Lederhandschuh

Liebling, ich bin ein Fetischist! – Das Fetisch-Outing

Outing, diesen Begriff kennt man meist in Kombination mit Homosexualität. Ein Mitglied einer Minderheitsgesellschaft steht offen dazu „anders“ zu sein. So kann es sein, dass ein Mensch, der auf BDSM und Fetisch steht dies auf offen verkündet und zu seinen Neigungen und Vorlieben steht, dies nennt man dann „Fetisch-Outing“.

Wie bieder wäre unsere Welt, würden alle Menschen der Norm entsprechen. Man kommt auf die Welt, wird erwachsen, geht in die Arbeit, pflanzt sich fort und gibt dann irgendann den Löffel ab. Gott wie langweilig! Das Leben bietet doch so viel Spaß!

Glücklicherweise dient der sexuelle Akt nicht nur der Fortpflanzung, sondern ist darüberhinaus ein recht befriedigender Zeitvertreib. Ihr habt das klassische „Rein-Raus-Spiel“ aber satt und wollt eurem Partner von euren gemeinem Träumen und Fantasien berichten? Nur zu! Es gibt drei Möglichkeiten:

  1. Der Partner teilt diese Vorlieben nicht, ihr müsst diese also ggf. anderweitig ausleben oder damit klar kommen, dass diese Gelüste nicht befriedigt werden.
  2. Der Partner gibt diesem Fetisch eine Chance und probiert es zumindest aus.
  3. Der Partner teilt diese Vorlieben und ihr lebt diese auch zu eurer gegenseitigen Befriedigung gemeinsam aus.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass ein unausgelebter und unbefriedigter Fetisch irgendwann ein Ventil zum Druckablass sucht. In einer monogamen Beziehung kann dies also zum Fremdgehen führen. Unser Tipp also: Redet miteinander!

Doch oft ist die Hemmschwelle bei einem Fetisch-Outing sehr groß, denn man möchte seinen Partner ja auch nicht verstören. Doch warum seine Gefühle und Vorlieben unterdrücken? Euer eigenes Glück sollte hier im Vordergrund stehen. Doch wie outet man sich jetzt bei seinem Partner mit seiner Vorliebe für BDSM und Fetisch?

Ihr solltet euren noch unwissenden Partner nicht gleich überfahren. Also der Satz „Schatz ich will dein Sklave sein und möchte mir gleich morgen die Sklavenregistrierungsnummer auf den Hintern tätowieren lassen“ könnte vielleicht für den Anfang etwas zu viel sein. Klar, der direkte Weg zum Herz eines Menschen ist auch durch die Brust, aber vielleicht kann man ein bisschen diplomatischer vorgehen.

Man könnte also sein Gegenüber fragen, wie es denn prinzipiell mit diversen Praktiken aussieht. Ein Beispiel: Auf die Frage, was denn der Partner von Windeln hält könnte man anfügen, dass einen selbst das Thema beschäftigt und das gern mal ausprobieren würde. Wie oben beschrieben gibt es meist die Antworten mit Abneigung, Neugierde oder Zustimmung. Bei Abneigung solltet ihr das Thema nicht weiter vertiefen, bei Neugierde müsst ihr auch noch behutsam sein und das Thema nochmal aufgreifen und bei Zustimmung könnt ihr theoretisch gleich loslegen.

Man kann natürlich auch die Frage anders stellen und die Meinung des Partners einholen. „Was hältst du denn eigentlich von…“, ist ein guter Einstieg um die Überleitung zum Eigenen Fetisch dann zu bringen.

Beim BDSM finden die meisten ihren Einstieg darin, ihrem Partner die Augen zu verbinden. Das finden (mit Ausnahme von Klaustrophobikern) die meisten Menschen sehr sinnlich und schön. Der nächste Schritt nach dem Sinnesentzug wäre dann die Fesselung des Partners. Vielleicht mal mit Handschellen auf dem Rücken, oder mit einem Seidenschal ans Bett fesseln. Lasst eurer Fantasie freien Lauf!

Oft finden Neueinsteiger ihren Weg zum Fetisch und BDSM über ein Rollenspiel. Beim ersten Rollenspiel kann es sein, dass man sich etwas seltsam oder lächerlich vorkommt. Wenn ihr also das erste mal als Hund auf allen Vieren vor eurer Herrin steht und es einfach nicht über die Lippen bringt zu bellen, dann traut euch zumindest euch mit dem Kopf an sie zu kuscheln, vielleicht erhaltet ihr auch ein paar Streicheleinheiten.

Traut euch! Ein Fetisch-Outing kann für euren persönlichen Weg sehr entscheidend sein. Habt Vertrauen in euren Partner und seid offen zueinander. Und wenn ihr euch nicht sicher seid, dann können wir euch hier sehr gern zur Seite stehen!

 

3 Gedanken zu „Liebling, ich bin ein Fetischist! – Das Fetisch-Outing“

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