Wäscheklammern

Wunschvorstellung vs. Realität

In den eigenen Träumen kann so manche Session sehr extrem sein. Man wächst über seine Grenzen hinaus und erlebt die wundervollsten Momente. Aber es bleibt oft beim Kopfkino und in der Realität sieht das oft anders aus. Wir haben hinterfragt, warum das so ist.

Man verabredet sich an einem entlegenen Ort, dort wird man überwältigt und gefesselt. Bewegungslos und mit verbundenen Augen wird man in ein Auto gezerrt und an einen geheimen Ort gebracht und dort für ein Wochenende lang in Ketten gehalten und sexuell penetriert…

Ja, so in etwa könnte es in mancher Fantasie eines BDSM-Spielers aussehen, aber in der Realität sind solche Dinge dann entweder schwer umzusetzen oder teils sogar unmöglich. Wir haben deshalb ein paar einfach nachvollziehbare Beispiele zusammengefasst, bei denen schnell erkennbar ist, dass Wunschvorstellung und Realität nicht übereinstimmen und warum.

Beispiel Keuschheit

  • Wunschvorstellung: Der devote Partner wird in einem Keuschheitsgürtel verschlossen und versiegelt für mehrere Monate ohne die Aussicht auf vorzeitigen Aufschluss.
  • Realität: nach wenigen Tagen wird es im Intimbereich anfangen zu „riechen“ und auch die Schambehaarung kann mit angelegtem Keuschheitsgürtel gar nicht oder nur schwer rasiert werden. Zudem entstehen Wunden an der Haut durch Reibung.
  • Lösung oder Kompromiss: Keuschheitsgürtel nach jeweils ein bis zwei Tagen aufschließen, Intimbereich waschen und ggf. Haut mit Wundsalbe oder Hautcreme behandeln. Keuschheitsgürtel gut reinigen und dann wieder anlegen.

Beispiel Käfighaltung

  • Wunschvorstellung: Gefangen in einem kleinen Sklavenkäfig für mindestens drei oder noch mehr Tage.
  • Realität: Körperliche Anstrengung wegen zu „kleinem“ Käfig sehr hoch. Nach wenigen Stunden gelangt man an die körperlichen Grenzen. Gang auf die Toilette nicht möglich, somit bleibt nur der „Nachttopf“ oder eine Windel.
  • Lösung oder Kompromiss: Für ein paar Stunden im Käfig verweilen ist ok, danach wieder raus, frisch machen und Nahrung zu sich nehmen und im Anschluss gern noch ein paar Stunden im Käfig verbringen. Sollte der Käfig „groß genug“ sein, dann kann man auch länger darin verbringen. Es kommt immer auf die Bewegungsfreiheit an.

Gefesselt auf dem Bett

  • Wunschvorstellung: Gefesselt ans Bett mit medizinischen Akutfixierungen für ein Wochenende.
  • Realität: Nach spätestens einem Tag starke Gliederschmerzen, zudem Erhöhung des Trombose-Risikos. Gang auf die Toilette nicht möglich, daher Einsatz von Windeln. Während der Session muss die Windel gewechselt werden. Nahrungsaufnahme im Liegen sehr schwer (im Sitzen besser).
  • Lösung oder Kompromiss: Für mehrere Stunden fixiert sein (z.B. über Nacht mit Windeln), am nächsten Morgen kurze Pause mit körperlicher Bewegung und danach Fortsetzung der Fixierung.

Diese drei Beispiele zeigen gut, welche Unterschiede zwischen der Wunschvorstellung und der Realität liegen. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht auch eine Lösung gibt. Gerade bei Langzeiterfahrungen und Langzeitfesselungen wird unserem Körper schon sehr viel abverlangt. Lieber einmal eine kurze Pause machen und danach mit voller Energie weitermachen.

Und wer doch „dauerhaft“ spielen will, der kann die Pausen ja auch mit Bondage beleben. Also der Sklave wird natürlich nur mit Handschellen auf dem Rücken aus dem Käfig gelassen. Und wenn man den devoten Spielpartner vom Bett befreit um sich die Beine zu verteten dann kann er das auch in einer Zwangsjacke machen. Und die Reinigung des Intimbereichs kann vom dominanten Spielpartner gemacht werden, während der Keuschling gefesselt ist und daran gehindert wird selbst Hand anzulegen.

Manche Sklaven sehnen sich auch danach, in einem gewissen Ritus zu Beginn einer Session den Schädel kahl rasiert zu bekommen. Je nach Arbeitsverhältnis wäre aber eine Glatze im Büro unvorteilhaft. Wieder andere würden sich den Hintern gern versohlen lassen, bis er dem eines Pavian gleicht. Aber wenn das Sitzen nach der Session nur noch unter großen Schmerzen möglich ist, dann sollte man sich auch diesen Wunsch gut überlegen. Man sollte daher mögliche Spuren einer Session nicht vergessen.

Oft ist die Vorstellung „geiler“ als die Realität. Unter dem Motto „Bondage beginnt dann, wenn man raus möchte“ hat der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle in diesem Spiel. Aber auch manche Spielart mag in der Vorstellung bekömmlicher sein als die Realität, Beispiel wäre hier der Natursekt. Träumt ein Devoter davon den Urin seiner Herrin oder Masters trinken zu müssen, so kann es beim Livetest einem wörtlich „im Hals stecken bleiben“. Wichtig ist, dass man mit seinem Partner hier in der Session offen redet. Manche Dinge bedürfen einer gewissen Überwindung, hier ist die sichere Führung durch den dominanten Partner sehr wichtig. Und andere Dinge muss man offen ansprechen und dann ggf. einstellen und beim nächsten Mal eben nicht mehr praktizieren.

Wichtig ist aber auch, dass man währenddessen und im Nachhinein nicht enttäuscht ist. Es kann schön sein neue Praktiken gemeinsam im BDSM zu erforschen, aber wenn man an seine Grenzen stößt, dann sollten diese auch eingehalten werden, ohne dass beide Partner die Lust auf die Session gänzlich verlieren. Sprecht miteinander, sofern man keinen Knebel im Maul hat!

Zurück zu unseren Beispielen von vorher: Ihr seht, man kann manches Kopfkino zwar nicht zu 100 Prozent umsetzen, aber man kann mit einem kleinen Umweg sehr nah daran kommen. Wichtig an dieser Stelle: Passt auf einander auf! Vorsicht ist besser als Nachsicht und versucht nicht mit aller Gewalt euer Kopfkino zu realisieren. Manche Wünsche bleiben vielleicht im ersten Moment unerfüllt, aber es bleibt ein Wunsch nach dem man streben kann. Würde man alle Wünsche sofort erfüllen, dann hätte man ja nichts mehr zum Träumen.

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