Femboy - Copyright 2022 - mit freundlicher Genehmigung von "Femboyanonym"

Femboy und die Antwort 42

Jeder Mensch ist einzigartig. Und ein Fetisch kann vielfältig sein. Das Thema Keuschhaltung hat uns zu einem jungen „Femboy“ geführt, welchen wir dank einer glücklichen Zahl gewinnen konnten, im wahrsten Sinne des Wortes. Doch was ist eigentlich ein Femboy? Das soll er uns selbst erklären!

Manchmal werden wir mit Begriffen überhäuft und es ist nicht immer einfach die Definitionen hinter den Begrifflichkeiten richtig einzuordnen. So kann es sein, dass sich Begriffe und deren Bedeutung vermischen. Transsexualität, Travestie, Transvestitismus, Crossdressing, Ladyboy und jetzt auch noch Femboy. Langsam explodiert der Kopf. Das liegt daran, dass wir sehr „binär“ denken. Es gibt richtig und falsch, es gibt männlich und weiblich, es gibt links und rechts, es gibt ja und nein. Das mag zum Teil korrekt sein, doch was ist mit den ganzen Facetten dazwischen. Verkommt es zum unbeliebten Ausdruck „ja, aber…“?

Kürzlich haben wir in den sozialen Netzwerken bei einem kleinen Gewinnspiel mitgemacht. Es ging um das Thema Keuschhaltung. Ein „Femboy“, welcher aktuell keusch gehalten wird, sollte in die Gunst kommen, dass seine Keuschheit fremdbestimmt verlängert wird. Man sollte erraten, um wie viele Tage die Keuschheit verlängert wird. Wir haben mitgemacht mit der universellen Antwort. Die Antwort auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“: 42

Kleine Exkursion: Wer die Geschichte von „Per Anhalter durch die Galaxis“ (gibt es als Roman, Hörspiel, Fernsehserie und Kinofilm) kennt, der kennt auch den Hintergrund der „Antwort 42„. Einem Supercomputer wird die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ gestellt und nach mehreren Millionen Jahren hat er die Antwort und diese laute: „42“. Bis heute ist diese Antwort unter Nerds ein „running gag“.

Am Ende wurde die Keuschheit um 41,5 Tage verlängert und unter allen Teilnehmern war die 42 einfach am nächsten und somit war ich der Gewinner. Doch was habe ich eigentlich gewonnen? Eine Privataudienz mit dem Keuschling. Da dieser als „Femboy“ auftritt haben wir unseren Gewinn dazu eingelöst ihn mit vielen Fragen über dieses Thema zu löchern! Und daran wollen wir euch nun teilhaben lassen, der Gewinn wird somit mit euch geteilt! Wir möchten euch Lukas vorstellen:

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Was ist ein Femboy?

Ein Femboy ist eine jugendliche männliche Person, die bewusst Mädchenkleidung trägt. Wobei wir uns jetzt nicht einen Herren im Abendkleid (à la „Conchita Wurst“) vorstellen, sondern eher ein Mann im Alter von ca. 20 bis 30 Jahren, welcher im Erscheinungsbild eines jungen Mädchens auftritt. Die Farbe Rosa ist hier oft ein wesentlicher optischer Bestandteil. Das ist dem binären Denken geschuldet, dass Knaben blaue Kleidung und Mädchen rosa Kleidung tragen.

Warum möchte man als Femboy in Erscheinung treten?

Es mag verschiedene Beweggründe geben, warum ein junger Mann sich als Femboy kleidet. Im Bereich BDSM könnte es mit einer fremdbestimmten Kleidervorschrift zu tun haben, doch die meisten Femboys machen es aus Spaß. Lukas hat uns berichtet, dass er das Thema interessant fand und sich dann einfach mal entsprechende Kleidung (Minirock und bauchfreies Top) im Internet bestellt hatte. Nachdem es geliefert wurde, schlüpfte er hinein, betrachtete sich im Spiegel und der Anblick gefiel ihm. Die nächste Hürde war der Schritt in die Öffentlichkeit. So landete ein Selfie in den sozialen Netzwerken und die Resonanz war positiv. Somit wurde dieses Thema von Lukas weiter ausgebaut.

Sexuelle Identität oder Fetisch?

Nicht jeder Femboy identifiziert sich auch als Mädchen, nur weil er so aussehen möchte. Die sexuelle Identität bleibt meist die eines „biologischen Mannes“. Zu einem signifikanten Teil sind Femboys heterosexuelle Männer, die wie bereits erwähnt einfach Spaß daran haben sich als Mädchen zu kleiden. Es geht oft darum mit gewissen Klischees zu brechen und das stereotype Denken abzulegen. Einen Mann im Rock? Das kennt man eigentlich nur aus Schottland. Für Lukas waren Medien mit sogenannten „Twinks“ ein Einstiegspunkt. Unter einem „Twink“ versteht man einen jungen schlanken Mann, der durch sein knabenhaftes Erscheinungsbild auffällt, unter anderem haben diese meist nur sehr geringfügige Körper- und Gesichtsbehaarung. Und der Weg vom Knaben zum Mädchen ist dann nicht mehr weit. In einem Knaben oder einem Mädchen sehen wir meist die sexuelle Unschuld.

Man(n) möchte niedlich aussehen!

Jeder kennt diesen „ooooh, wie süß„-Moment, wenn man ein niedliches Kleinkind sieht. Doch die wenigsten Erwachsenen kleiden sich „niedlich“. Man kleidet sich sportlich, elegant, zweckmäßig, verspielt, aber doch nicht unbedingt „niedlich“. Auch hier brechen Femboys mit der Norm, denn sie wollen durch ihr mädchenhaftes Aussehen möglichst niedlich aussehen. Schminke ist weniger im Einsatz, da Mädchen deutlich weniger Bezug zu Makeup haben als erwachsene Frauen. Teilweise schminken sich Femboys ganz dezent. Oft wird darauf komplett verzichtet.

Bezug zum BDSM

BDSM lässt sich mit Fetischen verbinden, so auch mit Femboys. Egal ob das Tragen von Keuschheitsgürteln, Halsbänder oder gar Windeln, vieles ist möglich. Manche Femboys sehen sich in ihrem Dasein als Mädchen vor der Geschlechtsreife, andere hingegen sehen sich als „geschlechtsreifes Mädchen“ und tragen dazu Slipeinlagen oder gar Windeln, um diesem Erscheinungsbild und Empfinden noch näher zu kommen. Die meisten Femboys treten in Eigenbestimmung in diesem Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit auf. In wenigen Fällen kann auch eine Fremdbestimmung durch einen dominanten Partner oder Partnerin vorhanden sein.

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Alles hat ein Ende…

Femboys sind meist junge Männer bis ca. 30 Jahren. Der Fetisch kann sich weiter entwickeln, doch das optische Erscheinungsbild eines jungen Mädchens ist bei älteren Herren dann nicht mehr gegeben. Der Fetisch kann sich möglicherweise in Richtung „Crossdressing“ entwickeln, dass aus dem Femboy eine Frau wird. Dann werden keine rosa Kleidchen getragen, sondern vielleicht erotische Dessous und High Heels. Manchmal verschwindet der Fetisch auch wieder.

Fazit

Wir sind sehr froh darüber, dass wir Lukas (wortwörtlich) für diesen Beitrag „gewinnen“ konnten. Solche Gespräche bringen uns dazu, selbst einmal wieder über den Tellerrand hinauszuschauen und zu erleben, wie vielfältig die Menschen und ihre Fetische sind. Und es ist sehr wichtig, dass wir uns gegenseitig respektieren und akzeptieren. Sollte jemand Interesse an dieser Welt haben, dann macht es so wie Lukas: Probiert es einfach aus, kleidet euch entsprechend und betrachtet euch im Spiegel. Wenn euch der Anblick gefällt und ihr vor allem Spaß daran habt, dann lebt es aus! Es gibt auch die Möglichkeit es etwas „dezenter“ auszuleben, angefangen beim Tragen von „skinny“ Jeans oder Leggins. Man sollte sich nicht dafür schämen anders zu sein, sondern sich eher darüber freuen einzigartig zu sein!

VIELEN DANK

So, lieber Lukas! Wir sagen DANKE! Der Gewinn wurde hiermit offiziell eingelöst und wir sind froh, dass wir dich näher kennenlernen durften. Wenn ihr selbst noch Fragen habt oder direkt Kontakt aufnehmen wollt, so könnt ihr Lukas auf seinem Twitter-Kanal folgen und ihm schreiben.

Veröffentlicht von

Dennis

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

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