Gasmaske

Das Ende der Magie

BDSM und Fetisch ist eine wunderbare Kombination. Und gerade bei Rollenspielen ist das schlüpfen in eben andere Rollen oft mit einem bestimmten Outfit verbunden. Sobald man drin ist, dann spüren wir die Magie dieser Rolle und andere können diese Magie ebenfalls sehen und erleben. Doch sobald die Session vorbei ist kann es sein, dass dieser magische Moment erlischt. Wir haben uns gefragt warum…

Wird man nur durch ein Fetisch-Outfit zu einem anderen Menschen? Eigentlich nicht, denn manchmal ist es nur eine Art Kostüm. Für andere ist es aber deutlich mehr als nur ein Kostüm, es ist die Vervollständigung des alternativen Ichs. Für den einen mag es ein Ledersklave sein, für den anderen ein Hund und wieder ein anderer findet sich in der Uniform eines Butlers wieder.

Die Geschmäcker sind so verschieden wie wir Menschen. Außenstehende tun sich manchmal schwer in einem Menschen verschiedene Rollen zu sehen, vor allem wenn sie der “Transformation” beiwohnen. Nehmen wir als Beispiel die Rolle eines Hundes. Ist man jetzt anwesend, wenn der Mensch sich zum Hund kleidet, so wird man in den Augen des Hundes immer krampfhaft den Menschen suchen.

Geht der Mensch aber zur Tür hinaus und es kommt ein Hund wieder, dann ist der magische Moment perfekt. In diesem Moment gibt es keinen Menschen, sondern nur noch einen Hund, der bei der Türe hereinkommt. Man kann miteinander spielen und Spaß haben, doch was wir gemerkt haben: Sobald die Maske abgenommen wird und der Mensch zum Vorschein kommt, ist der magische Moment vorbei. Das Ende der Magie. Das kann unter Umständen sogar ein kleiner Stimmungskiller sein. Also schnell die Maske wieder aufsetzen, oder gar dauerhaft tragen.

Vielleicht muss man sich nur daran gewöhnen, dass man in einem anderen Menschen mehrere Rollen sehen kann. Selbst kann man ja auch in mehrere Rollen schlüpfen und sich darin identifizieren. Aber vielleicht hilft uns dieser Grundgedanke dabei, andere besser zu verstehen. Und vielleicht kann man seinen Gegenüber besser an die eigenen Rollen heranführen, weil man eben diese Magie bewusst aufrechterhält.

Wie sind eure Erfahrungen damit? Wir sind sehr gespannt, welch magischen Momente ihr schon erleben durftet. Viel Spaß!

2 Gedanken zu „Das Ende der Magie“

  1. Ich denk schon, dass das viel mit Identität und dem Vorgang zu tun hat, bewusst eben genau diese jeweilige Identität anzunehmen. Jeder wirklich gute Schauspieler “ist” dann diese Person und genau das kommuniziert es dann auch mehr oder minder gut oder gewaltig. Zu Beginn des Lebens zieht sich das alles ja meist, bis man denn 18 ist und sein darf, was man mag. Und wenn man sich entschliesst eine wie auch immer geartete Identität – sei es nun Fetisch, Max Mustermann oder Urmel aus dem Eis – anzunehmen, so rehabilitiert das schon zu einem guten Stück die eigene Fähigkeit, authentisch zu sein und zu agieren. Und authentisch ist immer magisch. Knallt. Dringt durch und berührt. Urgewalt des kreativen Vorgangs. Kann man einschalten und ausschalten. So lange oder so kurz man mag. Ich denk, es ist ganz einfach die Entscheidung, es zu tun und die Entscheidung, es nicht zu tun. Daraus ergibt sich diese Präsenz – Outfit ist nur ein Beiwerk und eigentlich nur dann wesentlich, wenn es Teil der Entscheidung ist. Und wenn Max Mustermann dann dagegen leicht… wie soll ich sagen, “unverbindlicher” daherkommt, wenn er den Stecker zieht, dann mag der Kontrast in der Tat enttäuschen – vielleicht hilft da dann jemand dem Max auf die Sprünge? Westentaschenphilosophie eines Ledermanns….. vielleicht stimmts ja, wer weiss….

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