Leg Cuffs by CutePlayToy - mit freundlicher Genehmigung von "CutePlayToy"

Ankommen, reinkommen, drankommen, rangenommen,…

BDSM kann sehr vielfältig sein, was auch daran liegen kann, dass man durchaus wechselnde Spielpartner haben kann. Doch wenn man sich zu einer BDSM-Session verabredet, dann sollte man vor dem Start einer Session erst einmal zur Ruhe kommen. Es geht nicht darum nur schnell durch den anderen “bespaßt” zu werden, sondern BDSM wirklich zu erleben. Erst ankommen und reinkommen, dann drankommen und vielleicht auch rangenommen…

Man bereitet sich auf ein Date vor. Die Körperbehaarung wird gestutzt, man wäscht sich, schnell noch die Zähne geputzt und voller Aufregung und Vorfreude geht es zum Spielpartner. Die Spannung steigt ins Unermessliche und man sehnt sich danach BDSM zu erleben. Im ersten Rausch der Gefühle ist es natürlich naheliegend, dass die Lustbefriedigung im Fokus steht. Schnell zum Schuss kommen und dann wieder nach Hause? Oh nein, so schnell geht es dann doch nicht!

BDSM beginnt dann, wenn du raus möchtest…

Wenn man BDSM wirklich erleben will, dann muss man erst einmal zu seiner inneren Ruhe finden. Eine Mistress oder Master sind nicht dazu da den Sklaven nur zu bespaßen und seine Lust zu befriedigen. Sie genießen es zusammen mit ihrem Spielpartner BDSM gemeinsam zu erleben. Gerade Männer sind hier durchaus hormongesteuert, was zur Folge hat, dass wir uns erst einmal vor Beginn der tatsächlichen Session abkühlen müssen. Das kann man durch mehrere Varianten erreichen. Eine kalte Dusche, das bewusste “Abmelken” vor der Session oder erst einmal eine ruhige Fixierung.

Und genau auf Letzteres wollen wir nun einmal genauer eingehen. Wir entführen euch in eine kleine Gedankenwelt. Stellt euch vor, ihr seid der passive/devote Spielpartner und begebt euch in die Hände eines erfahrenen Dominanten. Bei Ankunft werdet ihr ins Spielzimmer geführt, die Augen werden verbunden und die Handschellen klicken auf dem Rücken. So gefesselt und der Sinne beraubt verweilt ihr erst einmal im Spielzimmer, ohne dass direkt gespielt wird.

Für einige Devote mag das gar langweilig klingen, aber genau diese Ruhephase dient dazu wirklich “anzukommen”. Der Devote findet hier seine innere Ruhe. Es ist fast schon ein meditatives Warten, was nicht unmittelbar dazu dient den Devoten zu ärgern oder die Session künstlich in die Länge zu ziehen. Erfahrene Sklaven finden relativ schnell ihre innere Ruhe, Neulinge platzen meist vor Vorfreude und können es nicht erwarten bis es endlich “zur Sache” geht.

Es kann durchaus sein, dass ein devoter Gast nach einer solchen Ruhephase keine Lust mehr verspürt eine BDSM-Session zu erleben. Das kommt auch daher, dass er BDSM nur als Lustbefriedigung verwendet und so der Dominante als Werkzeug dient um diese Lust entsprechend zu stillen. Sollte er dann erst einmal gefesselt eine Stunde lang (oder länger) warten müssen, bevor die eigentliche Session beginnt, so kann die Geilheit verflogen sein. Vielleicht sieht ein Dominanter von einer weiteren Einladung eines solchen Devoten dann eher ab, wer weiß. Klar kann es schön sein, wenn es gleich zur Sache geht und die Lustbefriedigung im Mittelpunkt steht. Aber darum geht es in diesem Beitrag nicht.

Sollte ein Devoter seine innere Ruhe gefunden haben, so kann die Session “endlich” losgehen. Der eine verbringt die Session in seiner Lieblings-Fetischkleidung (die er vielleicht schon zur Anreise anhatte), manche bevorzugen es nackt zu sein um sich nach und nach mit Fesseln “verpacken” zu lassen. Man kann auch gemeinsam unter die Dusche hüpfen und so kann der devote den dominanten Partner entsprechend verwöhnen und waschen. Ein Sklave ist nicht dazu da bespaßt zu werden, er soll seinem Master oder Mistress dienen und das gern aktiv.

Selbst haben wir es auch schon so praktiziert, dass man vor einer Session erst noch miteinander spricht. Man bespricht die Vorlieben und die Tabus, welche in der Einverständniserklärung zur BDSM-Session festgehalten werden und dann geht es einvernehmlich ans “Eingemachte”. Aber Achtung: Es besteht auch die Gefahr, dass man sich “verratscht” und dass es dann unterm Strich nicht mehr zu einer Session kommt. Wenn man den Punkt erreicht, bei dem es dann heißt “es rentiert sich jetzt eigentlich nicht mehr”, dann müsst ihr das selbst entscheiden. Es kommt natürlich auch immer darauf an, was man vorhat. Eine Mumifizierungssession für zehn Minuten anzusetzen ist wohl eher kontraproduktiv. Aber glaubt uns: Für BDSM ist immer Zeit. Seien es fünf Minuten, ein Abend oder ein ganzes Wochenende. Schnell die Handschellen auf dem Rücken fixiert und schon kann man ein paar geile Minuten miteinander verbringen. Oder doch lieber die Seile auspacken und den Devoten ausführlich verschnüren? Oder vielleicht wird der devote in medizinischer Akutfixierung zur Nachtruhe gebettet (Windel nicht vergessen,… *grins*). Entscheidet mit Vernunft, es darf nicht krampfhaft erzwungen werden. Es ist durchaus einmal schön mit einem BDSM-Freund einen Abend lang zu sprechen, ohne dass man eine gemeinsame aktive Session betreibt. Das bedeutet aber nicht, dass der Devote nicht beim Kaffeeklatsch ein Halsband tragen und auf dem Boden knien oder sitzen darf/muss. Oder vielleicht bekommt der Gast ja auch Fußfesseln angelegt (siehe Vorschaubild), damit er nicht mehr weglaufen kann.

Fazit: Beim BDSM geht es nicht um “schnell schnell”, genießt jede Minute in vollen Zügen und lasst euch Zeit. Je mehr Zeit ihr mit einem gemeinsamen BDSM-Partner verbringt, desto intensiver werden die Erlebnisse und Erfahrungen auf beiden Seiten! Und erfahrungsgemäß sind die schönsten Session die, auf denen man nicht auf die Uhr sehen müsst. Spielt solange mit einander, wie ihr eben Lust habt. Und sollte es doch später werden, dann bittet euren Gastgeber (rechtzeitig) um eine Übernachtungsmöglichkeit. Und wer weiß, vielleicht heißt es ja am nächsten Morgen nochmal: … drankommen, rangenommen!

Das Vorschaubild wurde mit freundlicher Genehmigung von “CutePlayToy” (siehe Twitter CutePlayToy) zur Verfügung gestellt.

Picture by courtesy of the artist.

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