Body

Mythos Makellosigkeit – Muskeldysmorphie

Man sieht sie in Film und Fernsehen, auf Werbeplakaten und auf Flyern: Bodybuilder, durchtrainierte Körper, kein Gramm Fett und doch weit von der Realität entfernt? Muskeldysmorphie oder umgangssprachlich der „Adonis-Komplex“ ist weiter verbreitet, als man denkt. Gerade auch im sexuellen Bereich sorgt diese Störung des Selbstbildes oft für Unzufriedenheit. Auch bei der Wahl der BDSM-Partner kann das zu unnötigen Einschränkungen und Blockaden führen.

Im Zeitalter des Online-Datings ist es eine Leichtigkeit den perfekten Spielpartner zu finden. Man wählt das Alter, die Größe und das Gewicht aus, nur noch schnell die sexuellen Vorlieben und der Katalog an perfekten Spielgefährten ist zum Greifen nahe. Aber ob diese Menschen auch das Herz am rechten Fleck haben, das weiß das Online-Portal leider nicht. Auch die noch so geilen Bilder in den Profilen können Trugbilder sein, die einem nur die geile Welt vorgaukeln.

Unsere Gesellschaft ist inzwischen so verkorkst und verwöhnt, dass wir es nicht mehr nötig haben uns mit dem „einfach Fußvolk“ abzugeben. Wir finden diese Entwicklung erbärmlich und wollen hier etwas dagegen tun. Es geht nicht darum, dem „hässlichen Entlein“ eine Chance zu geben, sondern es geht darum euren Horizont zu erweitern und über die Maskerade hinaus zu sehen.

Den perfekten Körper und ein strahlend weißes Zahnarzt-Lächeln zu haben bedeutet nicht zwangsläufig die spannendsten BDSM-Sessions zu erleben. Es geht darum zu dir selbst zu stehen und deine Vorlieben auszuleben. Sei wie du bist und lass deine Spielpartner daran teilhaben.

Interessanterweise ist gerade im Fetisch-Bereich das Aussehen vollkommen unerheblich, denn Gear-Fetischisten zeigen nur in seltenen Fällen nackte Haut. Den meisten geht es darum möglichst viel Gear und Fetisch-Ausrüstung anzulegen. Das bedeutet auf der anderen Seite aber nicht, dass du zwanghaft deine Narben und Muttermale mit Fetisch-Kleidung verdecken musst. Manche Körperzeichnungen erzählen einem geschulten Auge mehr Geschichten aus der Vergangenheit als ein Waschbrettbauch.

Zurück zum Adonis-Komplex bzw. der Muskeldysmorphie: Meist wird dieser bei Männern erkannt, aber auch Frauen können davon betroffen sein. Hier besteht dann auch die Gefahr in die Magersucht abzugleiten. Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper kann wirklich krankhaft sein.

So und nun haben wir eine Aufgabe für euch! Das nächste Mal, wenn ihr eure Lieblings-Fetischkleidung tragt oder gerade mitten in einer Session seid, dann schaut euch im Spiegel an. Wenn ihr gefesselt seid und ihr euch nicht bewegen könnt, dann dürft ihr euch von eurem dominanten Spielpartner natürlich einen Spiegel bringen lassen. Wenn kein Spiegel zur Hand ist, dann lasst ein Foto von euch machen und schaut es euch an. Mit einem Smartphone ist das ja in Sekunden gemacht. Seht euch an und erkennt, wie schön ihr seid!

Wichtig dabei ist, dass ihr das visuelle Bild mit dem Gefühl des Tragens der Fetisch-Kleidung oder das Gefühl in der BDSM-Session live verbindet. Wenn man die Bilder nach einer Session anschaut, dann kann die Magie oft schon vorbei sein. Erkennt euch selbst, verbindet eure Gefühle mit eurem visuellen Erscheinungsbild. Euer Selbstbewusstsein und eure innere Schönheit wird strahlend die Nacht erhellen und euch neuen Mut für den Alltag bringen. BDSM ist immer noch eine der schönsten Freizeitbeschäftigungen, die es gibt und für viele BDSM-Spieler ist es mehr als nur Freizeit, es ist Passion.

Genießt jeden Moment und habt viel Spaß miteinander!

Ein Gedanke zu „Mythos Makellosigkeit – Muskeldysmorphie“

  1. Ich staune, dass es sogar einen Fachausdruck für so etwas gibt. Ich sach trotzdem – jeder so, wie er mag. Blöd ist halt, wenn man meint, sich an so ein Konzept anhängen zu müssen, weil einem nichts anderes einfällt. Mit Anabolika, mit Nachhilfechemie und vielleicht noch Chirurgie und einem geschickten Mediziner, der einem das auch noch als Neurose oder sonstiges Defizit verkauft, was therapiebedürftig ist – er verdient da vermutlich dran. Grinss…. Na, ich mein halt, man könnte ja versuchen, ganz entspannt etwas mehr man selbst zu sein, bissel mehr authentisch oder so, ja? Und wenn man Macken hat oder irgendein Kriegsleiden, dann ist das so. Wenn man das schönreden muss, arbeitet man offensichtlich am falschen Problem. Erotik liegt zwischen den Ohren. Und eine selbstgewählte Rolle mit erotischer Nuance mag sehr wohl hilfreich dabei sein, diese Fähigkeit für mehr Selbst zu rehabilieren – wär doch eigentlich ’ne attraktive Option, denke ich. Und ein Fetisch-Alter-Ego darf ja mit einem Mal Sachen tun, sagen und machen, auf die ein Gentleman vielleicht nicht ohne weiteres kommt. Aber die so richtig Spass machen. Und entsprechende Outfits und Spielsachen – seien wir mal ehrlich, Hose runter – verleihen einer Rolle doch immer Nachdruck, ab da geht doch die Post erst so richtig ab !!! Je realer, desto mehr Wumms. PS.: Es gibt nichts, aber absolut nichts, was erotischer ist, als Erfolg….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

3 + siebzehn =