Hämatom

Ungewollte blaue Flecken wegen Blutverdünner

Jeder kennt sie, jeder hatte schon mal einen und keiner will sie haben: blaue Flecken. Man stößt sich irgendwo und am nächsten Tag findet man herrliche blaue Flecken an der zuvor angerempelten Stelle. Doch auch nach einer Bondage-Session kann es zu solchen blauen Flecken kommen und die Ursache sind nicht immer Schläge.

Hämatom, Suffusion, Bluterguss, Blutunterlaufung… Namen gibt es viele und bedeuten im Endeffekt das gleiche: einen blauen Fleck. Blutergüsse unter der Haut, die dann in allen Farben des Regenbogens durchschimmern und teilweise auch schmerzhaft sein können. Wie man ihn bekommt, das ist wohl jedem bekannt. Aber bei einer Bondage-Session kann es auch ohne schlagende Einwirkung zu solchen Flecken kommen. Grund dafür kann eine entsprechende Medikation sein, so schon am eigenen Leib erfahren.

Es war einmal vor ein paar Jahren, da brummte mir der Schädel… und das über mehrere Tage. Also gehe ich in die Apotheke und hole mir eines der bekanntesten Schmerzmittel der Welt („Aspirin“), Wirkstoff darin „Acetylsalicylsäure“ (kurz „ASS“). Da Acetylsalicylsäure ein Blutverdünner ist und somit das Blut im Gehirn auch wieder besser fließen kann. Das Medikament wurde damals nicht nur einmalig, sondern über mehrere Tage eingenommen. Die Kopfschmerzen waren weg und die Geilheit stieg auch an. Kurzerhand stand eine Bondage-Session auf der Tagesordnung und diese war sehr restriktiv und intensiv. Am nächsten Morgen dann das böse Erwachen!

An allen Körperstellen, an denen bei der vorangegangenen Session Fesseln waren, hatte ich großflächige blaue Flecken! An den Armen, an den Beinen und auch am Hals. Unschöne Geschichte, wenn man so in die Arbeit muss. Über Spuren einer Session haben wir schon einmal geschrieben, aber diese Spuren waren nicht nach ein paar Minuten wieder weg, sondern diese blieben erst einmal ein paar Tage. Zudem waren es ja nicht „nur Flecken“, sondern auch Verletzungen, die man auch vermeiden hätte können und die auch in Zukunft zu vermeiden sind.

Mit einem Arzt meines Vertrauens habe ich dann darüber gesprochen und der Grund Acetylsalicylsäure war schnell lokalisiert. Es war schon ein gewisses Wachrütteln. So sollten Menschen, die eben solche Blutverdünner nehmen mit äußerster Vorsicht behandelt werden. Ebenso bei Menschen, die den Wirkstoff Phenprocoumon (welchen die meisten aus dem Medikament „Marcumar“ kennen) zu sich nehmen, sollte man bei Bondage-Sessions äußerste Vorsicht walten lassen. Diese Blutverdünner bzw. Blutgerinnungshemmer können beim BDSM unangenehme und sogar gefährliche Folgen haben.

An dieser Stelle sind Tops und auch Bottoms in der Pflicht. Ein Top sollte vor einer Session mit einem ihm bis dato fremden Spielpartner immer die Einverständniserklärung zur BDSM-Session durchgehen und hier sollte auch solche Medikation besprochen werden. Ein Devoter hat seinen dominanten Spielpartner aktiv darauf hinzuweisen, wenn dieser solche Medikamente aktuell oder gar regelmäßig nimmt.

Müssen Spielpartner, die solche Medikamente nehme, auf BDSM und Bondage verzichten? Wir sagen nein, aber man muss trotzdem stark aufpassen. Keine zu engen Fesselungen, keine oder nur sanfte Schläge (z.B. beim Spanking). Jede Form von physischer Gewalteinwirkung sollte vermieden oder auf ein Minimum reduziert werden. Deshalb darf ein solcher Bottom trotzdem ein Halsband tragen, man sollte es nur nicht zu eng machen und auch nicht kräftig daran ziehen.

Und für Fesselungen sollte man lieber keine Seile, sondern locker angelegte und weich gepolsterte Lederfesseln benutzen. Hier haben wir kürzlich auch einen Produkttest mit verschiedenen Lederfesseln für euch durchgeführt (mit Video). Zudem sollte man auf Spanking und andere Schläge verzichten. Mögen Schläge auf dem Hintern noch ethisch vertretbar sein, so sollte man tunlichst Ohrfeigen und Schläge im Gesicht oder andere im Alltag sichtbaren Körperstellen unterlassen.

Passt bitte aufeinander auf und genießt trotz solcher Einschränkungen eure gemeinsame Bondage-Session. Und auch ohne strenge und feste Fesselungen kann man ein sehr intensives Zusammenspiel zwischen dem dominanten und dem devoten Spielpartner erleben!

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