Sildenafil

Leistungsdruck im BDSM

Leistung berechnet sich durch “Arbeit pro Zeiteinheit”. Viel Arbeit in kurzer Zeit ist folglich eine hohe Leistung. Im Berufsleben der tägliche Wahnsinn. Die Kunden wollen bessere Leistungen, der Chef fordert jährlich mehr und privaten Umfeld und vor allem auch im Bereich BDSM wird der Leistungsdruck immer größer. Der Griff zu Medikamenten oder Rauschmitteln verbreitet sich immer weiter.

Unser Körper ist ein Wunder der Natur. Man sollte ihn eigentlich viel mehr schätzen und ihn auch ehren. Die Verehrung von Körperteilen könnte hier schon ein Anfang sein. Unser Körper passt sich jeder Lebenslage perfekt an und in gewissen Ausnahmesituationen gerät unser Körper in Alarmbereitschaft.

Solche Situationen können auch im Bereich BDSM hervorgerufen werden. Manche Spielpartner wollen sogar bewusst diesen Rausch, damit sie hier ihre Grenzen erweitern können. Leider ist dieser Rausch teils künstlich und chemisch hervorgerufen durch Medikamente oder gar andere Betäubungs- oder Rauschmittel. Es kann ein Glas Wein zum Entspannen vor einer Session sein.

Viele (gerade männliche) BDSM-Spieler bevorzugen aber den Konsum diverser Aphrodisiaka während der Session selbst. Bekanntestes Beispiel ist wohl “Poppers”. Diese Stoffe werden eingeatmet und erweitern kurzzeitig die Herzkranzgefäße, was für einen kurzen Rausch über den ganzen Körper sorgt.

Da einige Herren unter großem Leistungsdruck leiden ist der Griff zu einem verschreibungspflichtigen Medikament auch inzwischen salonfähig geworden. Es handelt sich um den Wirkstoff “Sildenafil”, welchen die meisten am ehesten unter dem Medikament “Viagra” kennen. Anders als beim Poppers hält die gefäßerweiternde Wirkung nicht nur Minuten, sondern mehrere Stunden an.

Das Schlucken von Pillen oder Schnüffeln an Fläschchen bringt aber nichts, wenn man nicht sexuell erregt ist. Ohne die Lust im Manne ist diese “Medikation” praktisch vollkommen nutzlos.

Und ja auch Frauen greifen inzwischen zu diversen Rauschmitteln, damit sie entkrampfen und empfangsbereit sind, egal ob vaginal oder rektal. Gerade für das rektale Eindringen (egal ob in einen weiblichen oder männlichen Anus) machen inzwischen Gleitmittel die Runde, die eine leicht anästhetische Wirkung haben. Der Schließmuskel wird durch diese lokale Betäubung zur Entspannung gezwungen, was ein schmerzfreies Eindringen von z.B. einem Penis, diversen Spielsachen, einem Finger oder gar einer Faust ermöglicht.

Aber was hat das jetzt alles mit BDSM zu tun? Na ganz einfach… wir setzen uns selbst unter Druck und manche Spielpartner haben eben dann eine Session, wenn sich die Zeit ergibt. Und da man jede Chance nutzen möchte, egal ob man für eine Session bereit ist oder nicht, ist der Griff zu diversen chemischen Hilfsmitteln immer beliebter, was aber aus unserer Sicht mit äußerster Vorsicht zu genießen ist!

Wichtig: Die Einnahme von solchen Medikamenten oder Rauschmitteln sollte nicht ohne direkte Absprache mit einem Arzt erfolgen. Gerade Sildenafil ist ein verschreibungspflichtiges Medikament und die Medikation muss vorher ärztlich besprochen werden! Dubiose Internet-Quellen an dieser Stelle bitte dringend vermeiden!

Lieber einmal eine Session ausfallen lassen, wenn man nicht “bereit” ist und dafür zu einem anderen Termin die Session ohne Rauschmittel genießen. Nur in der heutigen Zeit des Internetdatings ist man gleich ein “Faker”, wenn man kurz vor Session-Beginn noch eine Absage schickt.

Der Leistungsdruck in einer BDSM-Session betrifft nicht nur den devoten Spielpartner, sondern auch den Dominanten. Beide sollten mit Kopf und Körper dabei sein, um die Session vollständig genießen zu können. Und seid euch dessen bewusst, dass man auch ohne jegliche Art von Rauschmitteln sehr viel Spaß im Bereich BDSM haben kann! Wenn der Penis schlaff ist, dann kann man ihn ja auch perfekt in einen Keuschheitsgürtel stecken. Und es muss sich ja nicht immer alles um den Anus oder Vagina drehen. Es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten und sei es die Massage mit der Hand oder einer geübten Zunge.

Unser Rat: Geht es langsam an. Schaltet einen Gang zurück und setzt euch selbst nicht unter Druck. Wenn ihr euch selbst nicht unter unnötigen Druck setzt, dann können es auch keine anderen. Was aber nicht heißt, dass ihr psychisch und auch physisch in einer BDSM-Session gefordert werden könnt. Ohne Fleiß kein Preis, aber alles im Rahmen und in Maßen. Weniger ist manchmal mehr, es sind die kleinen Dinge, die zählen! Es kann auch nur das Knien vor dem Herren oder der Domina sein, oder ein angelegtes und abgeschlossenes Halsband, während man mit dem Dominanten gemeinsam auf dem Sofa kuschelt.

BDSM-Partner sollten miteinander wachen und sich nicht gegenseitig zerstören. Sollte der Leistungsdruck zu groß sein, dann könnte euch das auch (unabhängig von einer temporären Unzufriedenheit) in eine Depression stürzen und das wollen wir auf jeden Fall vermeiden! Also passt bitte aufeinander auf!

3 Gedanken zu „Leistungsdruck im BDSM“

  1. Hilfe, ich krieg grad keinen hoch! Ich hab einen Megaschupfen, bin verkatert, restlos abgehalftert nach einem Scheiss-Tag. Einfach nicht fit. Und in einer halben Stunde klingelt der Kerl an der Tür, für den ich der strunzgeile Hengst bin – in seiner Vorstellung.
    Doof, eh?
    Und nein, ich ballere mich nicht zu mit irgendeinem Mittelchen, um dem Image gerecht zu werden.
    Nein, ist blöd gelaufen und ich habs verkackt. Tut mir leid, wirklich, aber es ist so. Dafür steh ich gerade und der Kerl muss damit leben, daß er mit mir zusammen ein Bier trinkt, wir zusammen was kochen, uns was Nettes erzählen und Action ausfällt wegen Nebel. Alternative kann sein, man wills ums Verrecken und einer von beiden kollabiert. So geschehen unlängst und das war kurz vor einem Notarzteinsatz. Da hat der Spass ein Loch. Soviel Arsch in der Hose muss sein, daß man rechtzeitig die Bremse zieht. Es ist nicht egal, wie es einem geht. Und es ist nicht egal, wie es dem anderen geht. Wie der Dennis so schön und so gerne sagt: Holzauge sei wachsam!

    1. Soso… sag ich das so gerne?
      JA! Liebe Leser, Gesundheit geht vor! Wenn es einem Beteiligten nicht gut geht, dann muss die Session eben warten! Vorsicht ist besser als Nachsicht und lieber Martin, wir freuen uns sehr, dass auch du diese Meinung mit uns teilst! Weiter so! Danke!

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