sein sollte. Wie ihr wisst, ist auch uns der Jugendschutz wichtig und das ist auch der Grund, warum im Fesselblog keine jugendgefährdenden Inhalte veröffentlicht werden.

Zurück zur Hauptfrage: Warum schauen Menschen Pornos an? Ganz einfach: Beim Betrachten von solchen Bildern und Videos stellt sich der Betrachter vor ein Teil davon zu sein. Nervenzellen namens „Spiegelneuronen“ sorgen (nicht nur bei kleinen Äffchen, sondern auch bei uns Menschen) dafür, dass nicht nur die Gedanken, sondern auch die Gefühle die gleichen sind, als würde man selbst aktiv bei den sexuellen Handlungen dabei sein.

Ähnlich ist es bei einem Voyeur. Einem Voyeur „reicht“ es aus sexuelle Handlungen zu beobachten, um hier seine persönliche Befriedigung zu finden. Der Unterschied liegt darin, dass dieser niemals aktiver Teil einer Session sein möchte, sondern das reine Beobachten vollkommen ausreichend ist.

Anders sieht es da bei Switchern aus. Bei einer Partnerschaft zwischen zwei Switchern ist die Tageslaune stark entscheidend. Sollte bei beiden Switchern die devote Seite deutlicher ausgeprägt sein, so kann es schon zu Diskussionen führen, wer denn bei einer Session welche Rolle einnehmen wird. Meist ist die begehrte Rolle die, die bei einem selbst mehr ausgeprägt ist. Sollte jetzt ein stark devot ausgeprägter Switch in die Rolle des dominanten Partners kommen, sind es auch die Spiegelneuronen, die ihm oder ihr dabei helfen, auch hier maximale sexuelle Befriedigung zu erlangen.

Wie funktioniert das? Relativ einfach, wir erklären es an einem Beispiel. Ein devoter Spielpartner dominiert in einer Session seinen Partner und stellt sich dabei vor selbst der devote Spielpartner zu sein. Obwohl er nicht in der eigentlichen devoten Position ist stellt er sich doch selbst vor derjenige zu sein. Das Kopfkino wird aktiv.

Wir sind keine Wissenschaftler, wir können es also nicht belegen. Doch scheinbar sind Spiegelneuronen auch dafür verantwortlich, dass wir automatisch auch gähnen müssen, wenn es unser Gegenüber macht. Oder wenn wir bei einem traurigen Film weinen müssen… Eigentlich schon eine geile Sache so ein Gehirn mit entsprechenden Nervenzellen, oder? Guter Sex beginnt im Kopf.

Jetzt könnte man gerade im Bereich von BDSM und Fetisch noch einen Schritt weitergehen und die Spiegelneuronen anregen und das damit verbundene Kopfkino bewusst voll in Fahrt bringen. Die Spiegelneuronen werden nicht nur visuell (Sehsinn), sondern können auch akustisch (Hörsinn) oder olfaktorisch(Geruchssinn) aktiviert werden. Stellt euch mal vor ein dominanter Mensch möchte seinen devoten Spielpartner auf eine gewisse Art „ärgern“ oder nennen wir es eher „stimulieren“. Mit entsprechenden Reizen kann man dem devoten Spielpartner das Gefühl geben, mitten in einer Session zu sein.

Visuell kann man diverse Bilder betrachten. Akustisch kann man Gestöhne vorspielen oder aktiv den Partner anstöhnen und olfaktorisch kann man das ein oder andere „Geruchsmittel“ (z.B. Stinkesocken) unter die Nase halten.

Und schon beginnt das Kopfkino, die Spiegelneuronen sind in voller Fahrt und gerade bei uns Männern lässt sich das Resultat oft sehr schnell optisch erkennen, nämlich wenn es in der Hose eng wird. Frauen hingegen sind da etwas schwerer zu deuten. Doch es soll einige Frauen geben, die beim Stimulieren der Spiegelneuronen „feucht“ werden.

Ähnlich verhält sich das auch beim Thema Cuckolding. Hier kann es auch passieren, dass der „Cuckhold“ bei der Penetration seiner Partnerin oder seines Partners durch eine fremde Person zusieht. Dieses Zusehen bringt für ihn die sexuelle Erregung. Evtl. sind auch hier die Spiegelneuronen aktiv.

Das Ganze geht natürlich auch schon stark in Richtung „Mind Games“, über die wir euch kürzlich schon berichtet haben. Man könnte natürlich bei der bewussten und gezielten Manipulation des Verstandes von „Mind Fuck“ sprechen. Stellt euch mal vor ein Sklave, der in einem Keuschheitsgürtel steckt, wird diesen Reizen ausgesetzt. Das könnte durchaus ein schmerzhaftes Erlebnis werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt… und wenn eure Spiegelneuronen genug „gefüttert“ wurden, wie wäre es dann mit einer richtigen BDSM-Session?

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