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Bindungsängste

Eine BDSM-Session ist wohl eine der intensivsten Erfahrungen, gemeinsam körperliche Zuneigungen auszutauschen. Viele BDSM-Liebhaber sehnen sich deshalb nach einer BDSM-Beziehung, damit sich der Fetisch und die Sexualität nicht nur auf eine Session beschränkt. Doch für eine feste BDSM-Beziehung gibt es oft Bindungsängste.

Beim BDSM geht es um Vertrauen, Dominanz und Unterwerfung und neben dem Ausleben der jeweiligen Fetische darf das grundsätzliche restriktive Fesseln nicht fehlen. Einen Sklaven mit einem Seil zu binden kann sehr geil sein, doch viele dominante Partner wollen ihn oder sie vielleicht fesseln, jedoch nicht an das eigene Herz binden.

Wie bei einer „normalen“ Beziehung außerhalb von BDSM gibt es auch bei Beziehungen mit BDSM gewisse Bindungsängste. Es gibt einen wesentlichen Unterschied. In einer Partnerschaft auf Augenhöhe sind die jeweiligen Partner gleichberechtigt in allen Belangen, zumindest sollte es so sein. In einer BDSM-Beziehung werden die vorab definierten Rollen dauerhaft eingenommen und man verweilt in diesen. Es gibt einen dominanten und einen devoten Partner.

In der heutigen Zeit sind die Lebenshaltungskosten so hoch, dass es nicht unbedingt ausreicht, wenn einer von beiden in die Arbeit geht. Viele devote Spielpartner sehnen sich danach der „Haussklave“ zu sein und nicht mehr in die Arbeit gehen zu müssen. Sie dienen dann 24/7/365 der Domina oder dem Master. Doch das entspricht selten der Realität und diese holt die meisten sehr schnell wieder ein.

Ferner kann es vorkommen, dass man nach einem harten Arbeitstag einfach keine Lust auf ein gemeinsames BDSM-Abenteuer hat. Wir haben euch kürzlich schon berichtet, dass Ruhephasen sehr wichtig für Körper und Geist sind. Und der dominante Partner muss dauerhaft die Kontrolle und auch die Verantwortung tragen. Das funktioniert nur, wenn der devote Partner hier mithilft! Eine Partnerschaft ist immer ein Geben und ein Nehmen. Das bekannte „Quid pro quo“ gilt eben nicht nur innerhalb einer Session, sondern wird auf eine komplette Partnerschaft ausgeweitet.

Bindungsängste sind trotzdem vorhanden, weil viele unerfahrene Spielpartner Angst haben, den Anforderungen an eine BDSM-Beziehung nicht gewachsen zu sein. Sich aber aufgrund dieser Angst nicht auf eine BDSM-Beziehung einzulassen können wir nicht empfehlen. Die beste Medizin für ein solch inneres Geschwür ist die Aussprache! Sprechen, sprechen, sprechen!

Viele devote Spielpartner führen aus genau diesem Grund ein Tagebuch. Hier wird der Alltag nochmal reflektiert und der dominante Partner kann auch unausgesprochene Themen so nochmal hinterfragen (sofern der devote Partner den Zugang zum Tagebuch gewährt).

Im Normalfall findet man erst in einer festen Partnerschaft heraus, wie der Partner überhaupt „tickt“. Ungeahnte Dinge, die man nie ausgesprochen hat oder die man in einer Session gar nicht herausfinden kann, kommen dann ans Tageslicht. Natürlich entwickeln wir uns ja auch stetig weiter und Fetische können sich auch verlagern. So kann es auch passieren, dass die fest definierten BDSM-Rollen sich ebenfalls verlagern. Viele BDSM-Paare, die eine langjährige Beziehung führen, switchen deshalb in ihren Rollen. Die legen sich nicht krampfhaft auf „Top“ oder „Bottom“ fest, sondern genießen es ja nach Tageslaune, was sie gerade machen. Ob man jetzt den Partner in einen Käfig sperrt, oder gemeinsam zum Abendessen einen Buttplug trägt, die Möglichkeiten sind schier grenzenlos. Und warum beim Besuch im Kino nicht einen Keuschheitsgürtel oder eine Windel tragen? Unter der normalen Straßenkleidung fällt dies nur einem sehr geschultem Auge auf.

Kurzum: Habt keine Angst vor einer festen Beziehung und redet mit eurem Partner oder Partnerin. Nur wenn ihr offen zueinander seid, könnt ihr auch aneinander wachsen und euch gemeinsam weiterentwickeln. Und redet euer Partner zu viel, dann solltet ihr einen abschließbaren Knebel griffbereit haben.

2 Gedanken zu „Bindungsängste“

  1. … abschließbarer Knebel! Mensch, sowas.
    Du willst Qualität, Intensität und einen hohen Erlebnis- und Unterhaltungswert?
    Dann lerne Kommunikation: Verbal, non-verbal. Lerne Dich, deine Triebe, Gelüste, Vorlieben, Abneigungen, Go’s und No-Go’s zu artikulieren. Mach dich verständlich. Machs Maul auf.
    Und – lern auch die Kehrseite der Medaille: zuhören, Maul halten. Den anderen ausreden lassen.
    Speziell, wenns ans Eingemachte geht.
    Ängste, Vorbehalte, Einschränkungen überwinden lernen.
    Biete Gesprächsdiziplin beim Reden und Zuhören.
    Fordere sie aber auch ein.
    So, gut jetzt. Habe fertig.
    Knebel…. naja. Abschliessbar. Obwohl, kann man ja auch abwechselnd reinschieben. Dann hat einer das Wort und der andere kriegt den Verschluss. Hm. Der Dennis… Ideen hat der. Vielleicht gar nicht so schlecht.

    1. Lieber Martin, da hast du jetzt aber noch einen sehr wichtigen Punkt angesprochen! Dem anderen zuhören und ihn auch ausreden lassen! Ja auch das Zuhören muss man lernen, auf beiden Seiten! Danke dir für die Ergänzung

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