Gummistiefel

Gummistiefel im Kino – Kleider machen Leute (Teil 2)

Fremdbestimmung ist ein wichtiges Kernelement von BDSM. Viele BDSM-Spieler wünschen sich über die Session hinaus, dass ein Stück dieser Fremdbestimmung bestehen bleibt. Warum also dem devoten Partner nicht das Recht auf freie Kleiderwahl entziehen?

Manche Menschen tragen ein Stückchen BDSM verborgen im Alltag. Das kann ein gewisser Kleiderfetisch sein, wie z.B. eine Arbeitshose oder schwere Stiefel. Andere tragen ihren Fetisch lieber offen und auch für Außenstehende sichtbar und erkennbar, wie z.B. ein Halsband.

Doch für manche mag die Wahl der Kleider vollkommen irrelevant sein. Es geht nicht darum, was genau man trägt, sondern eher darum, dass es fremdbestimmt ist. Diese Macht kann ein dominanter Partner natürlich dazu nutzen seinen devoten Partner auf eine gewisse Weise in der Öffentlichkeit bloßzustellen und ihn zu erniedrigen. Für manche mag dieses Schamgefühl sogar sexuelle Erregung hervorrufen.

Aber reden wir noch über „normale“ Alltagskleidung? Na was ist denn nun normal? Sind Gummistiefel „normal“? Eigentlich schon, wenn man z.B. bei der Gartenarbeit ist, oder es stark regnet und man mit dem Hund draußen unterwegs ist. Und wie sieht es mit Gummistiefeln im Kino aus? Eine eher ungewöhnliche Vorstellung und doch sind es nur Gummistiefel.

Dieses abnorme Erscheinungsbild kann aber dafür sorgen, dass der Träger eben dieser Gummistiefel wie ein Magnet die Blicke auf sich zieht. Und die eigentliche Perversion findet in den Köpfen der Beobachter statt. Und das Faszinierende daran ist, dass kaum jemand diese Kleiderordnung in Frage stellen würde. In der Regel bleibt es bei irritierten Blicken.

So kann ein dominanter Partner auch mit „normaler“ Alltagskleidung, die ggf. nicht zur Situation passt, seinen devoten Partner dazu bringen, bewusst in der Öffentlichkeit im Rampenlicht zu stehen.

Und wenn ihr euch das Vorschaubild des Beitrags anschaut, dann werdet ihr einen treuen Leser des Blogs sehen, der uns um Unterstützung gebeten hat. Sein Wunsch ist es möglichst oft in seiner Freizeit ein Paar Gummistiefel zu tragen. Als er uns dann erzählte, dass er ins Kino geht, haben wir „die Falle“ zuschnappen lassen. Denn er durfte im Kino nicht nur Gummistiefel tragen, nein er durfte sie auch für alle sichtbar tragen.

Die Panik war ihm temporär ins Gesicht geschrieben, im Kino selbst war das mulmige Bauchgefühl auch dauerhaft vorhanden. Doch danach kam dann die Kehrtwende. Im Nachhinein war er über diese Erfahrung froh und dankbar. Ja es war sogar ein bisschen Geilheit mit bei den Gefühlen. Und wir werden ihm als Mentor weiterhin helfen in so mancher Alltagssituation die Stiefel anzubehalten oder bewusst anzuziehen. Das mag für viele jetzt nur das Schüren des Kopfkinos sein, aber auf der anderen Seite ist es doch die kleine Freude an einem „normalen“ Alltag, die uns das Leben versüßt.

Aufruf: Solltet ihr auch Unterstützung oder den nötigen Schubs in die richtige Richtung brauchen was Kleidervorschriften angeht, dann dürft ihr euch gern melden. Wir berichten auch gern über eure Erfahrungen in der Öffentlichkeit mit so manch situationsbedingt ungewöhnlicher Kleiderwahl.

Veröffentlicht von

Dennis

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

7 Gedanken zu „Gummistiefel im Kino – Kleider machen Leute (Teil 2)“

  1. Der Schubs.
    Dennis, das ist Dein neues Thema.
    Jawoll. Den brauchts tatsächlich in mancher Hinsicht. Erstens natürlich ist da mit einem Mal jemand, der kontrolliert, ob auch brav das gemacht wurde, was angeordnet war, wobei sich die Notwendigkeit ja stufenlos hochdrehen lässt – ein Schelm, wer Böses dabei denkt, aber wir wissen ja, was dem verspielten Freigeist so alles einfällt und auch, was dem gefällt, der es machen muss.
    Andererseits ist es tatsächlich eine Hilfestellung, wenn da jemand da ist, der eine positive Kontrolle ausübt, die Gewissheit, die Sicherheit vermittelt. Auch wenn die darin bestehen mag, dass alles mit einem ziemlich roten Arsch endet.
    Z.B.
    Und natürlich ist es eine hypererotische Komponente zu erkennen, dass man jetzt fällig ist und es kein Zurück gibt und man mit etwas Neuem, Unberechenbaren umgehen und fertig werden muss – Kopfkino mit einem vollkommen nicht einmal ansatzweise planbaren Nachspann.
    Da ist nix mit Vollkasko.
    Aber meist richtig schön, wenn Dich hinterher einer in den Arm nimmt, weil Du es gut gemacht hast und über Deinen eigenen Schatten gesprungen bist. Mut & Risiko.
    Das kann Dir niemand nehmen und wahrscheinlich gehört das dann zu den Erinnerungen, über die Du nur mit wirklich guten Freunden sprichst.

    1. Lieber Martin,
      wir haben selbst die Erfahrung gemacht, dass es ganz schön Überwindung kostet sich zum ersten mal in „Gear“ rauszutrauen. Man hat das Gefühl, alle Augen der Welt würden dich durchleuchten. Ernüchternd war dann die Tatsache, dass die meisten Mitmenschen und Passanten so mit sich selbst und ihren eigenen Problemen beschäftigt sind, dass sie einen gar nicht in voller Fetisch-Pracht warhnehmen.
      Schade eigentlich… ein so besonderer Moment für einen selbst und dann wird dem nicht genügent Tribut gezollt. Und eigentlich ist das auch total egal, denn es geht nicht darum unbedingt aufzufallen, sondern es geht darum seine Träume zu verwirklichen. Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.
      Also die Gear anziehen, die man geil findet und in der man sich wohl fühlt und dann raus mit euch! Genießt das Leben!

  2. Der Artikel beschreibt wirklich sehr gut, was mich sehr reizt: Zum Vergnügen eines Tops Kleidung oder nur einzelne Kleidungsstücke in der Öffentlichkeit tragen zu müssen (dürfen), die zwar grundsätzlich nicht klar einen Fetisch darstellen, aber dennoch ungewöhnlich und dadurch vielleicht auffällig sind.

    Derartiges habe ich bislang noch nicht oft gemacht, da der entsprechende Top fehlt. Vor einigen Jahren habe ich einmal für einen Top schwarze Buffalo-Plateauschuhe in der Öffentlichkeit getragen. Ich fand die Schuhe schon geil, aber sie sind für mich definitiv zu auffällig, um sie normalerweise zu tragen.

    Letztes Jahr hatte ich eine Abmachung mit einem befreundeten Top, mindestens dreimal die Woche im Freien in Saunasuits zu joggen. In der Regel habe ich dafür etwas weniger auffällige Varianten aus Nylon getragen – wenige Male aber tatsächlich PVC-Anzüge. Leider haben mich bereits zweimal Knieprobleme zum Abbruch gezwungen, aber so bald es möglich ist, mache ich damit weiter. Die Situation hatte somit zwei Komponenten: Einerseits das in gewisser Weise unübliche Outfit, das seinem Namen alle Ehre macht und einen zum Schwitzen bringt, und andererseits der Sportdrill. Zu Beginn hatte ich so große Hemmungen, von vielen Personen gesehen zu werden, dass ich im Sommer bereits um 5 Uhr früh aufstand. Letztendlich ist’s aber eine wunderbare Kombination, die mich sehr zum Sport motiviert hat.

    Ich habe eine große Vorliebe für Sachen aus glänzendem Nylon wie Trainings- oder Saunaanzüge, Bomberjacken oder manche Regensachen/-overalls. Reizvoll wäre aber auch ein Baselayer in Form von Neoprensachen – denkbar auch in Verbindung mit einer (zu) warmen Jacke, so dass mitunter das partielle Zeigen des Neoprens unvermeidbar wird.

    Mein Traum wäre mal ein Wochenende bei einem Top, der mir morgens das Outfit für den Tag rauslegt, und mit dem ich auch Zeit in der Öffentlichkeit verbringen würde. Teil des Outfits können auch Accessoires sein, die nicht sichtbar sind, aber für den Träger spürbar sind.

    VG
    Rob

    1. Hallo Rob,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Wir können dich sehr gut verstehen. Der Punkt mit der Fremdbestimmung ist allgemein im BDSM weit verbreitet und auch gewünscht, wenn nicht sogar gefordert. Und wir hoffen natürlich sehr, dass eine dominante Person dir bald vorschreibt, welche Kleidung du zu tragen hast, egal ob Zuhause oder in der Öffentlichkeit!
      Viele Grüße
      Dennis vom Fesselblog

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