Gründe einen Keuschheitsgürtel aufzuschließen

Einige Personen wünschen es sich in einem Keuschheitsgürtel verschlossen und damit keusch gehalten zu werden. Doch die Freude sinkt, wenn das Schloss “klick” macht und so stellt sich die Frage, ob es überhaupt einen Grund gibt das Schloss jemals wieder zu öffnen. Gibt es denn wirklich die Möglichkeit dauerhaft verschlossen zu sein?

Die Vielfalt an Keuschheitsgürteln und Keuschheitsschellen überschwemmt den Markt. Für jedes Genital die passende Auswahl. Und neben den günstigen Einsteigervarianten gibt es natürlich die maßgeschneiderte Lösung. Doch in all den Gedanken geht es meist darum den Keuschheitsgürtel anzulegen. Nur selten geht es (auch in unseren Beiträgen) darum den Keuschheitsgürtel abzulegen. Warum sollte ein Keyholder denn auf die Idee kommen den Schlüssel zu nehmen und den Keuschling aus seiner Lage zu befreien?

Es gibt durchaus viele Gründe, warum man einen Keuschheitsgürtel aufschließen kann/soll/muss. Man könnte anstatt Gründe auch Argumente sagen. Und wie in jeder Argumentation gibt es Argumente, die mehr oder weniger gewichtet werden. Wir nennen euch ein paar Beispiele, welche ihr natürlich sehr gern ergänzen dürft.

Medizinischer Notfall

Etwas, was nicht passieren soll, kann dennoch eintreten: Es gibt einen medizinischen Notfall. Immer wieder wird beim BDSM über einen “Notschlüssel” diskutiert. Nehmen wir mal an der Keuschling hat einen Keyholder. Sprich alle Schlüssel (meist zwei bis drei Stück) behält der Keyholder. In Einzelfällen wird ein versiegelter Schlüssel als Notschlüssel beim Keuschling hinterlegt. Das empfiehlt sich, wenn Keyholder und Keuschling nicht in einem Haushalt leben. Manchmal trennen beide Personen räumlich mehrere hundert oder gar tausend Kilometer. Bei einem medizinischen Notfall muss es schnell gehen. Schloss auf, Keuschheitsgürtel ab und gut. Aber was ist denn nun ein medizinischer Notfall? Eine Morgenlatte und der damit verbundene Druck auf dem Penis und den Hoden? Nein, ganz bestimmt nicht! Aber wenn die Hoden schmerzen oder sich gar dunkel verfärben könnte es durchaus ein medizinischer Notfall sein. Ebenso eine Untersuchung beim Arzt kann erfordern, dass der Keuschheitsgürtel abgenommen werden muss. Beim Zahnarzt wohl eher nicht, aber beim Urologen oder bei Untersuchungen, bei denen jeglicher “Schmuck” am Körper abgelegt werden muss, zum Beispiel eine Computertomographie.

Das war aus unserer Sicht der wichtigste Grund, deshalb haben wir diesen zuerst genannt. Kommen wir zu weiteren Gründen bzw. Argumenten für einen Aufschluss:

Körperhygiene

Schon mal etwas von “Käseschmiere” gehört? Also jetzt nicht zu verwechseln mit der Käseschmiere auf Neugeborenen. Wir meinen hier “Smegma praeputii” (kurz: “Smegma”) oder auch Vorhauttalg genannt. Es handelt sich um eine weiße bis hellgelbe Substanz, welche sich unter der Vorhaut am Eichelrand bildet. Meist besteht es aus abgestoßenen Körperzellen (Haut), Bakterien, Körperschweiß, Urin- und Spermaresten. Und gerade weil hier Bakterien sich schnell verbreiten kann es nicht nur optisch unansehnlich sein (was unter dem Keuschheitsgürtel eigentlich irrelevant wäre, da man den verschlossenen Penis eh nicht sieht), sondern auch zu einer entsprechenden Geruchsbildung führen. Und wenn es im Genitalbereich stinkt, dann sollte man sich waschen. Doch das Waschen wird durch einen angelegten Keuschheitsgürtel stark erschwert. Je nach Modell kann man mit einem Sitzbad oder einer Dusche die Reinigung erzielen.

Aber gerade bei unbeschnittenen Männer ist es je nach Keuschheitsgürtel schwer bis unmöglich die Vorhaut zur Reinigung nach hinten zu ziehen. Das bedeutet aber nicht, dass sich dieses “Smegma” bei beschnittenen Männern nicht bildet. Von daher empfiehlt es sich den Keuschling temporär zu befreien um die entsprechende Reinigung vorzunehmen. Vorrangig empfiehlt es sich, wenn es sich hierbei um einen kontrollierten Aufschluss handelt und für die Reinigung die Hände des Sklaven auf den Rücken gefesselt werden. Sicher ist sicher! Bei diesem Anlass kann man das Intimhaar auch gleich noch kürzen. In welchem Intervall ein Reinigungs-Aufschluss empfehlenswert ist, hängt stark von ab, was der Verschlossene beruflich macht. Bei Bürohengsten werden sich die Reinigungsintervalle anders gestalten als bei einem Handwerker, der täglich körperlich an seine Grenzen gebracht wird. Wir empfehlen mindestens ein- bis zweimal in der Woche. Eure Mitmenschen werden es euch danken!

Zudem sollte bei der Körperhygiene geprüft werden, ob es Wunden oder Scheuerstellen im Intimbereich gibt. Hier sollte ggf. eine Wundversorgung stattfinden. Doch von medizinischen Notfällen und der Körperhygiene abgesehen, welche Gründe mag es noch geben?

Wechsel des Keuschheitsgürtels

Manche Keuschlinge haben mehrere Keuschheitsgürtel bzw. Keuschheitsschellen. Nicht jede dieser Lösungen sind alltagstauglich. Ein Voll-Keuschheitsgürtel mag zum Beispiel beim Fahren eines Fahrrads weniger geeignet sein als eine “einfache” Keuschheitsschelle. Aber nicht nur die Bauform kann für den Wechsel entscheidend sein, sondern auch die Größe der Penisröhre bzw. des Penishäfigs oder das Material des Keuschheitsgürtels. Manche Keuschlinge haben Probleme mit der Morgenlatte. Von daher könnte eine größere bzw. längere Penisröhre für die Nacht weniger schmerzhaft sein als eine kurze Röhre, bei der die Morgenlatte keine Möglichkeit für eine entsprechende Entfaltung hat. Das Material kann zum Beispiel bei Hautirritationen oder Reisen ein wichtiger Faktor sein. Manche Personen bekommen bei dauerhaftem Hautkontakt mit Metall entsprechende schmerzhafte Hautreizungen. Hier wäre ein Wechsel zwischen Metall und Kunststoff empfehlenswert. Natürlich kann man das gleich mit der entsprechenden Körperhygiene kombinieren. Das Thema Reisen hört man immer wieder bei Flughafenkontrollen. Eine Keuschheitsschelle aus Kunststoff ist beim Körperscanner weniger auffällig als ein Modell aus Metall.

Exkurs: Ein direkter persönlicher Kontakt von uns arbeitet bei der Personenkontrolle eines Flughafens (in Detuschland). Rückblickend auf die letzten zehn Jahre gab es keinen einzigen Fall, bei dem ein Keuschheitsgürtel auf dem Körperscanner erschienen ist. Es gab durchaus Intimpiercings, aber einen Keuschheitsgürtel konnte er noch nie erblicken. Die Frage ist natürlich, ob das Thema "Keuschheitsgürtel auf Flugreisen" ein Ammenmärchen ist oder ob alle Keuschlinge bei Flugreisen bewusst auf Modelle aus Kunststoff wechseln?

Welche Erfahrungen habt ihr beim Wechsel zwischen den Modellen? Schauen wir uns die nächsten Gründe für einen Aufschluss an:

Teasing und Edging

Was gibt es denn Schöneres, als einen devoten Spielpartner ein wenig zu ärgern? Manche Keuschlinge werden von ihren Keyholdern temporär befreit, damit sie an der Stelle sexuell stimuliert werden. Natürlich ist die Voraussetzung, dass es nicht zum sexuellen Höhepunkt kommt. Schon mal einen sexuell erregten Mann unter eine kalte Dusche gestellt?

Teaser kennen manche vielleicht vom Kino. Es handelt sich hier um eine Filmvorschau, bei der man nur einen kleinen Vorgeschmack auf den Film bekommt. Und genau darum geht es beim sexuellen Teasing auch. Der devote Partner bekommt also einen Vorgeschmack darauf was sein könnte, wenn er (dauerhaft) unverschlossen wäre.

Beim Edging (vom englischen “edge” für Kante, Rand oder Grenze) geht es um entsprechende Grenzerfahrungen. Sprich ein Keuschling wird bewusst bis kurz vor den sexuellen Höhepunkt gebracht um dann die Handlungen einzustellen. Der sexuelle Höhepunkt wird somit nicht erreicht und nach dem Edging wird der Keuschling wieder sicher verschlossen. Dieses permanente “Hinhalten” ist nicht einfach und gerade für Männer, die im wahrsten Sinne des Wortes “schnell kommen” muss man als dominanter Partner stark aufpassen, dass der Höhepunkt eben nicht erreicht wird. Eiswürfel oder wie zuvor bereits erwähnt eine kalte Dusche können hier Abhilfe schaffen.

Wunsch des Keyholders

Ein Keyholder entscheidet, wann sein Keuschling verschlossen wird und wie lange er oder sie verschlossen bleibt. Doch es kommt vielleicht der Moment, an dem der Keyholder beschließt, dass der Keuschheitsgürtel bewusst abelegt wird. Das bedeutet nicht, dass der Keuschling nicht mehr keusch sein muss. Viele devote Spielpartner gehen davon aus, dass sie erst dann keusch zu leben haben, wenn sie aktiv verschlossen sind. Es gibt aber auch viele BDSM-Beziehungen, bei denen der devote Partner auch gänzlich ohne Keuschheitsgürtel keusch gehalten wird.

Welche Gründe gibt es noch?

Natürlich wird es noch viele andere Gründe geben, warum man einen Keuschheitsgürtel aufschließen bzw. ablegen sollte. Welche Argumente fallen euch noch ein? “Keine Lust” ist übrigens kein Grund, denn ein Sklave und Keuschling muss per Definition keine Lust dazu haben… wo kommen wir denn sonst hin? Wunschkonzert,… nein!

Was uns an dieser Stelle leider fehlt sind die Erfahrungen von Frauen. Gerade was die Schleimhäute in der weiblichen Scheide angeht ist der Faktor Körperhygiene ebenfalls sehr wichtig. Da haben es männliche Keuschlinge deutlich einfacher, da kann man schon mit einer günstigen Keuschheitsschelle das gewünschte Keuschheitserlebnis erzielen. Doch bei einer Frau muss man hingegen auf einen “Voll-Keuschheitsgürtel” zurückgreifen. Und wie sieht es dann mit der monatlichen Regel aus? Alles nicht so einfach, wie bei einem Mannsbild. Vielleicht meldet sich noch eine devote Frau, die von einer dominanten Person keusch gehalten wird, bei uns und teilt ihre Erfahrungen mit uns,… mit euch! Wir würden uns sehr freuen. Wir freuen uns auf eure Nachrichten und Kommentare.

5 Gedanken zu „Gründe einen Keuschheitsgürtel aufzuschließen“

  1. Zum Exkurs: Eigentlich habe ich den KG an der Sicherheitskontrolle am Flughafen immer im Handgepäck. Dann kann ich ihn, bevor es ins Flugzeug geht, gleich wieder anlegen. Bei meinem letzten Flug war es anders. Nachdem beim Flug zuvor die Security mir einen gelben Fleck auf dem Körperscanner im Schritt gezeigt haben und spaßig fragten, warum es da gelb sei und dann beim Zusammensammeln des Handgepäcks und der anderen Dinge, die durchleuchtet wurden, der nächste ankam, und meinte, ich würde zu lange brauchen und sollte mal mitkommen – es ging hinter den Vorhang und er mache einen Sprengstoffabstrich am Koffer – dachte ich beim nächsten Flug, es wäre nicht nötig dem KG abzumachen. Statt der gähnenden Leere zur gleichen Zeit, war extrem viel Betrieb. Clowns gab es wohl auch nicht zum Frühstück. Ich musste nun aber dadurch. Und was passierte? Nichts. Der Körperscanner zeigte nichts an, worauf man reagierte. Übrigens ich trage einen Edelstahl-KG. Vielleicht ist er aber nur zu klein?

    1. Hallo Oberfoehringer.
      Vielleicht zählt es zu “Intumschmuck”. Vielleicht dachten die Mitarbeiter vom Flughafen, dass es sich auf dem Scanner um die Gürtelschnalle handeln könnte. Aber es ist gut zu wissen, dass du hier keine Negativerfahrungen gemacht hast!
      Dann ist die Personenkontrolle am Flughafen für dich also kein Grund mehr den KG ablegen zu müssen…!?

      Viele Grüße
      Dennis vom Fesselblog

    2. Die Körperscanner haben einen Vorteil: Sie reagieren auf verschiedene Temperaturen auf der Körperoberfläche und nicht auf verschiedene Stoffe.

      Da eine Schelle ja direkt am Körper anliegt und vollen Körperkontakt hat, ist der Temperaturunterschied wahrscheinlich zu gering um einen Alarm auszulösen.

      Besonders adipöse Personen können so z.B. ein Messer in ihre “Speckfalten” schieben, es würde kein Alarm ausgelöst werden. Da sind die alten Metalldetektoren sicherer.

      Beim Voll-KG sieht das natürlich anders aus.

  2. Hallo,

    früher – zu Zeiten als nur Metalldetektoren im Einsatz waren – bin ich regelmäßig mit KG durch die Sicherheitskontrollen gegangen. Damals habe ich einen CB-3000 und ähnliches getragen, und das kleine Schloss hatte wohl nicht genug Metall, um den Alarm auszulösen.
    Dann kamen die Körperscanner und ich hatte doch ‘Bammel’ davor. Viele Jahre habe ich dann meinen Steelworxx Revenge immer vorher abgelegt, bin durch die Sicherheitskontrolle gegangen und habe ihn danach auf der Toilette wieder angelegt. Ein eher blödes Verfahren, da es bedeutete, dass ich ja zumindest für eine gewisse Zeit nicht unter Fremdverschluss war.
    (Ich habe übrigens in der Zeit zweimal den KG, der sich ja im Handgepäck befand, auspacken und vorzeigen müssen. Die Erklärung “Sex-Spielzeug” genügte aber beide Male auf die Nachfrage, wozu das gedacht sei.)
    Irgendwann habe ich mir dann zusätzlich einen Holy Trainer Nub zugelegt. Und mit dem habe ich dann auch den Versuch gewagt, mit KG durch die Bodyscanner zu gehen. Das erste Mal war extrem aufregend, aber es passierte nichts – zumindest wurde im Schritt nichts angezeigt. Auch beim nächsten Flug gab es keine Komplikationen – lediglich die Armbanduhr wurde ‘erkannt’. Und so bin ich danach dann immer wieder mit dem HT gereist. Gelegentlich wurde auch mal der Schritt gelb markiert, aber die Kontrolle erstreckte sich dann auf Gürtel und Abtasten des Hosenbundes; in den Schritt hat nie einer getastet.
    Ich habe allerdings keine Erfahrung mit einem Stahl-Käfig (also dem Revenge). Und bei einem Voll-KG (Carrara) bin ich mir ziemlich sicher, dass der auffällt.

    1. Vielen Dank, dass du deine Erfahrungen mit uns teils. Vielleicht nimmt das dem einen oder anderen Keuschling die “Scheu” davor mit einem angelegten KG durch die Sicherheitskontrolle gehen zu müssen. Und vielleicht hat sogar jemand Erfahrungen mit einem Voll-KG bei der Sicherheitskontrolle. Gerne könnt ihr diese und weitere Erfahrungen mit uns teilen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

drei + 19 =