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Kaffee, Tee, Handschellen?

Gastfreundschaft wird gern groß geschrieben. Manche Gäste würden sich bei einem Treffen gern mehr wünschen, haben aber Hemmungen ihre Sehnsüchte laut auszusprechen. Sollte man ihnen proaktiv gewisse Dinge anbieten, um das Eis zu brechen?

Wer von euch war schon mal zu Gast bei Freunden oder Bekannten und hat sich dann im Laufe des Zusammenseins gern mehr gewünscht? Die Hemmschwelle kann groß sein. Auch wir können von solchen persönlichen Erfahrungen berichten. Vor Jahren waren wir bei Freunden und wir wussten, dass nebenan ein Spielzimmer ist. Aus Höflichkeit haben wir damals nicht gefragt, ob wir gemeinsam dort reingehen könnten. Und nach vielen spannenden Gesprächen kam beim Abschied ein sehnsüchtiger Blick auf genau diese Türe und dann hieß es von den Gastgebern nur: „Hättet ihr halt etwas gesagt!“ Doch da war es schon zu spät. Beim nächsten Treffen war das Ganze von Seiten der Gastgeber etwas proaktiver.

Fetischkleidung am Kaffeetisch

BDSM ist für viele Freunde restriktiver Spielarten mehr als nur sexuelle Lustbefriedigung. Es ist eine Lebenseinstellung. Und diese Freude erstreckt sich dann logischerweise auch auf den Alltag. Das Tragen von Fetischkleidung oder das Verwenden restriktiver Spielsachen wird zur Normalität. Das kann ein Halsband sein oder eine kleine abgeschlossene Kette um den Fußknöchel. Nicht alle Kleidungsstücke aus dem Fetischbereich sind immer gleich für alle Mitmenschen sichtbar. Es könnte sich auch um spezielle (ggf. abgeschlossene) Unterwäsche handeln.

Die meisten Gastgeber möchten, dass sich ihre Gäste wohl fühlen und sie gemeinsame Zeit genießen. Nicht verwunderlich, dass man den Ausspruch „fühlt euch wie Zuhause“ in diesem Zusammenhang oft hört. Doch was würde ein BDSM-Liebhaber wohl im eigenen Heim anstellen? Sich vermutlich etwas Bequemes anziehen. Warum nicht also zu Freunden Kleidung tragen, in welcher man sich wohl fühlt. Für den einen ist es eine Jogginghose, für den anderen ein Gummianzug.

Darf es ein bisschen restriktiver sein?

Es kommt natürlich immer darauf an, in welcher Umgebung man sich befindet. Im privaten Bereich ist es anders als in einem öffentlichen Café. Im Privaten kann man seinen Gästen durchaus restriktive Mittel anbieten. Wie wäre es mit Handschellen zum Kaffeetrinken? Oder möchte der devote Gast vielleicht lieber seinen Kuchen aus einem Napf speisen?

Wenn sich befreundete Paare treffen, welche in einer hierarchischen Beziehung leben, bieten solche Treffen Potentiale. Hier kann ein Sub an der Leine geführt werden oder auf dem Boden knien, ohne dass Außenstehende irritiert daher schauen. Es ist normaler Alltag. Und so braucht man seine eigenen Spielsachen nicht unbedingt mitbringen, sondern kann aus dem Fundus vor Ort profitieren. Zudem können Spielsachen von anderen magischer sein als die eigenen.

Brauchst du noch etwas für deinen Sub?

Es ist ein Irrglaube, dass es bei einem Treffen von BDSM-Freunden immer gleich zu einer Session kommt. Die meisten Sessions haben die sexuelle Lusterfüllung als Ziel. Doch auch im privaten Umfeld kann man ohne einer expliziten Session BDSM ausleben. Der Sub kann beim Kaffeetrinken Fesseln tragen oder wird für einen gemütlichen Filmeabend in eine Zwangsjacke gesteckt. Doch die Frage ist, ob man als Gast darum bittet oder der Gastgeber es aktiv anbietet.

Erlebnisse eines devoten Lesers

„Vor ein paar Jahren habe ich zwei nette Kerle über die blauen Seiten kennengelernt. Nach ein paar persönlichen Treffen entwickelte sich daraus eine Freundschaft. Sessions oder gemeinsamen Sex gab es zwischen uns eigentlich nicht, es war mehr der verbale Erfahrungsaustausch. Eines Tages war ich zum Mittagessen eingeladen und einer meiner Gastgeber meinte, dass ich am Hals viel zu nackt sei. Ehe ich mich versah, trug ich ein abgeschlossenes Lederhalsband. Das Mittagessen durfte ich am Tisch genießen, die Nachspeise wurde mir in einem Hundenapf serviert, welcher auf den Boden gestellt wurde. Danach haben wir es uns auf dem Sofa gemütlich gemacht und viel gesprochen. Als ich abends nach Hause gehen wollte, hätte ich fast das Halsband vergessen. Einer meiner Gastgeber kam mir mit den Schlüsseln entgegen und meinte nur, dass er mir das doch lieber abnimmt, bevor ich nach Hause fahre. Ich bin froh, dass die beiden so selbstverständlich mit mir umgegangen sind, auch wenn wir keinen Sex hatten und vermutlich auch nie haben werden. Mit dem Halsband hatte ich das Gefühl vollständig zu sein und mich nicht verstecken zu müssen.“

Eisbrecher

Viele BDSM-Liebhaber gehen mit ihren Vorlieben verspielt um. Und wenn man unter Freunden ist, dann dürfen manche Spielsachen auch offen liegen bleiben. Viele Personen verstauen ihre Sexspielsachen dann doch lieber in einem Raum oder einem Schrank, doch unter Gleichgesinnten dürfen solche Sachen auch griffbereit liegen bleiben. Wenn die Spielsachen sichtbar sind, dann kann dies ein Eisbrecher sein. Das bedeutet jetzt nicht, dass man bewusst sein ganzes Hab und Gut auf den Esszimmertisch packt. Manche Dinge können unbewusst wahrgenommen werden. Die Hundeleine an der Garderobe. Ein Halsband auf dem Sofa. Handschellen auf dem Küchentisch. Ein Hundenapf auf dem Esszimmerboden. Ein zusätzlicher Eisbrecher kann es sein, wenn der Gastgeber selbst schon Fetischkleidung trägt.

Heranführen von Neueinsteigern

Vor einiger Zeit hatten wir ein Treffen mit Freunden. Ein junger Mann wollte sich dazu gesellen und uns war bewusst, dass das Thema BDSM ihn fasziniert, er aber schüchtern ist. Also haben wir das Treffen etwas offensiver geplant. Als der junge Mann zu Besuch kam, hatten wir zusätzlich einen Haussklaven bei uns. Dieser trug einen Trainingsanzug und ein Halstuch. Mit diesem Outfit öffnete er unserem Neuankömmling die Haustüre. Nach einer kurzen Kennenlernrunde gaben wir unserem Haussklaven ein Signal. Er nahm das Halstuch ab und darunter erschien sein abgeschlossenes Lederhalsband. Dann zog er den Trainingsanzug aus, unter welchem er keine Unterwäsche trug. Das Einzige, was für alle sichtbar war, war eine Keuschheitsschelle aus Metall. So stand er vor uns, für alle sichtbar. Die Augen unseres jungen Gastes fingen bei diesem Anblick an zu leuchten. Der Haussklave deckte in wenigen Minuten den Tisch, der selbstgebackene Kuchen stand auf dem Tisch und der junge Mann war immer noch wie hypnotisiert. Auf die Frage nach „Kaffee, Tee, Handschellen…“ kam nur ein leises „Ja“ geflüstert, was allen Anwesenden ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Für was sich unser Neueinsteiger dann am Ende entschieden hat, bleibt unser Geheimnis. Es sollte aber nicht das letzte Treffen gewesen sein.

Und wie sieht das bei euch aus? Bietet ihr euren Gästen auch ab und zu diverse Fesselutensilien oder Fetischkleidung an? Oder wurde euch bei Freunden schon derartiges angeboten? Wie sind eure Erfahrungen damit im Kreise von Freunden und Bekannten BDSM im Alltag auszuleben, ohne gleich direkt eine Session haben zu müssen? Wir freuen uns auf eure Zusendungen!

Veröffentlicht von

Dennis

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

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