Schmerzen

Lust auf Schmerzen

Eine BDSM-Session sollte immer einvernehmlich sein. Doch manchmal sehnt sich ein Devoter nach Schmerzen. Das Zufügen dieser Schmerzen kann für den Top eine echte Herausforderung sein. Und das kann weit über eine Spanking-Session hinausgehen.

Schmerzen sind etwas, was jeder Mensch versucht zu vermeiden. Und doch gibt es Menschen, die fühlen bei Schmerzen einen Lustgewinn. Das kann beim Zufügen von Schmerzen sein oder auch beim Empfangen von Schmerzen. Denkt man beim Zufügen von Schmerzen an Schläge, dann ist eine Spanking-Session wohl das Bild, welches vor dem inneren Auge gleich aufblitzt.

Doch es gibt viele Formen von Schmerz, der eine mag physisch sein, es gibt jedoch auch psychischen Schmerz. Denkt an unseren Artikel bezüglich der Grenzerfahrungen. Das Überschreiten einer Grenze kann unter Umständen gefährlich sein.

Aber wenn jemand geil auf Schmerzen ist, werden dann hier Grenzen überschritten? Für einen Außenstehenden sehr wahrscheinlich, doch für die Beteiligten in der Session wohl kaum.

Körperliche Schmerzen können durch Schläge (z.B. Spanking oder Ohrfeigen), durch Quetschungen (z.B. Nippelklemmen), durch das Spielen mit Hitze (z.B. Kerzenwachs) oder durch viele andere Arten zugefügt werden.

Natürlich sollte der Dominante immer darauf achten, dass er beim Zufügen von Schmerzen sich selbst unversehrt lässt. Und wer denkt, dass das Schlagen eines Hinterns mit der flachen Hand dem Gebenden nicht irgendwann weh tut, der irrt sich gewaltig.

Für einen ungeübten Top kann es durchaus eine Überwindung sein, einem devoten Spielpartner Schmerzen zuzufügen. Der “einfachste” Einstieg ist tatsächlich das Spanking. Einen Hintern zu versohlen ist für die meisten deutlich einfacher, als dem Sklaven eine satte Ohrfeige zu verpassen. Bitte achtet immer auch darauf, dass bei einer solchen Session auch diverse Spuren danach für Außenstehende ersichtlich sein können. Deshalb vor der Session in der Einverständniserklärung zur BDSM-Session genau klären, was möglich ist und was Tabu ist.

Die Beweggründe eines schmerzgeilen Devoten mögen vielleicht noch plausibel erklärbar sein, doch jetzt kommen wir zum Bereich der psychischen Schmerzen. Hier kann es anfangen bei Erniedrigung. Ja das Schamgefühl kann unter Umständen ein psychischer Schmerz sein.

Beide Arten von Schmerz hinterlassen Narben. Die einen auf der Haut und die anderen auf der Seele. Jetzt fragen sich bestimmt manche, warum man sich das dann antut. Ein sexueller Fetisch ist nicht immer erklärbar. Man hat ihn, oder man hat ihn nicht. Wichtig ist, dass Menschen mit einer solchen Neigung ein entsprechendes Ventil finden, um diesen Druck abzulassen, bzw. diesen Lustgewinn auch entsprechend empfangen können.

Eine unterdrückte Lustbefriedigung kann unter Umständen zu noch größeren Narben führen, als eine kräftige Ohrfeige je anrichten könnte. Wir möchten aber ferner darauf hinweisen, dass diese Arten von Fetisch in keiner Weise mit suizidalen Gedanken verknüpft sind. Es geht nicht darum dem Wunsch vom Ableben nachzugehen, es ist “lediglich” die Lust am Schmerz, quasi der Lustschmerz.

Passt aufeinander auf. Und wenn der Schmerz in einer Session im Mittelpunkt steht, dann ist umso wichtiger vorab ein Safeword vereinbart zu haben. Denn wenn es mal richtig zu Sache geht, dann wird bei einem “nein” nicht aufgehört!

3 Gedanken zu „Lust auf Schmerzen“

  1. Für meine Sklaven nutze ich beide Formen des Schmerzes. Mal geht es um physische Schmerzen (zBsp. CBT) aber meist um die psychischen “Schmerzen”. Das beginnt mit Kontrolle und Fremdbestimmung und setzt sich fort über die angeordnete Übertretung von Schamgrenzen. Der besondere Kick entsteht zum Einen daraus, nicht zu wissen, welche Aufgabe als nächtes kommt – wird es weh tun oder erniedrigend sein. Zum Anderen die Kontrolle und vor Allem die Entscheidung, ob man etwas tut oder nicht tut, an den Master abzugeben.
    Bei den körperlichen Schmerzen sind für die besten, aber auch am schwierigsten zu kontrollierenden Spiele sogenannte Tunnelspiele. Wo sich ein Schmerz langsam aufbaut und über einen Zeitraum anhält, ohne das er irgendwie beendet werden kann. Diese sind gut mit Bondage kombinierbar, um den Sklaven in einen Bereich der vollkommenen Hilflosigkeit zu bringen.
    Letztendlich sind das aber alles immer wieder Machtspiele – denn nichts ist erregender als Macht bzw. Ohnmacht.
    In diesem Sinne, macht weiter so mit eurem Blog. Ist sehr interessant, bei euch mitzulesen.

    1. Sehr geehrter Master Terra,
      vielen Dank für das Lob, das freut uns wirklich sehr.
      Über Tunnelbondage haben wir im Artikel “Hintertüre” bereits berichtet. Es ist ein interessanter Gedanke diese Art von “Tunnelspielen” auch im Bereich der Schmerzen auszubauen. Wir werden das mit Sicherheit in einer der nächsten Sessions mal näher ausprobieren. Und ja, Macht kann sehr erregend sein und Ohnmacht u.U. auch…
      Es grüßt Sie
      Dennis vom Fesselblog

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