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Jemanden an den Pranger stellen

Im Mittelalter hat man Verbrecher öffentlich an den Pranger gestellt. Dazu wurden sie meist in einen Bodenpranger aus Holz und/oder Metall gesperrt. Die Extremitäten wie Arme, Beine und der Kopf wurden dazu am Pranger fixiert. Diese öffentliche Erniedrigung war allerdings meist nur eines von vielen Mitteln, um Geständnisse zu erpressen. Auch heute sind Pranger gerade im Bereich BDSM sehr gern im Einsatz, allerdings in einer deutlich moderneren Variante.

Was genau ist ein Pranger? Ein Pranger ist ein Strafwerkzeug, an welches Verbrecher vor, während oder nach ihrer Verurteilung gefesselt wurden und somit öffentlich vorgeführt wurden. Teilweise wurde der Pranger auch zum Fixieren der Opfer während der Durchführung einer Prügelstrafe verwendet. Aber manchmal waren Pranger auch in Form einer Säule, ähnlich eines Marterpfahl, an welche die Opfer dann gefesselt wurden.

Schandgeigen - Copyright 2019, fesselblog.de
Schandgeigen – Copyright 2019, fesselblog.de

Später gab es dann “mobile” Pranger, welche meist nur eine Fesselung zwischen Kopf und Arme darstellte, sogenannte Schandgeigen (siehe Bild oben). Manchmal waren die Arme dann links und rechts vom Kopf, manchmal waren die Arme gemeinsam vor dem Körper zusammen. Natürlich gibt es diese Schandgeigen auch in moderner Form und deutlich kompatker für BDSM-Spielereien. Siehe Bild hier:

Schandgeige - Copyright 2017, fesselblog.de
Schandgeige – Copyright 2017, fesselblog.de

Es gibt viele Anwendungsbeispiele für solche Schandgeigen in einer BDSM-Session. Ein devoter Spielpartner kann bewusst in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden, man kann ihn oder sie bewusst irgendwo anketten oder anleinen. Was natürlich auch sehr schön ist, ist die öffentliche Zurschaustellung. Man muss heutzutage bei “öffentlich” immer sehr aufpassen, aber unter Gleichgesinnten zuhause oder bei einer Sklavenauktion kann man das Opfer entsprechend präsentieren.

Fixiert in einer Schandgeige - Copyright 2018, fesselblog.de
Fixiert in einer Schandgeige – Copyright 2018, fesselblog.de

Weitere Pranger-Modelle sind bei der Demobilisierung etwas restriktiver. Auch wenn es sich um einen “mobilen” Pranger handelt, so sind Hand-Fuß-Pranger eher für den Boden gedacht und verhindern die Fortbewegung eines Sklaven. Dabei muss der Pranger nicht zwingend am Boden fixiert sein, es reicht das bloße Fixieren des Sklaven darin, damit dieser bewegungsunfähig wird.

Pranger - Copyright 2021, fesselblog.de
Pranger – Copyright 2021, fesselblog.de

Diese Pranger zählen dennoch zu den “mobilen” Prangern, weil man sie auch ganz hervorragend transportieren kann und auch im Außeneinsatz anwenden kann. Doch wie sieht es mit Langzeitbondage aus? Hier kommt es ganz auf die körperlichen Eigenschaften des devoten Spielpartners an. Gerade der Pranger am Boden kann schon nach wenigen Stunden den Gefesselten an seine körperlichen Grenzen bringen. Und hier haben wir definitiv schon mehrere übermütige Sklaven eines Besseren belehren können, die meinten uns herausfordern zu müssen. Ein paar Stunden darin und sie sind meist relativ handzahm danach.

Pranger am Weiher - Copyright 2019, fesselblog.de
Pranger am Weiher – Copyright 2019, fesselblog.de

In diversen SM-Studios oder Fetischclubs haben wir schon Bodenpranger aus Holz (ähnlich dem Vorschaubild ganz oben, stammt aus dem Mittelalterliches Kriminalmuseum in Rothenburg) gesehen. Macht natürlich optisch schon was her, aber in den eigenen vier Wänden wird dann aus Platzgründen doch eher auf die mobile Variante gesetzt.

Auch wenn im Gerichtswesen der Einsatz von Prangern abweichend zum Mittelalter nicht mehr angewendet wird (was für eine Schande), so ist er in unserem Sprachgebrauch immer noch sehr präsent. “Jemanden an den Pranger stellen” oder etwas “anprangern”. Was für eine schöne Metapher! Und jedes Mal, wenn einer meiner Mitmenschen dieses Phrasen verwendet, so sehe ich vor meinem geistigen Auge (quasi meinem persönlichen Kopfkino) einen Menschen im Pranger gefesselt. Welch schöne Gedanken! Wir sollten mehr solche Sprichwörter verwenden, denn unser Kopfkino ist immer geöffnet.

Und wie sieht es bei euch aus? Schon mal jemanden an den Pranger gestellt (physisch) oder schon mal selbst in eine solche Holz- oder Metallkonstruktion gesteckt worden? Die meisten unserer Opfer haben dasselbe berichtet, nachdem sie in einem Pranger etwas schmoren durften. Die Vorstellung davor ist erregend. Sobald man selbst darin eingesperrt ist hat man nur einen Gedanken bzw. Wunsch: man möchte wieder raus. Und sobald man wieder raus ist, ist man stolz darauf es überstanden zu haben und die innere Geilheit steigt wieder.

Das ist ein Phänomen, welches wir im BDSM häufig beobachtet und auch schon am eigenen Leib gespürt haben. Und gerade der Faktor Zeit spielt hier eine wesentliche Rolle. Mal ein paar Minuten in einem Pranger sind noch keine Herausforderung, aber nach ein paar Stunden hört man das Opfer durchaus öfter um Gnade winseln. Gnade ist ausverkauft… oder?

Es gibt natürlich noch weitere Pranger, Bodenpranger, mobile Pranger. Teils muss das Opfer für die Fesselung knien, manchmal sitzen und manchmal eben (gebeugt) stehen. Handwerklich begabte Personen können sich vielleicht aus Holz einen eigenen Pranger basteln. Oder man schaut sich in dem einen oder anderen Laden für BDSM–Spielzeug um. Wenn nicht das Richtige für euch dabei ist, dann könnt ihr auch eine Maßanfertigung machen lassen, z.B. von Fetischdesign oder anderen Herstellern. Einfach mal bei den Händlern anfragen, denn Fragen kostet (meistens) nichts.

2 Gedanken zu „Jemanden an den Pranger stellen“

  1. Ich bevorzuge ja “Sicherheitshandschuhe”. Damit meine ich Fausthandschuhe, in denen die Hände – zur Faust geballt – gefangen sind – am besten mit abschließbarem Armband.
    Dann genügt schon ein Doppelkarabiner, mit dem man diese “Sicherheitshandschuhe” hinter dem Rücken verbindet und schon stehts man so gut wie “am Pranger” – ist jedenfalls hilflos allen anderen gegenüber und kann auch mit seinen Händen nichts verstecken: was ja auch der Sinn eines Prangers ist – Ausgestellt sein ohne sich wehren oder bedecken zu können.
    Und der größte Vorteil: solche “Sicherheitshandschuhe” sind bequem viele Stunden tragbar – können also einfach dran bleiben und werden bei Bedarf zusammengeklickt oder irgendwo festgemacht.

    1. Wir kennen diese Art der Fesselung vom Dogplay (Fäustlinge aus Leder), aber auch von anderen diversen Sessions mit “Kugeln” aus Metall, in welche die Hände zur Faust geballt verschlossen werden.
      Aus welchem Material sind deine “Sicherheitshandschuhe”?
      Und die Frage ist natürlich auch: Muss es für den devoten Spielpartner denn wirklich bequem sein?

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