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Smarte Schlüsselverwaltung – BDSM im Alltag (Teil 5)

Im digitalen Zeitalter ist es nicht zwingend erforderlich, dass sich Spielpartner physisch treffen müssen. Viele Spielarten lassen sich aus der Ferne ausleben. Dies bietet gerade hierarchischen Fernbeziehungen mehr Potential. Wir möchten euch eine Möglichkeit vorstellen, wie man seine Schlüssel auf eine smarte Art aus der Ferne verwalten lassen kann.

Die meisten devoten Personen erleben einen gewissen Kick, wenn es „Klick“ macht. In diesem Beitrag wollen wir euch eine Spielart vorstellen, welche vielseitig einsetzbar ist. Wir erinnern uns an den Produkttest über den Cellmate. Wir haben viele Anfragen von interessierten Lesern bekommen und die Begeisterung war sehr groß. Doch der eine oder andere Leser war auch etwas enttäuscht, da man für diese Spielmöglichkeit gleich auf einen komplett neuen Keuschheitsgürtel/-schelle umsteigen muss. Gerade wenn man bereits einen Keuschheitsgürtel besitzt, der einfach „besser“ passt oder gefällt, dann möchte man diesem vielleicht ein smartes Upgrade verpassen. Und wem ein einfacher Zeitsafe (wie den kSAFE) zu unsicher ist, der kann vielleicht mit einer smarten Schlüsselbox genau diese Lösung umsetzen.

Mit der Unterstützung eines Freundes haben wir ein neues Spielzeug getestet bzw. auch noch heute produktiv im Einsatz. Wir haben uns für unseren Test für die smarte Schlüsselbox von der Firma „Master Lock“ entschieden. Der Hersteller benennt sein Produkt auf dem deutschen Markt als „Bluetooth-Schlüsselkasten“. Ein offizielles Produktvideo des Herstellers findet ihr am Ende des Beitrags.

Ursprünglicher Einsatzzweck

Der Grundgedanke bei einem solchen Schlüsselkasten ist, dass er an einer Hauswand angebracht wird und hier ein Hausschlüssel deponiert wird. Man kann also selbst per PIN-Eingabe oder dem eigenen Smartphone die Box öffnen und an den Inhalt gelangen. Zudem kann man Gästen ebenfalls einen Zugang gewähren, indem man ihnen einen individuellen PIN erstellt oder ebenfalls die Möglichkeit gibt die Box mit dem eigenen Smartphone zu öffnen. Der große Vorteil ist, dass gerade die Gastzugänge zeitlich beschränkt oder gar vollständig entzogen werden können.

Einsatz im BDSM

Nehmen wir an eine dominante Person hat einen solchen Schlüsselkasten und übergibt diesen seinem devoten Spielpartner. Dieser devote Spielpartner erhält einen beschränkten Gastzugang und muss die Schlüssel seines Keuschheitsgürtels darin verstauen. Sind die Schlüssel sicher verräumt, kann der Zugang aus der Ferne entzogen werden. Und für die regelmäßige Reinigung kann ein im Vorfeld definiertes Zeitfenster für die Öffnung durch den Keuschling programmiert werden. Klingt simpel, ist es eigentlich auch. Doch die perfekte maßgeschneiderte Lösung ist es nicht.

Praxisbeispiel – Die Einrichtung

Wir haben uns erst vorgenommen eine sehr technische Anleitung über die Einrichtung zu verfassen. Da sich aber gerade bei smarten Produkten das schnell ändern kann, zum Beispiel wenn der Hersteller ein Update für seine Smartphone-App ausrollt, ist eine solche Anleitung schnell veraltet. Wir sprechen deshalb eher allgemein über die Einrichtung und auch die Gefühle und Emotionen, welche wir dabei empfinden.

Mein devoter Spielpartner und ich haben bereits letztes Jahr beschlossen, dass wir die Keuschheit meines Gegenübers auf ein neues Level heben wollen.

Um den Lesefluss zu erleichtern und auch die Identität meines devoten Spielpartners zu schützen nennen wir ihn fortan in diesem Artikel „Felix“.

Ein halbes Jahr später war es nun soweit. Felix und ich wollten die smarte Schlüsselbox in Betrieb nehmen. Erste Herausforderung daran: Die Box befindet sich bei Felix und dieser wohnt über 600 km entfernt. Ein spontanes Treffen ist fast ausgeschlossen.

Zunächst haben Felix und ich die kostenlose App auf unseren jeweiligen Smartphones heruntergeladen, Felix aus Google Play und ich aus dem Apple App Store. Die Reihenfolge war wie folgt:

  • Sicherstellen, dass der Schlüsselkasten nicht bereits mit einem Konto verknüpft ist. (Das war bei uns der Fall und so musste Felix die Box bei sich in der App erst einmal löschen.)
  • Einrichtung des Schlüsselkastens auf dem Handy des dominanten Partners (ich).
  • Einrichten eines Gastzugangs für den devoten Partner (Felix).
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Nachdem das erledigt war gab es nur noch eine Voraussetzung: Entweder das Smartphone von Felix oder mein Smartphone müssen mit aktiviertem Bluetooth in der Nähe des Schlüsselkastens sein und dieses per Knopfdruck auf dem Kasten einmal „aufwecken“. In diesem Moment wird die neue Konfiguration auf den Schlüsselkasten übertragen. Wir waren ehrlich gesagt überrascht, dass in unserer Einrichtung die Box dauerhaft bei Felix bleiben konnte und die Konfiguration über sein Handy, obwohl er „nur Gast“ ist, erfolgen konnte.

Wie lässt sich die Box öffnen?

Technisch gesehen gibt es mehrere Möglichkeiten, wie man die Box aufbekommt. Entweder befinde ich mich mit meinem Smartphone in der Nähe. Da ich der „virtuelle Eigentümer“ der Box bin, kann mein Smartphone die Box immer entsperren. Alternativ kann ich einen PIN definieren und diesen auf der Box eingeben. Diesen PIN kann ich natürlich auch unabhängig vom Smartphone nutzen und diesen auch an Dritte für die Öffnung weitergeben.

Wann darf der Keuschling die Box öffnen?

Wir haben uns dazu entschieden, dass Felix jede Woche von Montag bis Freitag keusch gehalten wird. So muss er sich am montagmorgens verschließen und die Schlüssel in die Box legen. Am Freitag kann er die Box wieder öffnen und die Schlüssel entnehmen. An den Wochenenden hat Felix „Freigang“, sodass er mit seiner Partnerin das Wochenende frei verbringen kann. Allerdings sind wir uns einig darüber, dass es an den Wochenenden, an denen sich Felix und seine Partnerin nicht treffen, keinen Freigang gibt.

Leider konnte man in der App per Zeitplan an mehreren Tagen keine abweichenden Uhrzeiten einstellen. Also konnten wir jetzt nicht sagen „Montag am frühen Morgen“ und „Freitag am späten Abend“. So ist es jetzt jeweils der frühe Morgen an beiden Tagen (Montag und Freitag) geworden. Und sollte der Freigang am Wochenende nicht gestattet sein, so muss man nicht den ganzen Zeitplan ändern. Es reicht der Entzug des Rechtes, die Box per Bluetooth zu entsperren. So kann Felix die Box auch trotz Erlaubnis per Zeitplan die Box nicht öffnen, weil sein Smartphone kein Recht hat, die Box via Bluetooth zu entsperren.

Inzwischen haben sich Felix und ich auch persönlich getroffen und zusammen an der smarten Schlüsselbox gespielt. Wir waren von der Zuverlässigkeit sehr angetan. Zwei Sachen haben uns allerdings leider nicht gefallen. Auf der einen Seite hätten wir uns gewünscht, dass der Zeitplan für Gäste noch etwas individueller einstellbar wäre. Auf der anderen Seite ist das Öffnen per PIN-Eingabe nicht in der Smartphone-App ersichtlich. Sollte man die Benachrichtigungen aktiv haben, so kann man als Besitzer der Box in der App im „Schloss-Verlauf“ sehen, wann ein Gast die Box via Bluetooth geöffnet hat. So sehe ich anhand der Push-Benachrichtigung (und im Verlauf), ob und wann Felix die Box öffnet und schließt. Leider gilt das nicht für den Fall, wenn Felix einen PIN zur Öffnung nutzt.

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Unerwünschte Manipulation

Da wir hier eine Manipulation seitens des devoten Spielpartners sehen, hat Felix aktuell keinen PIN. Für den „Notfall“ könnte man den PIN auf einen Zettel schreiben und diesen in einen versiegelten Umschlag legen. Aktuell haben wir das noch nicht umgesetzt. Sollte es zu einem Notfall kommen, so muss sich Felix bei mir telefonisch melden und ich gebe ihm entweder den PIN oder gebe die Box für das sofortige Entsperren mit seinem Smartphone frei. Es mag eine Gratwanderung sein, aber Felix ist ein sehr geübter und langjähriger Keuschheitsgürtelträger. Sollte er ein Problem haben, so würde er es rechtzeitig ankündigen, sodass man zeitnah entsprechende Maßnahmen ergreifen kann.

Auf Reisen sollte Felix natürlich die smarte Schlüsselbox nicht vergessen. Das Gewicht sollte man ebenfalls nicht unterschätzen (ca. 1 kg). Gerade auf Flugreisen sollte man überlegen, ob die Box ins Handgepäck oder doch lieber im aufgegebenen Koffer transportiert werden sollte.

Masterlock - Copyright 2021, fesselblog.de
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Fazit

Für unseren Einsatzzweck der fremdbestimmten Keuschheit von Felix durch mich ist die smarte Schlüsselbox bzw. der „Bluetooth-Schlüsselkasten“ der Firma Master Lock sehr gut geeignet und auch sehr zuverlässig. Auch die einfache Einrichtung (bei uns sogar aus der Ferne) konnte uns überzeugen. Wir haben die Box seit mehreren Monaten (seit dem 01.01.2022) im Einsatz. Was uns auch gefallen hat ist die Tatsache, dass man die Box nicht kompliziert mit dem Handy koppeln (Pairing) musste, wie man es von anderen Geräten kennt. Einmal in der App eingerichtet sind Smartphone und Box automatisch verbunden.
Wir sind sehr gespannt, wie sich unsere Erfahrung im Laufe der Monate oder gar Jahre entwickelt. Hoffentlich bleibt die Begeisterung erhalten. Vielleicht liegt es an der Tatsache, dass wir verspielte Männer sind. Solche technischen Spielereien lassen unser Herz jedenfalls wie bei einem kleinen Kind höher schlagen.

Kleine Gemeinheiten

Kürzlich war wieder einer der Montage, an denen sich Felix zu verschließen hatte. Keuschheitsgürtel anlegen und verschließen, Box auf, Schlüssel rein, Box zu. Das habe ich per Push-Mitteilung auf meinem Smartphone gesehen, ein Beweisvideo von Felix folgte analog dazu und dann habe ich für einen kleinen „Kick“ gesorgt, denn ich habe Felix das Recht zum Öffnen via Bluetooth entzogen. Der Zeitplan wäre noch aktiv gewesen, doch das Recht zum Öffnen wurde entzogen. Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen und Felix darüber umgehend informiert, was ihn ein wenig in Wallung brachte. Aber seine Gedanken und Gefühle sollt er uns lieber selbst berichten:

Gefühle am „unteren Ende“ der Hierarchie

Felix: „Kurze Zeit nachdem ich die Schlüssel in die Box gelegt hatte und diese satt ins Schloss gefallen war, erhielt ich eine Nachricht vom Master, dass er mir das Recht zum Öffnen entzogen hätte. Nicht nur die kommende knappe Stunde, die noch im aktuellen Reinigungs-/Verschlussintervall verblieben, sondern auch die nächste reguläre Öffnung war damit erst einmal deaktiviert. Ich war also vollkommen der Kontrolle und Gnade des Masters ausgesetzt. Auch wenn ich sicher nicht innerhalb der nächsten Stunde die Box geöffnet hätte (was der Master ja auch sofort in seiner App mitbekommen hätte) so war diese Stufe für mich noch ein zusätzlicher Kick.
Der Master zeigte mir seine Macht über mich und meine Keuschheit – und das geilte mich ziemlich auf. Ich wusste nicht, ob er die Box am Ende der Woche wieder entsperren würde oder nicht. Es wurde extrem eng in meinem KG. Ich war nicht keusch, weil ich es wollte, sondern ich wurde vom Master keusch gehalten. Nur noch er hatte die Kontrolle. Das spürte ich in dem Moment mit voller Wucht.
Danke dafür Sir“

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Es ist mir eine große Freude lieber Felix, dass ich dich keusch halten darf und auch die tollen Erfahrungen mit diesem Spielzeug sammeln darf. Ich glaube wir werden auch in Zukunft noch viel Spaß haben, sofern es deine Partnerin erlaubt. *grins*

Wie versprochen könnt ihr euch hier noch das Produktvideo des Herstellers anschauen. Wir wünschen euch viel Spaß dabei:

Noch eine kleine Gemeinheit

Als ich mich mit Felix getroffen hatte, haben wir viel an der Schlüsselbox gespielt. Unter anderem mit einem PIN. Dieser PIN war Felix bekannt und als sich unsere Wege wieder trennten, hatte ich vergessen den PIN zu ändern. Somit wäre Felix in der Lage gewesen unbemerkt die Box zu öffnen. Ich habe den PIN umgehend in der App geändert, doch musste sein Smartphone diese neue Konfiguration erst einmal auf die Box übertragen. Und das geht ja nur in dem „wachen“ Zustand der Box. Also dachte ich mir, erst einmal ruhig bleiben und abwarten. Spätestens zum nächsten offiziellen Öffnungstermin wird er die Box via Bluetooth öffnen und die Konfiguration wird aktualisiert. Und genauso war es auch. Ich änderte die PIN, er öffnete zum nächsten „erlaubten“ Termin die Box und der PIN war erfolgreich geändert und auf der Box gespeichert. Und die kleine Gemeinheit? Ich hab ihm danach davon berichtet, dass ich den PIN geändert habe und er den alten gar nicht mehr probieren braucht. Ich glaube das war nochmal ein kleiner Kick für ihn, jetzt so richtig „ausgeliefert“ zu sein. Und mir bereitet es eine große Freude oder sollte ich sagen: „Ich werde durch die Macht erregt„…

Veröffentlicht von

Dennis

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

10 Gedanken zu „Smarte Schlüsselverwaltung – BDSM im Alltag (Teil 5)“

    1. Vielen Dank für den Hinweis. Auch von Master Lock gibt es entsprechende Bluetooth-Vorhängeschlösser.
      Hätte den Vorteil, dass man beim Einsatz der Schlüsselbox und dem Vorhängeschloss eine zentrale App zum Steuern hat.

      Mehr Infos unter: http://www.masterlockvault.com

      Was mir persönlich jetzt nicht so gefällt ist die Größe der Vorhängeschlösser. Also zumindest was den Einsatz im BDSM angeht. An einem Käfig ist es eine coole Sache, aber an einem Sklavenhalsband dann doch etwas „klobig“.

      1. Hallo, man kann in der Bluetooth Box natürlich auch ganz andere Schlüssel Aufbewahren, von normalen Schlössern, von Handschellen von abschließbaren Halsbändern bis hin zum Kleiderschrank….
        Ich kenne auch die Variante, dass, wenn ich den KG zum Reinigen öffnen möchte, ich zwischenzeitlich eine Kette mit Bluetooth Schloss um den Hals tragen muss…

        Das einzige Problem was ich dabei habe ist einen Keholder zu finden, der das mag, dem das Spaß macht und der das auf diese Art ausleben möchte.

        1. Hallo Juri,
          das klingt spannend mit der Kette und dem Bluetooth-Schloss um den Hals, während der KG zur Reinigung abgelegt wird. Ich glaub dazu werden wir unseren lieben Keuschling auch verdonnern. Danke für die Idee!
          Und vielleicht meldet sich ja auch ein Keyholder bei dir, der auch das mit dir ausleben möchte.
          Viele Grüße
          Dennis vom Fesselblog

  1. Also ehrlich gesagt, klingt das mit der Box etwas kompliziert.
    Meine Eheherrin trägt die Schlüsselchen zu meinem KG an der Halskette oder am Fusskettchen.

    1. Das klingt super. Doch was wäre, wenn die Eheherrin ein paar hundert Kilometer weit weg wohnen würde?
      Gerade bei Fernbeziehungen ist die Box durchaus eine praktikable Lösung. Wenn man zusammen lebt, dann gibt es sicherlich andere Lösungen.

  2. Klasse Artikel, so einen Safe habe ich mir schon bestellt.
    … und jetzt muss ich nur noch jemand finden, der die Kontrolle übernimmt.

  3. Falls der Keyholder die PIN ändert, Bluetooth deaktiviert und die APP von seinem Smartphone löscht.
    Was für eine Möglichkeit hat Felix dennoch den Safe zu öffnen ?

    1. Da ich der Keyholder bin, kann ich dir sagen, dass nicht geplant ist die App zu löschen.
      Aktuell ist es so, dass es eine PIN gibt, die „Felix“ nicht bekannt ist. Sollte die App gelöscht werden oder das Smartphone defekt sein, so kann man die App jederzeit auf einem anderen Smartphone in Betrieb nehmen. Die Einstellungen sind nicht in der App, sondern im Benutzerkonto hinterlegt.
      Wenn das Öffnen via Bluetooth deaktiviert ist, dann kann „Felix“ die Box nur noch per PIN, welchen er bei mir erfragen müsste, öffnen. Anderenfalls müsste die Schlüsselbox zerstört werden, was nicht angedacht ist.

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