Medizinische Akutfixierung - Copyright 2021, fesselblog.de

Bequeme Fesselmethoden

Bei BDSM denken viele Personen sofort daran, dass diese Praktiken „unbequeme Konsequenzen“ haben. Das ist wohl auch der Hauptgrund, warum viele Menschen sich bei Bondage nicht vorstellen können, dass man es freiwillig haben möchte. Dennoch gibt es einige durchaus bequeme Fesselmethoden, bei denen sich auch Neueinsteiger vielleicht in diese Welt trauen können.

Bondage beginnt dann, wenn man raus möchte. Diese Aussage haben wir getätigt und wir haben dieser sogar einen eigenen Artikel gewidmet. Bei BDSM denken viele Personen an Handschellen, an schwere Ketten, an einen dunklen Kerker und viele unbequeme oder gar schmerzhafte Fesselungen. Und das ist durchaus vorhanden. Doch es gibt auch Personen, die auf eine gewisse Art „Wohlfühl-Bondage“ praktizieren.

Auch beim Wohlfühl-Bondage geht es nicht immer darum krampfhaft zum sexuellen Höhepunkt zu gelangen. Es ist vielmehr ein Akt der Geborgenheit. Einige BDSM-Liebhaber schaffen es während einer BDSM-Session Energie zu tanken. Den Alltag ausschalten und einfach nur für den Moment leben und die Session genießen. Und so kann BDSM die sinnlich-restriktive Komponente sein, quasi eine restriktive Art des Kuschelns.

Kuscheln ist was für Softies, behauptet jedenfalls die signifikante Mehrheit der Gesellschaft. Und dennoch kann man sich eine BDSM-Session richtig „kuschelig“ gestalten. Auf dem Markt gibt es mehrere Möglichkeiten, wie man das schaffen kann. Es gibt weiche Lederfesseln, Zwangsjacken aus Leinen, Leder oder Gummi, medizinische Akutfixierungen und viele andere Dinge.

Gerade bei den medizinischen Akutfixierungen war der Grundgedanke der Entwickler, dass ein Patient fixiert wird, ohne sich dabei selbst zu verletzen. Also eine hervorragende Art eine Person über Nacht zu fixieren. Doch aufgepasst, gefesselt die Nacht verbringen zu dürfen bringt nicht immer einen erholsamen Schlaf.

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Und ob man es glaubt oder nicht, es ist (je nachdem, wie fest es angelegt wird) durchaus „bequem“. Wir durften es schon mehrfach testen und auch schon darin nächtigen, von daher können wir hier von einer interessanten, soften und doch sehr restriktiven Art der Fesselung sprechen.

Ähnlich verhält es sich bei Seilfesselungen. Wenn man den direkten Vergleich zu Handschellen hat, so ist ein Seil schön weich und man hat einen gewissen Bewegungsfreiraum gegenüber Handschellen aus Metall. Doch auch bei Seilen gilt, dass man diese nicht zu streng anlegen sollte, sonst kann die notwendige Blutzirkulation unterbrochen werden. Einschlafende Gliedmaßen wären hier noch eine „harmlose“ Konsequenz.

Seilfesselung - Copyright 2017, fesselblog.de
Seilfesselung – Copyright 2017, fesselblog.de

Kommen wir nochmal zum Thema Zwangsjacken. Auch diese wurden entwickelt um Patienten zu fixieren, damit sie sich nicht selbst oder andere verletzen können. Richtig (und nicht „zu eng“) angelegt können auch Zwangsjacken über einen längeren Zeitraum getragen werden. Was denn genau „lange“ ist, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Für die einen ist „lange“ schon eine Stunde, bei anderen beginnt es ab 24 Stunden.

Zwangsjacke am See - Copyright 2020, fesselblog.de
Zwangsjacke am See – Copyright 2020, fesselblog.de

Bei „bequemen“ Fesselmethoden kommt es also auf zwei Dinge an. Auf der einen Seite mit was das Opfer gefesselt wird und auf der anderen Seite „wie“ das Opfer darin gefesselt wird. Ein einfaches Sklavenhalsband aus Leder kann bequem sein. Zu eng angelegt würgt es das Opfer und die Fesselung wird zur Tortur. Dennoch dürfen die Fesseln natürlich nicht zu locker sein, sonst bestünde die Gefahr, dass das Opfer sich unerlaubt befreien kann. Man muss also einen Grat zwischen nicht zu fest und nicht zu locker finden. Das erfordert natürlich eine gewisse Übung.

Hänge-Bondage - Coppyright 2021, fesselblog.de
Hänge-Bondage – Coppyright 2021, fesselblog.de

Kürzlich haben wir von einer Session ein Feedback bekommen, in welcher Hänge-Bondage praktiziert wurde. Als Außenstehender kaum vorstellbar, dass das Opfer diese Position ausgehalten hat und sogar schön fand. Nach eigener Aussage war die Stellung bequem, entlastend für den Rücken und (Zitat) „geil“. Das Ausscheiden einer bestimmten Körperflüssigkeit hat das final bestätigt.

Ein weiteres wichtiges Kernelement bei bequemen Fesselmethoden ist der Faktor Zeit. Jede noch so bequeme Situation wird auf Dauer unerträglich. Selbst beim reinen Liegen auf einem Bett kann man sich „wund liegen“. Jeder Mitarbeiter in einem Pflegeberuf wird dies bestätigen können und auch Säuglinge können sich in ihrem weichen Bettchen wund liegen. Nicht einmal das Bett ist ein sicherer Ort? Na theoretisch kann uns jederzeit die Decke auf den Kopf knallen, doch die Wahrscheinlichkeit ist eher gering. Viel wahrscheinlicher ist die Tatsache, dass man in einer Bondage-Session es vielleicht doch lieber etwas enger, etwas restriktiver, etwas ausbruchsicherer haben möchte, weil man einfach geil darauf ist. Das klingt jetzt relativ banal, aber dem ist so.

Für Neueinsteiger gibt es viele softe Varianten beim BDSM hineinzuschnuppern. Das Verbinden der Augen mit einem Seidenschal wäre ein Anfang. Es müssen nicht gleich die gebrauchten Arbeitssocken vom Vortag ins Maul des Opfers gestopft werden und mit mehreren Lagen Panzertape fixiert werden. Es kann auch sinnlich sein einfach mal den Zeigefinger auf die Lippen des Partners zu legen und „schhhhhh“ zu sagen. Wenn die gewünschte Stille nicht eintrifft, dann kann man immer noch zum Knebel in der nächsten Schublade greifen, dann herrscht Ruhe.

Jede Person wird für sich selbst entscheiden, was bequem ist und was nicht. Teilweise können diese Ansichten stark voneinander abweichen. Dennoch kommt es bei bewusst bequemen Fesselmethoden auf folgende Fragen an:

  • In welcher körperlichen Verfassung befindet sich das Opfer?
  • Möchte das Opfer gefesselt werden?
  • Mit was wird gefesselt?
  • Wie stark/eng werden die Fesseln angelegt?
  • Wie lange darf das Opfer in der gefesselten Position verweilen?

Da wir ausschließlich einvernehmliches BDSM betreiben ist die Frage, ob das Opfer gefesselt werden möchte eigentlich obsolet. Dennoch möchten wir die Frage hier aufführen, da es vielleicht Switcher gibt, die in mancher Situation einfach nicht gefesselt werden möchte. Sollte eine entsprechende Gegenwehr da sein, so kann eigentlich schon nicht mehr von einer Bequemlichkeit gesprochen werden, sondern dann geht es schon mehr in Richtung Folter.

Wichtig: Sprecht miteinander, geht auf eure Bedürfnisse ein und akzeptiert auch ein Nein. Wenn es dem Opfer körperlich (oder auch geistig) nicht gut geht, so ist eine nächtliche Fixierung vielleicht nicht angebracht. Hier sollte man vielleicht eine klassische Umarmung bevorzugen. Und wenn dann doch noch Lust auf mehr BDSM ist, dann seid vorsichtig und genießt es. Allem voran: Passt aufeinander auf!

Veröffentlicht von

Dennis

Mentor und Berater im Bereich Fetisch und BDSM. Du möchtest dich über Fetisch und BDSM unterhalten? Kommt gern auf mich zu. Egal ob Einsteiger oder Profi, ich unterstütze dich gern!

18 Gedanken zu „Bequeme Fesselmethoden“

  1. Ich hätte Intresse an BDSM habe eine bisschen Vorstellungen.
    Kann man sich als Neuling irgendwo seine Vorstellungen ausprobieren?

    1. Hallo Siegfried, es kommt natürlich immer darauf an, welche Vorstellungen Sie ausleben möchten. Wir können leider keine Kontakt vermitteln, doch hoffen wir sehr, dass Sie in Ihrer Nähe eine geeigneten Spielpartnerin oder Spielpartner finden, um Ihre Vorstellungen auszuleben.

  2. Ihr bringt es mal wieder auf den Punkt. Wer die softe Seite mit verächtlichem Lächeln abtut, der lässt sich und seinem Partner viel entgehen.
    Denn wie Ihr richtig sagt, gefesselt werden wollen kann auch situationsabhängig sein. Nach einem harten Tag können schwere Ketten und dunkle Dungeons einfach zu viel sein, aber wer sagt denn, dass man nicht gemeinsam auf der Couch kuscheln kann – mit einem weichen nicht zu stramm sitzenden Seil um die Handgelenke (vorne zusammengebunden) kann Subbie noch wunderbar mit Master fernsehen und Chips knabbern. Wenn der Master das erlaubt… nicht alle Master finden die dabei entstehenden Geräusche schön.
    Aber wer sich in der Richtung zu macht, der muss damit leben, dass dann in dieser Situation keine Fesselung stattfinden wird – wäre ja dann nicht mehr einvernehmlich.

    Dazu kommt, wie Euer Foto vom vermutlich sehr bissigen und fluchtgefährdetem Puppy zeigt, man kann da spielen und frei kombinieren. Die Fesseln selbst – heißt das System hier noch Segufix oder heißt es nun Puppyfix? – mögen ja weich und relativ bequem sein, aber so zu verharren bedeutet schon einiges an Willen. Die Vorstellung fasziniert mich ehrlich gesagt auch, aber ich fürchte, wer immer mich so einpackt könnte der Meinung sein, dass ich zu schnell wieder raus mag. Hab es noch nicht probiert, stimmt, aber bis sowas so perfekt angelegt ist, das dauert. Da hat ein Master dann auch etwas Ruhe verdient.
    Was meine ich eigentlich mit kombinieren?
    Na ja, wir sehen hier die bequeme Komponente durch das Puppyfix, so kann Puppy ruhig liegen und über den Knochen nachdenken, um den die Welt sich dreht.
    Dann ist da die verspielte Seite – Puppymaske, -suit und Pfotenhandschuhe, die ja eigentlich auch schon eine bequeme Art der Fesselung darstellen. Von daher würden sie in einem anderen Szenario eventuell schon ausreichen. ‚Pup! Ins Körbchen! Ab jetzt!‘ Und schon liegen folgsame Puppies in ihren Körbchen und himmeln ihren Handler an.
    Aber hier sieht es anders aus, und als ‚harte‘ Elemente haben wir das Bettlaken und die Boots, dazu eventuell die medizinischen Schienen an den Knien.
    Also es ist schon für jeden Geschmack was dabei – und es kann sich jeder überlegen, ob Puppy nachher nicht noch an die Kette kommt oder vielleicht ungefesselt mit dem Handler kuscheln darf.

    Zum guten alten Strick, was könnte man da nicht alles sagen und schreiben? Im Prinzip geht mit dem Seil alles, von ganz soft und bequem bis zur eng geschnürten Stressposition, es kommt nur darauf an, was beiden in der Lage gefällt. Und wie bereits gesagt – als Zwischensequenz kann eine bequemere Seilfesselung gewählt werden, danach geht es dann wieder in den Hogtie. Schließlich gibt es viele Paare, die gerade den Kick in der Abwechslung suchen.
    Zwangsjacke gehört zu den Dingen, von denen ich absolut nix verstehe – könnte mir evtl. gefallen, aber probiert hab ich es nicht.

    Eine gut passende und nicht zu schwere Fußkette kann übrigens auch sehr bequem und lang tragbar sein… und zum Thema Keuschheitsgeräte habt Ihr schon so viel geschrieben, da bekommt man direkt Lust, das mal zu versuchen.

    Wie bereits gesagt, es lohnt sich auch die bequeme Abteilung mal aus- bzw. anzuprobieren. Passt auf Euch auf, bleibt mutig und schämt Euch nicht, auch die sanfte Seite zu zeigen.

    1. Natürlich definiert sich jeder seine eigene „Bequemlichkeit“ selbst. Für den einen ist es bequem frei zu sein, für den anderen ist es die „Freiheit gefesselt zu sein“. Beides ist Freiheit, beides kann bequem sein.
      Wichtig: Man sollte sein Leben leben und es genießen.

      1. Leben genießen und leben, sehr wahr.

        Mir ging es in meinem Beitrag vor allem um zwei Sachen – wurde bei den vielen Worten vielleicht nicht ganz klar:

        1. die Situation, dass jemand ‚eigentlich‘ gerne gefesselt wird, nur momentan grade nicht.
        Womit
        2. die Frage ist, warum nicht.
        Und falls es da daran scheitert, dass die Partner bisher nur die ‚harte Seite‘ beim Fesseln kannten und die bequemere Fesselung als was für Weicheier abgetan haben, dann ist das einfach schade. Denn hier verpassen Partner Gelegenheiten.

        Deswegen finde ich es wichtig, dass Ihr solche Beiträge bringt – und auch direkt nach dem Beitrag zum ‚Supersklaven‘. Fesselwetten sind toll, aber ‚ich kann mindestens das Doppelte von Dir aushalten‘ ist nicht unbedingt für jeden richtig. Da ist bequem und dafür mit Spaß daran schöner. Oder mal so, dann so.

        Heute Abend bequeme, gut abgerundete Hand- und Fußschellen, Ledermanschetten, Akutfixierung oder eine gemütliche Seilfesselung. Morgen Früh dann eine Musikstunde in der Halsgeige… was gefällt und erträglich ist, ist für diese Personen dann schön.

        1. Hallo Sandy,
          kennst du das Gefühl, wenn man „geil auf Bondage“ ist, aber keine Lust darauf hat, gefesselt zu werden? Klingt paradox, ist aber weiter verbreitet, als man denkt. Bondage ist oft mit einer gewissen Zeremonie verbunden. Man bereitet sich körperlich und auch geistig auf eine Session vor und genießt diese dann gemeinsam. Und dann gibt es Tage, an denen man am liebsten die ganze Vorbereitung (u.a. Vorspiel) überspringen möchte und gleich zu dem Punkt kurz vor dem Höhepunkt kommen mag und diesen dann auch im BDSM erlebt möchte, um die Fesseln dann gleich nach Erreichen des Höhepunkts wieder loszuwerden.
          Wir hatten einmal einen Sub zu Gast, bei dem war das ähnlich. Er wollte viele Dinge erleben und dann brach er zusammen. Er war geil auf Bondage, aber Bondage an sich war ihm in diesem Moment zu viel. Ich habe mit ihm gesprochen und ihm dann ein sehr bequemes Sklaven-Halsband angelegt und natürlich verschlossen. Es war nicht der Einstieg in eine Session, sondern nur die Erinnerung daran, dass BDSM für ihn da ist, um ihm zu helfen. Er spürte das bequeme Halsband um seinen Hals und genoss es. Nach einem Tag der Selbstfindung war er dann bereit für die nächste Session, doch auch wenn diese nicht stattgefunden hätte, war das Halsband für ihn eine Bereicherung. Er war fast enttäuscht, als es ihm zum Abschied abgenommen wurde. Er hat sich damals bedankt und gelernt, dass Bondage nicht immer mit Schmerzen verbunden sind. Kurz darauf berichtete er uns, dass er sich auch so ein bequemes Halsband gekauft hat und jedes Mal beim Tagen an uns denken muss.
          Dieser Gedanke hat uns sehr glücklich gemacht, da wir wussten, dass wir einer weiteren Person den Einstieg in die BDSM-Welt erleichtert haben.

          1. A propos Halsband – hab mir grade eines verpasst. Trägt sich gut. Deswegen danke für den Tipp. Soft und dezent und doch irgendwo gefesselt.

  3. Auch die bequemste Fesselung wird mit der Zeit unbequem. Ein lockerer Mundknebel über Stunden getragen, da trocknet der Mund aus. Auch kann der Kiefer zu schmerzen beginnen. Immer in der gleichen Stellung. Auch ein Zaumzeug mit Metalltrense wird nach Stunden mühsam. Aber ein umsichtiger Dom erahnt, wenn es Sub zu viel werden könnte.

    1. Es kommt darauf an, wie leidensfähig ein devoter Spielpartner ist. Manche wollen es vielleich gar nicht bequem. Du weißt ja, „Bondage beginnt dann, wenn man raus möchte„. Aber es gibt viele Personen, die es einfach genießen gefesselt zu sein und da sind schmerzende Gelenke (z.B. Kiefersperre) ein Stimmungskiller. Lieber etwas „softer“ und dafür länger? Jeder geht seinen eigenen Weg und das ist gut so.

  4. Hallo Dennis – genau darauf wollte ich raus. Man will – eigentlich sogar sehr… und dann, aus irgendeinem Grund wird es zu viel.
    Dann ist der Weg, den Du anbieten konntest genau richtig. Denn das was dieser Sub erleben durfte, war das was Bondage ausmacht – helfen. Gut tun. Schön, dass Du das Einfühlungsvermögen und die Geduld hattest.

    1. Wenn eine Person wirklich Interesse an BDSM hat, dann ist es mir eine Freude, wenn ich helfen darf. Ob diese Person dann meine Hilfe annimmt, das entscheide nicht ich. Wir können nur die Türe öffnen und die Hand reichen. Ob derjenige dann durch die Türe geht, das entscheidet jeder für sich.

  5. Ketten sind ein fester Bestandteil unseres BDSM. Mir gefällt es einfach, dauerhaft von meiner Herrin in Ketten gelegt zu sein. Und Ihr geht es da wohl nicht anders.
    Zugegebenermaßen verwendet Herrin in der Regel recht bequeme und nicht zu schwere Eisen (1,5 Kg mit Halskette), aber eben dafür so permanent, wie es eben geht. Ich liebe das Gefühl der Unausweichlichkeit und Kälte, das Ketten einfach ausstrahlen.
    So sitze ich jetzt zum Beispiel gerade auf meinem Bürostuhl festgekettet, kann aufstehen, mich hinknien und mit ca. 2 m Durchmesser hin und her rollen, denn der Stuhl ist wiederum mit einer Kette an der Decke befestigt. So verbringe ich die Home Office Tage im „Büro“.
    Nachts schlafe ich fast immer angekettet. Und dies in der Regel recht eng. Ja, ich weiß, dass das alles ziemlich extrem klingt und ist und sicherlich nicht für jeden so geeignet oder gewünscht. Mir gibt es aber enorm viel und meine Herrin verabscheut es, wenn ich von alleine in der Lage wäre, einen Raum zu verlassen. Daher bin ich eigentlich immer erst mal angekettet.
    Und nachts ist es inzwischen für mich einfach Wohlbefinden geworden, wenn ich mich nur noch sehr bedingt bewegen kann. Sylvester auf Neujahr hatte Herrin mich nur am Hals festgekettet. Das Ergebnis war, dass ich mich nachts drehen und wenden konnte, wie es meinem Unterbewusstsein so in den Sinn kam. Morgens konnte ich dann meinen Hals erst mal nicht mehr bewegen, weil ich mich in der ungewohnten Freiheit erheblich verlegt hatte.
    Man sieht: es hat eine Menge Gutes, gut angekettet zu sein.

    1. Lieber Andreas,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Es musst nicht heißen, dass Ketten und Metallschellen „unbequem“ sei müssen. Nur verbinden die meisten Personen mit Metall eine entsprechende Unnachgiebigkeit und damit auch die Tatsache, dass es einfach unbequem sein muss. Aber man kann einen Fetisch nicht immer rational erklären und so kann die Geborgenheit, die die Ketten für dich haben, auch wieder eine gewisse Bequemlichkeit mit sich bringen.
      Aber seien wir ehrlich, das wird nicht vom ersten Tag an so gewesen sein. Den allerersten Tag angekettet war mit Sicherheit ungewohnt. Wobei ungewohnt hier nicht unangenehm bedeuten muss. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und das Schönste am BDSM ist die Freiheit zur Unfreiheit.
      Von daher gönnen wir dir von Herzen deine persönliche Unfreiheit und Geborgenheit in Ketten bei und mit deiner Herrin.

      1. Ungewohnt war es sicher beim ersten Mal, Dennis. Und auch vom allerersten Tag an war es schon die selbe Fesselung, wie heute auch, nur mit etwas längerer Bettkette. Unbequem war es sicher auch. Gut hat es sich dennoch angefühlt, geschlafen habe ich tief und fest und am nächsten Morgen habe ich Herrin gebeten, ob Sie es mir nicht noch enger machen könnte. Und dafür habe ich dann richtigerweise einen Rüffel bekommen.

  6. Danke für die tolle Beschreibung. Ihr bringt es auf den Punkt. Ich habe schon beide Arten der Fesselung kennengelernt und beiden haben ihren Reiz. Manchmal kann es sehr geil sein „brutal“ und eng verschnürrt zu sein – ich denke da an einen sehr engen hogtie bei dem auf die Ellbogen eng zusammen gebunden sind. Klar hält man das nicht lange aus, aber als „Strafe“ kann das schon mal sehr reizvoll sein. Auf der anderen Seite kann eine Übernachtung im Bondagesack oder im Segufix perfekt sein – also ich schlaf da ja immer erstaunlicherweise sehr gut drinne.
    Am Ende ist alles eine Absprache untereinander, was man machen will und wie. Daher, da gebe ich Euch völlig recht…. Redet miteinander.

    1. Es ist sehr wichtig, dass man miteinander spricht. Nur so kann man auf die Wünsche und Sehnsüchte des anderen eingehen. Was nicht heißt, dass eine BDSM-Session ausschließlich das Abarbeiten einer Wunschliste ist. Gerade wenn man sich besser kennt können BDSM-Sessions durchaus intensiver werden und so kann man eher abschätzen, ob die Partnerin oder der Partner es mal „etwas härter“ brauchen und die Fesselung temporär etwas restriktiver und unbequemer sein darf.
      Und wenn es nach der Session heißt: „Danke, das war genau das, was ich jetzt gebraucht habe“
      … dann hat man alles richtig gemacht.

      Und manchmal muss man dem Opfer zeigen, was möglich ist, um für die Zukunft einen Bedarf zu wecken.

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