Schutzanzug im Käfig

Power Bottom und Service Top

Im BDSM gibt es eine Rollenverteilung. Es gibt die dominante und die devote Seite. Der Dominante ist dann meist die Domina oder der Top und der Devote bezeichnet man als Sklavin/Sklave oder Bottom. Doch bei manchen Session verschmelzen die Grenzen und es entwickeln sich sogenannte Power Bottoms und Service Tops. Diese Spielart kann für viel Abwechslung sorgen.

Wer erzieht wen? Ganz klar,… oder nicht?

  • Das Kind wird von den Eltern erzogen.
  • Der Hund wird vom Herrchen erzogen.
  • Der Sklave wird von der Domina oder Top erzogen.

Wirklich? Na manchmal verschmelzen die Grenzen etwas und man erzieht sich gegenseitig. So erzieht auch einmal ein Kind die eigenen Eltern, der Hund erzieht das Herrchen und ein Sklave erzieht seinen eigenen Top. Aber „darf“ das überhaupt sein oder wird das Zusammenspiel im BDSM dann vollkommen entkräftet? Ja diese Frage haben wir uns auch gestellt und deshalb sind wir der Sache nachgegangen.

Konzentrieren wir uns auf das Zusammenspiel zwischen Top und Bottom. Wir haben uns vor geraumer Zeit schon einmal Gedanken darüber gemacht, ob ein Top denn einen schweren Job hat. Es kommt eben immer auf den devoten Spielpartner an. Der eine liegt da wie ein Stück Fleisch und lässt sich nur bedienen und ein anderer Sklave bedient und verwöhnt den Top von Kopf bis Fuß. Irgendwo in der Mitte liegt wahrscheinlich eine gesunde Mischung.

Doch jetzt werden wir mit zwei Begriffen konfrontiert, die diese Rollentrennung nicht aufhebt, aber durchaus ungeahnte Spielmöglichkeiten mit sich bringt. Der „Power Bottom“ und der „Service Top“. Was versteht man unter diesen Begriffen?

Der „Power Bottom“ im BDSM ist weiterhin der unterwürfige Spielpartner. Dennoch kann es passieren, dass dieser temporär die dominante Rolle übernimmt. Das kann die aktive vaginale oder anale Penetration sein, obwohl der Sklave eigentlich keusch sein sollte. Es kann aber auch sein, dass der Sklave seinen Top mit einem sinnlichen Fesselspiel verwöhnt. „Normalerweise“ befindet sich nur ein Devoter in einer solchen restriktiven Situation.

Der „Service Top“ ist das Gegenstück zum Power Bottom und hier geht es noch einen Schritt weiter. Unabhängig von BDSM-Spielereien, die der Top in der hier passiven Rolle vom Power Bottom erhält dient und verwöhnt der Service Top seine Sklavin oder Sklaven. Es fängt an beim Kaffeekochen für den Sklaven oder vielleicht sogar einer wohltuenden Ganzkörpermassage. Der Bottom eines Service Tops genießt kurzzeitig oder längerfristig besondere Privilegien, der Top hat aber immer noch die Oberhand und das letzte Wort.

Das mag sich jetzt alles sehr nach „Switchen“ anhören, es geht auch leicht in diese Richtung, wobei die Rollen nur getauscht werden und die Spielpartner sich dessen bewusst sind, dass sie unabhängig von sexuellen Handlungen oder Dienstleistungen immer in ihren festen Rollen verweilen.

Für einen unterwürfigen Sklaven mag es skurril sein, den Top fesseln zu müssen oder ihn zu schlagen. Und für einen Top, der „TPE“ (Total Power Exchange) betreibt wird es undenkbar sein, seinem Sklaven als sexueller Wunscherfüller zu dienen. Man muss immer für sich selbst in einer BDSM-Beziehung entscheiden, was unter den jeweiligen Partnern möglich ist und auch allen Beteiligten Spaß macht.

Manchmal leben „Power Bottoms“ und „Service Tops“ ihre jeweilig gegenteilige Seite bei und mit anderen Spielpartnern aus und lassen ihren eigentlichen Partner nicht an dieser Seite teilhaben. Auch das sollte in einer Partnerschaft besprochen werden, nicht dass im Nachhinein das Geschrei groß ist. Wobei, gegen Genörgel und für schreiende Hälse gibt es Knebel und Halsband. Und wenn der Sklave dann geknebelt da liegt, dann kann man ihn in Ruhe massieren. Und ein Power Bottom darf ruhig auch aktiv auf den Partner zukommen und sexuelle Handlungen „einfordern“.

In einer BDSM-Partnerschaft kann man sich auch gegenseitig mal keusch halten. Einfach sich gegenseitig verschließen und die Schlüssel tauschen. Warum auch nicht? Auch ein Bottom darf einmal Keyholder sein. Dadurch kann man sich gegenseitig motivieren länger durchzuhalten. Und ein Top kann auch mal mit Schutzanzug bekleidet in einem Käfig etwas „schmoren“ (siehe Vorschaubild) und nach diesem schweißtreibenden Abenteuer darf der Bottom gern den Schweiß von der Haut lecken. Unter dem Motto „Quid pro quo“ kann man eben nur etwas einfordern, wenn man dafür etwas gibt. Ihr solltet immer alle auf eure Kosten kommen, egal, wie das auch immer aussehen oder sich anfühlen mag.

Es gibt viele verschiedene Bedeutungen von „Power Bottoms“ und „Service Tops“. Wir haben euch jetzt im Bezug auf BDSM eine Variante aufgezeigt. Im Internet findet man diverse Plattformen, die die „einzig wahre“ und allgemeingültige Definition veröffentlichen. Im Endeffekt ist das aber alles total egal, denn unabhängig von dem Namensaufkleber, dem man der Sache gibt, kommt es ganz auf euch an, was ihr daraus macht!

Habt viel Spaß miteinander und genießt eure gemeinsame Zeit.

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