Geschichte der O

Erkennen von Gleichgesinnten

BDSM-Liebhaber sind überall! In Banken, in Arztpraxen, in Universitäten, im Einzelhandel, einfach überall! Doch nicht jedem steht es auf die Stirn geschrieben, welchen sexuellen Neigungen er in seiner Freizeit nachgeht. Es gibt jedoch ein paar optische Kennzeichen, mit denen man Gleichgesinnte in der Öffentlichkeit erkennen kann.

Wenn man an etwas große Freude hat, dann möchte man meist andere daran teilhaben lassen. So ist es auch beim BDSM und deshalb ist man immer auf der Suche nach Gleichgesinnten. Klar kann man optisch dafür sorgen, dass man von anderen erkannt wird. Doch nicht jedes optische Symbol ist gesellschaftstauglich.

Einen Sklaven kann man vielleicht ein einem Halsband erkennen. Doch sollte dieser gerade seiner hauptberuflichen Tätigkeit im Büro nachgehen, dann kommt ein abgeschlossenes Sklavenhalsband nicht so gut. Manche tragen deshalb diversen Schmuck, der symbolisch den BDSM für das geschulte Auge kennzeichnet.

Bekannt ist der “Ring der O” (bekannt aus “Die Geschichte der O“, französischer Originaltitel: “Histoire d’O“) und diverse Schmuckstücke mit einer Triskele drauf. Bei der Triskele gibt es verschiedene künstlerische Varianten, und man findet sie auf Ringen, Anhängern an Halsketten und Ohrringen. Manche lassen sich dieses Symbol auch als Tattoo stechen.

Bei der Triskele handelt es sich um die symbolische Darstellung der Dreifaltigkeit, wie zum Beispiel

  • Körper, Geist und Seele
  • Geburt, Leben und Tod
  • Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

und um BDSM die drei Rollen:

  • Top, Bottom und Switch

Doch nicht nur optisch kann man Gleichgesinnte erkennen, sondern auch durch ihr Handeln und ihr Benehmen. Ein zuvorkommender und höflicher Mensch kann einfach nur “nett” sein, oder er lebt dauerhaft seine devote Ader aus. Dies in der Öffentlichkeit zu unterscheiden benötigt aber oft einen zweiten oder dritten Blick. Nicht jeder höfliche Mensch da draußen ist auch unterwürfig.

Man kann auch vermeintliche optische Kennzeichen falsch interpretieren. Wenn jemand ein dickes Paket in der Hose hat, dann muss es nicht gleich heißen, dass er auch eine Windel trägt. Es könnte auch sein, dass der Hintern einfach etwas breiter ist.

Ihr könnt also nicht nur Gleichgesinnte in der Öffentlichkeit erkennen, sondern ihr könnt auch bewusst auf euch selbst aufmerksam machen. Ein weiterer Schritt hat sich in der Schwulenszene durchgesetzt: Der “Hanky Code“.

Hanky ist die Abkürzung vom englischen Handkerchief, also Taschentuch, und so werden bei diesem optischen Kennzeichen verschiedenfarbige Stofftaschentücher in die rückseitigen Hosentaschen gesteckt. Jede Farbe repräsentiert dann einen speziellen Fetisch und die Wahl der entsprechenden Hosentaschenseite verdeutlicht die aktive und passive Rolle des jeweiligen Fetischs.

Im Zeitalter des Online-Datings verkümmern diese optischen Kennzeichen immer mehr. Man putzt sich nicht mehr so raus und macht mit Symbolen auf sich aufmerksam. Lieber zückt man sein Smartphone und macht hier seine sexuellen Spielpartner klar.

Solltet ihr dennoch auf ein BDSM-Symbol in der Öffentlichkeit stoßen, dann ist es wahrscheinlich ein Spielpartner “der alten Schule”. Ihr solltet also wachsam sein und manchmal rentiert sich ein zweiter Blick.

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