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Orange ist das neue Lila – International Fetish Day

Viele Personen leben ihren Fetisch nicht offen aus. Die Angst, dass andere Personen mit dem Finger auf einen zeigen könnten, ist groß. Einmal im Jahr wird der „International Fetish Day“ gefeiert. Doch man muss nicht in voller Fetisch-Montur auf die Straße gehen, um von Gleichgesinnten erkannt zu werden.

Es begann in England. Hier wurde im Jahre 2008 zum ersten Mal der „National Fetish Day“ ausgerufen und gefeiert. Doch es gab kein Schaulaufen in der Öffentlichkeit in Fetischkleidung. Vielmehr wurde dazu aufgerufen mindestens ein Kleidungsstück in der Farbe Lila zu tragen. Man sagte dazu „Perverts Wear Purple“ („Perverse tragen Lila“) und dennoch war es für Außenstehende nicht sofort ersichtlich, dass es sich um einen Fetischisten handeln könnte. Für Eingeweihte war es jedenfalls ein optisches Erkennungsmerkmal, welches besagt hat, dass man nicht allein ist. Einige fühlen sich mit ihrem Fetisch allein und doch gibt es so viele Gleichgesinnte, vielleicht auch ganz in der Nähe.

Aufgrund der Tatsache, dass die Fetisch-Community international stark durch das Internet vernetzt ist, wurde aus dem nationalen bald ein internationales Fest. Und so feierte die Community bereits ein Jahr später (2009) den „International Fetish Day“. Zudem legte man fest, dass dieser „Feiertag“ künftig immer am dritten Freitag des Jahres bzw. des Januars stattfinden soll.
Dies bedeutet für die kommenden Jahre:

  • Freitag, 21. Januar 2022
  • Freitag, 20. Januar 2023
  • Freitag, 19. Januar 2024
  • Freitag, 17. Januar 2025
  • Freitag, 16. Januar 2026
  • Freitag, 15. Januar 2027
  • Freitag, 21. Januar 2028
  • Freitag, 19. Januar 2029
  • Freitag, 18. Januar 2030
  • … und so weiter.

Bei dem Aufruf zum Tragen eines lila Kleidungsstücks ist uns sofort der „Hanky-Code“ in den Sinn gekommen. Doch die Farbe Lila steht hier für etwas anderes und der allgemeine Fetisch wäre an sich die Farbe Orange.

Da in vielen Unternehmen ein strikter Dresscode gilt (sei es nun „Business Casual“ oder gar Firmenkleidung), so ist es verbreitet, dass man freitags von diesem Dresscode sofern möglich und erlaubt etwas abzuweicht. Der sogenannte „Casual Friday“ (der „lässige Freitag“) ist eine willkommene Einladung einen Fetisch offen auszuführen. Doch nicht jeder Fetisch ist auch alltags- oder tageslichttauglich. Der „Casual Friday“ wurde übrigens vom Unternehmen „Hewlett-Packard“ in den 50er Jahren in den USA eingeführt und verbreitete sich rasch über die ganze Welt. Arbeitgeber sind aber nicht verpflichtet ihren Mitarbeiter solche Dresscode-Freiheiten einzuräumen, von daher kann man sich nicht darauf berufen.

Dennoch ist es auch heute noch so, dass viele Unternehmen zum Start in das Wochenende es am Freitag gern mal etwas lockerer angehen lassen und sich das auch bei der Kleidung bemerkbar macht. Jetzt passt es besonders gut, dass der „International Fetish Day“ ebenfalls an einem Freitag gefeiert wird, somit lässt sich das wunderbar mit dem „Casual Friday“ kombinieren.

Es gibt sogar Institutionen, die anlässlich des International Fetish Days gleich eine ganze Woche, die „International Fetish Week“, ausrufen. Wir sind der Meinung, dass man dies nicht übertreiben sollte, deshalb beschränken wir uns bei der Wahrnehmung nach außen auf den einen Tag. Unabhängig von der Außenwahrnehmung ist für einen Fetischisten theoretisch jeden Tag ein Fetischtag, denn die Vorliebe wird ja nicht an- und ausgeschalten wie mit einem Lichtschalter. Es gibt viele Menschen, die ihre Fetische nicht jeden Tag aktiv ausleben. Das muss auch nicht sein! Auch wenn man einen Fetisch nicht jeden Tag aktiv auslebt, so gehört man dennoch der Fetisch-Community an.

Unser Aufruf: Wir wünschen euch, dass ihr den Mut findet, in der Öffentlichkeit zu eurem Fetisch zu stehen. Wenn es ein Fetisch ist, den man offen tragen kann, dann seid ihr dazu eingeladen diesen auch in der Öffentlichkeit zu zeigen. Solltet ihr euren persönlichen Fetisch (aus welchen Gründen auch immer) nicht vollkommen offen zeigen können oder wollen, so seid ihr herzlich eingeladen ein farbliches Erkennungsmerkmal zu tragen. Unser Vorschlag ist, dass man entweder ein Kleidungsstück in der Farbe Lila (angelehnt an „Perverts Wear Purple“) oder ein Kleidungsstück in der Farbe Orange (angelehnt an den Hanky-Code“ zu tragen.

Dies bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass am „International Fetisch Day“ automatisch jede Person, die entweder etwas in Lila oder Orange trägt auch ein Fetischist ist. Dennoch würden wir uns wünschen, wenn die Sichtbarkeit der Fetisch-Community größer wird und die Akzeptanz in der Gesellschaft ebenfalls mit jedem Jahr wächst. Die Menschen sollen verstehen, dass Fetischisten keine Unmenschen sind, sondern nur Personen, welche besondere Vorlieben haben und für diese auch einstehen, ohne Außenstehende damit zu belästigen. Habt keine Angst vor einem Fetisch-Outing und denkt immer daran, dass ihr nicht krank seid, sondern besondere Menschen mit besonderen Vorlieben.

Was denkt ihr darüber? Ist es ein Feiertag um die Sichtbarkeit der Community in der Öffentlichkeit zu stärken oder ist es nur wieder einer dieser skurrilen Feiertage, die man nicht wirklich braucht? Schreibt uns gern eure Kommentare.

Veröffentlicht von

Dennis

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

5 Gedanken zu „Orange ist das neue Lila – International Fetish Day“

  1. Ich stehe solchen Feiertagen eher skeptisch gegenüber, auch wenn sie von der Sache an sich richtig und auch wichtig sind. Fetischkleidung sollte kein Thema mehr sein, solange sie nicht anstößig ist. Und schließlich definiert jeder für sich „Fetisch“ anders.

    Meinen Wanrschutz-Fetisch lebe ich zwischenzeitlich oft und gerne aus. Ob in Gelb oder auch in Orange. Ich falle damit auf – logisch – und werde oft komisch angeschaut, aber die Kommentare und Reaktionen sind fast ausschließlich positiv. Das bestätigen mir auch Freunde, die diese Vorliebe mit mir teilen.

    1. Mal ehrlich: Genießt du es nicht auch in gewisser Weise auf diese Art aufzufallen?
      Es ist ja „nur“ Kleidung und du trägst sie gern. Die Perversion entsteht in den Köpfen der anderen.

      Diese „Feiertage“ sind für diejenigen gedacht, die immer noch eine große Scheu haben ihren Fetisch offen zu zeigen. Ich kenne eine Person, die ebenfalls einen Warnschutzfetisch hat. Doch das Tragen von Warnschutzkleidung in der Öffentlichkeit ist (bisher) keine Option. Es baut sich sogar eine gewisse Panik auf.
      Könnte man dieser Person helfen, in dem man sich öffentlich in Fetisch zeigt oder eben ein „Symbol“ in orange oder lila trägt, damit man sagen kann „Du bist nicht allein“?
      Es gibt immer noch so viele Personen mit einem Fetisch, die sich in der Öffentlichkeit dafür schämen. Und diese „Feiertage“ sollen dazu dienen diese Scham abzubauen und vielleicht sogar in Stolz zu verwandeln. Man sollte sich an einem Fetisch erfreuen und sich nicht deshalb verstecken.

  2. Natürlich genieße ich es, komplett in Warnschutz z.B. in der Stadt einkaufen zu gehen. Ich freue mich jedes Mal, wenn mich jemand darauf anspricht und ich sein verdutztes Gesicht sehe, wenn ich erkläre, das ich Wanrschutz keinesfalls beruflich trage, sondern einfach weil ich Lust darauf habe.
    Wenn ein solcher Feiertag jemanden hilft, endlich Mut zu haben und seinen Fetisch nicht mehr zu verstecken, dann hat er in der Tat seinen Zweck erfüllt.

    1. Ich frage ich immer, warum eine außenstehende Person jemanden für sein Aussehen oder Kleidung anspricht.
      „Warum tragen Sie Warnschutzkleidung? Sind Sie ein Bauarbeiter?“
      „Warum tragen Sie eine Lederkombi? Sind Sie mit dem Motorrad hier?“
      „Warum tragen Sie einen Anzug? Arbeiten Sie in einem Büro?“
      (übertriebene Beispiele)

      Ich selbst haben einmal in einem Restaurant zum Mittagstisch zwei Bauarbeiter in voller Montur gesehen (inkl. gelber Sicherheitsgummistiefel). Der Anblick am Buffet war einfach herrlich. Ich würde aber niemals auf die Idee kommen sie anzusprechen und zu fragen, welchen Beruf sie ausüben. Für mich war es offensichtlich, dass sie einen handwerklichen Beruf ausüben und dass sie ihre Mittagspause dort machen.
      Oder waren es vielleicht doch „nur“ zwei Fetischisten, die ihren Fetisch offen ausgelebt haben? Vor der Türe sind sind die beiden jedenfalls in einen blitzblanken (sportlchen) PKW gestiegen und nicht in einen (erwarteten) Transporter bzw. Handwerkerwagen.

      Der Rest erledigt dann das Kopfkino.
      Wenn es tatsächlich Fetischisten waren, dann kann ich mich an dieser Stelle nur herzlich bedanken!

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