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Unter Spannung – Die Sache mit der Elektrostimulation

Es gibt wohl keinen Online-Fetisch-, Toy- oder Sexshop, der nicht mit einer ganzen Produktgruppe von Elektrotoys aufwartet. Vermutlich wird sich jeder von uns schon mal gefragt haben, warum das nicht ausprobieren und in die nächste Session einbauen? Vielversprechende Einsatzmöglichkeiten fallen uns zu Hauf ein, vom stundenlangen Edgen mit dem wir unseren Sub in ein wimmerndes Etwas verwandeln bis hin zu Roleplay Setting mit inszenierten SM-Verhörszenen. Die im Handel angebotenen Elektroboxen sollen so ziemlich alle Fantasien möglich machen, zumal die Hersteller schiere Wunderdinge versprechen bis hin zum heiligen Gral der Elektrostimulation, dem HFO, dem “hands free orgasm”.

Dass das Thema Elektrostimulation dann doch nicht ganz so trivial ist, fällt bei einem Blick in die Foren und Gruppen der allseits beliebten sozialen Netzwerke auf. Ein typisches Muster scheint sich zu wiederholen: da wird für teures Geld eine Box mit allerlei Zubehör gekauft und bei der nächsten Nummer einfach mal so ausprobiert. Das Erlebnis deckt dann zumeist die Skala von „absolut ungeil” bis zu „einfach nur fies“ ab und die teure Elektrobox samt Zubehör landet in der Kiste für ausgedientes Spielzeug und wird keines Blickes mehr gewürdigt. Also, viel Geld um nix? Als bekennender Fanboy der gepflegten Elektrostimulation empfände ich es als schade, wenn noch mehr arme und unschuldige E-Stimboxen in dunklen Schränken dahin siechen bis ihre Batterien ausgelaufen sind und sie in dreckigen Mülleimern auf ihre Verschrottung harren. Wie also lässt es sich anstellen, dass das Spiel mit dem Strom zu einem wirklich erregenden Erlebnis und Happy Ending wird?

Beginnen wir mit etwas Abschreckendem, den absoluten NO-GOs. Ein Punkt muss bei aller Experimentier- und Spielfreude klar sein: Wir hantieren mit Strom und Strom kann töten! Einige werden jetzt einwenden, dass die Boxen doch nur mit Batterien betrieben werden. Was kann eine kleine 9V Blockbatterie schon anrichten? Nun, eine entsprechende Elektronik vorausgesetzt, lässt sich auch mit der Energie einer Batterie ein tödlicher Stromstoß erzeugen. Nur als Denkanstoß: Mobile Defibrillatoren haben auch nur eine Batterie und können ein stehen gebliebenes Herzen neu starten.

Hochspannung - Copyright 2021, pxhere.com
Hochspannung – Copyright 2021, pxhere.com

Hier nun die Regeln:

  • Niemals Elektroden oberhalb der Gürtellinie platzieren! Also, weder an Händen, Handgelenken, Hals, Kopf und vor allem nicht von einem Nippel zum anderem. Ausnahme: Bipolare Tittenklammern, die ausdrücklich für diesen Einsatz angeboten werden. Gleiches gilt für Strom über Körpergrenzen. Die Idee klingt im ersten Moment verlockend, wenn der Strom vom Schwanz in den Arsch fließt. Die Gefahr sich aber oberhalb der Gürtellinie zu berühren, so das Strom über die Herzregion läuft, ist einfach zu groß.
  • Keine Selbstbauboxen verwenden. Wer nicht über profunde Kenntnisse in Elektronik und Physiologie verfügt und wirklich ganz genau weiß, was er oder sie da baut, sollte die Finger von Selbstbauboxen lassen. Das gilt auch für angeblich todsichere Bauanleitungen aus dem Internet. Im schlimmsten Fall ist der Tod wirklich sicher!
  • Seid bei klarem Verstand und gesund, wenn ihr mit Strom spielt. Am besten kein Alkohol und keine Drogen. Sie trüben die Urteilskraft und lassen einen leichtsinnig werden. Genau so wenig sollten sich Personen mit Herzproblemen oder Kreislaufproblemen verkabeln lassen. Elektroden sollten auch nur auf gesunder Haut befestigt werden.
  • In der Hitze des Gefechts lässt sich gerne mal der Überblick verlieren. Wenn ihr Elektroden neu verkabelt, regelt die Box auf Null, macht eure Änderungen und prüft alle Anschlüsse doppelt. Ein blanker Bananenstecker an dem noch Spannung anliegt, kann durchaus gefährlich werden.
  • Wenn eure Box den Anschluss eines Netzteils erlaubt, dann verwendet entweder nur das vom Hersteller angebotene oder eines mit Zulassung für Medizinprodukte. Diese sind so konstruiert, dass sie bei einem Defekt keine Netzspannung auf der Niederspannungsseite abgeben werden, die in eure Box und gar euren Körper fließen könnte. Der etwas höhere Preis sollte uns die Sicherheit wert sein.

Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass es einfach eine gute Idee ist, neben dem
Strom auch den Verstand ein zu schalten.

Genug des erhobenen Zeigefingers, lasst die Spiele beginnen. Je nach Szenario, kann bereits die Platzierung der Elektroden ziemlich erregend und Teil eines Rollenspiels sein. Eine angemessene Fesselung kann aus mehreren Gründen hilfreich sein. Sie steigert nicht nur die Hilflosigkeit unseres Opfers, sie verhindert auch, dass sich unser Delinquent durch unwillkürliche Muskelzuckungen verletzen kann. Wobei wir bei den Elektroden wären. Strom fließt immer nur von einem zu einem anderen Punkt, also von Elektrode A zu Elektrode B. Es gibt zwei Arten von Toys. Die einen vereinen beide Elektroden und werden deswegen auch als bipolar bezeichnet. Toys mit nur einer Elektrode werden als monopolar bezeichnet. Typische bipolare Vertreter sind Dildos und Plugs, die es in allen möglichen Größen und Formen gibt. Persönlich bevorzuge ich die massiven vollständig aus Metall gefrästen. Sie verfügen über eine große Kontaktfläche und setzen dem Strom nur einen geringen Widerstand entgegen. Ob die Elektroden bei einem Dildo auf der linken und rechten Seite angebracht sind oder die Teilung oben unten erfolgt ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ich behaupte, dass die Oben-Unten-Variante eine stärkere Stimulation verursacht, aber dies kann auch eine Folge der individuellen Anatomie sein. Keine Frage des Geschmacks hingegen ist die reichliche Verwendung eines leitfähigen Gleitgels sondern ein absolutes Muss. Fette (Criso) oder silikonölbasierte Gleitgele haben bei Elektrospielen nichts zu suchen. Sie wirken als Isolator und verschlechtern den Kontakt zwischen Haut und Elektrode.

Generell gilt, dass die Kontaktfläche groß sein sollte. Bei kleinen Kontaktflächen konzentriert sich der elektrische Strom auf einen kleinen Bereich und wird auf unerotische Weise schmerzhaft, weil statt Muskeln oder Nerven, die Schmerzrezeptoren gereizt werden. Im ungünstigsten Fall kann es zu elektrischen Verbrennungen der Haut kommen. Beim leitfähigen Gleitgel gilt es deswegen nicht zu sparen, die auch als spezielle Elektrogels am Markt verfügbar sind. Diese sind meistens dickflüssiger und fließen nicht weg. Manche enthalten etwas Salz, um ihre Leitfähigkeit zu erhöhen. Ob sie wirklich besser sind, kann jeder selbst herausfinden.

Sollte es sich beim Plug im Allerwertesten um ein monopolares Exemplar, also mit nur einer Elektrode handeln, stellt sich die Frage, wo der Gegenpol angebracht wird. Typische monopolare Toys sind Cockringe aus Metall, die um die Schwanzwurzel gelegt werden, oder eine Klebeelektrode am Damm. Klebeelektroden sind übrigens die einzigen, die kein Gleitgel erhalten dürfen. Der Cockring muss aber auf jeden Fall geschmiert werden. Für das beste Stück, den Schwanz, bieten sich ebenfalls Metallringe an, zum Beispiel ein Coronaring hinter der Eichel und ein Ring um die Schwanzwurzel. Wer keine Ringe mag, kann auch sogenannte Chocker nehmen. Dies sind Schläuche aus leitfähigem Kunststoff. Und auch hier gilt, nicht das Gleitgel vergessen. Je besser der Kontakt ist, desto besser die Stimulation. Für weibliche Elektrofans gibt es Vaginalelektroden und Klemmen für die Schamlippen.

Zwei Elektroden um den Schwanz und ein bipolarer Plug im Arsch dürften bei den Männern das Standardsetup einer Elektronummer bilden. Verfügt die Elektrobox über mehr als zwei Kanäle oder es sind mehr als eine Box vorhanden, öffnen sich weitere Möglichkeiten, die gerade in einer SM-Szene tolle Effekte erlauben. Da wäre zum Beispiel je eine Klebeelektrode unter jeder Fußfläche. Ja, der Strom muss dann von einem Fuß das Bein hoch, über den Schritt, das andere Bein herunter zum anderen Fuß laufen. Ihr werdet feststellen, dass diese Konfiguration einen höheren Pegel an der Box erfordert. Der Weg ist länger und damit auch der Widerstand zwischen den Elektroden. Das Ergebnis ist aber sehenswert; jeder Impuls lässt die Muskeln in den Beinen zusammen zucken. Gut, dass wir unseren Delinquenten gefesselt haben. Überraschende und unregelmäßige Impulse können selbst widerspenstige Subs erstaunlich handzahm machen.

Weitere Positionen für Elektroden sind die Schenkelinnenseiten, oder auch die Hüftlinie. Probiert aus, was euch gefällt. Ich baue voll und ganz auf eure Kreativität.

Zum Abschluss des Themas Elektroden noch mal zurück zu den Brustwarzen. Ich schrieb, dass es sich dabei um ein absolutes NO GO handelt. Die Gefahr dabei besteht darin, dass bei Impulsen von einem Nippel zum anderen, auch tiefere Nerven erregt werden können, insbesondere auch die Nerven, die für den Herzschlag verantwortlich sind. Es sind am Markt aber auch bipolare Tittenklammern verfügbar. Der Strom fließt nur von einer Seite des eingeklemmten Nippels zur anderen. Diese gelten gemeinhin als Safe. Die Entscheidung, diese Klemmen ein zu setzen, muss aber jeder für sich selbst treffen.

Bleibt eigentlich nur noch ein Mysterium zu entzaubern: Die Powerbox. Gehen wir mal davon aus, dass eine Box von Wish für 4,00 € oder ein 27,00 € Komplettpaket vom selben Anbieter nicht ernsthaft in Frage kommt, zu welcher Powerbox sollte der angehende Elektrostimulationsfan greifen? Das Angebot ist umfangreich und die Bandbreite der Geräte reicht von rund hundert bis zu mehreren hundert Euro. Womit erklären sich die Unterschiede?

Um dies zu erklären kann ich euch einen Blick zurück in die Geschichte und etwas Theorie nicht ersparen. Die ersten Powerboxen zur Elektrostimulation wurden aus medizinischen TENS- und EMS-Geräten abgeleitet. TENS steht für transkutane elektrische Nervenstimulation und wird in der Schmerztherapie eingesetzt während EMS für elektrische Muskelstimulation steht und zum Muskelaufbau genutzt wird. Die beiden Stimulationsarten unterscheiden sich hauptsächlich in der Dauer und Frequenz der elektrischen Impulse, die durch die Elektroden gejagt werden. Mit ein paar Anpassungen an Impulsform, -stärke und –dauer wurden EMS und TENS auch für die sexuelle Stimulation nutzbar. Anfangs waren es kleine Firmen, die sich auf die Entwicklung der Powerboxen spezialisierten und ihre Geräte als Kleinserie auf den Markt brachten. Diese Geräte sind zwar meist teurer, dafür aber oft kräftiger und herausfordernder. Zudem ist der Support und Austausch mit den Kunden oft direkter als bei Großserienprodukten, die den Massenmarkt bedienen.

Wer sich die Forenbeiträge zur Elektrostimulation durchliest, wird hin und wieder darüber stolpern, dass sich die verschiedenen Geräte sehr unterschiedlich anfühlen. Manche werden als soft und schmeichelnd empfunden andere hingegen als scharf und hart. Dies ist zum einen darauf zurück zu führen, ob die Box mehr in Richtung TENS oder mehr in EMS ausgelegt wurde, also ob mehr Nerven gereizt oder Muskeln erregt werden. Geht es darum, den bestromten Spielpartner zu edgen und auf einem schier unerträglichen Erregungslevel zu halten, ohne ihn oder sie zu erlösen, wird eher der Griff zur soften Box gehen. Wenn es mehr um den SM-Aspekt des Elektrospiels geht, sind die scharfen Boxen die bevorzugte Wahl. Bei manchen Boxen lassen sich Impulsfolge und Dauer anpassen und damit ihr Charakter verändern.

Die ersten Geräte arbeiteten noch analog. Heute sind die meisten am Markt verfügbaren Boxen mit einer prozessorgesteuerten Impulserzeugung ausgestattet. Nebenbei hat die Digitalisierung ein Fenster zu allerlei neuen Möglichkeiten geöffnet, wie die Steuerung über das Internet. Ein Master kann seinen Sklaven bequem aus der Ferne quälen und das Ergebnis per Webcam begutachten. Andere Geräte verfügen über Lagesensoren, die sich wunderbar für die Erziehung junger Pups eignet. Hunde haben schließlich nicht aufrecht zu gehen. Die Box wird ihn daran deutlich und nachhaltig erinnern. Derartige Systeme sind weniger universell einsetzbar und auf konkrete Einsatzszenarien konstruiert. Manche sind direkt in einen Schwanzkäfig integriert. Mit Strom werden sie über einen Akku versorgt, der mit einem üblichen USB-Netzteil aufgeladen wird. Die Bedienung erfolgt dann per App.

Das Standardmodell einer E-Stimbox verfügt dagegen traditionell über Bedienelemente am Gerät, etwa je einen Knopf pro Kanal um die Intensität zu regeln, Tasten zur Programmwahl und oft ein paar LEDs oder ein LC-Display zur Anzeige des Betriebszustands. Die Programme der Geräte sind sich alle recht ähnlich. Neben Dauerimpulsen, werden an- und abschwellende, zwischen Kanälen hin- und herspringende, pulsierende oder eine muntere Mischung an Mustern geboten. Manche Geräte bieten Zufallsprogramme oder reagieren auf Geräusche, Bewegungen oder Lage der Box. Es gibt sogar welche mit einem Näherungssensor. Alles mehr oder weniger nützlich, aber zuweilen sehr nett für die Erziehung rebellischer Sklaven.

Ein Modus, der sich bei verschiedenen Geräten findet, halte ich für besonders erwähnenswert, da er sich vor allem auch für Soloplay eignet: die Steuerung per Audio. Bei diesem Programm steuert primär die Lautstärke einer Mono- oder Stereotondatei die Intensität der Kanäle — links für Kanal 1 und rechts für Kanal 2. Im Internet finden sich hierzu unzählige frei verfügbare MP3- und WAV-Dateien mit Programmen von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden. Gerade die längeren bieten oft einen intensiven und herausfordernden Ritt, der den gut verschnürten und gesicherten Spielpartner in den Wahnsinn treiben wird.

Happy Stimming!

Als Orientierung hier noch eine nicht repräsentative Liste von Powerboxen und
Herstellern:

  • Dreamlover DL2K Mobil Edition
    In Anbetracht des absurden Preises eher eine Kuriosität fällt dieser elektrifizierte Schwanzkäfig in die Kategorie der Erziehungsgeräte. Dafür erhalt Mann/Frau/Divers aber auch ein Gerät mit GPS-Tracking, Lagesensor, Manipulationserkennung und Android-App.
  • ElectraStim
    Die Firma bietet ein ganze Produktlinie an Powerboxen und EToys. Die Geräte richten sich meiner Meinung nach an den Mainstreammarkt. Die Boxen fühlen sich daher eher soft an, neigen aber gelegentlich zu unsauberen Einzelimpulsen. Die beiden Top-Geräte Flux und Axis verfügen u.a. über einen Lage- und Beschleunigungssensor, ein Mikrofon und Audioeingang.
  • Mystim
    Ein Vollsortimenter von Geräte und Toys, der sich wie ElectraStim auf den Mainstreammarkt konzentriert hat. Die Produkte liegen preislich eher im günstigen Segment. Interessant sind vor allem kleine akkubetriebene Funkempfänger für nur einen Kanal, von denen sich bis zu acht über eine Fernbedingung mit Display steuern lassen.
  • E-STIM
    Diese britische Firma bietet ebenfalls eine komplette Produktlinie von E-Toys und Powerboxen. Ich halte die aus massiven Metall gedrehten Plugs für mit die Besten am Markt. Nach dem sich offensichtlich die amerikanische Erostek aus der Produktion von Powerboxen, insbesondere der legendären ET312B verabschiedet hat, setzt nun die E-STIM 2B den Standard bei den Powerboxen. Sie ist sowohl für erotische als auch eher SM-orientierte Stimulation geeignet. Sie genießt den Ruf einen mehr scharfen Eindruck zu hinterlassen. In Verbindung mit einem Netzteil (Mit Zulassung für Medizingeräte) und im Highlevel-Modus lassen sich auch anspruchsvolle Masochisten und Painpigs befriedigen. Die Box bietet ein recht gutes Audioprogramm samt eines entsprechenden Analogeingangs mit dem auch Soloplay sehr viel Spaß machen kann.
  • Screamlabs Interrogator X1
    Diese Box stellt eine Klasse für sich dar. Diese ebenfalls britische Box wird von John in Einzelstücken handgefertigt. Bei der X1 handelt sich um keine simple Plastikbox, sondern um ein semistationäres Gerät in einem stabilen Metallkoffer. Bereits der Anblick ist furchteinflößend und macht sofort deutlich, dass diese Powerbox primär für SM-Spielszenen konstruiert wurde. Ein großer Drehknopf und ein analoges Voltmeter für das Spannungslevel und etliche kleine Regler lassen unweigerlich Phantasien von Geheimdienstverhören aufkeimen. In Wirklichkeit ist das Gerät voll digital und lässt sich per Bluetooth steuern. Mit vier Kanälen und Programnamen, wie Torment, Bitch Training oder Persistent Pain, wird deutlich, wohin die Reise geht. Überraschend ist dann, wie sauber sich die Impulse anfühlen.

Jörg aka. "Nero Impala" - Copyright 2021
Jörg aka. “Nero Impala” – Copyright 2021

Wir möchten uns an dieser Stelle bei unserem Gastautoren Jörg (aka. “Nero Impala”) für diesen wirklich ausführlichen und sehr anschaulichen Beitrag bedanken!

Wer direkten Kontakt zu Jörg aufnehmen möchte, der kann ihn auf Facebook und Twitter anschreiben.

Anmerkung der Redaktion: Es gibt natürlich noch viele andere Hersteller von solchen Elektrostimulations-Geräten, welche hier nicht erwähnt werden. Unser Vorschaubild zeigt ein ET-312. Die Links bei den Produkten verweisen direkt auf die entsprechenden Herstellerseiten. Bitte beachtet unseren Haftungsausschluss.

7 Gedanken zu „Unter Spannung – Die Sache mit der Elektrostimulation“

  1. Schon lange wollte ich mal E-Stim ausprobieren, allerdings wusste ich nie, welche Geräte für MICH geeignet wären – also Vielen Dank für diesen Beitrag.

    Im Frühjahr 2021 bin ich dann bei Aldi über ein preisgünstiges (29,95€) Tens/EMS-Gerät “CuraMed” gestolpert – keine große Investition, falls es nichts taugt – und habe es ausprobiert.

    Es hat eine Weile gedauert, bis ich feststellte, dass zunächst einmal EMS die bevorzugte Einstellung ist und und ich schließlich 2 (von fast 30 Programmen) als anregend herausfand. Inzwischen bereiten mir die beiden Einstellungen großes Vergnügen.

    Allerdings nutze ich E-Stim fast nur unterwegs – das kleine Steuergerät in ein Plastiktütchen verpackt und in den Slip gelegt oder anderweitig ‘unsichtbar’ angelegt gehe ich damit vergnügt, angeregt und erregt spazieren oder zum Einkaufen.

    Ich habe mir eine gut passende Eichel-Elektrode aus elektrisch leitendem Gummi gebastelt und dazu eine Art kleinen Gürtel, der stramm angelegt wird und desse Kontaktflächen von unten an den Hoden angelegt sind.

    Eine schöne Entdeckung war, dass ein mit Gleitmittel gut befeuchteter Plastikslip, den ich darüber ziehe, die Erregung nochmal deutlich steigert und dabei auch Alles schön an Ort und Stelle hält.

    Die zwei Programme, die ich benutze sind
    • EMS-Knie-Programm Nr. B3: 50Hz / 350µs im Sekundenrhythmus an- und absteigend
    • und EMS Programm P10 mit (einstellbar) 70-100Hz / 300µs, dabei einstellbar 2-30sec Stimulation und anschließend 2-30sec Pause

    Ein besonderes Vergnügen ist es, wenn ich das zweite Programm auf 30/30sec einstelle – also 30 Sekunden Reizstrom und danach 30 Sekunden Pause. Besonders wenn man das ganze etwas stärker einstellt ist das erneute “Zubeißen” nach der halb-minütigen Pause ziemlich intensiv…. wenn man dann gerade beim Einkaufen auf dem Markt mit Verkäufern redet – oder sich mit nichtsahnenden FreundInnen unterhält – und die “Spannung” setzt erneut ein … !

    Mit beiden Programmen kann ich – je nach dem, ob ich es zulasse oder nicht – zu mehr als 60% einen HFO erreichen.

  2. Ein interessanter Erfahrungsbericht. Ich finde es immer wieder spannend, wie unterschiedlich sich Elektrostimulation einsetzen lässt. Die Idee während einer Unterhaltung mit einem guten Freund oder Freundin klingt sehr verlockend. Ich muss das natürlich gleich noch weiterspinnen. Was wäre, wenn man/frau keine Kontrolle über die Box hat und diese ferngesteuert wird? 😈

  3. Hallo Nero Impala,

    heute hatte ich wieder einen Einkaufstag in der Stadt und war auf dem Markt reichlich “unter Spannung”. Dass mein EMS-Gerät aber spätestens nach 100min abschaltet, fand ich aber heute schon sehr schade…
    Dazu eine Frage: welche der portablen Geräte sind denn empfehlenswert und können auf längere Zeiten programmiert werden ? Oder “reizen” bis die Batterie leer ist oder man abschaltet ?
    Und wie ist das mit fernsteuerbaren Geräten – schalten die ab, wenn die Funk-Verbindung abreißt oder lassen die das zuletzt eingestellte Programm weiterlaufen ? Meine Idee wäre, den Empfänger am/im Plastikslip zu befestigen, dann eine “spannende” Einstellung zu wählen und dann den Sender im Auto zurück zu lassen – weißt Du ob das geht ?

    Herzliche Grüße, Dodo

  4. Kurze Antwort: Ich weiß es leider nicht. Ich habe mich vielen Geräten als Testobjekt zur Verfügung gestellt, aber konnte nicht jedes Gerät ausprobieren. Leider auch keine funkbasierten Geräte. Ich habe aber diverse Erfahrungsberichte und vor allem die öffentlich verfügbaren Leistungsdaten studiert. Danach scheint allen Funkboxen zu eigen zu sein, über relativ geringe Akkukapazität zu verfügen. Typisch sind 180mAh. Deswegen fallen die Geräte meist in die „zahmere“ Kategorie, d.h. Strom, Spannung, Impulsbreite und Impulsfrequenz sind reduziert. Mystim liefert maximal 35V an 500Ω bei maximal 70mA, was auch schon ordentlich zecken kann. Die Impulsbreiten liegen bei typischen TENS-Werten (120/240µs bis 70Hz). Wie lange die Geräte mit einer Ladung durchhalten… Schwierig zu sagen. Neben den Impulsen geht auch noch Kapazität für den Funkempfänger und Microcontroller drauf. Ich tippe so auf 2 bis 3 Stunden, vielleicht aber auch mehr. Ob die bei Abbruch der Funkverbindung den Betrieb einstellen konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen, obwohl mich das auch sehr interessiert hat.

    Ich muss aber auch ein wenig die Spaßbremse geben. Ich bin mir nicht sicher, ob der Dauerbetrieb im Alltag eine so gut Idee ist. Ich gebe zu bedenken, was passiert, wenn sich durch die Körperbewegung ein Kontakt löst und möglicher Weise die Haupt an einer sensiblen Stelle berührt, die zu unkontrollierten Muskelkontraktionen führt. Im Supermarkt kann das vielleicht noch mit einem peinlichem Moment glimpflich abgehen, aber etwa hinter dem Steuer eines Autos oder auf dem Fahrrad kann es unschön werden.

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