Houdini - Copyright 2020, fesselblog.de

Ich wette, ich komme raus – Die Fesselwette

Die Wunderwelt von Magie und Entertainment hat uns über die Jahrzehnte einige talentierte Entfesselungskünstler beschwert. Und auch im Bereich BDSM gibt es durchaus devote Spielpartner, die es genießen sich den Weg in die Freiheit zu erkämpfen. Ob ihnen das gelingt? Wie wäre es mit einer kleinen Wette?

Houdini – wer kennt ihn nicht? Mit bürgerlichen Namen Erik Weisz in Budapest geboren, fasziniert „Harry Houdini“ noch heute die Menschen und inspiriert Nachahmer. Was hat der Zauberkünstler gemacht? Zaubersprüche wie „Treguna Mekoides Trecorum Satis Dee“ gehörten wohl nicht dazu. Er hat sich vor dem Publikum fesseln und in lebensbedrohliche Situationen bringen lassen und hat sich dann wie durch Zauberhand darauf befreit. Das Publikum ist bis heute begeistert und die Menschen wollen mehr davon sehen?

Die Frage ist natürlich, was daran so faszinierend ist? Wir behaupten jetzt einfach mal, dass Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts die breite Masse noch nicht wusste, was BDSM ist. Und dennoch war das Fesseln von Menschen durchaus bekannt, wenn auch nicht im sexuellen Sinne. Houdini hat ein Stück BDSM sogar auf die Bühne gebracht. Und wir gehen stark davon aus, dass beim Anblick eines gefesselten Zauberkünstlers die einen oder anderen Hormone bei so manchem Zuschauer in Wallung geraten sind.

Reisen wir in die Gegenwart. Auch heute gibt es noch Zauberer, die ihre Entfesselungskunststücke vorführen. Und dann gibt es ein paar BDSM-Liebhaber, die ihr Glück bei einem Entfesselungsspiel auch versuchen wollen. Doch was passiert, wenn er es nicht schafft?

In unserem Beitrag „unlösbare Aufgaben“ sind wir schon mal ein wenig darauf eingegangen, welche Freude es einem Dominanten geben kann den Gefesselten in seiner vermeintlich ausweglosen Situation winden zu sehen. Doch was für einen Beweggrund kann ein Gefesselter haben, sich aus den Fesseln befreien zu wollen? Sind die Fesseln „unbequem“ oder wurde die Person vielleicht gegen ihren Willen gefesselt? Oder läuft da vielleicht gerade eine kleine Wette zwischen dem Gefesselten und dem Fessler?

„Ich wette, ich komme raus!“

… das war die Aussage eines BDSM-Liebhabers und wir sind dieser Wette natürlich nachgegangen. Fesseln und Fesseltechniken können sehr unterschiedlich sein. Seilfesselungen, Hochsicherheitshandschellen, Zwangsjacke, Käfig, und viele andere Möglichkeiten. Kann man sich bei einem Seil noch vorstellen, dass das Material noch ein wenig nachgibt, so sieht es bei einer Eisenkette schon ganz anders aus. Was wir zu Beginn nicht berücksichtigt hatten war, dass der zu fesselnde BDSM-Liebhaber das vollständige Zerstören der Fesseln billigend in Kauf genommen hat. Seile wurden zerschnitten, Schlösser aufgebrochen, Stoff- und Lederfesseln regelrecht zerrissen.

Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders. Und dennoch hat uns die Grundidee der Fesselwette fasziniert. Wir haben folglich in mehreren Sessions immer mal wieder eine kleine Wette mit unseren Spielpartnern vereinbart. Natürlich kann solch eine kleine Wette das BDSM-Spiel etwas spannender gestalten und je nach Wetteinsatz kann es durchaus motivierend sein auf der einen Seite, dass der dominante Spielpartner sich bei den Fesselungen Mühe gibt und auf der anderen Seite, dass der devote Partner sich den Weg in die Freiheit erkämpft.

Wir wollen an dieser Stelle nochmal darauf hinweisen, dass diese BDSM-Sessions alle einvernehmlich waren. Und wenn man über den Tellerrand hinaus blickt sieht man in der Gesellschaft immer mehr Arten von solchen Fesselwetten. Und die Leute zahlen sogar Geld dafür! Man bringt sich kostenpflichtig in eine „verzwickte“ Lage aus der man sich dann „aus Spaß“ befreien muss. Klingt nach der Fesselwette, die wir hier gerade beschrieben haben. Und wie wäre es mit einem anderen „Escape Game“. In einem sogenannten „Escape Room“ werden die Teilnehmer in einen Raum gesperrt und müssen Rätsel lösen, damit wieder frei kommen. Wir haben mit mehreren Teilnehmen und Fans solcher Escape Rooms gesprochen und eins war klar: Hier kommen sehr ähnliche Gefühle und Emotionen ans Tageslicht wie bei einer Fesselwette in einer BDSM-Session. Natürlich hat keiner der Teilnehmer eines Escape Room Spiels kundgetan, dass hier ebenfalls sexuelle Reize im Spiel waren. Die Adrenalinausschüttung war der Kick dabei und genau solches Adrenalin wird auch beim BDSM häufig ausgeschüttet.

Natürlich stellt sich nun die Frage, ob eine solche Fesselwette für euch auch etwas wäre? Wollt ihr euch fesseln lassen und dann versuchen sich aus den Fesseln zu befreien? Was passiert wohl, wenn ihr es schafft? Und was passiert, wenn ihr es nicht schafft? Schreibt uns gern eure Gedanken und Spielideen! Wir freuen uns!

Veröffentlicht von

Dennis

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

10 Gedanken zu „Ich wette, ich komme raus – Die Fesselwette“

  1. Ein toller Beitrag bzgl. Fessel-Wetten. Daher dachte ich mir, schreibe ich doch mal meine Erfahrung damit:
    Ich finde es als unheimlich spannend eine solche Wette mit einem TOP einzugehen. Zum einen ist es – wie Du schreibst- ein besonderer Ansporn für den TOP gut und sicher zu fesseln, aber auch als bot zu zeigen, dass man vielleicht heraus kommt. Natürlich geht das eigentlich nur, wenn Seile zum Einsatz kommen. Das ist bei meinen Wetten auch immer der Fall gewesen. Na vielleicht sollte man mal auf andere Materialien abstellen, mal sehen. Eine Wette war wirklich gut und ich glaube nicht nur ich hatte meinen Spaß dabei. Aufgabe war es mich innerhalb einer Stunde aus einem hogtie zu befreien. Er hatte sich wirklich viel Mühe gegeben und leider habe ich es nicht geschafft. Es wurden dann noch mal eine Stunde drauf gegeben und ich habe es letztendlich in einer Stunde und 40 Minuten geschafft.
    Ich kann es echt empfehlen so Wetten ab und an zu machen. Es lockert es richtig schön auf und es muss ja nicht immer alles so tierisch ernst genommen werden. Kurzum, ich stelle mich da immer gerne neuen Herausforderungen ?.
    Macht weitet so mit dem blog. Immer wieder toll zu lesen.

    1. Hi Carsten,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Soso, du wettest also, dass du rauskommst? Und wenn wir dagegen halten und sagen, dass du es nicht schaffst? Wir freuen uns auf ein spannendes Gespräch mit dir… und vielleicht setzen wir die Wette mal in die Tat um!
      Viele Grüße und weiterhin viel Spaß beim Lesen unserer Artikel
      Dennis

  2. So oder ähnlich hat es denke ich bei vielen von uns angefangen. Spielerisch, tastend, langsam. Der Eine merkte bald, das es cool ist, gefesselt zu werden und zu fesseln, dass ein ‚gewinnen‘ oder ‚verlieren‘ den Spaß an der Sache massiv erhöht – und Andere ließen es fix wieder bleiben.

    Wobei ich den Punkt ‚unlösbare Aufgaben‘ als eine Möglichkeit sehe – genauso schön kann es sein, wenn die Aufgabe zwar schwer, aber grundsätzlich ‚objektiv‘ lösbar ist. Da kann man dann natürlich auch wieder in vielen weiteren Varianten spielen. Zeitlimits von knapp bis großzügig, mit oder ohne Hilfestellung – natürlich nicht umsonst – Einsatz von Werkzeugen oder Spiegeln (sehr hilfreich bei Fesseln auf dem Rücken), alles geht.

    Auch bestimmte anregende Kleidung, das Wort Fetish Gear vermeide ich hier bewusst, da die Grenzen fließend sind, kann man Stück für Stück integrieren. ‚Mal sehen, wie es mit Lederhandschuhen ist… also in Jeans, T-Shirt und Sneakern ist das nicht schwer… aber in einer Lederkombi mit Stiefeln? Wie schwer ist es da, sich aus einem Hogtie zu befreien?‘ Sich an Grenzen heran tasten, Herausforderungen setzen, sie meistern oder – vielleicht auch nur noch – dran scheitern… das Werkzeug Fesselwette ist extrem vielseitig einsetzbar.

    Dazu kommt der Lerneffekt, denn auch der gute Umgang mit dem Seil vor allem ist Übungssache, und bei einer Fesselwette ist denke ich die Hemmschwelle beim Sub nicht so groß auch zu sagen wenn es unangenehm wurde. In einer nicht ganz so sportlich-spielerischen Session mag Sub sich da eher als Weichei vorkommen… und es lässt sich auch wunderbar die Zeitdauer einer Fesselung trainieren. ‚Du kommst raus, wenn Du Dich befreit hast… hängt also ganz von Dir ab. Oder Du bittest um Gnade, aber dann kochst heute Du.‘

    Es gibt also sehr gute Gründe, die gute alte Fesselwette im Spielplan drin zu lassen.

    1. Was wäre denn eine Wette ohne eine entsprechende Sanktion oder Belohnung?
      Und schon strengen sich beide Seiten etwas mehr an. Der „Fessler“ gibt sich mehr Mühe bei der Fesselung und der Gefesselte gibt sich bei seinem Befreiungsversuch mehr Mühe.

      Wir würden den Vorschlag noch etwas ergänzen:
      „Wenn du es nicht schaffst in der vorgegebenen Zeit dich zu befreien, dann wirst du heute Abend für uns kochen und zwar in voller Montur!“

      Schon mal in Lederkombi das Essen zubereitet? 🙂

      1. Nee, Kochen in Leder ist eine Erfahrung, die mir noch fehlt. Schade eigentlich. Und die meisten eurer Subs werden wohl auch eher in Leder gekocht. 😉

        Das Beispiel ist allerdings klasse, lieber Dennis. Es zeigt auch, wie viel in Fesselwetten drin steckt bzw. stecken kann.

        1. Nicht jede (Fetisch-)Kleidung ist für das Kochen in der Küche geeignet. Wobei du Recht hast Sandy, dass manche Fetischkleidung dazu da ist, dass der Träger darin gekocht wird.
          Es ist auch eine Frage der Vernunft. Gerade beim Hantieren mit scharfen Messern oder am heißen Herd/Ofen kann es gefährlich sein, wenn der Spielpartner in voller Fetisch-Montur nur einen eingeschränkten Bewegungsspielraum hat. Auch manche Fetisch-Stiefel können eine erhöhte Rutschgefahr in der Küche darstellen. Bei aller Geilheit: Vorsicht ist besser als Nachsicht!

          1. Die ‚unlösbare Aufgabe‘ soll ja nicht (unbedingt) im Kochen bestehen… wobei Zwiebeln schneiden mit 20-Loch Boots, sogar verschlossen, kein Problem darstellen sollte. 😉
            Spaß beiseite, SSC gilt natürlich auch und besonders hier beim Hantieren mit scharfen Gegenständen oder am heißen Herd/Ofen. PVC/Rubber und heiße Töpfe oder Formen, bitte, bitte, NICHT ausprobieren. Ihr seid in der Bewegungsfreiheit möglicherweise eingeschränkt, dazu Material das schmelzen kann, Euer Körper ist dann die nächste Schicht, das kann furchtbar ausgehen. Angekettet am Stuhl die ’niederen Arbeiten‘ wie Schnippeln und Gemüse putzen müssen wäre auch ein Einsatz. Oder Abschmecken mit Maulkorb, das ist was für Geschicklichkeitsspieler.

            Oder wie wäre es mit ‚in der Lederkombi das Auto waschen müssen‘? Einsätze gibt es viele und je nach den Gegebenheiten vor Ort kann man schon Einiges realisieren. In kleidsamem Orange Bäume schneiden oder Beete hacken… je nach Vorlieben kann es sich sogar lohnen da zu verlieren. 😀

          2. Ob es sich lohnt zu verlieren, das kommt auf die Bestrafung an. Und eine Bestrafung sollte auch wirklich eine solche sein und keine indirekte Belohnung.

  3. Vielen Dank für den tollen Beitrag und die Inspiration!

    Auch wenn ich denke eine Fesselwette zu gewinnen, frage ich mich, was mögliche Wetteinsätze seien könnten, um auf beiden Seiten die Bemühung zu erhöhen, jeweils die Wette zu gewinnen. 🤔 Vielleicht hat ja jemand eine schöne Idee. 🙂​

    1. Die Wetteinsätze orientieren sich natürlich an den Vorlieben oder auch Abneigungen der jeweiligen Spielpartner. Von daher können sie sehr individuell ausfallen.
      Eine logische Konsequent, wenn man es nicht schafft „rauszukommen“ wäre, dass das Opfer weiterhin gefesselt bleibt. Der Zeitraum sollte vorher vereinbart werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

neunzehn − achtzehn =

%d Bloggern gefällt das: