Pranger am Weiher

Sklaverei auf Probe

Von einer Einzel-Session bis hin zur 24/7/365 BDSM-Beziehung. Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten seinen Fetisch und die sexuellen Vorlieben mit seinen Mitmenschen auszuleben. Man sehnt sich nach etwas Festem, traut sich aber nicht. Manchmal hilft eine „Probezeit“.

Wenn man einen neuen Beruf antritt, dann ist es üblich eine Probezeit von sechs Monaten zu erhalten. Während dieser Probezeit können sich beide Parteien (Arbeitnehmer und Arbeitgeber) „beschnuppern„, ob das Beschäftigungsverhältnis auch eine solide Basis hat, auf die man bauen kann. Warum sollte man eine solche Probezeit nicht auch in eine BDSM-Beziehung einbauen?

Unser Kopfkino spricht hier eine andere Sprache. Hier wollen wir manchmal mitten am Tag einfach aus dem Büro gehen, auf dem Weg überfallen und entführt werden. Die Kleider werden einem vom Leib gerissen und man findet sich nach wenigen Momenten in einem dunklen Keller angekettet und dient fortan einem oder mehreren dominanten Menschen als Lustobjekt.

Geiler Gedanke, oder? Aber die Realität holt einen schnell ein. Man muss nach Hause, die Wohnung putzen, die Wäsche waschen und am nächsten Tag geht es auch schon wieder an den Arbeitsplatz. Das ganze macht man dann ein paar Jahrzehnte um im Rentenalter festzustellen nicht gelebt zu haben. Dann ist es aber zu spät etwas zu ändern.

Von daher empfehlen wir euch eurem Fetisch treu zu bleiben! Ihr solltet auch bei der Wahl eures Spielpartners darauf achten, dass sich eure Vorlieben hier entsprechend gleichen oder im Optimalfall sogar ergänzen. Es muss nicht unbedingt sein, dass der Spielpartner euer Lebenspartner ist. In einigen Partnerschaften (oder gar Ehen) gibt es zusätzliche Spielpartner, was an dieser Stelle nicht beunruhigend sein sollte. Das soll jetzt natürlich kein Aufruf zur Polygamie sein. Auch in einer monogamen Partnerschaft können viele wunderschöne BDSM-Erlebnisse auf euch warten.

Wenn ihr den richtigen Spielpartner gefunden habt, dann werden vor der ersten Session die Vorlieben und Tabus besprochen. Ihr könnt hier auch unsere Einverständniserklärung zur BDSM-Session verwenden, welche ihr auch unter den Downloads findet.

Wichtig ist, dass ihr nicht gleich über das Ziel hinausschießt. Kein Mensch der Welt ist von heute auf morgen der „perfekte“ 24/7/365 Sklave. Und auch keine Domina oder Master erlernt Führungsqualitäten innerhalb von Stunden. Das sind teils Prozesse, sie sich über Jahre hinweg erstrecken und so solltet ihr bei einer festen BDSM-Partnerschaft auch in die entsprechenden Rollen hineinwachsen ohne euch selbst oder den Spielpartner physisch oder auch psychisch zu zerstören.

Eine Probezeit ist deshalb angebracht. Sollte man wirklich nach „mehr“ im BDSM streben, dann geht das nicht ohne eine vorher fest definierte Testphase. Manche machen das im Urlaub (drei Wochen Urlaub im Kerker wäre doch mal eine Abwechslung zum tristen Arbeitsalltag), wir empfehlen die Probezeit aber in der Tat nicht nur über ein Wochenende oder einen Urlaub, sondern über einen mehrmonatigen Zeitraum. Hier kann man sich gern an die Probezeit in der Berufswelt orientieren, ein halbes Jahr ist auch im BDSM durchaus angebracht. Erst wenn man Familie, Beruf, Alltag, Fetisch und BDSM-Partnerschaft vernünftig unter einen Hut bringen kann, wird man auch mit sich selbst im Reinen sein.

Ihr dürft euch natürlich unabhängig davon gern in ein temporäres Abenteuer stürzen und sehr gern mal ein paar Tage im Käfig verbringen. Für eine langfristige BDSM-Beziehung solltet ihr euch aber wirklich Zeit nehmen und vor allem auch miteinander reden! Solltet ihr beide (Master und Sklave) die Probezeit erfolgreich überstanden haben, dann kann man das BDSM-Leben zusammen genießen und diesen Weg gemeinsam gehen.

Aber bedenkt bitte, dass eine Partnerschaft immer auf eine gewisse Art „Arbeit“ ist. Partnerschaft bedeutet Geben und Nehmen! „Quid pro quo„, seid euch dessen immer bewusst! Wir wünschen euch viel Spaß und passt aufeinander auf!

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