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Produkttest: Cellmate by QIUI (mit Video)

Eine Keuschheitsschelle, welche man per Smartphone-App steuern kann? Klingt nach einem innovativen Spielzeug in der BDSM-Welt. Wir haben den Cellmate getestet und möchten unsere Erfahrungen mit euch teilen.

In der BDSM-Welt ist ein Keuschheitsgürtel bzw. eine Keuschheitsschelle ein gern gesehenes Spielzeug. Egal ob für die Dauer einer Session, ein Wochenende oder für einen längeren Zeitraum. Devote Spielpartner werden immer häufiger in eine solche Keuschheitsvorrichtung geschlossen. Manche Keuschlinge verwalten ihren Schlüssel selbst, was frustrierend sein kann. Doch was wäre, wenn es gar keinen physischen Schlüssel mehr gibt?

Keuschheit geht viral

Diesen Gedanken fanden wir auch sehr faszinierend und seit ein paar Monaten verbreitet sich eine smarte Keuschheitsschelle im Internet gerade im Social Media Bereich sehr stark. Unsere Neugierde wurde auch geweckt und so haben wir einen „Cellmate“ bestellt und ausprobiert.

Wir wollen euch zunächst die Funktionsweise etwas genauer erklären (Anleitung des Herstellers siehe unten). Es handelt sich generell um eine Keuschheitsschelle für den Mann, welche mit zwei verschieden großen Basisringen (Cockringe) geliefert wird. Man hat generell die Wahl zwischen zwei verschieden großen Peniskäfigen, eine kurze (10 cm) und eine längere (12 cm) Variante. Je nach Penisgröße muss hier vorab die Vorauswahl getroffen werden.

Bevor es losgeht muss die Smartphone-App auf ein kompatibles iOS oder Android Smartphone installiert (Download-Links siehe unten) und man muss sich in der App registrieren und den Keuschheitskäfig via Bluetooth verbinden. Das Anlegen und Schließen des Cellmate funktioniert rein physisch. Der Cellmate wird dem Keuschling angelegt und der Sicherungsstift reingedrückt. Mit einem leisen „Klick“ rastet der Sicherungsstift ein.

Zum Öffnen benötigt man das Smartphone mit der installierten und eingerichteten App. Man drückt am Cellmate den „Entriegelungsknopf“ (Aktivierung der Bluetooth-Verbindung) und in der App kann der Cellmate dann entriegelt werden.

Es muss sich hierbei nicht zwangsläufig um das Smartphone des Keyholders bzw. Masters handeln, denn der Keuschling selbst kann diese App ebenfalls installieren und ebenfalls ein Konto bei QIUI eröffnen. Hierdurch wird ermöglicht, dass in den Smartphone-Apps Keyholder und Träger des Cellmates auf logischer Ebene getrennt werden. Der Keyholder kann somit ein digitales Recht aktivieren, sodass der Keuschling selbst den Cellmate öffnen kann, zum Beispiel für eine Reinigung. Sollte der Keyholder nicht wollen, dass der Keuschling den Cellmate öffnet, so kann dieses Recht auch wieder entzogen werden.

Diese Spielart ist gerade für Fernbeziehungen recht spannend. Sollte der Keuschling mit entsprechendem Recht den Cellmate öffnen, so wird der Keyholder auf deinem Smartphone auch benachrichtigt. Wichtig dabei ist, dass eine Verbindung zum Internet erforderlich ist, sowohl auf der Seite des Keyholders als auch auf der Seite des Keuschlings. Sollte das Smartphone des Keyholders und der Cellmate physisch in einem Raum befinden, so funktioniert die Entriegelung auch „offline“. Der Onlinestatus wird immer dann benötigt, wenn Berechtigungsänderungen zwischen zwei Smartphones durchgeführt werden.

Das Portal des Herstellers bietet international gesehen spannende Ideen, auf welche wir nicht näher eingehen wollen. Man kann quasi auch mit „fremden“ Spielern verteilt auf der ganzen Welt solche Spielereien machen. Riskiert ruhig einen Blick, ob ihr einem wildfremden Menschen dahingehend dann vertraut, das müsst ihr selbst für euch entscheiden.

Spannend ist auch das Thema, dass ein Keyholder gleichzeitig mehrere Cellmates und somit Keuschlinge verwalten kann, alles in einer App und das relativ übersichtlich. Rein technisch ist die Smartphone-App nicht sehr aufwändig gestaltet, eher relativ minimalistisch. Wir empfehlen euch dringend die Sprache in der App auf Englisch zu stellen, denn die deutsche Übersetzung ist beschämend und teils sehr irritierend. Auch Anwender mit wenigen Englisch-Kenntnissen sollten sich in der englischen Variante schnell zurechtfinden.

Für unseren Test wurden mehrere Keuschlinge nacheinander in den Cellmate gesteckt und natürlich haben wir auch den Selbstversuch gemacht. Der Tragekomfort wurde sehr unterschiedlich aufgenommen. Von „unbequem durch massiven Druck auf die Hoden“ bis hin zu „sehr angenehm und kaum auffällig“ waren alle Meinungen vertreten.

Aus hygienischen Gründen wurde der Cellmate unabhängig von Träger und Tragedauer nach jedem Tragen (und spätestens nach einem Tag bei mehrtägigem Einschluss) gereinigt und desinfiziert. Trotz einer attestierten Wasserdichtheit (IPX7, „Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen“) waren wir bei der Reinigung im Wasser vorsichtig. Beim Desinfizieren mit hautverträglichem Desinfektionsmittel wurde allerdings die Oberfläche, welche aus Polycarbonat besteht, angegriffen und fing an sich leicht zu lösen. Verwöhnt durch Keuschheitsschellen aus Edelstahl wurden wir hier beim Sauberhalten des Cellmate stark enttäuscht. Es stellt sich natürlich auch die Frage, in wie weit die Hautverträglichkeit darunter leidet, wenn sich das Obermaterial bereits bei der Reinigung löst. Wie es sich bei körpereigenen Fetten und Schweiß verhält können wir zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht mitteilen.

Nächster Punkt ist die austauschbare Batterie (CR14200 Batterie mit 1,25 mm Schnittstelle). Das Batteriefach befindet sich auf der Innenseite des Cellmate und kann nur gewechselt werden, wenn er abgelegt ist. Sollte die Batterie im angelegten Zustand leer werden, so helfen nur noch Bolzenschneider und/oder Feuerwehr. Aber soweit lassen wir es nicht kommen. Ein regelmäßiger Kontrollblick in der Smartphone App gibt Auskunft über den Füllstand der Batterie. Laut Hersteller handelt es sich bei der CR14200 Batterie um eine Lebenszeit von acht bis zwölf Monaten. Sollte der Batteriefüllstand unter 15 % sinken, wird das Wechseln der Batterie empfohlen. Bitte diese auch rechtzeitig besorgen, da es sich hier um keine Standard-Batterie handelt, welche man im Supermarkt um die Ecke bekommt. Selbst beim Internetversand-Riesen mit „a…“ und dem Elektrofachmarkt mit „C…“ ist diese Batterie nicht gelistet. Hier ist man durch einen Import von China angewiesen. Es ist davon auszugehen, dass einige deutsche Händler hier ihr Angebot noch erweitern werden, sofern die Nachfrage steigt. Ob der Cellmate nach erfolgreichem Wechseln der Batterie noch wasserdicht ist, kann nicht garantiert werden. In diversen Internetforen ist auch die Rede davon nach leerer Batterie den Cellmate gänzlich auszutauschen. Bitte bei der Entsorgung darauf achten, dass es über den Elektroschrott entsorgt wird (kein Restmüll)!

Es gibt auch ein paar Schauergeschichten von Trägern, die nach einem Sitzbad den Cellmate nicht mehr öffnen konnten, da Wasser in die Elektronik eingedrungen ist.

Wir haben für euch ein Video erstellt, welches wir euch natürlich auch noch zeigen wollen. Die Funktionsweise haben wir euch im Artikel erklärt, Anleitungen und Links zu den Smartphone-Apps findet ihr am Ende, doch nun wollen wir euch den Cellmate auch in Ruhe zeigen. Viel Spaß beim Video:

Pro:

  • Innovatives neues Produkt im Bereich BDSM
  • Steuerung per Smartphone relativ intuitiv
  • spannendes Spielzeug für Technik-Freunde
  • Verarbeitung auf den ersten Blick solide
  • akzeptables Preis-Leistungs-Verhältnis (150 bis 180 Euro)
  • erhältlich in zwei Peniskäfig-Größen
  • zwei verschieden große Basisringe (Cockringe) im Lieferumfang

Kontra:

  • deutsche Übersetzung der App unbrauchbar, englische App empfehlenswert
  • Verbindung zwischen Cellmate und Smartphone via Bluetooth nicht immer reibungslos
  • Internetverbindung bei Berechtigungsänderungen in der App erforderlich (auf Seite des Keyholders und Trägers)
  • Wasserdichtheit nicht garantiert
  • Krümmung der Basisringe (Cockringe) unvorteilhaft
  • Batterie im angelegten Zustand nicht wechselbar
  • keine Ersatzbatterie im Lieferumfang enthalten
  • Besorgung der Ersatzbatterie umständlich (Import), da keine Standard-Batterie
  • Oberfläche aus Polycarbonat nicht resistent gegen Desinfektionsmitteln (bzw. „scharfer“ Reinigungsmittel)
  • Zugangsdaten der App (bzw. auf der Website) können gehackt werden, persönliche Daten sind teils unverschlüsselt auf dem Server zugänglich

Fazit:

Der Cellmate ist eine via Smartphone gesteuerte Keuschheitsschelle, welche für technikaffine BDSM-Spieler eine nette Spielerei ist. Die Technik an sich hat Verbesserungsbedarf und bei unseren Tests hat es gerade bei der Steuerung mit der App ab und zu „gehakt“. Der physische Tragekomfort liegt weit hinter den Mitbewerbern, welche teils maßgeschneiderte Lösungen bieten. Bei der Reinigung muss man aufpassen die Oberfläche nicht zu zerstören. Die Wasserdichtigkeit ist nicht garantiert. Ein nettes Spielzeug, nicht mehr und nicht weniger. Da die Konkurrenz nicht schläft sind wir gespannt, was in den nächsten Jahren noch folgen wird.

Links:

Nachtrag Januar 2021 – Sicherheitsmängel:

Wir sind überrascht, dass das öffentliche Interesse an dieser Keuschheitsschelle so groß ist. Einige namhafte (und seriöse) Nachrichtenportale haben inzwischen über gravierende Sicherheitsmängel berichtet. Meist wurde nicht die physische Verarbeitung, sondern tatsächlich das Online-Portal bemängelt. So waren bzw. sind die Konten der User nicht sicher und können gehackt werden. Ein Extrembeispiel wurde genannt, dessen Konto gehackt wurde und der Hacker dem Eigentümer des Cellmate eine Lösegeldforderung gestellt hat, damit der Cellmate wieder geöffnet wird. Im weiteren Verlauf der Meldung wurde dann berichtet, dass der Cellmate zu diesem Zeitpunkt nicht angelegt war. Wie der aktuelle Datenschutz-Stand ist, entzieht sich unserer Kenntnisse. Es wurden (wir können von der iOS-Variante berichten) einige App-Updates veröffentlicht, welche die Stabilität in Zukunft verbessern und einige Fehler behoben haben. Von daher empfehlen wir allen Usern bei der Anmeldung ein sicheres Passwort zu verwenden und dieses auch in regelmäßigen Abständen zu ändern. (IT-)Sicherheit geht eben vor!

Veröffentlicht von

Dennis

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM.

4 Gedanken zu „Produkttest: Cellmate by QIUI (mit Video)“

  1. Hallo und guten Tag zusammen,

    meine Herrin hat mir letzten Sonntag den Cellmate Keuschheitsgürtel als Weihnachtsgeschenk bestellt, der auch wie vom Verkäufer versprochen schon am Mittwoch den 16. Dezember geliefert wurde! Meine Herrin hat die nötigen Einstellungen bereits vorgenommen und mir dann den Befehl erteilt, dass ich mir bis spätestens zum Montag den 21. Dezember den Cellmate Keuschheitsgürtel angelegt und verschlossen haben muss! Ich habe dieses bis jetzt mehrfach versucht, bin aber immer gescheitert und das obwohl es nach meiner Meinung nur noch ein bis zwei Millimeter waren, die zum Erfolg führten! Ich denke mal, dass man dafür mehr als zwei Hände braucht, um den Cellmate Keuschheitsgürtel anzulegen! Daher würde ich gerne wissen, ob ihr mir vielleicht bitte einige Tipps geben könntet, wie es am einfachsten möglich ist, dass ich den Cellmate Keuschheitsgürtel angelegt bekomme oder kennt ihr vielleicht jemanden der mir bitte beim Anlegen des Cellmate Keuschheitsgürtels helfen kann? Denn Erstens möchte ich meine Herrin, da sie so großzügig war und mir den Cellmate Keuschheitsgürtel geschenkt hat, nicht enttäuschen, zumal der Cellmate Keuschheitsgürtel nicht gerade billig ist und Zweitens habe ich mir ja unbedingt gewünscht, das ich im Cellmate Keuschheitsgürtel verschlossen gehalten werde und absolut keine Kontrolle mehr über meinen Penis habe! Ich bedanke mich im Voraus für eure Antwort und verbleibe

    mit freundlichen Grüßen
    Sklave Tim

    1. Hallo Sklave Tim,
      vielen Dank für deine Nachricht und euer Vorhaben, dass du dich von deiner Herrin keusch halten möchtest. Der Cellmate ist ein nettes Spielzeug, je nach Anatomie ist er für den einen mehr und für den anderen weniger passend.
      Beim Anlegen eines jeden Keuschheitsgürtels sollte sich der Mann (und vor allem sein bestes Stück) in einem nicht erigierten Zustand befinden. Manchmal hilft kaltes Wasser dabei. Zuerst musst du dich für einen der beiden Cockringe entscheiden. Diesen ziehst du dann über Penis und Hoden drüber. Danach wird der Penis in die Röhre eingeführt und die Röhre wird mit dem Cockring verbunden.
      Klingt einfach… kann aber manchmal ein ganz schönes Gefummel sein. Man muss auch den richtigen Winkel treffen, damit der Cockring richtig mit der Röhre verbunden wird. Am besten machst du ein paar Trockenübungen mit Anlegen und Ablegen.
      Und ist durchaus bewusst, dass du deine Herrin nicht enttäuschen möchtest. Wir gehen auch stark davon aus, dass du das nicht tun wirst. Tastet euch langsam heran an die Sache.
      Solltest du mehr Unterstützung benötigen, so schreibe uns bitte eine E-Mail an kontakt@fesselblog.de
      Wir können dir dann gern noch mehr Infos zukommen lassen.

      Viele Grüße und vor allem viel Erfolg bei deiner geplanten Keuschheit!
      Dennis vom Fesselblog

    2. Hallo Sklave Tim,
      ich hatte das gleiche Problem, oder wenn ich es doch geschafft hatte ihn anzulegen war er sehr unbequem auf längere Zeit hinaus.
      Meine Lösung war, dass ich den Ring in einem Schraubstock ein wenig verbogen habe, um damit einen größeren Abstand zwischen Ring und Keuschheitskäfig zu bringen.
      Ich habe den Ring immer nur wenig verbogen und dann wieder anprobiert, das habe so lange gemacht bis der Keuschheitskäfig gut zum Anlegen und zu Tragen war.
      Gruß
      Deski

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