Klemmen

Ist Top zu sein ein schwerer Job?

Grundlegend gibt es beim SM zwei Seiten: die sadistische und die masochistische Seite. Meist ist die unterwürfige Seite zahlenmäßig überlegen und der Mangel an Tops lässt uns die Frage stellen, ob es denn ein schwerer Job ist ein Top zu sein.

Die Rollen sind vor Beginn einer Session klar vergeben und in der jeweiligen Rollenbeschreibung sind bestimmte vordefinierte Aufgaben und Pflichten ein fester Bestandteil. Den Umfang dieser „Vertragsbedingungen“ klären die jeweiligen Parteien vorab.

Für den Bottom, Sklaven bzw. devoten Partner ist es meist einfacher. Er lässt sich führen, lässt sich fallen und geht in seiner Rolle vollkommen auf. Der Alltag ist ausgeblendet, man lebt nur in diesem Moment und kann diesen voll und ganz genießen. Der Top, Master bzw. dominante Partner hat es hingegen etwas „schwerer“. Er übernimmt die Verwantwortung für seinen Spielpartner, führt diese in der BDSM Welt und kommt damit auf seine Kosten einen Menschen nach seinen Wünschen und Vorstellungen zu formen und seinen eigenen Willen durchzusetzen.

Doch warum ist der Überhang an devoten Spielern in der Community so deutlich zu spüren und die Suche nach einem Dominanten so schwer? Meist ist das dem Alltagsstress geschuldet. Man kommt nach 10 Stunden aus der Arbeit und will nur noch eins: Verantwortung abgeben und genießen. Die Sehnsucht nach Unterwerfung hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass immer mehr Devote dazu übergehen zu „switchen“, sprich die Rollen werden getauscht. Aus einem Top wird ein Bottom und umgekehrt. Meist ist dieser Rollentausch nur temporär, aber so kommen verzweifelte Suchende auf ihre Kosten.

Ein Kompromiss, der für kurzweiligen Spaß sorgen kann, aber selten eine Tiefe erreicht, die langfristige SM-Beziehungen mit fester Rollenverteilung erreichen können. Wenn man weiter forscht, so streben einige nach „total power exchange“ (kurz: „TPE“), sprich die Rollenverteilung ist fester vergeben und wird nicht getauscht. Andere SM-Paare bestehen hingegen nicht auf diesen total Machtaustausch, sondern lassen sich durch Flexibilität der sexuellen Möglichkeiten bereichern.

Die Frage nach dem Schweregrad der jeweiligen Rolle ist deshalb immer stark abhängig vom Gegenüber. Nicht jeder ist zum Führen geboren und nicht jeder lässt sich leicht führen. Manche Tops genießen es den Willen des anderen zu brechen und andere geben die Zügel gern ihrem Gegenüber in die Hand.

Unsere Empfehlung: schnuppert doch einfach mal in beide Rollen hinein und findet so heraus, welche Seite euch besser gefällt. Eure endgültige Entscheidung solltet ihr jedenfalls nicht einer Tageslaune überlassen sondern wird sich im Laufe der Jahre und dem Ansammeln von BDSM-Erfahrungen festigen. Und während ihr den einen Spielpartner dominiert heißt es ja nicht, dass ihr euch dem anderen nicht unterwerfen dürft. Manchmal kann es als Top sogar von großem Vorteil sein, wenn man sich in die devote Seite hineinversetzen kann oder so manche Situation schon am eigenen Leib erlebt hat.

Habt viel Spaß und passt aufeinander auf!

7 Gedanken zu „Ist Top zu sein ein schwerer Job?“

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