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Casting – Gips für langanhaltende Fixierung

Gips ist ein Mineral, welches im Bauwesen, Kunst, Medizin und auch im BDSM Einzug gefunden hat. Wer sich den Arm oder das Beim jemals gebrochen hat, der wird vielleicht schon mal einen Gips am Leib gehabt haben. Das Versteifen von Extremitäten kann im BDSM spannend sein, doch auch nicht ungefährlich.

Wenn sich jemand früher etwas gebrochen hat, dann hat er oder sie einen Gips bekommen. Doch auch wenn Orthesen und andere medizinischen Fixierungen immer beliebter werden, so ganz aus der “Mode” ist der gute alte Gips noch nicht gekommen. Häufig werden Gips-Schienen verwendet, die mit Hilfe von Binden das entsprechende Körperteil fixieren.

Doch wie funktioniert Gips eigentlich? Man kann ihn entweder als Pulver mit Wasser anrühren oder entsprechend vorbereitete Gips-Binden verwenden, welche feucht gemacht werden. Sobald der nasse Gips trocknet, wird er “steinhart”. Das ist auch einer der Gründe, warum man mit einem Gips nicht ins Wasser darf. Er würde sonst zerfallen.

Aber bevor er fest ist, lässt sich Gips je nach Lust und Laune modellieren. Gerade wenn man auf die Idee kommt einen Teil des Körpers “einzugipsen”, sollte man darauf achten, dass der Gips selbst nicht direkt auf die Haut kommt. Es empfiehlt sich eine Schicht Stoff oder eine Binde unter den Gips zu bringen. Man sollte immer auch in Erinnerung behalten, dass man den Gips auch irgendwann wieder abnehmen möchte. Für diesen Zweck gibt es oszillierende Sägen, bei denen sich das Schneideblatt nicht dreht, sondern in einer sehr hohen Frequenz hin und her bewegt und dadurch nur “festes” Material (wie z.B. einen Gips) durchtrennen kann, aber keinen Schaden auf der Haut verursacht. Dennoch ist äußerste Vorsicht geboten!

Das Eingipsen von Extremitäten sollte man nicht allein machen. Denn im Extremfall gipst man sich so weit ein, dass ein alleiniges Befreien bei getrocknetem und somit festem Gips nicht mehr möglich ist. Für Selfbondage-Aktivitäten sollte man sich also “maximal” einen Arm oder ein Bein eingipsen, aber nie so viel, dass man eben nicht mehr alleine rauskommt.

Schon mal auf die Idee gekommen nicht nur einzelne Extremitäten, sondern den ganzen Körper einzugipsen? Es gibt tatsächlich Menschen, die das schon gemacht haben. Doch man sollte bedenken, dass eine solche Aktion noch weitere Auswirkungen haben kann auf den Alltag. Zum einen kann es mehrere Stunden benötigen, bis das Opfer entsprechend eingegipst ist und der Gips trocken ist und dann können einfache Dinge wie Nahrungsaufnahme oder der Gang zur Toilette erschwert oder gar unmöglich sein. Man sollte also vor einer Gips-Session genau besprechen, wie lange der Gips dran bleiben soll und wie restriktiv der Gips auf dem Körper verteilt/angebracht werden soll.

Theoretisch könnte man einen Menschen mehrere Wochen eingipsen, wo wir zur nächsten Gefahr kommen. Beim Versteifen von Gliedmaßen steigt das Thrombose-Risiko stark an. Man sollte hierzu vorab mit einem Arzt sprechen und ggf. ein entsprechendes Thrombose-Medikament besorgen. Zudem kann die Muskulatur der versteiften Gliedmaßen sich zurückbilden, was einen gezielten Muskelaufbau nach dem Tragen eines Gipses erforderlich macht.

Man sollte sich also vorab ernsthaft Gedanken machen, wie lange der Gips dran bleiben soll. Ein paar Stunden, ein Wochenende, eine Woche oder länger? Man kann einen Gips natürlich auch mit anderen Bondage-Techniken verbinden. Wenn jemand beide Arme und beide Beine in Gips hat, dann kann man mit einfachen Mitteln diesen Menschen z.B. ans Bett fesseln, ohne dass sich derjenige befreien kann.

Einen klaren Vorteil hat ein Gips, wenn es um das Ausleben einer (verstecken) Bondage-Aktivität in der Öffentlichkeit geht. Einen Arm oder ein Bein in Gips in der Öffentlichkeit ist vollkommen normal. Kein Passant würde vermuten, dass man sich eben nichts gebrochen hat und es sich bei dem Gips “nur” um einen Fetisch oder Vorliebe für Bondage handelt. Man kann das also ungehindert auch in der Öffentlichkeit ausleben, allerdings in Maßen. Ein Mensch in Ganzkörper-Gips auf einen Sackkarren geschnallt fällt dann doch auf und geht dann eher in Richtung “Erregung öffentlichen Ärgernisses”. Aber mal beide Arme im Gips oder ein Bein, das ist salonfähig.

Man könnte auch sagen, dass manche Gips-Fetischisten einen Hang zur Abasiophilie haben. Abasiophilie bedeutet die Vorliebe für Menschen mit Gehbehinderungen (oft in Kombination mit Gips oder medizinischen Orthesen. Aber Achtung: Diese Vorliebe ist psychologisch betrachtet eine Unterform vom Amelotatismus (besser bekannt als Amputationsfetischismus), von daher wollen wir da an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen, weil wir uns hier zu weit weg vom Hauptthema Gips entfernen. Nur aber als kleine Exkursion dieser Ausreißer hier.

Zum Abschluss haben wir noch ein Video auf YouTube gefunden, in dem ein Mann von seinen Vorlieben von Gipsen erzählt. Natürlich wird hier nur von “Spaß” berichtet und nicht die sexuelle Vorliebe daran. Wenn man im Video aber genau aufpasst, gibt es ein paar Einblendungen (Fotos) von vergangenen Session, in denen der gute Kevin einen Ganzkörpergips bekommen hat. Also genau hinschauen und viel Spaß. Auch wenn man der englischen Sprache nicht mächtig ist, die Bilder sprechen für sich.

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