Schimmel - Copyright 2020, fesselblog.de

Verschimmelte Stimmungskiller

BDSM-Spielsachen und Fetisch-Kleidungen können durchaus etwas kostspieliger sein. Gerade wenn man etwas tiefer in die Tasche gegriffen hat möchte man auch lange Freude daran haben. Eine Freude, die bei unsachgemäßer Benutzung, mangelnder Pflege und falscher Lagerung, schnell gehemmt wird.

Die Temperaturen steigen, der Schweiß läuft einem herunter und dennoch möchte man in die geliebten Fetisch-Kleider steigen und seinen Spaß haben. Kann man durchaus machen, doch nach dem schweißtreibenden Abenteuer sollte man die Sachen reinigen und trocknen lassen. Gut auslüften kann Wunder wirken.

Doch was passiert, wenn man das nicht tut oder nicht kann. Gerade im Bereich BDSM zieht es uns durchaus mal in den Keller. Und im Sommer können sich bei hoher Luftfeuchtigkeit auch gern mal die ersten Schimmelpilze bilden. Und den Schimmel hat man dann nicht nur an der Wand, sondern auch auf Leder, Gummi, Neopren und Co. Es braucht aber nicht unbedingt einen feuchten Keller, es reicht das eigene Schlafzimmer.

Stellt euch mal vor, ihr habt eure Fetisch-Kleidung (z.B. einen Gummianzug) an und dann klingelt das Telefon und die lieben Eltern kündigen sich zum Kaffee an. Geoutete Fetischisten können natürlich ihre Fetisch-Kleidung anlassen und die Eltern mit diesem Anblick erfreuen. Die meisten werden jedoch aus den Klamotten steigen, diese schnell verstauen und in „zivile Straßenkleidung“ schlüpfen. Klingt bis hier noch logisch, doch was passiert, wenn die verstauten Fetisch-Sachen in Vergessenheit geraten? Der Gummianzug landet in der Plastiktüte unter dem Bett und man „vergisst“ ihn da unten für die nächsten Monate. Die perfekte Schimmelzucht, die das Material auch schädigt. Es kommt zu Verfärbungen und vielleicht sogar Löchern. Die Fetisch-Kleidung kann dadurch ruiniert werden.

Einen ähnlichen Fall hat uns kürzlich ein befreundeter Gummi-Fetischist berichtet und fast zeitglich ist uns ein ebenfalls ruiniertes Paar (neue) Lederstiefel auf dem Tisch gelandet. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, seht selbst:

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Was ist mit diesen neuen Stiefeln passiert? Relativ einfach erklärt. Die Produktion der Stiefel war in Asien. Dann wurden die Stiefel in einen Schiffcontainer verladen und hat die Reise nach Europa angetreten. Aus uns unbekannten Gründen blieb die Fracht länger als geplant auf dem Schiff und heraus kamen „verschimmelte“ Lederstiefel. Ein Fall für die Tonne, denn es war nicht nur oberflächlich zu sehen, es wurde auch von einem beißenden Geruch begleitet.

Gerade bei Leder gibt es optisch etwas Ähnliches, was aber deutlich unkritischer ist: Der sogenannte Fettausschlag. Als Fettausschlag nennt man Lederfette, die nicht ins Leder eingezogen sind und somit einen weißen abwischbaren Film auf dem Leder bilden. Am besten wischt man erst vorsichtig ab und dann erwärmt man das Leder (vorsichtig) mit z.B. einem Fön und dann kann das Fett ins Leder einziehen. Manche legen Ihre Lederkleidung nach dem Einfetten auch in die Sonne (nicht zu lange) und dann kann das Lederfett auch gut einziehen.

Hier erkennt man übrigens auch Kunstleder. Denn das Lederfett kann nur in echtes Leder wirklich einziehen und auf Kunstleder wir es immer wie ein Fettausschlag sichtbar bleiben. Man sollte jedenfalls immer eine Geruchsprobe nehmen und seiner Nase vertrauen, ob es sich nun um einen Fettausschlag oder Schimmel handelt. Im Zweifelsfall einen Fachmann (Lederschneider oder Fachgeschäft für Lederbekleidung) fragen. Hier erhält man auch entsprechende Lederreiniger und Lederfette (bzw. Lederbalsam).

Beim Gummi ist es übrigens ähnlich, auch hier gibt es Gummireiniger und -waschmittel und Mittel zur Lagerung (z.B. Talkum-Puder). Produkte, die man im Fachhandel und im Internet jederzeit käuflich erwerben kann. Und lasst euch in einem guten Fachhandel ruhig auch über die korrekte Pflege und Lagerung aufklären. Ein guter Fachverkäufer wird euch nicht nur die Produkte „aufschwätzen“, sondern euch wirklich informieren, sodass ihr lange Freude an euren Fetisch-Kleidungen habt.

Noch ein Tipp, was die Lagerung von Fetisch-Kleidung im Keller angeht. Kauft euch am besten ein Hygrometer. Die Feuchtigkeit im Keller sollte zwischen 50 und 65 Prozent liegen. Zudem sollte die Luft gut zirkulieren können. Aber Achtung: Im Hochsommer lieber die Fenster zu lassen, denn hier kommt die feuchte Luft rein und setzt sich dann an den Wänden fest. Wir haben uns einen elektrischen Luftentfeuchter gekauft, welcher ab und zu aktiviert wird. Gerade wenn im Keller noch Waschmaschine und Wäschetrockner aktiv sind, dann kann der Luftentfeuchter wahre Wunder bewirken. Aber jetzt könnte man natürlich sagen „Umweltsau“… ja die Dinger brauchen schon relativ viel Strom. Aber lieber so als Schimmel im Keller. Sollte der Keller nicht nur als Lagerort genutzt werden, sondern auch als Hobbyraum oder eben Spielzimmer, dann sollte die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent betragen, analog zu anderen Wohnbereichen in höheren Etagen.

Also nochmal zusammengefasst: Fetischkleidung nach der Benutzung oberflächlich reinigen, z.B. Körperflüssigkeiten entfernen. Gut auslüften und trocknen lassen. Im trockenen Zustand ordnungsgemäß verstauen. Regelmäßig (ggf. einmal im Monat) die Lagerung prüfen.

Natürlich weiß jeder von euch, wie man seine liebsten Stücke lagert. Neopren darf nicht zu stark gefaltet werden, weil die Falten sonst dauerhaft erhalten bleiben. Gummi für die Lagerung talkumieren, damit es nicht verklebt. Leder nach dem Einfetten trocknen lassen, überschüssiges Fett abwischen und erst dann in den Schrank hängen. Und generell gilt es die Kleidung „luftig“ und trocken zu lagern. Also lieber frei hängend auf einem breiten Kleiderbügel mit einer Staubschutzhülle darüber, als in einer Plastiktüte im Keller oder unter dem Bett. Räumt eurem Fetisch auch bei der Lagerung entsprechenden Raum ein, damit ihr lange etwas davon habt!

Und es hat noch ein paar Vorteile! Die Sachen halten länger, man findet sie einfacher und man weiß vor allem auch, was man hat und wo es sich befindet. Glaubt uns, jeder hat irgendwann eine Kiste oder eine Tüte mit Spielsachen, die in Vergessenheit geraten. Wie wäre es denn mit einer kleinen Inventur oder gar Frühjahrsputz (auch wenn gerade Sommer ist)?

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