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Hautreizungen und Ausschläge – Dermatologische Behandlung

Wenn man vom größten Organ unsere Körpers spricht, da denken viele zuerst an die inneren Organe. Dabei ist allgemein bekannt, dass die Haut das größte Organ des menschlichen Körpers ist. Und man kann die Haut hervorragend auch in BDSM-Spielereien einbeziehen, doch das hat seine Grenzen.

Zuerst ein paar Fakten über unsere Haut: Bei erwachsenen Personen kann sie bis zu zwei Quadratmeter Fläche bedecken und knapp über 10 kg wiegen, was einen nennenswerten Teil des menschlichen Körpergewichts ausmacht. Die Haut hat mehrere Schichten und viele Funktionen. Die wohl wichtigste Funktion ist der Schutz des Körpers. Die Haut ist aber auch ein wichtiges Sinnesorgan, denn nur mir ihr ist der Tastsinn überhaupt möglich.

Berühren, Streicheln, Schlagen,… es gibt viele Empfindungen, welche mit der Haut gefühlt werden können. Mit tausenden Sinneszellen und meterlangen Nervenbahnen ist die Haut das wohl faszinierendste Organ des Körpers. Und auch im BDSM können wir diese Funktionen der Haut für die Lustgewinnung nutzen. Eine Wäscheklammer auf der Haut, ein Tropfen heißes Wachs auf der Haut, einen Schlag auf die Haut, einen Biss in die Haut oder ein Eiswürfel, der über die Haut gleitet. Wärme, Kälte, Schmerz, Lust, unsere Haut ist ein Multitalent, doch hat sie auch Grenzen.

Eine Haut kann die Spuren unseres Handelns nicht verstecken. Nach einer Spanking-Session ist der Hintern errötet. Bei manchen Devoten ist es nach einem Tag verschwunden, andere behalten die Spuren über mehrere Tage oder gar Wochen. Man sagt immer, dass unsere Haut ein Gedächtnis hat. Unser Gehirn kommuniziert unaufhörlich mit der Haut. Nehmen wir an, man bekommt zum ersten Mal an die Nippel entsprechende Klammern oder Nippelklemmen angelegt. Unsere Haut meldet dem Gehirn „Achtung Schmerz“ und wir empfinden Schmerz. Unser Gehirn merkt sich also, dass diese Spielart Schmerzen verursacht und wenn das nächste Mal jemand Klammern ansetzen möchte, dann wird man sich dem entziehen wollen, weil Schmerzen bekanntlich mit negativen Gedanken verbunden sind.

Doch dann kommt die Geilheit dazu und man empfindet Lustschmerz. Man lässt diese Tortur also über sich ergehen und die Haut meldet dieselben Signale wie beim ersten Mal. Doch im Gehirn wird die ursprüngliche Botschaft „Achtung Schmerz“ umgewandelt in eine sexuell erregende Nachricht und somit kann bei Schmerzen auch Lust empfunden werden. So kann man Schmerzen mit der Lust auf sexuelle Befriedigung verknüpfen. Doch man kann diesen Prozess nicht erzwingen. Bei vielen Menschen wird deshalb die Schmerz-Botschaft nach wie vor mit negativen Gedanken und Gefühlen verbunden sein.

Aber zurück zur Haut und ihren Grenzen: Immer mehr Leser berichten uns von Problemen mit der Haut. Nach dem Spanken tut die Haut am Hintern weh, das heiße Wachs hinterlässt Verbrennungen und die neue Sklavenhalskette oder der Keuschheitsgürtel hinterlassen einen juckenden und brennenden Ausschlag auf der Haut.

Wovon kann das kommen? Viele Menschen leiden unter Allergien, was schon beim Heuschnupfen anfangen kann. Allergien gegen bestimmte Materialien kann man entgegen wirken, indem man entsprechende Materialien meidet. Es gibt Personen mit einer Latex-Allergie, diese müssen z.B. beim Tragen von Einweghandschuhen oder auch diversen Kondomen achtsam sein.

Doch viele Menschen wissen gar nicht, dass sie unter einer Allergie leiden. Sie werden dann erst darauf aufmerksam, wenn eine allergische Reaktion auftritt. Es können Ausschläge auf der Haut sein oder Atemnot. Im schlimmsten Fall kann eine allergische Reaktion lebensbedrohlich sein.

Welche Allergien sind uns bekannt? Leser haben uns mehrfach von verschiedenen allergischen Reaktionen bei Fetischkleidung oder BDSM-Artikel berichtet. So kann es bei billigem Leder, welches chemisch gegerbt wurde, vorkommen, dass man auf die chemischen Stoffe am Leder allergische Reaktionen auf der Haut hat. Ähnliche Reaktionen haben wir bei Gummi, Neopren, Metall, Klebemitteln (z.B. ein Klebeband) beobachtet. Manchmal ist billig nicht immer die beste Wahl. Wir wollen jetzt nicht auf dem aus unserer Sicht verbrannten Begriff „nachhaltig“ herumreiten, denn einige Produkte aus dem Bereich Fetisch und BDSM sind es eben nicht.

Zu beachten ist, dass eine Reaktion auf der Haut selten sofort eintritt. Meist kann dies eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen oder gar erst hervortreten, wenn es zu Reibungen auf der Haut mit entsprechender Schweißproduktion kommt. Einer unserer Leser hatte von Hautreizungen am Nacken berichtet, da er von seinem Master eine Sklavenkette angelegt bekommen hatte. Diese können durch das Metall selbst und die Schweißstellen an den jeweiligen Kettengliedern hervorgerufen werden. Hier noch ein Bild (analog zum Vorschaubild) ohne die Sklavenkette:

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Was kann man dagegen tun? Zunächst einmal sollte man nach einer Reaktion auf der Haut eine entsprechende Pause einlegen, sodass die Haut sich regenerieren kann. Und dann empfiehlt es sich Situationen zu meiden, in denen es zu weiteren Problemen mit der Haut kommen kann. Doch oft sind es nicht die Materialien selbst, sondern Reinigungsmittel, Waschmittel, Weichspüler oder entsprechende Reibungen und Druckstellen auf der Haut.

Sollte man eine Mumifizierung planen, so kann es passieren, dass der Klebstoff auf dem Klebeband, welches man verwenden möchte, der Haut schadet. Es empfiehlt sich hier eine Lage „Frischhaltefolie“ um das Opfer zu wickeln und auf diese erst das Klebeband anzubringen. Auch bei der Knebelung mit Klebeband ist Vorsicht geboten, denn sollte es hier zu einer allergischen Reaktion kommen, so zeichnen sich die Spuren eben direkt im Gesicht ab, welche man in der Öffentlichkeit nur noch schwer verbergen kann.

Ein Appell und ein kleines Fazit an dieser Stelle. Achtet darauf, welche Fetisch-Kleidung und welche BDSM-Artikel ihr kauft. Achtet darauf, dass z.B. bei Leder keine chemischen Belastungsstoffe enthalten sind. Seriöse Händler werden euch dies gern bestätigen. Billigware aus Asien ist hier etwas kritischer zu betrachten. Achtet zudem auf entsprechende Reaktionen auf der Haut. Sollte es nach einer Session zu Problemen kommen, dann beobachtet dies genau, durch was entsprechende Hautreizungen kommen. Ihr könnt jederzeit beim Dermatologen einen Allergietest machen, wobei dieser sich meist auf Pollen, Gräser und dergleichen beschränkt. Man kann sich hier aber entsprechend beraten lassen.

Sollten euch entsprechende Allergien bekannt sein, dann sprecht auch offen mit euren Spielpartnern darüber. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Es ist überhaupt nicht verwerflich zu einer Session mit seinem eigenen Equipment anzureisen mit dem Hinweis, dass eben diese zu verwenden sind, da es hier keine Probleme gibt. Es stellt sich natürlich die Frage, ob jeder BDSM-Liebhaber nicht prinzipiell lieber seine eigenen Spielsachen haben sollte. Doch „fremde“ Spielsachen werden immer einen besonderen Reiz in einer Session haben, sofern die Reizungen auf der Haut dann ausbleiben.

Solltet ihr generell Fragen zum Thema Hautreizungen haben, dann bitten wir euch einen Dermatologen aufzusuchen. Diese können euch auch entsprechende Medikamente oder Salben verschreiben, um bei möglichen Hautreizungen die Heilung zu beschleunigen oder gar zu ermöglichen. Passt aufeinander auf!

Veröffentlicht von

Dennis

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profis, ich unterstütze dich gern!

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