Glöckchen - Copyright 2021, fesselblog.de

Glockengeläut

Seit vielen Jahren hat der Klang einer Glocke ein bestimmtes Ziel: Aufmerksamkeit erlangen. Egal ob das Läuten der Kirchenglocke oder das Läuten von Kuhglocken, der Klang kann uns schnell verraten, um was es geht. Genauso kann auch ein Bediensteter durch den Klang eines kleinen Glöckchens sehr hellhörig werden.

Es gibt die verschiedensten Glocken und jeder hat schon einmal den Klang von Glocken gehört. Sei es die Glocken im Kirchturm, die zur vollen Stunde schlagen oder das Glockengeläut, wenn zum Gottesdienst eingeladen wird. Aber auch die Haustürglöcke, die signalisiert, dass jemand vor der Türe Einlass erbittet, hat jeder schon einmal gehört.

Jeder Ton einer Glocke zieht unsere Aufmerksamkeit in ihren Bann und wir wissen genau, was zu tun ist. Wenn es an der Haustüre klingelt, dann heißt es, dass wir zur Haustüre gehen sollen. Wenn der Landwirt im Allgäu seine Rinder sucht, dann kann er sich am Klang der Kuhglocken orientieren.

Und so konnte es auch passieren, dass früher der Adel seinen Bediensteten mit einer Glocke geläutet hat. Ob dieses Dienen entlohnt wurde oder ob es sich hier um Sklavenhaltung handelte, das lassen wir dahingestellt. Für uns ist es aber umso spannender, wenn es sich um das Glöckchen auf dem Nachttisch um ein „Sklavenglöckchen“ handelt. Gut, man könnte einem Sklaven natürlich auch ein Glöckchen um den Hals oder den Knöchel binden, dann haben wir einen ähnlichen Effekt wie bei den Kühen im Allgäu. Jedoch finden wir es viel spannender eine Glocke zu haben, bei der ein dominanter Partner seinem devoten Gegenüber signalisiert, dass dieser jetzt unverzüglich anzutanzen hat.

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Es spalten sich natürlich die Meinungen darüber, ob man ein solches Glöckchen für einen Sklaven wirklich braucht oder ob ein gut ausgebildeter Sklave nicht eh jeden Wunsch von den Lippen seiner Mistress oder Masters abliest. Es kommt natürlich immer darauf an, was innerhalb der BDSM-Beziehung vereinbart wurde. Das Glockengeläut kann bedeuten, dass der Sklave unverzüglich zu erscheinen hat, es kann aber auch bedeuten, dass der Sklave schweigen und sich sofort auf die Knie begeben soll.

Das erinnert mich an meine Grundschule in der dritten und vierten Klasse. „Fräulein W.“ hatte damals auch ein Glöckchen auf dem Lehrerpult. Wenn das läutete war die Botschaft klar: „Schnauze halten und hinsetzen!“ – Und wir haben pariert. Klar haben wir das, sonst hätten wir zuhause gleich nochmal eine von den Eltern geschossen bekommen. Heute wären das wahrscheinlich „traumatisierende Erziehungsmethoden von pädagogischem Schulpersonal“ und würden sofort Beschwerden und Anzeigen von antiautoritären Erziehungsberechtigen mit sich bringen. Aber das ist nur ein kleiner Exkurs. Nur so viel: Uns hat es damals nicht geschadet!

Aber warum unbedingt eine Glocke und damit Läuten? Ganz einfach: Manchmal hat eine Mistress oder ein Master einfach keine Lust den Sklaven zu rufen. Es gibt Personen, die genießen in ihrer BDSM-Beziehung auch eine Art nonverbale Konversation. So sagt das Läuten mehr als 1000 Worte und der devote Partner weiß sofort was passiert, wenn er dem Läuten der Glocke und deren verbundenen Anweisungen nicht Folge leistet.

„Wenn ich auf dem Sofa liege und Durst habe, dann nehme ich mein Glöckchen und läute damit meinem Sklaven“
„Oh, du hast einen Sklaven?!“
„Nein, aber ein Glöckchen!“

Na das können wir BDSM-Liebhaber vielleicht besser, denn einige von uns sind durchaus in dem Privileg einen Leibeigenen oder Sklaven zu besitzen. Für welche Dienste diese devote Person dann zuständig ist, das lässt sich individuell gestalten. Es gibt immer mehr BDSM-affine Menschen, die sich unabhängig von sexuellen Anziehungen einen Haussklaven gönnen, der für den Haushalt zuständig ist. Man mag es kaum glauben, aber es soll durchaus Personen geben, die Spaß am Putzen, Waschen und Bügeln haben und andere lassen sich vielleicht sogar gern zu solchen niedrigen Tätigkeiten zwingen. Eine Situation, von der beide Parteien profitieren können. Doch gutes Personal gute Sklaven ist sind schwer zu finden.

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt einen Sklaven zu besitzen, dem man nur einmal Läuten braucht und der dann alles macht, was man verlangt? Ist der Sklave dann ein willenloses Objekt oder genießt er es vielleicht sogar sich aktiv dem Willen des dominanten Partners zu beugen?

Wir haben kürzlich mit einer Mistress gesprochen, die uns mitteilte, dass eine Sklavenglocke bei ihr nichts bringen würde, da der Sklave entsprechend fixiert ist und der Bewegungsradius in der gemeinsamen Wohnung stark eingeschränkt ist. Würde sie ihm nach Erwachen im Bett mit einer Glocke läuten, so könnte er nicht erscheinen, da der Sklave selbst in (je)der Nacht fixiert schlafen muss. Entweder mit einer Kette im Bett gefesselt oder in einem Käfig schlafend. Ohne das aktive Handeln der Mistress kommt der Sklave nicht frei und kann somit seiner Herrin nicht dienen.

Was haltet ihr davon? Wollt ihr einen Sklaven, der sich im Haushalt frei bewegen kann und den man mit einem Glockengeläut rufen kann oder lieber einen Sklaven, der permanent fixiert und angekettet ist und den ihr erst für andere Tätigkeiten aus seiner misslichen Lage befreien müsst?

Veröffentlicht von

Dennis

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profis, ich unterstütze dich gern!

4 Gedanken zu „Glockengeläut“

  1. Heute ist Jahrestag, dass meine Glocken entfernt wurden! Und es ist ein herrliches Gefühl, wenn da nichts mehr bimmelt oder baumelt. Ich kann den euphorischen Zustand nur beschreiben, aber nicht erklären, warum das so ist? Ich bin nur stolz auf meine Kastration, meine Narben und das leere Säckchen…

  2. Süßer Glockenklang. Musik in den Ohren und obendrein viel schonender für die Stimmbänder des Tops.

    Glocke, Gong oder Pfeife sind seit Jahrhunderten bekannte Signalgeräte – genau wie die Trommel (für Sklaven vor allem auf Galeeren wichtig) und diese Geräte gibt es ja nicht ohne Grund. Sei es, um weite Distanzen zu überbrücken, oder den Lärm auf einem Fußballplatz, Schlachtfeld oder Großflughafen – oder eben in diesem Kontext.
    Es ist einem Master ja nun wirklich nicht zuzumuten, dass er den Sklaven rufen muss, andererseits ist es für die Arbeit nicht sinnvoll, dass ein Sklave den Schlaf des Masters bewacht, nicht wahr? Irgendeiner muss ja auch das Geschirr spülen… von daher ist eine Glocke sinnvoll.
    Zudem kann sie die Antwort auf eine andere Frage sein: Braucht der Sklave einen Namen? Je nachdem wie die Spielpartner dazu stehen, ist es u.U. doof, wenn man den Namen verwenden muss, und SKLAVE! zu rufen ist im Mietshaus evtl. nicht so ganz das Richtige. Nummer statt Namen – sorry, aber direkt nach dem Aufwachen fände ich die Glocke einfacher.

    Dann war da noch die Frage des Freiraums eines Sklaven. Hier wäre ich bei einem entschiedenen sowohl – als auch. Komplett ohne einschränkenden Schmuck ist dem Sklaven nicht zumutbar – da kommt evtl. noch eine Identitätskrise bei raus. Master ist böse auf mich, er hat mich nicht angekettet! Sowas geht natürlich nicht… andererseits eine extreme Fixierung ist sowohl gefährlich (schließlich möchte niemand auf einen schlafenden Master angewiesen sein um aus einer akuten Notsituation befreit zu werden – und ob des Masters Schlaf dann noch so erholsam wäre?)
    Aber gegen eine nette Fußkette kann doch niemand was haben, oder? Deren leises Klirren ist eine melodisch schöne Antwort auf die Glocke des Masters. Perfekte Symphonie – so soll es in einer Beziehung, besonders in einer BDSM-Beziehung sein.

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