Hanky Code

Der Hanky Code – Farbtabelle der sexuellen Vorlieben

„Ich stehe übrigens auf grau“ – na damit sind wohl nicht die grauen Haare gemeint, sondern wohl eher Bondage. Warum nicht einfach Bondage sagen, sondern mit einem Farb-Code verschlüsseln? Na der Ursprung führt in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück und hat sich teils bis heute noch immer gehalten. Wir haben euch die wesentlichen Kern-Farben mit ihren Bedeutungen zusammengefasst.

Wenn man so manche Handy-Code Tabellen anschaut ist man stark am Zweifeln, warum die Leute nicht einfach miteinander reden. Warum Unmengen von Farbkodierungen mit sich tragen, wenn man einfach miteinander über die Vorlieben sprechen kann? Oder könnt ihr in einer schlecht beleuchteten Spelunke den Unterschied zwischen Magenta, hellem Rosa, dunklem Rosa, Purpur, Malvenfarbe, Lila oder Lavendelfarbe erkennen? Wir nicht!

Aber warum das ganze Farbentheater? Drehen wir die Uhr zurück in eine Zeit, in der Homosexualität unter Strafe stand und die Menschen non-verbal miteinander ihre sexuellen Vorlieben kundtun wollten. Begonnen hat das alles im „Wilden Westen“ und damals waren es noch Halstücher. Die Frauen waren rar und deshalb tanzten die (heterosexuellen) Männer miteinander. Auch beim Tanzen gibt es die führende/dominante/männliche Rolle und die geführte/devote/weibliche Rolle. Hier haben sich die Hany Codes zum ersten Mal bewährt. Führende Tänzer trugen blaue Tücher und die Herren mit der „weiblichen“ geführten Tanzrolle trugen rote Tücher.

Kleiner Exkurs: Interessant ist, dass sich bis heute „Blau“ als Jungenfarbe und „Rot/Rosa“ als Mädchenfarbe durchgesetzt haben.

Zurück zum Thema. Irgendwann ist man auf die Idee gekommen, auch sexuelle Vorlieben durch diese Farbkodierung unter Homosexuellen zu kommunizieren. Man muss bedenken, dass wir uns immer noch in einer Zeit befinden, zu der es kein Internet, kein Smartphone und teils auch noch kein Telefon vorhanden war und gerade Homosexualität unter Strafe stand. Man musste tatsächlich raus in die Welt gehen und konnte aber nicht gleich jedem verbal seine Vorlieben aufdrängen. Es hätte auch sein können, dass man an den falschen Menschen gerät und eine gewünschte sexuelle Liebesnacht eher mit einem Aufenthalt im Gefängnis oder gar im Jenseits bestraft wurde.

Und doch gab es nun dank des Handy Codes die Möglichkeit seine sexuellen Vorlieben unter Gleichgesinnten zu kommunizieren, mit Hilfe von farbigen Taschentüchern („Hanky“ als Kurzform vom englischen „Handkerchief“, zu Deutsch Taschentuch). Diese Stofftaschentücher wurden in die Gesäßtaschen der Hosen gesteckt und haben je nach Farbe und Seite die gewünschte sexuelle Vorliebe und auch die Position (aktiv oder passiv) dargestellt.

Bis heute hat sich die Farbtabelle utopisch erweitert, was wir allerdings für leicht übertrieben halten und deshalb nicht auf jeden einzelnen Farbton eingehen (den man sich eh nicht merken oder gar in der Öffentlichkeit unterscheiden kann ohne eine geeichte Farbschablone nebenhin zu halten).

Von daher jetzt eine stark vereinfachte Variante über die „wichtigsten Hauptfetische“:

  • Weiß = Mastubieren
  • Grau = Bondage/Fesselspiele
  • Schwarz = BDSM
  • Himmelblau (hellblau) = Oralverkehr
  • Marineblau (dunkelblau) = Analverkehr
  • Rot = Fisting
  • Gelb = Urophilie (Natursekt)
  • Braun = Kotspiele
  • Orange = Fetisch allgemein

Sollte also ein entsprechendes Hankycode-Tuch in der Gesäßtasche getragen werden, so symbolisiert dieser Farbcode den entsprechenden Fetisch und die Seite der Hosentasche gibt Auskunft über die Rollenverteilung. Links ist üblicherweise die aktive und rechts die passive Seite. Ein paar Beispiele: Ein links getragenes rotes Tuch weißt auf einen aktiven Fister hin. Hingegen ein rechts getragenes graues Tuch bedeutet, dass derjenige sich gern fesseln lässt.

Es kann natürlich sein, dass man jetzt in dieser Farbpalette mehrere Fetische gefunden hat. Das ist vollkommen normal, denn jeder hat oft eben mehrere Fetische. Man kann deshalb auch mehrere Farben tragen und der Trend geht auch weg von den Taschentüchern in den Hosentaschen. Manche Sklaven tragen bunte Halsbänder oder Kleidung. Das bedeutet aber nicht gleich, dass ein gelbes Halsband jemanden zum Liebhaber von diversen Körperflüssigkeiten macht oder ein rotes Armband jemandem zum Profi-Fister macht. Es empfiehlt sich direkt auf die Menschen zuzugehen und zu fragen. Fragen kostet nix und schlimmer als ein „nein“ zu kassieren kann nicht passieren. Im Optimalfall kann man mit seinem Gegenüber sehr viel Spaß haben und diesen gönnen wir euch auch!

Unabhängig davon ist es uns wichtig euch mitzuteilen, dass ihr euren eigenen Fetisch erkennen sollt und diesen auch gern stolz ausleben dürft. Versteckt euch nicht, steht zu euch selbst und solltet ihr euch nicht trauen auf andere offen zuzugehen, so könnte ein entsprechendes Hanky in der Hosentasche vielleicht die Aufmerksamkeit auf euch lenken und dann ergibt sich das Gespräch oder vielleicht sogar „mehr“ von ganz alleine. Traut euch, geht raus, genießt das Leben und eure Fetische!

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