Nackt

Nudismus – Ist Nacktheit ein Fetisch?

Nackt! Einfach nur nackt! Klingt langweilig? Nein, im Gegenteil,… es kann sogar sehr spannend sein. Nudismus gibt es schon solange es die Menschheit gibt. Früher war es einfach „normal“ und irgedwann haben wir unsere Körper verhüllt. Gerade das bewusste Enthüllen kann auch beim BDSM ein wichtiges Element sein.

Im Fetisch-Bereich ist es stark vertreten, dass man sich beim Geschlechtsverkehr etwas anzieht oder anlegt. Das kann jetzt Leder- oder Gummikleidung sein, oder Stiefel. Man kann aber auch auf diese Fetisch-Kleidung verzichten und seinem Herren oder Herrin nackt zur Verfügung stehen.

Bedeutet der Verzicht auf Fetisch-Kleidung jetzt auch ein Verzicht auf Fetisch? Oder ist die Nacktheit an sich auch schon ein Fetisch? Wir gehen der Sache nach haben einen eingefleischten Nudisten besucht.

Bei den aktuell winterlichen Temperaturen sollte man vorab natürlich etwas einheizen, und damit sind jetzt nicht unmittelbar Schläge auf den Hintern gemeint, sondern schon das Beheizen der Wohnung.

Warum ein Nudist gerne nackt ist? Hier bekommen wir fast immer die gleichen Antworten: Es ist „befreiend“, „nicht eingeengt sein“, „natürlich“, aber auch Worte wie „geil“ und „erniedigend“ werden erwähnt. Nacktheit ist in der Tat etwas sehr Natürliches, zumal wir ja auch nackt auf die Welt kommen. Warum also nicht auch in diesen Ursprungszustand in der Freizeit zurückkehren.

Gerade in der Arbeit können die wenigsten dauerhaft nackt sein, außer man ist Bademeister in einer FFK-Sauna (kleiner Scherz). Um in der Öffentlichkeit nicht negativ aufzufallen muss zumindest das Geschlechtsteil bedeckt sein. Was in den eigenen vier Wänden passiert, das ist egal. Hier darf man dann auch splitterfasernackt sein.

So, jetzt kommt der Bogen in Richtung BDSM. Ein Sklave kann während seines Sklavendaseins ebenfalls nackt sein. Ein bekennender Nudist macht das natürlich freiwillig, bei einem Sklaven kann das fremdbestimmt sein. Erniedrigend kann es deshalb für den Sklaven sein, weil er nackt ist und alle anderen nicht. Erinnern wir uns an den Party-Sklaven, der für Hausherren und Gäste zur Verfügung steht. Warum sollte dieser unbedingt bekleidet seinen Dienst verrichten?

Meist reicht dem Sklaven ein einziges Kleidungsstück: Das Halsband. Aber ist das Halsband überhaupt ein Kleidungsstück oder eher ein Symbol seines Sklavendaseins? Wie auch immer, ein nackter Sklave bietet auf einmal ganz neue Möglichkeiten. Man hat als dominanter Partner sofortigen und uneingeschränkten Zugriff auf den gesamten Körper des Sklaven. Sämtliche erogenen Zonen sind frei zugänglich.

Es ist schön einen nackten Menschen zu betrachten, es kann auch sehr schön sein diesen zu berühren. Warum ihm also nicht einfach mal über den Körper streicheln und ihn liebkosen? Natürlich kann der Sklave auch bei Fehlverhalten entsprechend gezüchtigt werden.

Auf der anderen Seite heißt es jetzt natürlich nicht, dass jeder Nackte auf der Welt auch zugleich ein Sklavendasein anstrebt. Ein Nudist genießt seine Nacktheit und findet dies manchmal auch ohne größeres Zutun erregend. Klar, warum sollte man auch etwas tun, was einem nicht gefällt. Ein Sklave muss manchmal Dinge tun, die ihm widerstreben, aber das Sklavendasein unterm Strich ist für ihn erregend.

Anders als bei einem Exhibitionisten, der seine Nacktheit und auch sexuellen Handlungen der Öffentlichkeit aufdrängt, ist der Nudist hier deutlich friedlicher und braucht hier kein Publikum und schon gar nicht gegen deren Wille!

Zurück zu unserem Gastgeber, einem bekennenden Nudisten mit Erfahrungen im Bereich BDSM und einer vertraglich auferlegten Nacktheitspflicht. Klingt kompliziert? Ne, ist es nicht. Unser Gastgeber ist Nudist und zudem ist er Sklave. Ein Nudist ist nicht immer nackt, sondern nur dann, wenn er Lust darauf hat. Bei unserem Gastgeber wurde vertraglich geregelt, dass er stets völlig ungekleidet zu sein hat. Nur wenn der Herr es anweist, hat der Sklave die vom Herren festgelegte Kleidungsstücke tragen. Ausnahmen sind Arbeit und gesellschaftliche Forderungen.

Was ist daran so schlimm, dachten wir uns. An Nacktheit ist ja nichts dabei, dachten wir uns. Aber was bedeutet denn „immer“? Sommer wie Winter, werktags und am Wochenende, früh und am Abend, einfach immer! Nur beim Gang in die Öffentlichkeit ist die Hose dann obligatorisch. Interessant wird es dann in der „Szene“. In entsprechenden Fetisch- und SM-Kneipen kann man bedenkenlos seinen Sklaven ebenfalls nackt herumführen. Während der Herr oder die Herrin dann komplett bekleidet sind, muss der Sklave auch in der Szene nackt dienen.

Abschließend zurück zu unserer Frage aus der Überschrift: Ist Nacktheit ein Fetisch? Laut ICD-Code ist Fetischismus ja immer irgendwie mit dem Gebrauch von toten Gegenständen verbunden. Wir sagen, dass Nacktheit in gewisser Weise sehr erregend ist und was uns erregt, das könnte man auch als Fetisch bezeichnen.

So und jetzt runter mit den Klamotten, sofern ihr noch welche anhabt…

3 Gedanken zu „Nudismus – Ist Nacktheit ein Fetisch?“

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