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Psychologische Kriegsführung

In einer hierarchischen Beziehung kann es zu interessanten Dialogen kommen. Während es zu gewissen Anweisungen kommt, verspürt man immer häufiger eine gewisse Gegenwehr. Und das daraus resultierende Psycho-Spiel ist manchmal erregender als das physische Pendant. Willkommen in der psychologischen Kriegsführung.

Immer häufiger offenbaren uns unsere Gesprächspartner ihre Sehnsüchte, ihre Träume und ihre Wünsche. Es wären nicht wir, wenn wir der jeweiligen Person dann nicht einen entsprechenden Schubs geben würden. Doch nicht jeder lässt sich motivieren. Was wir dann erleben, ist kein Einzelfall. Wir versuchen es euch an einem Beispiel näherzubringen.

  • Leser: Ich würde gern einen KG tragen.
  • Fesselblog: Hast du einen?
  • Leser: Ja.
  • Fesselblog: Dann leg ihn jetzt an und schick uns ein Beweisbild!
  • Leser: Nein!
  • Fesselblog: Das war keine Bitte, du wirst ihn jetzt anlegen!
  • Leser: Nein!
  • Fesselblog: Dann halt nicht.
  • Leser: Oh, warum jetzt doch nicht mehr? Ich bin doch geil drauf!
  • Fesselblog: Dann leg ihn jetzt an!
  • [… nach langer Diskussion erfolgte der Einschluss…]
  • Leser: Lasst mich wieder raus! Ich halte es nicht aus!
  • Fesselblog: Du bist doch geil darauf! Du wolltest verschlossen werden! Jetzt lass ihn auch für [vereinbarte Tragedauer] dran!
  • Leser: Nein, nein, nein! Ich halte es nicht aus! Ich leg ihn jetzt ab, mit oder ohne eurer Erlaubnis!
  • [… nach spätestens einem Tag…]
  • Leser: Schade, dass der KG nicht mehr dran ist. Würdet ihr mich wieder zwingen ihn anzulegen?

Was ist passiert? Ein Leser hat sich bei uns gemeldet und hat um Unterstützung gebeten, dass er seinen KG (Keuschheitsgürtel) tragen muss. Er ist an diesem Thema so sehr interessiert, dass er ein entsprechendes Model käuflich erworben hat und dieses auch schon mehrfach getragen hat. Dennoch liegt es meist nur in der Schublade und da hat sich der Leser bei uns gemeldet. Wir sollten ihm dabei helfen, das Produkt auch zum Einsatz zu bringen.

Schnell wurde uns klar, dass es auf lange Sicht nicht um das Tragen des KGs ging. Es ging mehr um die psychologische Kriegsführung. Die Tatsache einen KG vor sich liegen zu haben und ihn vielleicht zu berühren war ein Einstieg. Doch es fehlte das Kopfkino. Mit einer fremdbestimmten Trageanweisung wurde das Kopfkino entsprechend entfacht. Tausende Gedanken schwirrten durch den Kopf unseres Gesprächspartners.

  • „Wie lange kann ich den KG am Stück tragen?“
  • „Wie lange würden die mich wohl darin schmoren lassen?“
  • „Ob der KG von anderen durch die Hose erkennbar ist?“
  • „Was würden die Kollegen in der Arbeit sagen, wenn wie das wüssten?“
  • „Was ist, wenn meine Familie das herausfindet?“
  • „Was mache ich im Notfall?“

Fakt ist, dass es während unseres Dialogs über die Ferne (über einen Smartphone-Messenger) zur Selbstbefriedigung unseres Gegenübers kam. Unser Dialog geilte ihn so auf, dass er durch wenige Handgriffe seinen sexuellen Höhepunkt erreichte. Findet guter Sex wirklich nur im Kopf statt?

Was wir lernen mussten ist die Tatsache, dass unserem Gegenüber die Vorstellung über das Tragen des KGs und das damit verbundene Psychospiel deutlich erregender war als das physische Tragen des KGs selbst. Das wäre, als würde man keinen Kaffee trinken und trotzdem in den Supermarkt gehen und sich Kaffee kaufen. Und dann würde man eine außenstehende Person bitten unter Zwang diesen Kaffee trinken zu müssen. Schnell stellt man sich die Frage, warum er denn den Kaffee kauft, wenn er ihn denn nicht trinken möchte. Genauso könnten wir unseren Gesprächspartner fragen, warum er denn einen KG kauft, wenn er ihn dann nicht trägt und er eigentlich nur das Psychospiel erregend findet und die eigentliche physische BDSM-Erfahrung quasi irrelevant ist.

Erfahrungsgemäß haben die meisten dominanten Spielpartner kein Interesse an einem solchen psychologischen Schlagabtausch. Es gibt Anweisungen und denen ist Folge zu leisten. Einige Personen müssen erst noch lernen was es bedeutet sich zu fügen. Wenn der devote Spielpartner aber keinerlei Interesse hat sich zu fügen und man als Dom nur noch als Dienstleister für die Befriedigung des Kopfkinos des Gegenübers dient, dann sinkt das Interesse an neuen Spielpartnern immens, vor allem über die Ferne (Datingplattformen, sozialen Netzwerken, etc.).

Eine psychologische Kriegsführung kann spannend (und extrem zeitintensiv) sein, doch wir appellieren daran, dass wieder deutlich mehr der Fantasien in den Köpfen der BDSM-Liebhaber in die Tat umgesetzt werden! Spielt miteinander, genießt das Leben und passt aufeinander auf! Guter Sex findet im Kopf statt, aber gönnt eurem Körper auch diese gewissen Freuden und Leiden der BDSM-Welt. Wir wünschen euch viel Spaß!

Veröffentlicht von

Dennis

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

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