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Reaktionen in einer Session – Brüller und stille Genießer

Auf jede Aktion erwartet man insgeheim auch eine Reaktion. Man kneift eine Person in die Haut und diese zuckt zusammen. Doch was ist, wenn die Reaktion ausbleibt? Gerade bei einem Erstkontakt tut man sich schwer einzuschätzen, ob die Handlungen auch auf Gegenliebe stoßen oder ob es dem Spielpartner gut geht. Sollte man aktiv verbal nachfragen oder zerstört das die Illusion?

Jede BDSM-Session ist einzigartig und individuell. Selbst wenn man einhundert Mal „das Gleiche“ spielt, so wird jedes einzige Mal doch auf seine eigene Art einzigartig sein. Das liegt vor allem auch daran, dass die persönliche Tageslaune auch stark mit einfließt, ob eine BDSM-Session für sich selbst und seinem Gegenüber schön wird oder eben nicht.

Gerade bei neuen Spielpartnern ist es immer eine Herausforderung die Reaktionen zu deuten. Ein leises Stöhnen, ein Schnurren, ein Keuchen oder gar ein lautes Gebrüll? Jede Person kündigt Freude und Leid auf eine andere Art an. Teils zum Leid des Spielpartners in der Session, teils zum Leid der Nachbarn. Was ist, wenn man stundenlang eine devote Person behandelt und verwöhnt und diese Person ein stiller Genießer ist? Sollte man dann lieber einmal während der Session nachfragen, ob alles in Ordnung ist und ob die Session auch gefällt? Bei neuen Spielpartnern sollte man sich dieses direkte Feedback bewusst einholen.

Bei männlichen Spielpartnern ist eine sexuelle Erregung meist optisch gut zu erkennen, bei Frauen wird es da etwas schwieriger. Auch bei Frauen steigt die Durchblutung im Intimbereich an, die Schamlippen können leicht anschwellen und sie kann feucht werden. Sollte die Frau allerdings gerade in Fetischkleidung gehüllt und stramm verpackt sein, so hat man nicht immer ein freies Blickfeld auf den Genitalbereich. Im Vergleich: Selbst angezogen ist es bei Männern anhand einer „Beule“ in der Hose gut ersichtlich. Doch auch bei den Herren kann eine optische Erektion ausbleiben und er ist dennoch im höchsten Maße erregt.

„Geht es dir gut?“ – „Gefällt dir, was ich mit dir mache?“ – Nicht immer wird ein devoter Spielpartner in der Lage sein sich verbal zu artikulieren. Das liegt vielleicht auch daran, dass vielleicht Knebel oder diverse Masken im Einsatz sind. Hör- und Sprechvermögen können deshalb teilweise eingeschränkt sein. Oft kann man anhand der Mimik im Gesicht feststellen, wie es seinem Gegenüber geht, was ebenfalls beim Einsatz von Masken erschwert wird. Sollte es sich um eine Gasmaske handeln, wie in unserem Vorschaubild, dann kann man die Augen des Opfers gut sehen. Doch was im Kopf dieser Person gerade für ein Film läuft, das können wir als Außenstehende nur erahnen oder eben erfragen.

Bei BDSM-Sessions bietet es sich daher an, eine zusätzliche nonverbale Konversation zu vereinbaren. Es geht recht einfach, beispielsweise gibt man sich in einer Session die Hand und wenn es dem devoten Spielpartner gut geht, dann drückt dieser die Hand des dominanten Spielpartners zweimal etwas kräftiger. So weiß der Dominante ohne ein Wort zu sprechen dennoch, dass es seinem devoten Gegenüber gut geht.

Andere Spielpartner bauen die verbale Kommunikation in einer Session sogar aus, um das Kopfkino weiter voranzutreiben. „Geht es meiner Sau gut?“ Das Gehirn ist immer noch das sexuell wichtigste Organ in unserem Körper und beim BDSM werden sehr viele Bereiche in unserem Gehirn stimuliert. Das Feuerwerk in unserem Kopf ist farbenfroher als jeder physische Orgasmus. So kann man sagen, dass nicht nur der Leib, sondern auch der Geist befriedigt wird.

Kommen wir zurück zu den Reaktionen der Spielpartner auf diverse Handlungen. Nicht jede Person hat den Luxus in einem freistehenden Haus leben zu können. Gerade in Mehrparteienhäusern kann es passieren, dass die Wände etwas hellhörig sind. Sollte der Spielpartner seine Lust verbal lauter ausdrücken, sprich die Bude zusammenbrüllen, dann ist es gut möglich, dass die Nachbarn das Liebesspiel live miterleben. Da ist es dann doch ratsamer, wenn man diese Freuden im Stillen genießt. Beide Varianten kann man sich antrainieren. Man kann sich daran gewöhnen leise zu sein in einer Session und man kann sich aber auch daran gewöhnen seine Freude laut auszusprechen. Es muss nicht immer der Fall sein, dass der dominante Partner nachfragen kann, es kann auch sehr schön sein, wenn der Devote proaktiv seine Stimmungslage ausdrückt. „Das ist so schön, mach weiter!“ – „Schlag mich ruhig etwas fester!“ – „Ja, gibs mir hart, ich war unartig!“

Egal, für welche Variante man sich entscheidet, es sollte auch hier einvernehmlich sein. Sollte der devote „zu viel“ in der Session labern, dann kann man dies durch einen Knebel sehr schnell unterbinden. Und wenn die Reaktion doch ausbleibt, dann einfach mal die Hand reichen oder direkt danach fragen. Es macht an dieser Stelle keinen Sinn, wenn man sich das Feedback nicht einholt. Es könnte sonst passieren, dass die Spielpartner nach einer Session feststellen, dass es keinen Spaß gemacht hat. Während einer Session kann man die Richtung noch etwas ändern und andere Wege und Möglichkeiten einschlagen, nach einer Session ist es dann zu spät.

Sprecht offen miteinander! Und das gilt vor, während und nach einer Session. Geht aufeinander ein und genießt jeden Moment eurer gemeinsamen Zeit. Und vor allem: Passt aufeinander auf!

Veröffentlicht von

Dennis

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profis, ich unterstütze dich gern!

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