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Digital Detox

Das Internet ist allgegenwärtig, egal ob als Informationsquelle, als Kommunikationsplattform, zum Einkaufen oder zum Konsumieren von Medien. Auch das Online-Dating spielt eine immer größere Rolle. Schafft man es in der heutigen Zeit überhaupt, sich zumindest temporär von digitalen Medien loszureißen? Wäre ein „Digital Detox“ für euch eine Option?

International wird aktuell über ein Verbot von sozialen Netzwerken für Kinder und Jugendliche diskutiert und politisiert. Für uns stellt sich die Frage, ob es für Erwachsene nicht auch irgendwann Zeit ist, das Smartphone beiseite zu legen und das Leben „offline“ auf andere Art zu genießen.

Smartphone – Der Alleskönner

Das Smartphone ist heutzutage der Begleiter Nummer eins, wenn man das Haus verlässt. Teils noch wichtiger als der Geldbeutel, denn inzwischen kann man mit dem Smartphone auch kontaktlos bezahlen. Dieses Wunderwerk der Technik mag aber auch ein Fluch sein. Immer mehr Leute starren lieber auf ihren Display für die Hosentasche als in die Augen ihrer Mitmenschen. 2015 schaffte es „Smombie“ (Kofferwort aus Smartphone und Zombie) zum Jugendwort des Jahres. Das ist immerhin schon über zehn Jahre her und der Stellenwert des Smartphones hat sich seither mehr als nur gefestigt. Die Kunst ist es, das Wundergerät mal auf die Seite zu legen oder es sogar auszuschalten.

Ablenkung

In den letzten Jahren haben wir unsere Mitmenschen beobachtet, sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich. Selbst wenn man mit einer Person spricht, irgendwann zückt der Gesprächspartner sein Smartphone und macht darin irgendwas. Gibt es ein größeres Zeichen für Desinteresse während eines Dialogs, wenn man lieber ins Smartphone schaut, anstatt seine Zeit dem Gesprächspartner zu widmen?

Smartphone als BDSM-Assistent

Sogar während einer BDSM-Session kann ein Smartphone seine Daseinsberechtigung haben. Eine smarte Schlüsselbox kann gesteuert werden, diverse elektrische Spielsachen lassen sich damit steuern, man kann mit der Musik für das passende Ambiente sorgen und zum Schluss kann man schnell noch ein paar Schnappschüsse machen und die BDSM-Session dokumentieren.

Verbannung

Der größte Kritikpunkt bei einem Smartphone ist die Ablenkung. Während man das Smartphone für eine bestimmte Aktion verwendet, so schaut man noch schnell nach Nachrichten, neueste E-Mails, Updates auf den sozialen Netzwerken und vieles andere.  Sollte man versuchen das Smartphone bei einer Session aus dem Raum zu verbannen? Wenn das Gerät nicht griffbereit ist, dann kann man auch nicht daran spielen und man kann sich vollständig anderen Dingen widmen. Könnt ihr bei einer BDSM-Session auf ein Smartphone vollständig verzichten? Oder noch provokanter gefragt: Könntet ihr im Alltag auf euer Smartphone vollständig verzichten? Vermutlich nicht, sonst würdet ihr diesen Blogbeitrag jetzt gerade nicht lesen. Unsere Statistik zeigt, dass ein Großteil der Leser auf mobilen Endgeräten wie Smartphone oder Tablet auf unseren Fesselblog zugreifen. Von daher möchten wir nicht, dass ihr diesen Geräten vollständig entsagt.

Entgiftung

Wenn wir auf unseren Beitragstitel „Digital Detox“ zurückkehren, so stellt sich die Frage, was damit überhaupt gemeint ist. Eine Begriffserklärung:

Digital Detox bezeichnet einen teilweisen oder kompletten Verzicht der Nutzung digitaler Medien für einen eingeschränkten Zeitraum. Ziel ist es, sich der digitalen Vernetzung und der ständigen Erreichbarkeit zu entziehen.
Mit Hilfe von Digital Detox soll Stress reduziert und die Aufmerksamkeit wieder vermehrt der realen Welt zugewandt werden.

Quelle: Wikipedia

Zudem leitet sich detox vom englischen „detoxification“ (Entgiftung) ab. Viele Personen (unabhängig von Geschlecht und Alter) sind inzwischen süchtig nach digitalen Medien. Es kann bei einem eingeschränkten Zugang sogar zu ähnlichen Entzugserscheinungen wie bei einer drogensüchtigen Person kommen, deshalb finden wir die Bezeichnung „Entgiftung“ umso passender.

Einige Krankenkassen haben über Digital Detox Infomaterial oder gar Ratgeber online (fast schon ironisch) gestellt, um die Fragen zu klären, wie man eine solche digitale Auszeit umsetzten kann. Hier ein paar Stichpunkte (entliehen von der Techniker Krankenkasse):

  1. Digital Detox planen und vorbereiten
  2. Smartphone-freie Zeiten für den Detox im Alltag
  3. Smartphone-freie Orte bestimmen
  4. Das Umfeld mit einbeziehen und cool bleiben
  5. Abschalten, was ablenkt
  6. Alternativen entdecken

Beispiel im Freundeskreis

Vor ein paar Jahren wurden wir indirekt auf das Thema Digital Detox aufmerksam, als ein guter Freund unangekündigt mehrere Tage offline war. Zu Beginn waren wir nervös und haben versucht ihn über mehrere Kommunikationskanäle zu erreichen, sogar über das bei vielen Personen in Vergessenheit geratene Festnetztelefon. Er war wie vom Erdboden verschluckt. Nach einer Woche hat er sich gemeldet und uns aufgeklärt: Er hat sich eine digitale Auszeit genommen, um dem Stress zu entfliehen. Es hatte funktioniert. Wenn er sich also jetzt ein paar Tage nicht zurückmeldet, dann wissen wir, dass er vermutlich seinen Konsum von digitalen Medien wieder etwas zurückfährt. Es ist seine Art Digital Detox umzusetzen.

Digital Detox unter Zwang?

Gerade im BDSM gibt es viele Möglichkeiten Digital Detox zu erzwingen. Habt ihr schon einmal versucht ein Smartphone zu bedienen, während ihr in einer Zwangsjacke steckt? Ein Leser hat uns davon berichtet, dass seine Bildschirmzeit durch seine Eheherrin beschränkt ist. Dafür wurde eine Zusatzsoftware auf dem Smartphone installiert. Im Endeffekt ist es wie eine Art Kindersicherung. Diese Sicherung kann man auch für Erwachsene verwenden, um den digitalen Konsum zu reglementieren. Alternativ kann man sein Smartphone auch für eine definierte Zeit in einen Zeitsafe sperren.

Eure Meinung

Wäre ein Digital Detox etwas für euch? Vielleicht gönnt sich der eine oder andere von euch bereits jetzt schon regelmäßig eine digitale Auszeit, nur ohne diese als Digital Detox zu betiteln. Oder könnt und wollt ihr auf euer Smartphone nicht verzichten und nehmt es sogar mit auf die Toilette? Seid ihr bereit für eine echte „Offline BDSM-Session“ oder ist selbst bei einem restriktiven Abenteuer das Smartphone griffbereit? Schreibt uns gern eure Meinung zu dem Thema, wir freuen uns auf eure Zuschriften.

Veröffentlicht von

Dennis vom Fesselblog

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

Ein Kommentar zu „Digital Detox“

  1. Da BDSM immer auch mit Beschränkung, Einschränkung und Verzicht zu tun hat – und gerade dadurch befreiend wirkt und entspannt, ist es durchaus logisch, dass Handyverzicht uns eigentlich zusagen sollte… und analog zu Bondage beginnt wenn man raus will, kann man sagen, Detox beginnt wenn man ran will. Und nicht darf!
    Die Mischung aus Genuss und Leid ist durchaus ähnlich. Natürlich lässt sich das Ganze auch gut verbinden, Wortwitz beabsichtigt.
    Bondage bedeutet für den Sub, Kontrolle abzugeben. Nichts mehr entscheiden müssen, weil Subbie nix mehr entscheiden kann. Und das befreit unheimlich, denn wie ist es eigentlich – brauchen wir das Smartphone oder braucht es uns? Ist es vielleicht gar ein elektronischer allgegenwärtiger Dom, ein Master, der Gehorsam fordert und meist auch bekommt? Das Ding vibriert oder piepst und ohne dass wir es uns überhaupt bewusst machen, haben wir es schon in der Hand… außer diese ist gerade säuberlich gefesselt. Dann muss sogar Master Smartphone warten.

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